80% der Deutschen wollen, daß Schüler unsere Nationalhymne lernen

80 Prozent der Deutschen halten es für gut, wenn Kinder im Schulunterricht die Nationalhymne lernen würden.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die von Bild am Sonntag in Auftrag gegeben wurde. 

Das Emnid-Institut fragte 500 Bundesbürger ab 14 Jahren. 77 Prozent der Westdeutschen und 91 Prozent der Ostdeutschen sprachen sich für die Idee aus.

Die größte Zustimmung gibt es in der Altersklasse zwischen 30 bis 39 Jahren mit 90 Prozent.

Auch Schüler finden es richtig, wenn sie in der Schule die Nationalhymne lernen würden: das sagen 75 Prozent von ihnen.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur        

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Erzbischof Gerhard L. Müller bekräftigt die Unauflöslichkeit der Ehe

Der neue Präfekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, hat die biblische und kirchliche Lehre über die Unauflöslichkeit der christlichen Ehe bekräftigt.

„Eine gültig geschlossene Ehe unter Christen ist unauflöslich und umfasst das Versprechen der lebenslangen Treue“, sagte der Erzbischof und frühere Regensburger Oberhirte gegenüber der Passauer Neuen Presse, wie diese in ihrer heutigen Samstagsausgabe berichtet.

Es  ist laut Paulus in besonders schwierigen Fällen zwar eine „Trennung von Tisch und Bett“ erlaubt, aber keine Wiederverheiratung, denn das sakramentale Eheband bleibt bestehen, wenngleilch das praktische Zusammenleben unterbleibt. Zudem sollen getrennt lebende Eheleute an die Möglichkeit einer späteren Versöhnung denken.

Die Ehe gehört aus katholischer Sicht nicht allein zur guten Schöpfungsordnung Gottes, sondern sogar zu seiner Heilsordnung in Christus.

Daher ist die Ehe ein Sakrament, denn sie versinnbildlicht die Liebe und Treue Gottes zu den Gläubigen; sie bezeichnet das innige Verhältnis von Christus zu seiner Kirche; zugleich schenkt dieses erhabene Sakrament die helfende Gnade und Kraft des Himmels für die sittliche Bewährung in Ehe und Familie. Der Mensch ist auf die göttliche Gnade angewiesen, zumal seine eigene Kraft zu schwach ist, um alle Herausforderungen des Ehelebens einwandfrei zu bestehen.

Zur Wiederverheiratung von Geschiedenen schreibt Erzbischof Müller in seiner „Katholischen Dogmatik“ auf S. 760:

„Der Mann, der seine Frau verstößt und entläßt, oder die Frau, die ihren Mann verstößt und entläßt, „begeht Ehebruch“ und verstößt damit gegen den „Neuen Bund“ (Mk 10,11; Lk 16,18; 1 Kor 7,10)…Dem Anspruch der Unauflöslichkeit der Ehe im Zeichen des Neuen und Ewigen Bundes und der verwirklichten Gottesherrschaft kann der Mensch aus eigener moralischer Kraft und seiner persönlichen psychologischen Disposition nicht entsprechen. Nur wenn er den Ruf zur Umkehr, zum Glauben und zur Nachfolge Christi in sich aufnimmt (Mk 1,15) und „aus dem Geist lebt“ (Gal 5,25), vermag er die innere Wirklichkeit der Ehe als Zeichen der Bundesgemeinschaft Christi und der Kirche persönlich zu realisieren.“


Leugnete Erzbischof Müller – Chef der Glaubenskongregation – wirklich die Jungfrauengeburt ?

MARIA ist Jungfrau immerdar – und zugleich Realsymbol für das volle HEIL und Heilsein in CHRISTUS

Seitens mancher traditioneller Gruppen und Webseiten wird derzeit behauptet, der frisch ernannte Präfekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, bestreite nichts weniger als die Jungfrauengeburt bzw. immerwährende Jungfräulichkeit der Gottesmutter; folglich verbreite er Irrlehren, sei gar ein „Ketzer“, „Häretiker“ etc. 0012

Einige Kritiker drücken dieselbe Anschuldigung etwas vorsichtiger aus, indem sie einräumen, der Erzbischof habe wohl das Virgo-Dogma  als solches nicht  geleugnet, sich aber nicht an die „Hermeneutik“ bzw übliche Auslegungstradition gehalten. – Nun ist eine solche Deutungstradition  –  mag sie auch weit verbreitet sein –  durchaus nicht mit dem Dogma selber gleichzusetzen, so daß der Häresie-Vorwurf insoweit schon rein formal gesehen nicht aufrechterhalten werden kann.

In dieser Debatte wird eine bestimmte Äußerung von Dr. Gerhard L. Müller (als er noch Theologieprofessor war) erstens aus dem Kontext bzw. Zusammenhang gerissen; zweitens wird nicht immer ausreichend berücksichtigt, daß die Geburt Christi aus der Jungfrau Maria sowohl natürliche wie übernatürliche Dimensionen aufweist, zumal unser Erlöser in seiner Person Gott und Mensch zugleich ist.

