Christen im Süd-Sudan brauchen unsere sofortige Hilfe

Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ schlägt Alarm: in ihrem am gestrigen Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht zieht die Organisation ein ernüchterndes Fazit zur humanitären Lage im christlichen Südsudan.

Der junge afrikanische Staat hat erst vor wenigen Tagen den Jahrestag seiner Unabhängigkeit vom islamischen Nordsudan begangen.

Vor der Unabhängigkeit wurden Christen jahrzehntelang  von der sudanesischen Islamisten-Regierung brutal verfolgt, so daß Menschenrechtsorganisationen von einem „Völkermord“ sprachen.

Auch jetzt leidet der Südsudan unter den Angriffen des Nordsudan. Zehntausende Flüchtlinge harrten in der umkämpften Grenzregion zu Nordsudan in Flüchtlingslagern aus  –  dringend benötigt werden Medizin, Essen und Wasser.

Der „Ärzte ohne Grenzen“-Geschäftsführer Frank Dörner appelliert im Interview mit dem Kölner Domradio an die Internationale Gemeinschaft, schnellstmöglich Hilfe zu leisten.

Quelle: Radio Vatikan


Erzbischof Müller kritisiert den Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung wegen Religionsbeschimpfung

Auch der evangelische Berliner Landesbischof Markus Dröge beschwerte sich

Erzbischof Gerhard Ludwig Müller übt scharfe Kritik am Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Markus Löning (FDP).

Löning sei „ein Mann am falschen Platz“, sagte der Präfekt der Glaubenskongregation der Nachrichtenagentur dapd.

Zugleich warnte  Erzbischof Müller grundsätzlich vor einer Aushöhlung der Religionsfreiheit in Deutschland und kritisierte das Kölner Beschneidungsurteil.

Löning hatte auf seiner Facebook-Seite den Spruch „Too stupid to understand science – Try religion!“ (Zu dumm, die Wissenschaft zu verstehen – versuch es mit der Religion) verbreitet.

Anschließend soll er laut Medienberichten gesagt haben, er habe die Toleranz von gläubigen Menschen prüfen wollen.

Erzbischof Müller sprach von einem „totalen Widerspruch“. Ein Menschenrechtsbeauftragter verletze die Menschenwürde gläubiger Menschen und wolle sich damit rechtfertigen, „dass er diejenigen, die er beleidigt, jetzt auch noch testen will“.

Auch der evangelische Berliner Landesbischof Markus Dröge hatte dem FDP-Politiker eine Abwertung religiösen Denkens vorgeworfen.

Löning hat den umstrittenen Eintrag inzwischen gelöscht.

Der Kurienerzbischof beklagte zudem „eine Kirchenfeindlichkeit in manchen Einrichtungen und Institutionen, die menschenrechtswidrig ist“.

Auch in der Politik gebe es solche Tendenzen. In manchen Parteien würden angebliche „Privilegien“ der Kirche infrage gestellt, obwohl es sich dabei eigentlich um Rechtsansprüche handle. „Dass versucht wird, diese Rechte der Kirchen aus dem Weg zu räumen, können wir nicht akzeptieren“, betonte der 64-Jährige.

Quelle: Mittelbayerische Zeitung

Foto: Pressestelle des Bistums Regensburg


Erzbischof Gerhard L. Müller zum „Titanic“-Skandal: Angriff auf Persönlichkeitsschutz

„Menschenwürde gilt auch für katholische Würdenträger: vom Papst bis zu jedem Priester“

Der neue Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation sieht in der jüngsten Papstdarstellung des deutschen Satiremagazins „Titanic“ einen Angriff auf bürgerliche Rechte.

Hamburger Richter hatten entschieden, dass die Titelgestaltung des Blattes die Persönlichkeitsrechte des Papstes verletze. Deshalb darf das Magazin unter Androhung eines Zwangsgeldes von 250.000 Euro die Hefte nicht weiter verbreiten und die Bilder nicht im Internet veröffentlichen.

