„Arabischer Frühling“? – Koptischer Bischof findet Situation in Ägypten „bedrohlicher als vor der Revolution“

Der Generalbischof der koptischen Kirche in Deutschland, Anba Damian, hat an die deutsche Bundesregierung appelliert, im Kampf gegen den Ärztemangel gezielt koptische Mediziner aus Ägypten anzuwerben.

„Hier hätten sie die Möglichkeit zu arbeiten – und wir könnten diese Ärzte hier gut gebrauchen“ sagte der Bischof, der selber Arzt ist, der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Viele christliche Kopten wollten ihr Land verlassen. Die Situation in Ägypten sei gegenwärtig „bedrohlicher als vor der Revolution“.

Zwar seien die Kopten auch unter dem im Februar 2011 gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak Diskriminierungen ausgesetzt gewesen. Aber „inzwischen traut sich niemand mehr mit einem Brustkreuz um den Hals auf die Straße“, sagte der Generalbischof.

Quelle: Radio Vatikan


Vatikan erwirkt einstweilige Verfügung wegen Papst-Beleidigungen in „Titanic“

Von Michaela Koller

Beobachter sagen Papst Benedikt XVI. ein ausgeprägtes ästhetisches Empfinden nach. Dies dürfte jedoch nicht der einzige Grund sein, warum sich der Vatikan gegen den kleinkindlichen (Pi…Ka…)-Humor des Satiremagazins Titanic wehrt:

Wie die Nachrichtenagentur dapd (…) am Dienstag meldete, schritt das Staatssekretariat gegen die aktuelle Ausgabe des Blatts sein; sie zeigt den Pontifex mit einer jeweils vorne und hinten befleckten Soutane.

Mit Erfolg beauftragte Rom eine Anwaltskanzlei: Das Landgericht Hamburg erließ eine Einstweilige Verfügung gegen die aktuelle Ausgabe der Titanic.

Das Satiremagazin überschreite “jedes Maß an Zumutbarem”, kommentierte der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz Matthias Kopp laut dapd den Vorgang. Das manipulierte Foto auf der Vorderseite mit dem gelben Fleck war mit den Worten untertitelt: “Halleluja im Vatikan – Die undichte Stelle ist gefunden!”

Zudem wird auf der Rückseite des Heftes der Papst von hinten mit einem großen braunen Fleck und dem Kommentar “Noch eine undichte Stelle gefunden!” gezeigt.

Beides sind Anspielungen auf die Vatileaks-Affäre, die den Papst seit Wochen zur Zielscheibe machen.

Es müssen Maßstäbe gesetzt werden, wie mit Beleidigungen von Religionsgemeinschaften, religiösen Symbolen und Führern in einer Gesellschaft umzugehen ist, die erstens wenig kreativ in Sachen Humor oberhalb der Gürtellinie ist – und mangels Bildung seitens der Macher wie vieler Rezipienten nur noch zu Deftigem, Plattem und Primitivem ausweicht.

Zweitens wollen solche Satiriker wirklich alles demontieren, was anderen Menschen als ehrbar oder gar heilig gilt. Im konkreten Fall geht es um das Persönlichkeitsrecht Papst Benedikts XVI.

Als Oberhaupt von 1,2 Milliarden Katholiken ist er aber nicht alleinige Zielscheibe: Es geht im Kern gegen die Religionen selbst.

In einer immer religionsferneren europäischen Parallelwelt bringen ein paar selbsterwählte Ritter eines im 18. Jahrhundert verbliebenen Radikalsäkularismus billigen Kampfesmut auf.

Die Klage gegen Titanic musste auch schon deshalb erfolgen, um hiermit einen Weg aufzuzeigen, auf dem mit wirksamen Mitteln gegen diese und ähnliche religionsfeindliche Rechtsverletzungen vorzugehen ist.

Es ist das erste Mal, dass der Vatikan gegen dieses Satiremagazin vorgeht und damit ist es ein Präzedenzfall, für die Katholiken, aber möglicherweise auch für Andersgläubige.

Gekürzt aus VATICANISTA  –  vollständiger Kommentar hier:
http://www.vaticanista.info/2012/07/10/einstwillige-verfugung-gegen-fingierte-soutanenflecken/


Kinderbetreuung: Lieber Arbeitslose als die eigene Mutter? – Bundesagentur will Kitas mit Hartz-4-Empfängern aufstocken

Wegen des Fachkräftemangels bei der Kinderbetreuung will die Bundesagentur für Arbeit nun 5000 Langzeitarbeitslose zu Erziehern ausbilden.

„Unter den Langzeitarbeitslosen haben wir etwa 800 000 Menschen, die zumindest die schulischen Voraussetzungen dafür erfüllen. Durch intensive Beratung können wir vielleicht rund 5000 Arbeitslose für den Beruf der Erzieherin oder des Erziehers gewinnen“, sagte das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, Heinrich Alt, der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post.