So ist auch seine Geburt eine wirkliche Geburt und doch wunderbar; also gewissermaßen ein „Miteinander“ von göttlichem Wirken und menschlicher Natur.

Jesu wahres Menschsein hat die Kirche immer verkündet, auch gegenüber Irrlehren aus dem gnostischen Doketismus, der behauptete, Jesus habe nur einen Scheinleib gehabt, also keinen wirklichen menschlichen Leib, keine wahre menschliche Natur.

Zugleich bekennt sich die Kirche voll und ganz zur Gottheit Christi, so daß seine Geburt aus Maria vom übernatürlichen Glanz seiner Herrlichkeit überstrahlt ist  – und die Madonna auch „in der Geburt“ Jungfrau blieb („virginitas in partu“).

Dabei kann bedacht werden, daß Christus nach seiner Auferstehung mit seinem wirklichen und zugleich verherrlichten Leib durch verschlossene Türen gehen konnte und seinen Aposteln erschien. Allerdings gilt dieser Vergleich nicht im Sinne einer direkten Gleichsetzung,  sondern eher als Hinweis zum leichteren Verständnis.

Freilich hat sich die Kirche  –  wohl aus Gründen der Vernunft und des guten Geschmacks  –  zu gynäkologischen Einzelheiten von Marias Jungfrauschaft „in der Geburt“ niemals lehramtlich festgelegt.

Die Jungfräulichkeit der Madonna ist überdies kein Selbstzweck, sondern mit ihrer  einzigartigen Berufung zur Gottesmutterschaft verbunden, die das Fundament aller weiteren kirchlichen Lehren über Maria darstellt.

Marias Gottesmutterschaft ist „ihre wesentliche Bestimmung“

Der bekannte Mariologe und Kardinal Leo Scheffczyk schreibt hierzu, daß die marianische Wahrheit nicht im Bekenntnis zur Jungfräulichkeit ihr „Zentrum“ hat, sondern daß vielmehr „die Gottesmutterschaft die wesentliche Bestimmung des Personalcharakters Mariens darstellt.“

Das grundlegende Dogma über Maria ist jenes über die „Theotokos“, die Gottesmutterschaft.

Der Mariologe fügt hinzu, daß die „Jungfräulichkeit als eigentümliche Verwirklichungsform dieses Mutterseins zum Personalcharakter der Mutter Jesu hinzukommt.“  (Vgl. sein Buch „Katholische Glaubenswelt“, S. 277)

Auf S. 281 betont der Kardinal über das „Glaubensgeheimnis der Jungfräulichkeit Mariens“:

„Wenn man hier ein Geheimnis anerkennt, so ist damit auch gesagt, daß der Blick nicht vorschnell und einseitig auf das darin sicher eingeschlossene biologische Faktum gehen soll.“

Die jungfräuliche Gottesmutterschaft sei „ein tiefes Mysterium“ und erschließe sich vor allem sittlich und geistlich, wenngleich die biologische Ebene dazugehört. Kardinal Scheffczyk schreibt hierzu:

„Man darf deshalb auch beim Geheimnis der Jungfrauengeburt und der Jungfräulichkeit Mariens nicht ausschließlich an das biologische Moment denken.“ (S. 281)

Die bleibende Jungfräulichkeit Mariens wurde bereits in spätantiker Zeit als Glaubenssatz gelehrt (Synode zu Mailand, 390 n. Chr.), auf dem 5. Konzil von Konstantinopel (553 n. Chr.) mit der Formel von der „Jungfrau immerdar“ erneut verkündet und auf der Lateransynode 649 n. Chr. unter Papst Martin I. dogmatisch bekräftigt.

Im betreffenden Kanon 3 heißt es wörtlich:

„Wer nicht gemäß den heiligen Vätern im eigentlichen Sinne und der Wahrheit entsprechend die heilige, allzeit jungfräuliche und unbefleckte Maria als Gottesgebärerin bekennt, da sie ja eigentlich und wahrhaftig Gott, das Wort, selbst, der vor allen Zeiten aus Gott, dem Vater, geboren wurde, in den letzten Zeiten ohne Samen aus dem Heiligen Geist empfangen und unversehrt gebo­ren hat, wobei ihre Jungfrauschaft auch nach seiner Geburt unzerstört blieb, der sei verurteilt.“  (DH = Denzinger: 503)

Soweit das Dogma zur Jungfräulichkeit „in der Geburt“,  um das es in der „Müller-Debatte“ geht.

Während sich freilich Erzbischof Müller klar zu dieser Aussage des „außerordentlichen“ Lehramts bekennt (Zitat siehe Schlußteil dieses Artikels), hatte der Theologe Karl Rahner das Dogma auch dadurch zu relativieren versucht,  indem er erklärte, es habe sich lediglich um eine regionale Synode gehandelt, nicht um ein allgemeines Konzil  – was so nur teilweise zutrifft.

Auch die großen, heiligen Kirchenväter des 4. und beginnenden 5.  Jahrhunderts, nämlich Ambrosius (gest. 397), Hieronymus (+420) und Augustinus (+430) bekannten sich eindeutig zur allzeit jungfräulichen Mutter des HERRN.