Erzbischof Gerhard Ludwig Müller (das Foto zeigt ihn mit dem Papst) erklärte dazu gegenüber dem ARD-Hörfunkstudio in Rom: 

„Von solchen Leuten lassen wir uns nicht verletzen, weil wir uns unserer Sache viel zu sicher sind. Es geht hier nicht um religiöse Gefühle, sondern um bürgerliche Rechte. Unser Grundgesetz beginnt  – nach den furchtbaren Erfahrungen, die wir vorher gemacht haben –  mit dem Satz: ,Die Würde des Menschen ist unantastbar.‘ Daran muss sich jeder halten, der demokratisch ist.“

Auch Würdenträger der katholischen Kirche  –  „vom Papst bis zu jedem Priester“  –  hätten Anspruch darauf, „dass sie in ihrer Würde geachtet werden“, so der Präfekt weiter.

Auf der Homepage der „Titanic“ ist die Darstellung inzwischen geschwärzt und mit einem „Verboten“-Schild unkenntlich gemacht.

Unter der Überschrift „Die undichte Stelle ist gefunden“ war der Papst in weißer Soutane mit einem großen gelben Fleck und auf der Rückseite mit einem braunen Fleck auf der Soutane abgebildet worden.

Nach dem so genannten „Vatileaks“-Skandal gefragt, auf den das Satire-Magazin mit der Darstellung anspielen wollte, sagte Erzbischof Müller:

„Solche Vorgänge wie hier gibt es überall. In jedem Wirtschaftsunternehmen, in jeder Regierung gibt es immer mal einzelne, die sich als Spione betätigen.“

Quelle: Radio Vatikan

Foto: Pressestelle Regensburg


Facebook-Massenpartys geraten zunehmend außer Rand und Band

In Österreich sorgte vor wenigen Tagen eine Facebook-Party in Klosterneuburg für große Aufregung. 700 Gäste aus ganz Österreich kamen nach Niederösterreich, um den Geburtstag des 16-jährigen Maximilian H. zu feiern und die Stadt „eskalieren“ zu lassen. Ein 80 Mann starkes Polizeiaufgebot schaffte es, die Party ohne größere Zwischenfälle zu beenden. H. hatte vergeblich versucht, das Ausufern der Feier zu vermeiden, in dem er die Einladung via Facebook zurückgezogen hatte.

In Deutschlands finden solche Partys noch um einiges häufiger statt und geraten öfters außer Kontrolle.

Nach aktuellen Unzensuriert-Recherchen war dort bereits mindestens 15 mal ein Großeinsatz der Polizei notwendig, um Facebook-Partys zu beenden oder erst gar nicht beginnen zu lassen.

In Konstanz musste ein Strandbad geschlossen werden, in Oberbayern gab es 18.000 Zusagen für die Geburtstagsfeier einer 13-jährigen und in vielen anderen Städten werden Party- und Aufenthaltsverbote aufgrund angekündigter Facebook-Feste verordnet.

Die größte Eskalation gab es in Backnang, Baden-Württemberg. Ein anonymer Veranstalter lud 22.500 Leute ein, 1000 kamen trotz eines Partyverbots von Gemeinde und Polizei. 300 Polizisten versuchten, die Jugendlichen in Zaum zu halten, wurden jedoch mit bengalischen Feuern und Flaschen beworfen. Die Folgen der Party sind erschreckend. Alleine durch die Personalkosten ist ein Schaden von über 100.000 Euro entstanden, außerdem gab es ein Dutzend Verletzte und sechs Festnahmen.

