Jährliches Weltweihegebet von Papst Leo XIII. zum Christkönigsfest

Die amtliche Gebets-Proklamation äußerte sich auch zum Judentum und Heidentum/Islam

1925 führte Papst Pius XI. das Christkönigsfest ein, das daran erinnert, daß Christus ein König ist,  wenngleich sein Reich „nicht von dieser Welt“ ist, wie ER selbst vor dem römischen Statthalter Pilatus bezeugte.

Unser göttlicher Erlöser ist KÖNIG der Könige und HERR der Herrlichkeit, zugleich ist ER der Richter über Lebende und Tote „und seines Reiches wird kein Ende sein“, wie das Große Credo erwähnt. In seiner göttlichen Person vereinigen sich Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, Heiligkeit und Gnade, Erhabenheit und Liebe. Auch dies soll am Christkönigssonntag zum Ausdruck kommen.

Zugleich wurde an diesem Hochfest allährlich eine feierliche „Weihe des Menschengeschlechtes“ an das Heiligste Herz Jesu vorgenommen und von den Gläubigen gebetet. 

Als Weihegebet diente von 1925 bis Ende der 50er Jahre das Gebet von Papst Leo XIII. an den „Erlöser des Menschengeschlechtes“. Dieser Papst regierte die Kirche 25 Jahre   –  er starb am 30.7.1903 im hohen Alter von 93 Jahren.

Das Weihe-Gebet von Leo XIII. wurde also weltweit 35 Jahre lang von katholischen Gläubigen am Christkönigsfest in der heiligen Messe gesprochen  – auch während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur.

Diese lange Dauer verleiht der Gebetsproklamation eine besondere liturgische und kirchliche Bedeutung.

Aufschschlußreich an diesem Gebet ist auch seine Stellungnahme zum Heidentum und zum Islam (beides wird nacheinander erwähnt) und deren Zuordnung zur „Finsternis“. Es  heißt dort nämlich:

„Sei Du König über alle, die immer noch vom alten Wahn des Heidentums oder des Islams um­fangen sind; entreiße sie der Finsternis und führe sie zum Licht und Reiche Gottes.“

Schon ganz anders klingt sodann der nachfolgende Passus über das Judentum:

„Blicke endlich voll Erbarmen auf die Kinder des Volkes, das ehedem das auserwählte war. Möge das Blut, das einst auf sie herabgerufen wurde, als Bad der Erlösung und des Lebens auch über sie fließen.“

Die Kirche möchte alle, die noch vom dreieinigen Gott getrennt sind, zum Licht und Reiche Christi führen, auch und gerade das jüdische Volk. Gleichwohl wird der Unterschied zwischen Heidentum/Islam („Finsternis“) auf der einen Seite und dem Judentum andererseits durch die Wortwahl klar erkennbar.

Leider ist die neue Fassung ab Beginn der Änderungen von Johannes XIII. in mancherlei Hinsicht verwässerter.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Hier nun der damalige vollständige Text der jährlichen Weltweihe am Christkönigsfest:

„Liebster Jesus, Erlöser des Menschengeschlechtes, blicke herab auf uns! In Demut knien wir hier vor Deinem Altar. Dein sind wir, Dein wollen wir sein. Um jedoch immer inniger mit Dir verbunden zu werden, darum weiht sich heute ein jeder von uns freudig Deinem heiligsten Herzen.

Viele haben Dich niemals erkannt, viele lehnen Deine Gebote ab, weisen Dich zurück. Erbarme Dich ihrer aller, gütigster Jesus, und ziehe alle an Dein heiligstes Herz.

Sei Du, Herr, König nicht nur über die Gläubigen, die nie von Dir gewichen sind, sei es auch über die verlorenen Söhne, die Dich verlassen haben. Gib, daß sie bald ins Vaterhaus zurückkehren und nicht vor Elend und Hunger zugrunde gehen. Sei Du König auch über die, die durch falsche Lehren sich täuschen lassen oder durch Spal­tungen von Dir getrennt sind. Rufe sie zur sicheren Stätte der Wahrheit und zur Einheit des Glaubens zurück, damit bald nur eine Herde und ein Hirt werde.

Sei Du König über alle, die immer noch vom alten Wahn des Heidentums oder des Islams um­fangen sind; entreiße sie der Finsternis und führe sie zum Licht und Reiche Gottes. Blicke endlich voll Erbarmen auf die Kinder des Volkes, das ehedem das auserwählte war. Möge das Blut, das einst auf sie herabgerufen wurde, als Bad der Erlösung und des Lebens auch über sie fließen.

Verleihe, Herr, Deiner Kirche Wohlfahrt, Sicher­heit und Freiheit; verleihe allen Völkern Ruhe und Ordnung. Gib, daß von einem Ende der Erde bis zum ändern der eine Ruf erschalle: Lob sei dem göttlichen Herzen, durch das uns Heil geworden; ihm sei Ruhm und Ehre in Ewigkeit. Amen.“

Das BILD zeigt den Limburger Dom (Foto: Dr. Bernd F. Pelz)



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