Schon zuvor schrieb der hl. Kirchenlehrer Ephräm der Syrer (4.Jh.):

„In Maria mußte die Natur von ihren Gesetzen abgehen, denn Maria empfing und gebar als Jungfrau; diesen Weg vermag die Natur nicht zu gehen. Das Kind wurde wie alle Kinder geboren, doch seine Mutter blieb Jungfrau. (…)  Sie empfing und gebar ohne Zutun eines Mannes (…)  – ein in der Welt völlig unerhörtes Wunder. Einem Sohn hat sie das Leben gegeben, den alles bewundert. Wie dies geschah, ist unserem Verständnis entrückt. Die Gelehrten sind unfähig, dieses Geheimnis zu ergründen: Das Mädchen stillt, eine Jungfrau ist Mutter.“  (5. Hymnus, Vers 1 – 4)

Das Mädchen stillt“  – auch durch die Tatsache, daß die Madonna dem Christkind ihre Mutterbrust reichte, wird ein natürlicher Vorgang und auch so das wahre Menschsein, die volle menschliche Natur unseres göttlichen Heilands deutlich.

Erinnern wir uns an das Marienlob einer Frau aus dem Volke, die Christus zurief: „Selig der Leib, der Dich getragen, und die Brust, die Dich genährt hat!“ (Lk 11,27) – Die Antwort Jesu („Ja, selig sind jene, die Gottes Wort hören und bewahren!“)  ist kein Widerspruch, sondern vielmehr eine Bestätigung und zugleich ein Hinweis darauf, daß Marias Mutterwürde sich nicht auf das Leibliche beschränkt, sondern vor allem im Geistigen und im Glauben gründet, wie schon ihre Verwandte Elisabeth erkannte, als sie die Madonna mit den Worten pries: „Selig bist Du, die Du geglaubt hast, was der HERR Dir sagen ließ“ (Lk 1,45).

Während die „stillende Maria“ an das wahre Menschsein Christi erinnert, leuchtet uns im Mysterium ihrer Jungfräulichkeit die Allmacht des Ewigen und der göttliche Glanz unseres Erlösers entgegen, der auch der Erlöser Marias ist, wie sie selbst in ihrem Magnificat bezeugt („mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter“) und wie es der Immaculata-Glaube der Kirche bekennt: Maria als die makellos Voraus-Erlöste im Hinblick auf die Verdienste Christi.

Im Großen Credo bzw. dem Glaubensbekenntnis von Nicäa-Konstantinopel heißt es „Natus ex Maria Virgine„, also (wörtlich aus dem Lateinischen übersetzt): „Geboren aus Maria, der Jungfrau“.

Zu diesem altkirchlichen Credo hat sich auch Martin Luther mehrfach ausdrücklich bekannt, so zB. in seiner Weihnachtspredigt vom 24.12.1528: „Diese Jungfrau kennt keinen Verlust der Jungfräulichkeit; sie bleibt unverletzt und rein.“

Es geht bei der Lehraussage von Marias immerwährender Jungfräulichkeit freilich substantiell nicht um physiologische Details hinsichtlich des Geburtsvorgangs,  sondern darum,  d a ß  Marias Virginität immer unverletzt blieb.

Über das genaue „Wie“ der jungfräulichen Mutterschaft Mariens äußern sich weder Bibel noch Dogma im Detail.

Unsere Kirche kennt überdies auch die Bedeutung eines „Realsymbols„, wonach etwas, das wirklich vorhanden ist,  z u g l e i c h  eine sinnbildliche Bedeutung aufweist.

So ist die jungfräuliche Unversehrtheit Mariens  auch ein Zeichen für ihr volles „Heilsein“ in Christus, für ihre gnadenhafte Erwählung durch Gottes Güte gemäß der Botschaft des Engels Gabriel: „Du bist voll der Gnade, der HERR ist mir Dir!“

Die „Unberührtheit“ der Madonna ist freilich noch umfassender als ihre anatomische Unversehrtheit und sittliche Reinheit:

In Maria zeigt sich in mancher Hinsicht noch die ursprüngliche Ganzheit und das Heilsein der Schöpfung (im Paradieszustand): so ist ihre Jungfrauschaft auch ein Sinnbild für die „intakte“ Unversehrtheit der ursprünglichen Schöpfung und zugleich für das volle Heil in Christus, das in Maria gleichsam sichtbare Gestalt angenommen hat.

Hierzu erklärte der bekannte Jesuitenpater und Märtyrer Alfred Delp:

„Daß Gott einer Mutter Sohn wurde, daß eine Frau über die Erde gehen durfte, deren Schoß geweiht war zum heiligen Tempel und Tabernakel Gottes  –  das ist eigentlich die Vollendung der Erde und die Erfüllung ihrer Erwartungen.“

Bekanntlich bezeugte der hl. Apostel Paulus: „Christus lebt in mir…, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingab“ (Gal 2,20).  – Wieviel mehr kann das die Madonna von sich sagen, die ihren und unseren Erlöser in ihrem Leib getragen hat.

