Christoph Bergner (CDU): Rußlanddeutsche Kultur stärker würdigen

Rußland-Deutsche erreichen „Spitzenwerte“ bei der Integration

Der Geschichte und Kultur der Rußland-Deutschen sollte mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dafür plädierte der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen, Christoph Bergner (CDU), am 5. Juli 2012 beim Besuch des Museums für rußlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold, wie IDEA berichtet.

Von 1950 bis 2010 kamen rund 2,4 Millionen Rußland-Deutsche in die Bundesrepublik, davon allein 21,8 Prozent nach Nordrhein-Westfalen.  Laut Bergner haben sie im Vergleich zu anderen Zuwanderern „Spitzenwerte“ bei der Integration, zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt.

Für eine sprachliche und kulturelle Förderung vor allem junger Rußland-Deutscher engagiert sich die Hochschul-Dozentin und Schauspielerin Gisela Limmer von Massow.

Mit der von ihr gegründeten Theater-AG aus rußlanddeutschen Kindern und Jugendlichen vermag sie jung und alt zu begeistern.

Zum Programm des kreativen Forums gehören Krippenspiele ebenso wie Volksgesang, klassische Musik, Kindermärchen, Dichter-Balladen und weitere anspruchsvolle Stücke.

Unsere Fotos zeigen einige Impressionen  von einer kürzlichen Aufführung dieser fröhlichen Schar.




Prof. Dr. Christian Pfeiffer wünscht strafrechtliche Aufhebung der Verjährungsfristen bei Mißbrauchsdelikten

Pressemitteilung der Betroffenen-Initiative „NetzwerkB“ vom  15.7.2012

In der heutigen Radiosendung NDR Info („Das Magazin aus Religion und Gesellschaft“) haben sich Christian Pfeiffer und der Hamburger Bischof Werner Thissen für eine Aufhebung der Verjährungsfristen bei sexualisierter Gewalt ausgesprochen.

Norbert Denef ist Sprecher der Organisation netzwerkB, die sich für die Rechte der Opfer einsetzt.

Mit seinem Hungerstreik will Norbert Denef, der in Scharbeutz an der Ostsee lebt, vor allem erreichen, dass die strafrechtliche Verjährung aufgehoben wird.

Auch Prof. Dr. Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, plädiert für eine Aufhebung der Verjährungsfrist, weil die Betroffenen den Missbrauch oft jahrzehntelang verdrängen:

“Das kann man diesen Menschen nicht vorwerfen, dass die Kraft dazu, sich zu entscheiden, hier in jungen Jahren nicht da ist. Dass oft Anstöße von außen, die zufällig kommen, eine Rolle spielen. Der Rechtsstaat bricht nicht zusammen, wenn wir aus guten Gründen hier eine Sonderregelung schaffen und Herrn Denefs Wunsch entsprechen.”

Auch der katholische Hamburger Erzbischof Werner Thissen wendet sich gegen eine Verjährung:

“In den Opfern selbst verjährt das nie. Das bleibt lebendig. Das macht mir deutlich, dass es angezeigt ist über die Frage der Verjährung nachzudenken.”


Wirtschaftswissenschaftler fordert Schließung maroder Banken in der Eurozone

Thorsten Polleit, Professor an der Frankfurter Bank-Akademie School of Finance & Management, warnt vor einer gefährlichen Zuspitzung der Euro-Schuldenkrise und fordert drastische Konsequenzen für den Finanzsektor, darunter auch Bankenschließungen.
Der überdimensionierte Bankenapparat sei das wohl größte Problem. „Er muss schrumpfen“, sagte der Chefökonom von Degussa-Goldhandel gegenüber Handelsblatt-online. Er fügte hinzu:
„Schlechte Banken sollten daher auch nicht rekapitalisiert, sondern zugesperrt werden. Sie sollten kein Neugeschäft mehr betreiben, sondern abgewickelt werden. Gegebenenfalls muss ein Tausch von Fremd- in Eigenkapital erfolgen.“

Werde jetzt nicht gehandelt, sei zu befürchten, daß es noch sehr viel schlimmer komme, sagte Polleit weiter. „Schließlich sind die Ursachen der Missstände nach wie vor da.“

Wichtig sei daher, sich den wahren Charakter der Situation vor Augen zu führen: Die aktuelle Krise sei im Kern eine Krise des Papiergeldsystems, erläuterte der Ökonom. Über Jahrzehnte hätten die Zentralbanken mit immer tieferen Zinsen dafür gesorgt, eine „Schuldenpyramide“ zu errichten, die zur Überschuldung vieler Staaten und Banken geführt habe.

Die Pläne der Euro-Retter könnten dagegen jedoch nichts ausrichten. „Alle Rettungsmaßnahmen, wie noch mehr Schulden, Schuldenvergemeinschaftung, Bankrekapitalisierung, Fiskalpakt, Bankenunion, setzen an den Symptomen der Missstände an, lassen aber die Ursache unbehandelt: Das Ausweiten der Papiergeldmengen durch Kreditvergabe“, sagte Polleit.