Quelle und Fortsetzung des Artikels hier:

http://www.unzensuriert.at/content/009304-Facebook-Partys-geraten-au-er-Kontrolle


„Junge Union“ in Münster unterstützt den Verein „JA zum Hindenburgplatz“

Pressemitteilung der JUNGEN UNION MÜNSTER vom 13.Juli 2012:

Die Junge Union Münster wird die Bürgerinitiative „Pro Hindenburgplatz“ und den daraus hervorgegangenen Verein „Ja zum Hindenburgplatz“ im Wahlkampf für den am 16.9.2012 stattfindenden Bürgerentscheid aktiv unterstützen.

Bereits zu Beginn der Umbenennungsdebatte hat sich die JU für den Bürgerwillen stark gemacht, der nach zahlreichen repräsentativen Umfragen eine Umbenennung des Hindenburgplatzes ablehnte.

Wir setzen uns für eine Erinnerungskultur ein. Dies bedeutet für uns einerseits, sich umfassend mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen und aus Fehlern zu lernen.

Andererseits dürfen wir nicht Personen, die vor 1945 gewirkt haben, nach unserer heutigen Vorstellung von Demokratie bewerten. Würden wir dies tun, müssten wir vermutlich eine dreistellige Anzahl an Straßen in Münster umbenennen.

Motiviert durch eine einseitige Informationspolitik der Stadt Münster zur Umbenennung, an deren Ende eine ungeheuerliche Suggestivfrage zur Befragung der Bürger stand, hatten wir uns frühzeitig entschlossen, die Bürgerinitiative „Pro Hindenburgplatz“ zu unterstützen.

„Das Gespräch mit dem Bürger an den von uns organisierten Ständen in der Stadt hat uns klar in unserer Meinung bestätigt. Trotz zahlreicher und teils recht harter Anfeindungen aus Politik- und Medienlandschaft ist es uns gelungen, innerhalb weniger Wochen über 15.000 gültige Unterschriften zu sammeln“,
so  Katharina Hauck, stellv. Kreisvorsitzende der JU Münster.

„Dabei durften wir auch feststellen, dass das Abstimmungsergebnis im Stadtrat für eine Umbenennung keineswegs die Mehrheitsmeinung der Bevölkerung widerspiegelt. Insbesondere, weil die Unterschriften von Anhängern aller Parteien kamen“,  so Corinna Schnorbus, stellv. Kreisvorsitzende.

Die Junge Union Münster freut sich auf einen fairen Wahlkampf, an dessen Ende die Münsteraner Bevölkerung frei entscheiden soll. Zuletzt führte man mit der CDU Münster gute Gespräche und befand, dass in einer großen Partei auch vielfältige Meinungen zu Wort kommen dürfen.

Deshalb finden wir das Verhalten von Herrn Ludger Baumeister, Vorsitzender der CDU Gremmendorf, umso verwunderlicher.

„Herr Baumeisters Kommentar, inzwischen würde keine gesellschaftliche Gruppe mehr den Namen Hindenburgplatz favorisieren, ist beschämend und entspricht schlicht nicht den Tatsachen“, so Christoph Sluka, stellv. Kreisvorsitzender.

„Genau diese Art,  Menschen für unmündig zu erklären und über ihre Köpfe hinweg zu entscheiden, haben die Bürger dieser Stadt satt. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich 90% der CDU-Mitglieder in einer Parteiumfrage gegen eine Umbenennung ausgesprochen haben, ist so eine Aussage nicht haltbar“, so Sluka weiter.

Das Foto zeigt einen Infostand in Münsters Innenstadt mit jungen Unterzeichnerinnen pro Hindenburgplatz


Zeitdokument: Erzbischof Müllers klare Verteidigung von „Dominus Jesus“ gegenüber modernistischen Theologen

Vor 12 Jahren: Kritik von Prof. Dr. Gerhard Ludwig Müller an der Erklärung deutscher Dogmatiker gegen „Dominus Iesus“

Als Joseph Kardinal Ratzinger, der damalige Chef der römischen Glaubenskongregation, vor 12 Jahren die Erklärung „Dominus Iesus“ (zu deutsch: Christus, der HERR) herausbrachte, ging ein Sturm der Empörung durch den linksliberalen Blätterwald, aber auch durch viele theologische Hochschulen, hatte die vatikanische Stellungnahme sich doch klar zum Absolutheitsanspruch Christi, zum Wahrheitsanspruch des Christentums und zur katholischen Kirche als göttlicher Stiftung Christi bekannt.