An diese Auserwählung erinnert auch der Name Maria, auf hebräisch „Mirjam“, was übersetzt „Meerestropfen“ heißt, aus dem Ägyptischen jedoch „Die von Gott Geliebte“ bedeutet.  – Die erste biblisch bekannte Miriam war die Schwester des großen Propheten Moses, wie er geboren in Ägypten. Zweifellos ist die Madonna als auserwählte Mutter unseres HERRN ein von Gott besonders geliebtes Geschöpf.

Durch ihr JA-Wort wurde die Jungfrau aus Nazareth die erste Christin, ein unübertreffliches Vorbild des Glaubens; vor allem aber ist sie die Erst-Erlöste und Voll-Erlöste des Neuen Bundes  –  sie ist das höchstbegnadete Geschöpf des Ewigen, wobei sie all ihre Vorzüge im Hinblick auf Christus erhielt.

Die Kirche ist daher im Vor-Bild der Madonna „realsymbolisch“ bereits zu ihrer herrlichen Vollendung in Christus gelangt.

Daher ist die allzeit jungfräuliche Gottesgebärerin (Theotokos) das Urbild, Idealbild und Sinnbild der Kirche  –  und dies auch hinsichtlich ihrer Mutterschaft.

Deshalb spricht der Katholik von seiner „Mutter Kirche“, denn die Kirche bringt durch die Taufe „Kinder Gottes“ hervor; durch Predigt und Sakramente stärkt sie die Seelen der Gläubigen und führt sie Christus entgegen. Diese mütterlichen Züge der Kirche finden wir auch in Maria, denn „die Magd des HERRN“ dient auch durch ihre Fürsprache der Verherrlichung Gottes, so wie „das Werk den Meister lobt“ und ein guter Diener seinen Herrn. 6a40d593df - Kopie

Nun zu den Anschuldigungen gegen den neuen Präfekten der Glaubenskongregation, die derzeit im Umlauf sind:

Der Vorwurf, er leugne die Jungfrauengeburt, bezieht sich auf folgende Stelle in der „Katholischen Dogmatik“ Müllers auf S. 498:

„Es geht nicht um abweichende physiologische Besonderheiten in dem natürlichen Vorgang der Geburt (wie etwa die Nichteröffnung der Geburtswege, die Nichtverletzung des Hymen und der nicht eingetretenen Geburtsschmerzen), sondern um den heilenden und erlösenden Einfluß der Gnade des Erlösers auf die menschliche Natur, die durch die Ursünde ‚verletzt’ worden war.“

Zunächst ist festzuhalten, daß der Autor hier erläutert, worum es beim Virgo-Dogma wesentlich geht, er hat „physiologische Besonderheiten“ aber dadurch keineswegs bestritten, sondern lediglich eine Akzentsetzung vorgenommen.

Zudem sind eben gerade die „Details“ nicht dogmatisiert worden. Wo bleibt also die angebliche „Ketzerei“?

Dazu kommt, daß Gerhard L. Müller diese „Katholische Dogmatik“ verfaßte, als er noch nicht Bischof, sondern Theologieprofessor war; in diesem Berufszweig neigen viele zu unpräziseren Ausdrücken, was man nicht überbewerten muß, zumal wenn es um einen einzigen Satz in einem umfangreichen Werk von 922 (!) Seiten geht.

Daß Theologen deutlicher formulieren, sobald sie hohe kirchliche Ämter übernehmen, leuchtet durchaus ein, denn nunmehr sind sie mit einer „amtlichen“ Stellung betraut – und die Phase theologischer „Spekulationen“ ist angesichts der neuen Verantwortung vorbei.

Nun hat der „vorkonziliare“, gewiß lehramtstreue und bewährte Theologe Ludwig Ott, dessen „Grundriss der Dogmatik“ auch in traditionellen Kreisen hochgeschätzt wird, zu diesem Thema in seinem bekannten Werk einiges erläutert.

Wir zitieren aus der 11. Auflage des „Ott“ (wie sein „Grundriss“ im Volksmund gerne genannt wird), die der traditionsorientierte Verlag Nova & vetera neu herausbrachte  –  dort heißt es auf Seite 300:

„Die nähere Bestimmung, worin die jungfräuliche Unversehrtheit in der Geburt nach der physiologischen Seite besteht, gehört nicht zum Glauben der Kirche.

Diese Klarstellung zunächst als „Vorbemerkung“ –  und nun sei auf den ZUSAMMENHANG der vielzitierten Aussage Müllers hingewiesen.

Sein diesbezügliches Kapitel „Die Jungfräulichkeit Marias in der Geburt“ (S. 497) beginnt mit den Worten:

„Seit Anfang des 4. Jh. begegnet in verschiedenen Varianten die Dreierformel von der Jungfräulichkeit Marias vor, in und nach der Geburt. Die Grundlage bietet die in ihrer Glaubensbereitschaft angenommene jungfräuliche Gottesmutterschaft.

