Die Freude am Chorgesang nimmt in Deutschland zu – auch bei der Jugend

Die Lust am Chorsingen wächst wieder. Diese Erfahrung macht der Geschäftsführer des Deutschen Chorverbandes, Moritz Puschke (Berlin). Durch die verstärkte Förderung in Kindergärten und Schulen werde das Singen auch im Jugendalter selbstverständlicher.

„Chorsingen ist wieder ‚cool‘“, sagte Puschke in einem Interview mit dem in München erscheinenden Magazin „crescendo“. Nach seinen Angaben ist die Mitgliederzahl des Verbandes konstant. Man gleiche den Anteil „wegsterbender“ Chöre aus „durch nachwachsende Kinder und Jugendliche, leistungsfähige Kammerchöre und Vokalensembles sowie Jazz- und Popchöre“.

Nach Angaben des Deutschen Chorverbands gibt es in Deutschland 2,4 Millionen aktive Sänger sowie 25.000 Chorleiter. Die Bandbreite der Chöre ist groß: Sie reicht vom Männergesangverein bis zum jugendlichen Gospelchor, vom Kirchen- bis zum Kammerchor. Besonderer Beliebtheit erfreut sich derzeit die Gospelmusik. Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland über 3000 Gospelchöre mit rund 100.000 Sängern.

Nach wissenschaftlichen Untersuchungen trägt Gesang wesentlich zum Wohlbefinden bei.  Der Privatdozent am Institut für Musikpädagogik in Frankfurt  Gunter Kreutz, hat in einer Untersuchung herausgefunden, daß Singen die Produktion des Stoffes Immuglobin A fördert, der die oberen Atemwege vor Infektionen schützt. Singen stärkt also das Immunsystem.

Dem Magazin „crescendo“ zufolge haben vergleichbare Studien nachgewiesen, dass selbstgemachte Musik Bereiche im Gehirn aktiviert, die der Ausschüttung von Glückshormonen dienen. Außerdem belege das Wissenschaftsmagazin „GEO“: Selbst Demenzkranke finden durch das Singen zu einigen Erinnerungssträngen zurück.

Quelle. www.idea.de

 


Erzbischof Gerhard L. Müller rechnet mit „Gegenwind“ und „Machenschaften“

Neuer Chef der Glaubenskongregation über „antiklerikalen Kitsch, „erzreaktionäre“ Methoden der „Meinungsmacher“ usw.

Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation in Rom, Gerhard Ludwig Müller, sieht sich nicht als „neuen Großinquisitor“: „Es gibt Leute, die lesen zu viele Romane und verwechseln das mit der Realität“, sagte der Kurien-Erzbischof hinsichtlich entsprechender Schlagzeilen in den Medien.

Auch gewisse Klischees über den Vatikan seien „antiklerikaler Kitsch“.

Müller rechnet im neuen Amt mit verstärkten Anfeindungen: „Natürlich gibt es sicher Gegenwind und auch Kampagnen oder Machenschaften, die da betrieben werden.“

Der frühere Bischof von Regensburg fügte hinzu, es sei das „erzreaktionäre Rüstzeug der Meinungsmacher, dass sie immer ihre Stereotypen widerkäuen, die gleichen Phrasen von sich geben“.

Im neuen Amt will Kirchenmann Müller seine Worte stärker abwägen. Zwar sei er um flotte Formulierungen nicht verlegen und könne zuspitzen, doch müsse er sich in Zukunft „manches versagen“ und „mehr nach innen lächeln“. 

Der Erzbischof fügte hinzu: „Aber ich glaube, auch an der Stelle kann man vielleicht mit Humor und Ironie durchaus die internationale Diskussion etwas würzen.“ 

Welche Erwartungen er an ihn stelle, habe der Papst nicht gesagt, erläuterte der 64-Jährige: „Er kennt mich so, wie ich bin. Also erwartet er, dass ich so bleibe.“

Quelle: dadp, Die Welt vom 11.7.2012


Rot-China: Verschleppung des katholischen Bischofs Ma Daquin kurz nach seiner Weihe

Gegen die mutmaßliche Verschleppung des katholischen Bischofs Thaddeus Ma Daquin hat Hongkongs Kardinal Joseph Zen Ze-kiun vor dem Sitz der kommunistisch-chinesischen Zentralregierung protestiert.

Gemeinsam mit mehreren Dutzend Katholiken warf der 80-jährige Kardinal den chinesischen Behörden bei einer Kundgebung am heutigen Mittwoch die Verletzung der Religionsfreiheit vor, wie der römische Pressedienst Asianews meldete.

Bischof Ma Daquin war am Samstag mit päpstlicher Billigung zum Weihbischof von Schanghai geweiht worden und kurz darauf verschwunden. Nach Informationen örtlicher Katholiken soll er in einem Priesterseminar unter Hausarrest gestellt worden sein.

