Mali: Islamische „Bilderstürmer“ zerstören Bauten des Weltkulturerbes in der Sahara

Seit Tagen schon wüten in Timbuktu am Niger radikal-muslimische Salafisten bzw. Al-Kaida-Anhänger gegen islamische (!) „Heiligtümer“ am Südrand der Sahara.   In der evangelischen Nachrichtenseite „Jesus.ch“ gab es hierzu informative Erläuterungen von Islamkenner Heinz Gstrein, die wir auszugsweise wiedergeben:

Die Djingareyber-Moschee im Süden von Timbuktu. Auch in ihrer Nähe wurde ein Mausoleum eines Heiligen zerstört

Diese auch kunsthistorisch bedeutsamen Lehmbauten machten einst die Oasen-Stadt am Südrand der Sahara zum Ziel vieler Afrikaforscher. Kürzlich wurden sie sogar zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Jetzt aber richtet der Bürgerkrieg in Mali das 1000-jährige Timbuktu zugrunde.

Radikale Politmuslime im Verband des nordafrikanischen Zweiges von Al-Kaida haben bereits die Hälfte der 16 berühmten Grabheiligtümer der Stadt zerstört. Jetzt machen sie auch vor ihren bienenstockähnlichen Moscheen nicht Halt.

Wie kommen aber Muslime dazu, islamische Sakralbauten zu vernichten?

Das totale Bilderverbot blieb im Islam bis heute aufrecht. Doch bald setzte sich die Verehrung heiliger Männer und Frauen an ihren Grabstätten durch. Dieser Kult kam ursprünglich aus der schiitischen Konfession, gelangte aber im islamisierten Afrika zu seiner größten Entfaltung. In der Volksreligion spielt das «Marabut» (Heiligengrab) eine weit grössere Rolle als jede Moschee.

Dagegen richtet sich seit bald 300 Jahren eine puritanisch-islamishe Strömung: der Wahhabismus. Er hat sich vor allem in Saudi-Arabien durchgesetzt.

Als dieses 1925 das muslimische «Heilige Land» mit Mekka und Medina am Roten Meer eroberte, wurde als erstes im Hafen Dschidda das legendäre Grab von Eva zerstört. Als viele an dessen Stelle weiterbeteten, kam es 1975 zur Zubetonierung jeder Zugangsmöglichkeit. Sogar dem Grab von Mohammed in Medina drohte die Vernichtung. Doch begnügten sich die Wahhabiten schließlich damit, nur seinen Goldschmuck und alle Verzierungen zu entfernen.

Bei den Ansar ed-Din in Timbuktu handelt es sich um salafistische Ableger des Wahhabismus. Die bilderstürmerischen Ausschreitungen  werden begünstigt dadurch, daß die in den Marabuts und Moscheen der Stadt begrabenen «Heiligen» keine Vertreter eines «reinen» Islam, sondern einer Art afrikanischer Mischreligion waren.

Dagegen hatte sich schon einmal im 19. Jahrhundert eine Dschihad-Bewegung gerichtet, die diesen «Islam-Verfälschern» den Kampf ansagte. Doch wagte bisher nie jemand, die letzten Ruhestätten der «Heiligen von Timbuktu» dem Erdboden gleich zu machen, wie das jetzt geschieht.

Vollständiger Artikel hier: http://www.jesus.ch/n.php?nid=218895



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