Aus dieser eher christologischen Aussage über die Jungfräulichkeit Marias vor der Geburt folgt im Sinne einer stärker mariologischen Akzentuierung der Aussage die Prägung des Geburtsvorgangs (virginitas in partu) durch die Tatsache, daß Maria den Gott-Menschen und Erlöser gebiert und daß sie in der Konsequenz ihrer ganzmenschlichen Hingabe an das Erlösungsereignis keinen ehelichen Umgang mit Josef hatte und darum auch ohne weitere Kinder geblieben ist. Den Glaubensinhalt der Jungfräulichkeit Marias vor, in und nach der Geburt und damit der immerwährenden Jungfräulichkeit Mariens bezeugen alle Kirchenväter…“

Sodann geht der Autor darauf ein, daß die Jungfrauengeburt nicht „gnostisch“ mißdeutet werden dürfe (als ob Christus nur einen Scheinleib gehabt hätte und kein wirkliches Menschsein besitze); es dürfe „keine Verleugnung der Realität der Menschheit Jesu“ stattfinden.

Daher, so der Verfasser, „muß die kirchliche Lehre im Sinne der Realität der Inkarnation ausgelegt werden“. (Inkarnation  =  Menschwerdung Christi)

Nach dieser Feststellung folgt die derzeit von einigen Kreisen vielkritisierte Aussage hinsichtlich der „physiologischen Besonderheiten“ etc.

Außerdem bekannte sich Erzbischof Müller in seinem 1989 veröffentlichten Buch „Geboren von der Jungfrau Maria? Eine Theologische Deutung“ auf S. 100 ausdrücklich zum Dogma von Mariens „Virginitas in partu“ (Jungfräulichkeit in der Geburt): Weihnacht 2013.001

„Wenn auch die verschiedenen Zeugnisse des kirchlichen Lehramtes im einzelnen noch einmal unterschiedlich zu bewerten sind hinsichtlich ihres Gewichtes, ihres Aussagewillens und ihrer Letztverbindlichkeit, so kann doch im ganzen auch im Hinblick auf die spätere Lehrentwicklung gesagt werden, daß die virginitas in partu zum sicheren Glaubensbewußtsein der Kirche gehört und vom ordentlichen und außerordentlichen Lehramt vorgetragen wird.

Es ging Prof. Dr. G. L. Müller, dem heutigen Erzbischof, also ersichtlich darum, das wahre Menschsein Christi zu bezeugen und gegen doketische bzw. gnostische Irrtümer abzugrenzen  – und nicht etwa um eine Leugnung der Jungfrauengeburt, die er in der Einleitung des betr. Kapitels seiner „Katholischen Dogmatik“ und in dem vorhin erwähnten Buch ausdrücklich bezeugt.

Außerdem erwähnt G. L. Müller die Jungfrauengeburt mehrfach in weiteren marianischen Kapiteln seiner „Dogmatik“, zB. auf S. 493:

„Die kirchliche Verkündigung brachte (in Katechese und Liturgie) immer neu die Geburt des Erlösers durch die Jungfrau Maria in Erinnerung.“  

Als Virgo (Jungfrau) ist die Madonna jener vorbildhafte „Typus“ für die Kirche, die allein Christus anhängt:

„Maria steht am Anfang der Glaubensgeschichte der neuen Menschheit, d.h. der im Glauben wiedergeborenen Kirche des Neuen Bundes. Durch ihren Glauben ist sie als Jungfrau der Typus der Kirche,  die von Gott her das Heil empfängt“.  (S. 494) 

Auf S. 495 spricht der Dogmatiker Müller im Kontext der Inkarnation (Menschwerdung Gottes) davon,  daß sich der Glaube „unmittelbar auf das Wirken Gottes richtet“ und auf seine „Vergegenwärtigung in der Wirkung, nämlich der Empfängnis und Geburt des ewigen Gottessohnes als Mensch aus der Jungfrau Maria. “ – Er fügt hinzu:

So ist dieEmpfängnis Jesu vom Heiligen Geist die metaphysische Ursache der Inkarnation, während die Empfängnis und Geburt aus der Jungfrau Maria das Realsymbol der Inkarnaton darstellt.“ (S. 495) 

Auf der nachfolgenden Seite verweist der Autor auf die lateinische Fassung des Credo: „ex Maria virgine“  – d.h. auf deutsch: (geboren) aus der Jungfrau Maria.

Aus Prof. Müllers Ausführungen (die freilich nicht immer ganz leicht zu lesen sind) eine Leugnung der Jungfräulichkeit Mariens abzuleiten, ist ebenso unfair wie unzutreffend; diese wird vielmehr ausdrücklich bezeugt.

Diesen Sachverhalt bestätigt Prälat Don Nicola Bux, ein Förderer der überlieferten, klassischen Messe bzw. Liturgie („usus antiquior“); er ist Consultor der Glaubenskongregation und anderer vatikanischer Dikasterien.

In einem Interview mit dem italienischen Journalisten A.Tornielli wies der Prälat die Anschuldigung gegen Erzbischof Müller zurück:

„Der Katechismus der Katholischen Kirche stellt fest, daß die körperliche Unversehrtheit der Jungfräulichkeit zu jedem Zeitpunkt gegeben war, da Jesus nicht durch männlichen Samen, sondern durch das Wirken des Heiligen Geist gezeugt wurde. Sie ist ein göttliches Werk, das das menschliche Fassungsvermögen übersteigt.

Die Kirche bekennt die reale und immerwährende Jungfräulichkeit Mariens, dringt aber nicht in die physischen Details ein, noch scheint mir, daß die Konzilien und Kirchenväter etwas anderes gesagt haben. In diesem Sinn, scheint mir, ist auch zu verstehen, was Müller geschrieben hat, der keine „Lehre“ vertritt, die das Dogma der immerwährenden Jungfräulichkeit Mariens leugnet“.

Außerdem wird man davon ausgehen können, daß der Papst den Regensburger Oberhirten nicht zum Chef der Glaubenskongregagtion ernannt hätte, wenn dieser ein „Irrlehrer“ bzw. „Häretiker“ wäre. 

Dabei ist ausgeschlossen, daß Papst Benedikt das „Dogmatik“-Werk Müllers nicht kennt, denn im Jahre 2007 wurde Bischof Gerhard L. Müller zu seinem 60. Geburtstag eine umfangreiche Festschrift gewidmet, für die Papst Benedikt ein Vorwort beisteuerte, worin er diese „Dogmatik“ Müllers ausdrücklich würdigt. Hier der Wortlaut: https://charismatismus.wordpress.com/2012/07/22/vorwort-des-papstes-in-einer-2007-erschienenen-festschrift-fur-erzbischof-gerhard-l-muller/

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MiT-Verlags und des Christoferuswerks in Münster

Zu diesem Thema hier ein ergänzender Artikel auf einer anderen katholischen Webseite:  http://invenimus.blogspot.de/2012/07/muller-und-die-jungfrau-maria.html

Hier außerdem eine Klarstellung von Erzbischof Müller zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen: http://summorum-pontificum.de/themen/2-vatikanum/116-erzbischof-mueller-und-die-dogmen.html



Kommunistische Religionsverfolgung: Polizei in Laos verhaftete vier Christen wegen privaten „Bibelunterrichts“

Im Norden des fernasiatischen, kommunistisch regierten Laos hat die Polizei im Juni vier Christen verhaftet,  weil sie einem Einheimischen im Haus eines Christen die Bibel erklärten.

Zwei der vier Verhafteten sind Thailänder. Was sie bei sich hatten, wurde konfisziert, bevor man sie ins Provinzgefängnis von Luang Namtha brachte. Die Behörden haben laut Hilfswerk Christian Solidarity Worldwide (CSW) keinen Kontakt zu den Gefangenen erlaubt.  .

Am 6. Juni 2012 wurde ein 53-jähriger Pastor, bekannt unter dem Namen Asa, in seinem Dorf Peeyeur in derselben Provinz verhaftet. 2010 hatte die Polizei ihn gezwungen, zu unterschreiben, daß er Christus nicht weiter verkündigen noch Menschen zum christlichen Glauben führen werde.

Am 24. März 2012 hatte die Polizei sechs Christen aus Thailand aufgegriffen. Sie waren missionarisch unterwegs. Nach Zahlung hoher Bussen wurden sie einige Wochen später freigelassen.

Quelle: CSW, Schweizer evang. Nachrichtenseite http://www.jesus.ch


Israel: Spätantike Synagoge mit herausragenden Mosaiken ausgegraben

Bei Ausgrabungen in Huqoq in Galiäa wurde eine monumentale Synagoge aus dem 4. oder 5. Jahrhundert n. Chr. entdeckt.

Huqoq ist eine antike jüdische Stadt, etwa fünf Kilometer westlich von Kapernaum und Migdal.

Bei den Grabungen wurde ein herausragender Mosaik-Boden  freigelegt. So zeigt zB. ein Mosaik zwei weibliche Gesichter und eine runde Medaille mit einer hebräischen Inschrift, die vom göttlichen Lohn für gute Taten handelt.

„Diese Entdeckung ist so einzigartig, weil es nur sehr wenige Fundstücke aus Synagogen der späten römischen Periode gibt. Mosaike, die biblische Szenen darstellen, sind selten und etwas sehr Besonderes für uns“, so Jodi Magness von der Universiät North Carolina.

Die monumentale Größe der Außenmauer-Steine und die hohe Qualität der kleinen Mosaiksteinchen läßt auf den damaligen Wohlstand der Stadt schließen.

Im Sommer 2013 sollen die Ausgrabungen weitergeführt werden.

Quelle: Webmagazin „Israel heute


Betreuungsgeld-Debatte: Falsche Pressemeldungen über den „Bildungsbericht“

Von Birgit Kelle (Vorsitzende von Frau 2000plus)

Sicher haben Sie den ein oder anderen Artikel zum neuen Bildungsbericht gelesen, der am 22. Juni veröffentlicht wurde.  – Grundtenor überall: Der Bildungsbericht kritisiere das geplante Betreuungsgeld als falsche Investition.

Die Kritiker der diskutierten Familienleistung fühlten sich bestätigt, man war sich der Expertenmeinung bei der eigenen Sache sicher   – allerdings war das falsch. Kaum jemand macht sich in der Regel die Mühe, solch einen Bericht selbst zu lesen, man verlässt sich auf die Berichterstattung in den Medien.

Daher haben sich nun federführende Autoren des Bildungsberichtes zu Wort gemeldet und richtig gestellt, sie hätten zu diesem Thema inhaltlich keine Bewertung oder Empfehlung abgegeben.