„Die öffentliche Debatte über den Mangel an Kita-Personal hat bei uns schon zu erhöhter Nachfrage und zu erhöhtem Beratungsbedarf geführt“, erklärte Alt.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur

 


Ursula von der Leyen schließt die Einführung der umstrittenen Euro-Bonds nicht aus

Die Arbeitsministerin will deutsche Kompetenzen nach Brüssel verlagern

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) schließt die Einführung von Euro-Bonds nicht mehr aus, obwohl sich ihre Partei klar gegen Euro-Bonds (gemeinsame Anleihen der EU-Staaten) positioniert hat und der SPD vorwirft, dies nicht gleichermaßen zu tun.
„Wenn es eine vollständige, gemeinsame Fiskalpolitik mit einer wirksamen Schuldenkontrolle gibt, dann sind gemeinsame Anleihen eine Option“, sagte Frau von der Leyen in einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Derzeit sei Europa noch nicht in der Lage, Euro-Bonds auszugeben. Ministerin von der Leyen plädierte für einen weiteren Ausbau Europas. „Wir brauchen eine gemeinsame Haushaltspolitik“, sagte die Ministerin.

Der nächste Schritt sei „eine gemeinsame europäische Arbeitsmarktpolitik“.

Sie trat für die Verlagerung von Kompetenzen nach Brüssel ein. Deutschland müsse lernen, so behauptet sie, „dass es ohne das Eingeständnis, auch finanz- und wirtschaftspolitische Kompetenzen an Europa abgeben zu müssen, nicht gehen wird“.

Die Ministerin wandte sich gegen einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone. „Der symbolische Schaden, wenn wir zuließen, dass es aus Europa herausgebrochen wird, wäre gewaltig“, sagte sie.

Wenn die Euro-Zone auseinanderfiele, würde dies nicht nur zu einer Verarmung in den südeuropäischen Ländern führen, sondernauch zu deutlichen Wohlstandsverlusten in Deutschland. „Zerfällt Europa in viele kleine Staaten, kann man es vergessen – politisch und ökonomisch“, meinte die CDU-Ministerin.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


Türkei: Der Existenzkampf des Klosters Mor Gabriel spitzt sich zu

Das syrisch-orthodoxe Kloster Mor Gabriel hat seinen jahrelangen Rechtsstreit gegen das Schatzamt der Türkei verloren. Damit verliert das Kloster Besitzrechte an rund 28 Hektar Land. Dies bestätigt der Anwalt des Klosters, Herr Rudi Sümer.

Dazu erklärt die Menschenrechtsbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach, die zugleich Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV) ist, in einer heutigen Pressemeldung:

„Die Niederlage für das Kloster Mor Gabriel vor dem Berufungsgerichtshof in Ankara ist nicht nur ein Rückschlag für das Kloster, sondern für die gesamte syrisch-orthodoxe Gemeinschaft in der Türkei.

Der Kampf des Klosters gegen seinen Untergang spitzt sich damit deutlich zu. Besonders bizarr ist, daß Steuerbelege, die in erster Instanz vor Gericht noch zu Gunsten des Klosters berücksichtigt wurden, vor dem Berufungsgerichtshof in Ankara keine Berücksichtigung fanden.

Es fragt sich, ob dieses Urteil nicht politisch motiviert sein könnte und sich bewußt gegen die christliche Minderheit in der Türkei richtet. Daher sollte das Kloster nach Auswertung der schriftlichen Urteilsbegründung vor das türkische Verfassungsgericht oder vor den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg ziehen.“


Jerusalem: Juden wehren sich mit Krachmusik gegen lautstarken Muezzinruf aus der Moschee

Fünfmal täglich ruft der Muezzin zum „Gebet“ auf. Am Tag stört sich keiner daran, aber während der Nacht oder am frühen Morgen nervt der islamische „Gebetsruf“ mit Megafon besonders jene, die keine Moslems sind und gerne durchschlafen wollen.

Seit Jahren leidet das jüdische Wohnviertel in French Hill, Jerusalem, unter den lauten „Gebetsrufen“ ihrer arabischen Nachbarn aus Isawiya.

Aber nun haben die jüdischen Nachbarn beschlossen, den Spieß umzudrehen und den Moslems zu zeigen, was Lärmbelästigung um vier Uhr morgens bedeutet.

Mit lauter Rockmusik in den frühen Morgenstunden wollen sich die jüdischen Nachbarn wehren. „Wenn der Muezzin um vier Uhr morgens sein Gebet ausschreit, so werden wir eine Stunde früher Musik abspielen“, sagte einer der lärmgeplagten Nachbarn gegenüber der Webseite nrg.