Gerade  der klar formulierte „Wahrheitsanspruch“ trifft das relativistische Zeitgefühl von heute und einen pseudo-intellektuellen „Skeptizismus“ besonders schmerzlich; insofern war das „Aufheulen der Wölfe“ in Medien und Öffentlichkeit nicht weiter erstaunlich.

Doch auch innerkirchlich war die römische Erklärung „Dominus Iesus“ heiß umstritten. Selbst Kirchenvertreter distanzierten sich davon, darunter kein Geringerer als Kurienkardinal Walter Kasper, einst Theologieprofessor in Tübingen.

Sogar einige deutsche Bischöfe kritisierten öffentlich die Erklärung der Glaubenskongregation, z.B. die Oberhirten von Trier (Hermann J. Spital) und von Erfurt (Joachim Wanke).

Während es also  nicht nur auf weltlicher Ebene, sondern auch in der kirchlichen Debatte drunter und drüber ging, gab es unter den wenigen prominenten Verteidigern einen Theologieprofessor, der sich eindeutig zu „Dominus Iesus“ bekannte und auf die Seite des katholischen Glaubens und des Vatikan stellte:

Prof. Dr. Gerhard Ludwig Müller, seit kurzem Präfekt der Glaubenskongregation. Damals war Müller noch kein Bischof (seine Ernennung erfolgte zwei Jahre später), sondern Dogmatikprofessor in München.

Prof. Müller besaß den für heutige Theologen eher ungewöhnlichen Mut, sich in dieser „heißen Sache“ gegen  die Ansichten zahlreicher „Kollegen“ zu stellen.

Er brachte die Dinge zudem teilsweise recht griffig auf den Punkt, zB. mit den Worten:

„Mit dieser ständigen Bockigkeit und Meckerei gegen Rom werden wir niemanden vom Evangelium überzeugen oder die Abständigen wieder mit der Kirche versöhnen.“

In der „Deutschen Tagespost“ wurde am 5.10.2000 unter dem Titel „Nur griesgrämig die alten Klischeebilder bedient“ eine deutliche Entgegnung Prof. Müllers veröffentlicht;  darin kritisiert er konkret eine gegen Rom gerichtete Erklärung der „Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen Dogmatiker und Fundamentaltheologen“.

Hier folgt nun der vollständige Wortlaut der damaligen Stellungnahme des Dogmatikprofessors, die gerade in dieser jetzigen Zeit von Interesse ist:

Prof. Dr. Gerhard Ludwig Müller verteidigt „Dominus Iesus“:

„Die Arbeitsgemeinschaft der Dogmatiker und Fundamentaltheologen hat bei ihrer Tagung am 20./21. September 2000 in Freising eine Erklärung zur Erklärung  der Glaubenskongregation abgegeben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Leider konnten viele namhafte Vertreter nicht an dieser Tagung teilnehmen. Anwesende Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft berichten, dass über „Dominus Iesus“ inhaltlich nicht gesprochen wurde.

Somit kann diese „Erklärung zur Erklärung“ keineswegs in Anspruch nehmen, von einer qualifizierten Mehrheit der Fachvertreter der systematischen Theologie mitgetragen zu werden.

Sachunkundiges Gerede statt sachlicher Argumentation

Die Freisinger Erklärung beschränkt sich darum wohlweislich auf die Situation, die durch „Dominus Iesus“ entstanden sei. Es handle sich aber auch dabei nicht um die Situation, die für die Theologie des interreligiösen und ökumenischen Gesprächs entstanden ist und die geradezu schreit nach sachlichen Argumentationsgängen.

Es handelt sich lediglich um eine Erklärung zur Situation, die durch das Echo in der oft wenig sachkundigen medienveröffentlichten Meinung hervorgerufen worden ist.

Soll nun aber wirklich das öffentliche Gerede der Sachunkundigen zum Richter  in Glaubensfragen ernannt und das Wort Gottes und das Bekenntnis der Kirche auf den zweiten Rang verwiesen werden?

Nur ganz allgemein bedauert die Freisinger Erklärung der Dogmatiker und Fundamentaltheologen die „Klimaverschlechterung“: Gewachsenes Vertrauen sei zerstört worden, das Dokument der Glaubenskongregation betreibe eine restriktive Auslegung des Konzils und berücksichtige nicht die neueren ökumenischen Dialogergebnisse.

Leider haben die Verfasser der Freisinger Erklärung die literarische Gattung eines lehramtlichen Dokuments übersehen und es offenbar mit einer Zulassungsarbeit verwechselt, die es zu korrigieren und zu benoten gilt.

Wer sich jedoch die Mühe macht, das vatikanische Dokument zu studieren, statt darüber zu lamentieren, und seine Meinung dazu nicht  –  second hand  – aus den Medien bezieht, wird erkennen, dass das Zweite Vatikanische Konzil darin nicht interpretiert, sondern einfach zitiert wird.

Ausgehend vom katholischen Kirchenverständnis, wie es in der Dogmatischen Konstitution „Lumen gentium“ und im Ökumenismusdekret „Unitatis redintegratio“ auf der Basis der apostolischen Lehre von Schrift und Tradition entfaltet wird, ergibt sich keineswegs die Möglichkeit, die aus der Reformation hervorgegangenen Konfessionen und Landeskirchen als Kirchen im katholischen  Sinn des Wortes zu interpretieren.

In den ökumenischen Gesprächen seit dem Konzil wurden in der Tat bemerkenswerte Annäherungen erzielt und ganz grobe Missverständnisse, Voreingenommenheiten und Pauschalabfertigungen der jeweils anderen  Bekenntnisgemeinschaft überwunden.

Umso mehr aber traten die gravierenden, d. h. den Glauben berührenden Unterschiede hervor. Durch ein bagatellisierendes Überspielen der Differenzen  kommt man sich vielleicht emotional näher. Wichtiger aber wäre eine engagierte Rationalität.

Statt sich allgemein im Wehklagen über ökumenisches Klima und Atmosphären zu ergehen, als ob die Theologie von meteorologischen Messungen abhängig wäre, müssten Theologen versuchen, eine sachliche und argumentative Lösung in den so schwierigen Fragen wie der Eucharistie, der apostolischen Sukzession, des  petrinischen Primats und des sakramentalen Verständnisses des Verkündigungs- und Hirtenamtes vorzubereiten.

Sentimentale Betroffenheitserklärungen zeigen nur, wie notwendig es war, den sachlichen Unterschied zwischen  katholischem und evangelischem Kirchenverständnis herauszustellen.

„Dominus Iesus“ hat der Ökumene einen großen Dienst erwiesen und wird sich auf die Dauer positiv und fördernd für den Weg hin zur vollen Gemeinschaft  der Christen in der einen Kirche erweisen.

Evangelische Theologen scheuen sich nicht, die sachliche Differenz zu bezeichnen. Uwe Simon-Netto hat in einem mit „Schluss der Ökumanie“ überschriebenen „Zwischenruf eines orthodoxen Lutheraners“ die Klarstellung von „Dominus Jesus“ ausdrücklich begrüßt und die Forderungen nach einer gemeinsamen Eucharistiefeier aus den Reihen der protestantischen Theologen folgendermaßen zurückgewiesen: „Jetzt soll diese heiligste Handlung zu einem Versöhnungszeremoniell verkitscht werden, ohne das wir uns darüber verständigt hätten, was am Altar überhaupt geschieht“ (Rheinischer Merkur, 22. 9. 2000).

Von katholischer Seite hat man dagegen oft nur ein verlegenes Abwiegeln vernommen.

Es geht um die Verhältnisbestimmung von Kirche als unsichtbarer Gnadengemeinschaft und ihrer sichtbaren Gestalt und Verfassung, die nach katholischer Auffassung nicht Menschenwerk, sondern göttliche Stiftung ist.

Absurd, von einer Beleidigung zu sprechen

Wer auch  nur ein wenig die protestantische Theologie aus deren Bekenntnisschriften  kennt, weiß, dass es danach die eine sichtbare Kirche überhaupt nicht geben kann, sondern nur viele kirchliche Gemeinschaften, unter die auch die katholische Kirche subsumiert wird.

Es ist darum absurd, die bloße Benennung des eigenen Kirchenverständisses der evangelischen  Christenheit als eine Beleidigung der evangelischen Christen aufzufassen und sich gar noch von der Kanzel herab beim evangelischen Nachbarpfarrer dafür zu entschuldigen, wie es hier und da in Deutschland vorgekommen sein soll.

In „Dominus Iesus“ ist übrigens keineswegs den Protestanten das Kirchesein, geschweige denn das Christsein abgesprochen worden. Evangelische  Christen sind aufgrund der Taufe und des Glaubensbekenntnisses zum dreifaltigen Gott und zu Christus als alleinigen Heilsmittler (solus Christus mediator) wirklich unsere Brüder und Schwestern im Christusglauben.

Wenn ihre Landeskirchen dennoch nicht Kirchen im eigentlichen Sinn genannt werden, dann ist damit gesagt, das der Typus ihres Kirchenbegriffes  sich vom Typus des katholischen  und orthodoxen Kirchen unterscheidet. Da die katholische und die orthodoxen Kirchen das gleiche Grundverständnis von Kirche als Sakrament des Heils der Welt in Christus haben und die orthodoxen Kirchen nicht Konfessions- und  Landeskirchen, sondern Ortskirchen sind, kann man dies auch in dem Wort Schwesterkirchen ausdrücken,  wie es sich neuerdings eingebürgert hat.

Rechtfertigende Gnade und rechtfertigender Glaube

Den Protestanten wird das Kirchesein  in dem Sinne, wie sie  es selbst verstehen, durchaus  zugestanden. Denn sie verstehen Kirche als die unsichtbare Gemeinschaft aller Christen im rechtfertigenden Glauben, die je und je sichtbar wird, wo sich die Glaubenden im Hören des Wortes, zum Bekenntnis und zur Gottesverehrung versammeln. Gemeinsam  mit den Evangelischen bekennen Katholiken, dass Gott auch außerhalb  des Christentums seine rechtfertigende Gnade zuteil werden  lassen kann  –  und zwar denen, die Christus ohne eigene  Schuld (noch) nicht kennen (vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Lumen gentium,16).

Der Glaube jedoch, der rechtfertigt, ist  –  im Gegensatz zur Meinung des Theologen Peter Hünermann  in seiner gleichzeitig mit der Freisinger Erklärung verbreiteten Stellungnahme  –  unlösbar verknüpft mit dem Hören und Bekennen des Wortes (Röm 1o, 17).  Wer mit dem Herzen glaubt, das „Gott Jesus von den Toten auferweckt hat“ und mit dem Mund bekennt, „Jesus ist der Herr“, wird Gerechtigkeit und Heil erlangen (Röm 10, 9).

Protestantisch gesehen kann es durchaus mehrere, organisatorisch voneinander getrennte kirchliche Gemeinschaften geben. Dass es zur Zeit mindestens dreihundert bis vierhundert „Kirchen“ weltweit gibt, sehen sie nicht als Widerspruch zum Wort Jesu, der zu Petrus sagte: „Du bist der Fels, auf den ich meine Kirche bauen werde“ (Mt 16,  18).

Jesus sprach weder hier noch anderer Stelle  von Konfessionskirchen im Plural. Kirchen im Plural gibt es nur als ortskirchliche Verwirklichung der einen  apostolischen und katholischen Kirche Gottes. Die Communio ecclesiarum bildet sich aus den Ortskirchen und nicht aus Konfessionskirchen.

Nicht Unterwerfung, sondern Gemeinschaft mit dem Papst

Im Übrigen sollte man endlich das alte Schreckgespenst der Rekatholisierung und demütigenden Rückkehr der unbotmäßigen evangelischen Christen  aus dem Repertoire konfessionellen Haders nehmen.

Es geht nach katholischer Sicht darum, das sich aus den  Landes- und Konfessionskirchen, die im 16. Jahrhundert nur als Provisorium entstanden und immer nur als „Notlösung“ bis zur Wiederversöhnung mit dem Papst und den Bischöfen verstanden wurden, wieder echte örtliche Teilkirchen bilden  in voller Gemeinschaft mit den anderen Teilkirchen.

Der Rahmen dafür ist die biblisch begründete Communio–Ekklesiologie. Es geht also nicht um die „Unterwerfung“ unter den Papst, sondern um die volle Gemeinschaft im Glauben, den Sakramenten und der apostolischen Verfassung der Kirche. Dafür unerlässlich ist allerdings die apostolische Legitimation der Bischöfe sowohl in der Übereinstimmung mit der Lehre der Apostel wie auch in der legitimen Weiterführung ihrer Sendung aufgrund der Bischofsweihe, die ihren Ursprung in der apostolischen Zeit der Kirche hat.

Die Freisinger Erklärung lässt durchaus erkennen, dass sich ihre Verfasser der inhaltlichen Dürftigkeit der Aussagen ihres Dokuments bewusst sind. Um diesem Mangel abzuhelfen, haben ihre  Betreiber die Versammlung bewogen, die Stellungnahme eines ihrer Mitglieder, des Dogmatikers Peter Hünermann, zu unterstützen, die dieser  – freilich ohne Autorisierung von den Mitgliedern  –   für die Deutsche Sektion der „Europäischen Gesellschaft für katholische Theologie“ verfasst hat.

Man kann sich eigentlich nur wundern, dass ein so einseitiger, tendenziöser und theologisch so oberflächlich gearbeiteter Text eines einzelnen emeritierten  Ordinarius die Meinung sämtlicher deutschsprachiger Dogmatiker und Fundamentaltheologen wiedergeben soll. Denn ebenso wenig wie „Dominus Iesus“ wurde der Hünermann–Text inhaltlich diskutiert.

Zugunsten von Peter Hünermann kann man nur vermuten, dass er „Dominus Jesus“ nicht kannte und seine Stellungnahme auf das Medienecho hin verfasst hat.

Was er im Einzelnen anmahnt, z. B. die Heilwirksamkeit Gottes auch außerhalb des Christentums und die kirchliche Dimension des evangelischen Christentums, findet sich in „Dominus Iesus“ und schon im Konzil besser ausgedrückt als in seinem Text.

Auch er verkennt vollkommen das literarische Genus von „Dominus Iesus“. Der antirömische Affekt hat hier kräftig auf die Feder gedrückt und leider mit vielen Tintenklecksen den ursprünglichen Sinn von „Dominus Iesus“ unleserlich gemacht.

Es handelt sich doch dabei nicht um eine professoral zu begutachtende Diplomarbeit, sondern um eine lehramtliche Erklärung des Glaubensbekenntnisses.