Die gegenteilige, von der Nachrichtenagentur dpa ausgelöste, breite Medienberichterstattung vor der Veröffentlichung sei sachlich falsch.

Die einmalige Nennung (!) des Betreuungsgeldes in dem 360-seitigen Dokument sei ausschließlich mit Blick auf die finanzpolitische Prioritätensetzung erfolgt, die angesichts bereits laufender bildungspolitischer Vorhaben notwendig erscheine.

Diese Bedenken hätten sich zudem nicht nur auf die neue Familienleistung bezogen, sondern in gleicher Weise auf die politischen Bemühungen, das letzte Kindergartenjahr beitragsfrei zu stellen.“

Die Bildungsexpertin der SPD-Bundestagsfraktion, die zuvor noch  –  wie andere Politiker und Medienkommentatoren auch  –  ausdrücklich das “mutige” Expertenvotum gegen das Betreuungsgeld gelobt hatte, zeigte sich von dieser Klarstellung des Wissenschaftlers nicht nur enttäuscht; sie stellte darüber hinaus jetzt den Sinn des gesamten Bildungsberichtes in Frage.

Über diesen Link finden Sie mehr zum Thema, recherchiert wurde der Sachverhalt vom Heidelberger Familienbüro:

http://tv-orange.de/2012/06/kritik-am-betreuungsgeld-durch-bildungsbericht-war-ein-medienkonstrukt/

 


RA Dr. Wolfgang Philipp: 8 notwendige Fragen zum ESM, dem Beginn einer „totalitären Herrschaft in Europa“

Dr. Wolfgang Philipp ist Rechtsanwalt in Mannheim mit Schwerpunkt Wirtschaftsrecht und Autor zahlreicher Publikationen. Bei einer Veranstaltung der Freien Wähler in Karlsruhe erklärte er am 30.6.2012 Folgendes:

„Im Zusammenhang mit den ESM-Beschlüssen des Deutschen Bundestages und Bundesrates sollten an Abgeordnete nachfolgende Fragen gestellt werden:

1. Wissen Sie, dass die ESM-Gesellschaft mit einem Eigenkapital von 700 Mrd. € die weitaus größte Bank in Europa sein wird?  (12 mal so viel Kapital wie die Deutsche Bank – 140 mal so viel Kapital wie die Deutsche Bundesbank – 65 mal so viel Kapital wie die Europäischen Zentralbank im Jahr 2010 – 5 mal mehr als das Haushaltsvolumen der EU)

2. Wissen Sie, dass in der ESM-Bank die Verfügung über das Geld und politische Macht in einzigartiger Weise vereint wird, weil sie nicht von Bankfachleuten, sondern von den Finanzministern geleitet wird? Das ist ein Zustand, den die deutsche Politik seit Kriegsende immer vermeiden wollte. Die Unabhängigkeit der Notenbank war einer unserer größten Errungenschaften.

3. Wissen Sie, dass durch den ESM Europa tief gespalten wird? Der ESM-Vertrag ist keine Einrichtung der EU, sondern ein völkerrechtliches Abkommen. Er besteht nur aus 17 Mitgliedern, während die EU 28 Mitglieder hat.

Die Konstruktion des ESM läuft darauf hinaus, in Europa eine totalitäre Herrschaft zu entwickeln, die dazu führen wird, dass die anderen 11 Staaten als Orte der Freiheit erkannt, die 17 Euro-Staaten aber Orte der Unterdrückung, Ausbeutung und Enteignung werden.

4. Wissen Sie, dass Sie einen falschen Bundeshaushalt 2012 beschlossen haben?

Deutschland ist mit 190 Mrd. € Zeichner von 27% aller Anteile des ESM. Davon sind im Jahr 2012 8,7 Mrd. € in bar einzuzahlen, der Rest stellt eine Forderung des ESM gegen Deutschland dar, deren Einzahlung jederzeit verlangt werden kann. Mit der Ratifizierung ist eine Schuld des Bundes gegenüber dem ESM in Höhe von insgesamt 190 Mrd. € entstanden. Der ESM muss, um sein Kapital darzustellen, diese Forderung auch in seiner Bilanz ausweisen.

Diese Neuverschuldung Deutschlands ist aber im Bundeshaushalt 2012 bis auf den Baranteil von 8,7 Mrd. € nicht zu sehen.

In Wirklichkeit löst allein der ESM in Deutschland eine Neuverschuldung in Höhe von 190 Mrd. € aus. Die Bundesregierung redet sich damit heraus, nach einem 2009 verabschiedeten Gesetz seien Schulden zum Erwerb einer Beteiligung im Bundeshaushalt nicht als solche auszuweisen. Sie behauptet, die Beteiligung an dem ESM stelle eine solche Beteiligung dar.