Anlaß für das angebliche staatliche Eingreifen sei seine Predigt während des Weihegottesdienstes gewesen sein, in der er sich von der regimetreuen „Patriotischen Vereinigung“ der Katholiken Chinas losgesagt hat.

Quelle: Radio Vatikan


Kardinal Raymond Burke empfiehlt Einzel-Zelebration der Priester

Kardinal Raymond Burke warnt vor übermäßiger Ermutigung zur Konzelebration. Die gemeinsame Feier der Messe durch mehrere Bischöfe oder Priester könne zu einem Verlust der Einzigartigkeit der Rolle des Priesters in der Liturgie führen.

„Die Norm gibt vor, dass es die Aufgabe des einzelnen Priesters ist, das heilige Opfer der Messe abzuhalten“, sagte der Präfekt der Apostolischen Signatur am Dienstag zur Catholic News Agency (CNA).

Er äußerte sich am Rande der internationalen Liturgie-Konferenz in Cork (Irland), wo er einen Vortrag gehalten hatte. Die dreitägige Veranstaltung drehte sich um das Thema „Feier der Eucharistie: Opfer und Kommunion“.

Quelle: Radio Vatikan


Klein, aber fein: 20 Jahre katholische Kirche in der Mongolei

Die katholische Kirche in der Mongolei feiert in dieser Woche ihr 20-jähriges Bestehen. Zu den Feierlichkeiten am 10. und 11. Juli wird auch der Sekretär der päpstlichen Missionskongregation, Savio Hon Taifai, das Land besuchen.

In dem ehemals kommunistischen Staat, der seit 1992 eine demokratische Verfassung hat, sind Katholiken eine verschwindende Minderheit: Nur 825 gibt es von ihnen  –  unter insgesamt 2, 8 Mill. Einwohnern.

Der Missionar und apostolische Vizepräfekt der Mongolei, Pater Ernesto Viscardi, ist stolz auf die Fortschritte, die die katholische Kirche im Land in den letzten zwei Jahrzehnten gemacht hat. Es sagte im Interview mit Radio Vatikan: „Das ist eine erste Etappe auf einem Weg, der im Jahr 1992 begonnen hat und zwar mit den ersten drei Missionaren, die in die Mongolei kamen.“

Quelle: Radio Vatikan

 


VATIKAN: scheidender israelischer Botschafter Mordechay Lewy zieht positive Bilanz

Lewy wünscht sich kirchliche Aufwertung israelischer Katholiken  – Vatikan wurde  jetzt von Israel als „befreundeter Staat“ eingestuft

Israels scheidender Botschafter  beim Vatikan, Mordechay Lewy, wünscht sich „mindestens zwei lateinische Bistümer“ in Israel. Das sagte der Diplomat am gestrigen Dienstag vor Journalisten zum Abschied aus seinem viereinhalbjährigen Dienst in Rom.

Die katholische Gemeinde in Israel wachse und verändere sich beständig, was der Vatikan auch im Blick habe. Er, Lewy, würde es daher sehr begrüßen, wenn der Patriarchalvikar für die hebräischsprachigen Katholiken in Israel wieder zum Bischof aufgewertet würde. Auch in Nazareth sei aus seiner Sicht ein lateinischer Bischofssitz vorstellbar. 

Lewy hob mehrere positive Entwicklungen im Verhältnis zwischen Heiligem Stuhl und Israel während seiner Amtszeit hervor. Zum einen stünden die seit Jahren andauernden zähen Finanz- und Steuerverhandlungen vor der Unterschrift, „nur noch einige juristische Fragen“ seien zu klären, während die materiellen und wesentlichen Fragen bereits gelöst seien.

Zum anderen habe Israel entschieden, keine Visa mehr von Personen zu verlangen, die einen Paß des Vatikanstaats hätten. Das sei „ein echte Hochstufung“ des Vatikans auf die Ebene der mit Israel befreundeten Staaten, erklärte der Diplomat.

Ebenfalls würdigende Worte fand der israelische Diplomat über Papst Benedikt XVI., der 2009 in einer vielbeachteten Reise  den Staat Israel besucht hatte.

„Antisemitische Tendenzen“ in bestimmten Teilen der katholischen Kirche wollte Lewy nicht bestätigen. „Ich will das Wort antisemitisch nicht überstrapazieren, es wird zu oft benutzt“, so der Diplomat.

Seine Amtszeit in Rom findet Lewy im Rückblick „interessanter, als ich dachte“.  

Zur Bewertung von Papst Pius XII. gebe es im israelischen Außenamt keine einheitliche Meinung, erklärte der scheidende Botschafter.

Quelle: Radio Vatikan
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Nutzung von Facebook und Co. kann zu Verunsicherung, Komplexen und Frust führen

Bei vielen Mitgliedern sog. „sozialen Netzwerke“ im Internet kann die Nutzung der Plattformen einer Studie zufolge auch zu Minderwertigkeitsgefühlen führen.
In einer Untersuchung der britischen University of Salford unter ca. 300 Probanden gab knapp die Hälfte an, daß die Nutzung von Twitter oder Facebook ihr Leben schlechter mache.