Hünermann scheint den Unterschied zwischen einer fachtheologischen und einer  lehramtlichen  Interpretation des Glaubensbekenntnisses und der Konzilsaussagen entfallen zu sein. Jedenfalls führt die oberlehrerhafte Zensur lehramtlicher Dokumente gewiss nicht viel weiter.

Meine Erfahrung mit katholischer Kirche bei vielen Auslandsaufenthalten hat mich ein für alle Mal belehrt: „Am deutschen Wesen sind und werden Kirche und Welt nie genesen.“

Lassen wir doch endlich unser deutsches Überlegenheitsgefühl beiseite. Es ist unbegründet und diskreditiert uns Deutschsprachige nur.

Mit dieser ständigen Bockigkeit und Meckerei gegen Rom werden wir niemanden vom Evangelium überzeugen oder die Abständigen  wieder mit der Kirche versöhnen.

Es wird höchste Zeit, dass sich die deutschsprachigen Länder wieder ins Konzert der Weltkirche einfügen.

Die Hoffnung, dass es hierzulande so etwas wie eine „patriotische Kirche“ (nach chinesischem Modell) geben könnte, getrennt und im Gegensatz zum Nachfolger Petri und den mit ihm in der katholischen Kirche verbundenen Bischöfen, ist so stabil wie eine Seifenblase.

Auch die üblichen Unterstellungen gegenüber Kollegen, denen das „sentire cum ecclesia“ nicht ein bloßes Wort ist, führen zu nichts.

Den jungen Kollegen geht die Larmoyanz auf die Nerven

Die deutsche Universitätstheologie sollte bedenken, dass das Konkordat allein keine Bestandsgarantie von Lehrstühlen und Assistentenstellen bietet.  Die Theologie an den Universitäten kann in einer pluralistischen Gesellschaft nur weiterexistieren durch die inhaltliche Bindung an das Bekenntnis der Kirche.

Die Theologie muss immer „on-line“ zum Lehramt bleiben. Nur so hat sie Zugang zum  Internet von Kirche und moderner Gesellschaft.

Insgesamt kann man nur bedauern, dass die Chance zu einer gründlichen inhaltlichen Auseinandersetzung um die drängenden Fragen um die Einzigkeit Christi im interreligiösen Dialog vertan wurde.

Stattdessen wurden nur griesgrämig altachtundsechziger Klischeebilder bedient. Mit dieser Larmoyanz spricht man den meisten jüngeren Kollegen nicht aus dem Herzen. Man geht ihnen nur auf die Nerven.“

   


Kuba: politischer Häftling tot in Strafzelle aufgefunden

Der 38-jährige kubanische Häftling Reinaldo Lampin Abreu ist am 6. Juli 2012 in einer Strafzelle des Hochsicherheitsgefängnisses Aguica in der kubanischen Provinz Matanzas tot aufgefunden worden.

Nach Angabe der kommunistischen Behörden hat sich der Gefangene mit einem Bettlaken selbst erhängt.

Wie die der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, bezeugten Mitgefangene, daß es praktisch unmöglich sei, sich in einer solchen Strafzelle das Leben zu nehmen.

Nach Aussage des Menschenrechtsverteidigers und politischen Gefangenen Luis Díaz habe Lampin Abreu seit längerer Zeit den Zorn der Gefängnisbehörden auf sich gezogen, da er sich besonders stark für Mithäftlinge eingesetzt habe, die von den Wärtern mißhandelt wurden. Unter den Mithäftlingen galt der tot aufgefundene Häftling keinesfalls als selbstmordgefährded.

Die IGFM fordert eine unabhängige Untersuchung der Todesumstände und erinnert in diesem Kontext daran, daß eine Reihe von Bürgerrechtlern wie die ehem. Sprecherin der „Damen in Weiß“, Laura Pollán, oder die politischen Gefangenen Wilman Mendoza und Orlando Tamayo unter mysteriösen Umständen in der Haft zu Tode gekommen sind.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Kuba:
http://www.igfm.de/Kuba.456.0.html