Das ist blanker Unsinn: Es handelt sich nicht um BASF-Aktien, sondern um eine Verpflichtung, aus der niemals herauszukommen sein wird, es gibt weder ein Rücktrittsrecht, noch kann der Anteil abgetreten werden. Der Anteil ist wertlos, der Bundeshaushalt 2012 eine fundamentale Täuschung der Öffentlichkeit über den wahren Sachverhalt. Für diese neuen Schulden haften wir alle. Wenn der Gouverneursrat die Einzahlung verlangt, muss der Bund durch Umschuldung Bankkredite aufnehmen und entsprechend Zinsen zahlen, die auf ewige Zeiten im Haushalt stehen werden und zwar jedes Jahr neu.

5. Wissen Sie, was es mit der „Rekapitalisierung ausländischer Banken“ auf sich hat?  – Ich will es Ihnen sagen:

a) Es ist bereits gängige Praxis und im ESM-Vertrag auch für die Zukunft vorgesehen, dass ein sehr großer Teil der notleidenden Euro-Staaten zufließenden Gelder nicht für diese Staaten, sondern zur „Rekapitalisierung“ von Banken in diesen Staaten verwendet werden, auch privaten Banken. Dabei geht es um riesig Summen. In Griechenland ist von 50 Mrd. €, in Spanien von über 60 Mrd. € die Rede.

b) Für diese Schulden fremder ausländischer Banken haftet dank des Abstimmungsverhaltens frei gewählter Abgeordneter des deutschen Volkes jeder Deutsche vom Säugling bis zum Greis. Die Frage, ob das die Verfassung erlaubt, ist nicht einmal gestellt, geschweige denn erörtert worden.

c) Die Abwicklung solcher Rekapitalisierung von Banken hat kriminellen Charakter: Die begünstigten Banken müssen für die empfangenen Gelder zwangsläufig Aktien ausgeben. Diese sind durch die zufließenden Gelder werthaltig und gelangen in das Eigentum der jeweiligen Staaten, die Empfänger des Geldes waren. Gleichzeitig werden je nach dem Ausgabekurs auch die alten im Kurs verfallenen Aktien wieder aufgewertet, so dass zu Lasten des deutschen Steuerzahlers vermutlich zahlreichen Aktionären ausländischer Banken ihre Kursverluste ersetzt werden.

d) Keine Bank gibt Kredite ohne Sicherheiten. Der ESM müsste also Kredite, welche er ausländischen Staaten zur Rekapitalisierung ihrer Banken gibt, davon abhängig machen, dass diese Staaten die empfangenen neuen Aktien an den ESM verpfänden. Geschieht dies nicht, kann es passieren, dass diese Staaten ihre Schulden bei dem ESM nicht zurückzahlen, die wertvollen Aktien aber behalten und anderweitig veräußern. Werden die Aktien verpfändet, tritt beim ESM und damit bei den Steuerzahlern kein oder nur ein geringer Schaden ein. Es ist unfassbar, dass die hier möglichen Sicherheiten nicht verlangt worden sind. Die Unterlassung könnte als Untreue gewertet werden.

6. Wissen Sie, dass die Behauptung, das Kapital des ESM sei auf 700 Mrd. € begrenzt, nicht stimmt?

Eine genaue Lektüre des ESM-Vertrages lässt erkennen, dass der Gouverneursrat die noch nicht eingezahlten Anteile nicht unbedingt zum Nennwert, sondern auch in anderer Weise, d.h. mit einem Aufgeld einziehen kann. Dieses Aufgeld hat zu keiner Zeit der Beschlussfassung des Deutschen Bundestages unterlegen. Der Gouverneursrat kann also auch mehr als 700 Mrd. € von den Mitgliedern einziehen, die gegenteiligen Behauptungen der Bundesregierung und anderer Propagandisten sind unwahr.

7. Wissen Sie, dass nach dem ESM-Vertrag dessen Forderungen gegen notleidende Euro-Länder dort Vorrang vor allen anderen Forderungen haben sollen?

Wissen Sie, dass dies zwar für den ESM günstig klingt, aber zur Folge haben wird, dass diese Staaten von niemand anders mehr Kredit erhalten werden? Sie werden vollständig in ihrer Kreditfinanzierung vom ESM abhängig, was einer totalen Sozialisierung gleichkommt.

8. Wissen Sie, dass die in den Gesetzentwürfen jetzt vorgesehene Beteiligung des Bundestages bei Beschlüssen des ESM rechtlich zweifelhaft ist?

Diese vom Bundesverfassungsgericht verlangte Beteiligung steht nämlich nur in dem ESM-Finanzierungsgesetz, das rein innerdeutsch ist und nicht in Brüssel hinterlegt wird. Sie müssten in dem Ratifizierungsgesetz stehen und mit diesem hinterlegt werden.

Der Zustimmungsvorbehalt für den Bundestag verstößt möglicherweise gegen den ESM-Vertrag, zumindest aber müsste diese deutsche Regelung mit dem Ratifizierungsvertrag in Brüssel hinterlegt und damit allen anderen Partnern notifiziert werden. Möglicherweise ist die gesamte Regelung über die Beteiligung des Bundestages rechtlich gegenüber den anderen Partnern nicht durchsetzbar, der Europäische Gerichtshof wird es eines Tages entscheiden. Die Vertretung des deutschen Volkes durch den eigenen Bundestag steht auch insoweit in dieser wichtigen Frage auf tönernen Füßen.“