Insbesondere leide das Selbstbewußtsein der Nutzer beim Vergleich mit den Leistungen und Erfolgen der Online-Freunde. Zudem gaben zwei Drittel der Studienteilnehmer an, daß sie nach der Nutzung sozialer Netzwerke nur schlecht entspannen oder einschlafen können.

Ende März 2012 waren nach Angaben von Facebook rund 901 Millionen monatlich aktive Nutzer angemeldet.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


Der aromatische Weihrauch wird an der Universität Jena als pflanzliches Heilmittel erforscht

Er gehörte schon zu den Geschenken der drei Weisen aus dem Morgenland: Neben Myrrhe und Gold hatten sie für das neugeborene Jesuskind auch Weihrauch im Gepäck.
Seit der Antike ist Weihrauch in der kirchlichen Liturgie ein Ausdruck besonderer Festlichkeit.
Doch Weihrauch dient offenbar nicht allein der Feierlichkeit, sondern auch der Gesundheit: „Das aus dem Stamm des Weihrauchbaumes gewonnene Harz enthält entzündungshemmende Substanzen“, sagt Prof. Dr. Oliver Werz von der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Diese machen Weihrauch als Arzneimittel u. a. für die Therapie von Krankheiten wie Asthma, Rheumatoider Arthritis oder Neurodermitis hochinteressant, ist der Lehrstuhlinhaber für Pharmazeutische und Medizinische Chemie überzeugt.

Allerdings sucht man Medikamente mit Weihrauchwirkstoffen in deutschen Apotheken bisher vergebens. Denn die pharmakologischen Grundlagen der Wirkung des Weihrauchs sind erst wenig erforscht.

Das könnte sich jedoch ändern. Im Rahmen eines Verbundprojekts mit Partnern der Uni Saarbrücken und einem Startup-Unternehmen sind Prof. Werz und sein Team dem Wirkmechanismus des Weihrauchs nachgegangen.

Dabei konnten die Forscher zeigen, an welcher Stelle die für die Wirkung des Weihrauchharzes verantwortlichen Inhaltsstoffe, die Boswelliasäuren, in das Entzündungsgeschehen überhaupt eingreifen.

„Boswelliasäuren interagieren mit verschiedenen Eiweißen, die an entzündlichen Reaktionen beteiligt sind. Insbesondere jedoch mit einem Enzym, das für die Synthese von Prostaglandin E2 verantwortlich ist“, sagt Oliver Werz.

Prostaglandin E2 gehört zu den Vermittlern der Immunantwort und spielt u. a. im Entzündungsprozeß, bei der Entstehung von Fieber und Schmerzen eine entscheidende Rolle.

„Boswelliasäuren hemmen dieses Enzym sehr potent und verringern so die Entzündungsreaktion“, erklärt der Jenaer Pharmazeut.

Damit sei nicht nur ein gezielter Einsatz in der Therapie von Entzündungserkrankungen denkbar. Boswelliasäuren ließen auch weniger Nebenwirkungen erwarten, als heute gängige Entzündungshemmer wie Diclofenac oder Indometacin. Diese wirken weniger spezifisch und können bei längerer Anwendung das Risiko für Magengeschwüre erhöhen und die Nierenfunktion beeinträchtigen.

In ihrer aktuellen Studie haben die Forscher um Prof. Werz außerdem das Harz verschiedener Weihraucharten verglichen und in seiner entzündungshemmenden Wirkung untersucht.

Weltweit gibt es mehr als zehn verschiedene Arten von Weihrauch. Am bekanntesten und verbreitetsten ist der in Nord- und Zentralindien beheimatete Weihrauch Boswellia serrata. „Wie wir jetzt gesehen haben, ist jedoch das Harz von Boswellia papyrifera um den Faktor zehn wirksamer“, nennt Prof. Werz ein weiteres Ergebnis der Untersuchung.

Diese Art kommt vorwiegend im Nordosten Afrikas (Äthiopien, Somalia) und auf der arabischen Halbinsel (Jemen, Oman) vor.

Ob sich Weihrauch als Arzneimittel künftig tatsächlich durchsetzen kann, hängt jedoch nicht nur vom Ausgang der noch ausstehenden klinischen Überprüfung ab.

„Boswelliasäuren kommen ausschließlich im Harz des Weihrauchbaumes vor und lassen sich nur schwer synthetisch herstellen“, macht Werz deutlich. Damit seien diese Bäume die einzige Ressource für den aussichtsreichen Wirkstoff.

Allerdings sind Weihrauchbäume in ihrem Bestand stark bedroht. Vielerorts werden sie einfach als Brennmaterial verwendet. „Ohne nachhaltigen Schutz sind damit nicht nur Pflanzenarten vom Aussterben bedroht, sondern es gehen der Medizin auch vielversprechende Wirkstoffe verloren“, warnt Prof. Werz.

Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena