Erzbischof Gerhard Ludwig Müller: „Die Reformgruppe sind wir selber!“

„Die Kirche muss evangeliumskonform sein, nicht gesellschaftskonform“

Die Nachrichtenagentur dpa veröffentlichte Mitte Mai 2012 ein Interview, das Silke Uertz mit Bischof Gerhard Ludwig Müller führte (inzwischen ist der Regensburger Oberhirte  vom Papst zum Erzbischof und Chef der römischen Glaubenskongregation ernannt worden).

Dabei wurde Erzbischof Müller von dpa auch zum Katholikentag befragt, der 2014 in Regensburg stattfinden wird  –  und in diesem Zusammenhang zu den sog. „Reformgruppen“ und wie er zu ihnen steht; seine schlagfertige Antwort lautete:

„Die Reformgruppe sind wir selbst, Reform stecken wir uns an den Hut.

Unter Reform verstehe ich Erneuerung aus der Kirche heraus. Es ist die Frage, ob die sogenannten Reformgruppen wirklich solche sind.

Es kann nicht sein, dass Leute, die von sich aus nichts zustande bringen, sich an die großen Veranstaltungen dranhängen und eine parasitäre Existenzform bringen.

Aus ihren eigenen Kräften heraus müssen sie ihre Aktionen machen, die nicht nur destruktiv sein dürfen. Nur dagegen zu sein, Vertreter der Laien zu sein, aber nie in einem Pfarrgemeinderat mitgewirkt zu haben, das geht nicht.“

Sodann fragte die dpa-Mitarbeiterin weiter: „Müsste die Kirche nicht analog zum Zweiten Vatikanischen Konzil frischen Wind wehen lassen?

Erzbischof Müller gab folgende Klartext-Antwort:

„Es ist die Frage, was man darunter versteht. Wenn das die bekannten Themen sind – damit kann man die Kirche nicht erneuern.

Es geht nicht darum, dass wir gesellschaftskonform sind, sondern wir müssen evangeliumskonform sein.

Durch Applaus oder Phonstärke darf kein Druck ausgeübt werden. Es laufen auch keine Leute weg.

Die Zugehörigkeit zur Kirche ist heilsnotwendig; wir haben sie nicht gestiftet, sie ist auch nicht das Eigentum der Bischöfe.

25 Millionen Menschen in Deutschland sind katholisch, die treten nicht aus wegen des Missbrauchsskandals; von 20.000 Missbrauchsverurteilungen war nicht ein Priester dabei. Wenn von uns jemand so etwas tut, dann ist das natürlich verheerend.“

Quelle: dpa / http://www.tvaktuell.com vom 20.7.2012

Foto: Bischöfliches Presseamt Regensburg



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