Und er warnte vor den gravierenden Folgen. „Die Euro-Überschuldungskrise hat das Potenzial in eine Depression abzugleiten – das wäre übrigens auch das, was die ökonomische Theorie nahelegt: ein Papiergeldboom muss in einer Depression enden.“

Weil aber eine Depression sehr gefürchtet und gleichzeitig das Ausweiten der Geldmenge vielfach als die vergleichsweise bessere Lösung gesehen würde, laufe die Euro-Krise Gefahr, „das schlechteste aller Ergebnisse hervorzubringen: Depression und Zerstörung des Geldwertes – weil die EZB immer mehr Geld in Umlauf geben wird, um Pleiten von Banken und Staaten abzuwenden“.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


Piusbruderschaft: Chancen für eine Einigung mit Rom sind gesunken

In den letzten Monaten schien eine Verständigung zwischen dem Vatikan und der traditionsorientierten Priesterbruderschaft St. Pius X. immer wahrscheinlicher zu werden, wenngleich es noch wichtige theologische und pius-interne Stolpersteine zu überwinden gab.

Für die katholische Kirche hätte eine Versöhnung mit dieser Bewegung eine Stärkung ihrer konservativen Kräfte bedeutet und zugleich den weltweit ca. 600 Priestern der Piusbruderschaft einen klaren kirchenrechtlichen Status verliehen  – zweifellos beides ein großes PLUS.

Der Papst berief  – sehr günstig für die Piusbruderschaft!  – den traditionsfreundlichen Kurienkardinal De Noia am 26. Juni als Vizepräsidenten der Kommission Ecclesia Dei; dies geschah also bereits vor der Ernennung von Bischof Müller zum Glaubenspräfekten.

Doch die Ampel für eine Einigung mit Rom steht derzeit dennoch eher auf Rot als auf Grün.

Äußerlich betrachtet hängt dies nicht zuletzt mit der Ernennung des Regensburger Oberhirten Gerhard Ludwig Müller zum Präfekten der Glaubenskongregation zusammen.

Zwischen ihm und der Priesterbruderschaft herrscht schon lange „Eiszeit“; deren Priesterseminar Zaitzkofen befindet sich im Bistum Regensburg; die dortigen Priesterweihen wurden von Erzbischof Müller aus kirchenrechtlichen Gründen mehrfach deutlich kritisiert.

Nun hat die Priesterbruderschaft dem neuen Chef der Glaubenskongregation durch eine öffentliche Erklärung ihres Dogmatikers Pater Gaudron gleichsam gezeigt, wo der Hammer hängt, indem ihm mehrere „Irrlehren“  – teils aus seiner früheren Zeit als Theologieprofessor  – vorgeworfen wurden, darunter vor allem die  angebliche Leugnung der immerwährenden Jungfräulicheit Mariens bzw. der Jungfrauengeburt.

Dies trifft aus unserer Sicht allerdings nicht zu, was wir ausführlich begründet haben:  https://charismatismus.wordpress.com/2012/07/07/der-vorwurf-erzbischof-gerhard-l-muller-leugne-die-jungfrauengeburt-trifft-nicht-zu/

Daß eine derartige öffentliche Kampfansage an den vom Papst berufenen vatikanischen „Glaubenswächter“ die laufenden Verhandlungen mit Rom belastet, liegt auf der Hand. Dies umso mehr, als Papst Benedikt der Piusbruderschaft sehr viel weiter entgegenkommen ist als alle vorigen Päpste zusammengenommen. Läßt sie den Pontifex nun gleichsam am ausgestreckten Arm verhungern?

Somit stellt sich die Frage nach der Strategie der Piusbruderschaft:

Wird das Scheitern der Verständigung mit Rom durch die massive Kritik an Erzbischof Müller bewußt angestrebt?

Handelt es sich um eine gezielte „inner-traditionelle“ Taktik, um versöhnungswillige Kräfte in den   e i g e n e n  Reihen an den Rand zu drängen und somit auch deren Stellung in Verhandlungen mit dem Vatikan zu schwächen?

Es steht derzeit nicht gut um eine Einigung zwischen  Rom und der Piusbruderschaft, was gerade aus konservativer Sicht bedauerlich ist. Vielleicht gelingt es dem Papst mit Gottes Hilfe noch, den verfahrenen Karren aus dem Schlamm zu ziehen  – es wäre zu hoffen!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Freiburger Ökonom schlägt Auszeit für ESM-„Rettungsschirm“ vor

Die Suche nach einem Weg aus der Euro-Krise spaltet Deutschlands Ökonomen weiterhin:
Der Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen fordert vorerst einen Stopp für weitere Hilfen an die Defizitländer.
„Es ist wie im Basketball: Um sich zu sortieren, muss man erst einmal eine Auszeit nehmen“, forderte er in einem Streitgespräch mit der Zeitung Die Welt und erklärte: „Das heißt: Keinen Schritt weiter, solange es kein vernünftiges Regelwerk gibt. Solange darf es keine gemeinsame Haftung und keine neuen Schulden über Maastricht hinaus geben.“

Dennis Snower, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), widersprach ihm: Eine solche Auszeit könne sich Europa nicht leisten. „Wir befinden uns mitten in einer Krise, ein Bankrun in einem einzigen Land kann sich schnell auf ganz Europa ausbreiten“, warnte Snower. 

Die Wirtschaftswissenschaft befindet sich in einer heißen Kontroverse, seitdem ca. 200 Ökonomen rund um den Münchner Ifo-Präsidenten Hans-Werner Sinn kürzlich einen öffentlichen Protestbrief über die jüngsten EU-Gipfelbeschlüsse verfaßten.  

Quelle: dts-Nachrichtenagentur