„Damit wollen wir unseren moslemischen Nachbarn zeigen, was wir seit Jahren wegen der Gebetsrufe durchmachen. Das ist einfach nicht mehr auszuhalten!“

Quelle: Webseite Israel heute


Kommunistisches Vietnam: Staatliche Schlägertrupps überfielen Gottesdienstbesucher und verletzten Gläubige

Soldaten, Polizisten, Milizen und Schlägertrupps lösten am 1. Juli 2012 eine hl. Messe in der nordvietnamesischen Provinz Nghe An auf und verletzten dabei einen Priester und mehrere Gläubige. Eine Frau schwebt immer noch in Lebensgefahr.

In den letzten Monaten wurde die Kapelle mehrmals angegriffen, einmal sogar durch einen Bombenanschlag, schreibt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

Am 4. Juli 2012 berichtete die Armeezeitung, daß die Pfarrer Ngo Van Hau und Nguyen Dinh Thuc wegen „Anstiftung zu Straftaten“ angeklagt worden seien.

Schon lange warnte der Erzbischof von Vinh, daß die Gewalt gegen Christen im nordvietnamesischen Nghe An zunehme.

Die IGFM hat umfangreiche Videomaterialen ausgewertet und kann dadurch den Tathergang in Con Cuong am 1. und 2. Juli im Detail wiedergeben:

Am 1. Juli umzingelten einige hundert mit Sturmgewehren bewaffnete Soldaten, Polizisten, Milizangehörige und Mitglieder verschiedener regierungsnaher Organisationen die Kapelle. Sie sperrten alle Zufahrtstrassen und verhinderten den Zugang zur Kapelle.

Dann wurde die hl. Messe mit Lautsprechern gestört, die auf einem Wagen vor dem Tor der Kapelle installiert waren. Einige Personen gingen mit Megaphonen dicht an die Fenster und schalteten Sirenen an. Danach wurde die Kapelle mit Steinen beworfen.

Anschließend drängte ein Mob in die Kapelle, demolierte Marienstatuen, verjagte die Teilnehmer und besetzte die Kapelle.

Als Pfarrer Nguyen Dinh Thuc und die Gläubigen den Gottesdienst auf der Veranda fortsetzten, bewarfen Beamte und regierungsnahe Schläger sie mit faustgroßen Bruchsteinen und griffen sie körperlich an. Dabei wurden der Pfarrer und mehrere Christen schwere verletzt.

Die Katholikin Ngo Thi Thanh erlitt einen Schädelbruch und musste in die Notaufnahme nach Hanoi gebracht werden, mehrere Gläubige wurden verhaftet.

Die Christen hielten rund 20 in Zivil gekleidete Angreifer fest, um sie den Behörden zu übergeben. Die Angreifer sagten aus, für die Übergriffe bezahlt worden zu sein.

Rund 300 Katholiken leben im Kreis Con Cuong, Provinz Nghe An. Da die dortige Regierung die Gründung einer Gemeinde nicht genehmigt hatte, beantragte der Pfarrer, zumindest religiöse Aktivitäten in einem Privathaus zuzulassen.

Jeden Sonntag feierten Priester und Gemeindemitglieder in der Kapelle in Con Cuong die heilige Messe.  Die Regierung bezeichnete die Aktivitäten als „illegale Missionierung“ und hatte in der Vergangenheit mehrmals Gottesdienste angegriffen.

Con Cuong liegt im Norden Vietnams an der Grenze zu Laos. Die Christen der Region leiden unter religiöser Verfolgung durch die Behörden, so daß der Bischof mehrfach öffentlich die Regierungspolitik  kritisierte.

Die Christen in dieser Region wurden nicht zum ersten Mal angegriffen. Am 13. November 2011 wurde die dortige Kapelle von rund 500 Milizangehörigen und Schergen umzingelt und mit Steinen beworfen.

Am 30. November 2011 warfen Unbekannte eine Bombe in die Kapelle, die das Dach und die Fenster zerstörte. Hundert Katholiken protestierten am nächsten Tag gegen die Untätigkeit der Polizei und des Volkskomitees.

Am 3. Juni 2012 verhinderten Regierungsbeamte den Gottesdienst, indem sie während der Messe den Verstärker ausschalteten und die Meßdiener festhielten.

Am 24. Juni 2012 drängten 250 Personen in die Kapelle, besetzten die Sitzplätze und störten den Gottesdienst mit Megaphonen.

Der Besitzer der Kapelle wurde mehrmals zum Volkskomitee zitiert und mit Repressalien im Beruf bedroht.

Katholiken mussten erklären, daß sie nicht mehr an den Gottesdiensten teilnehmen werden.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Vietnam:
http://www.igfm.de/Vietnam.543.0.html