Erscheinungsbewegter „Gebetstag“ in Marpingen am 18. August 2012

Im Sommer und Herbst 1999 machte der kleine Ort Marpingen im Saarland deutschlandweit von sich reden, denn es sollen sich dort im Härtelwald mehrfach Erscheinungen ereignet haben, die drei jungen Frauen zuteil wurden: Christine Ney, Judith Hiber und Marion Guttmann.

Dabei „sahen“ sie nicht allein die Madonna, sondern zahlreiche Engelscharen, den Heiligen Geist in Gestalt einer Taube, das Christkind auf dem Arm Mariens sowie natürlich Pater Pio.

Zu den „Erscheinungstagen“ kamen tausende von Pilgern und Schaulustigen in die völlig überlaufene Gemeinde Marpingen im Bistum Trier.

Diese „Privatoffenbarung“ ist kirchlich nicht anerkannt.

Nach 13 Jahren ist es ruhiger geworden im Härtelwald, doch die „Unentwegten“ fahren nach wie vor jährlich zu ihrem „internationalen Gebetstag“ an die dortige Grotte und zu einem Brunnen, der – so wörtlich!  – „Gnadenwasser“ spendet, das Kranken an Leib und Seele helfen könne.

Im Vorjahr sollen es 700 Pilger gewesen sein, die dort jener aufsehenerregenden Ereignisse Ende der 90er Jahre gedachten und sich in einem gemeinsamen Gebetsakt der „Miterlöserin der ganzen Menschheit“ geweiht haben, wie Wallfahrtsorganisator Pater Dominique die Gottesmutter nennt.

Freilich waren die „Botschaften des Himmels“  im Härtelwald zu Marpingen von ähnlich banaler Naivität wie jene in Medjugorje, wobei die „übernatürlichen“ Kundgaben im Saarland zum Teil selbst den kindlichen Sinn und Unsinn zu Medjugorje noch übertrafen, was in gewisser Hinsicht eine stramme Leistung darstellt  – denn auch ein derart putziger Unfug will „gekonnt“ sein.

Zudem war die Stimmungslage der „Himmlischen“ dort offenbar sehr abwechslungsreich: von tränenreichen Auftritten bis hin zu „lustigen“.

Als Beispiel für diese wahrlich weltbedeutenden „Botschaften“ seien einige Auszüge aus der Erscheinunge vom 6.9.1999 wiedergegeben:

Eine der drei Visionärinnen wurde gefragt:  „Was siehst du denn?“

„Die Mutter Gottes, die ist ganz lieb. Die ist heut so ganz so bisschen lustig und der Pater Pio ist so ganz lustig. Die sind richtig gut drauf – richtig lustig“.

Den Fans gefällt dieses Niveau offenbar, denn es heißt im Protokoll der Marpingen-Webseite wörtlich:  „Ein heiteres Lachen und Schmunzeln geht durch die Reihen der Pilger.“

Die Seherdamen bekommen freilich nicht allein die Madonna geboten, sondern auch einen ganz gutgelaunten Jesus:

„Und Jesus auch, richtig, richtig lustig – aber im positiven Sinn, richtig freundlich, richtig gut gelaunt, voller Freude, unheimliche Freude  –  was die ausstrahlen, unheimlich schön.“

Danach sehen die begnadeten Mädels wieder die „Taube“: 

„Die Taube steht wieder dort über uns und strahlt….und die Taube dreht sich, um die Taube gehen Stahlen und die drehen sich wie eine Sonne. Wie sonst sollen sie sich drehen – wie ein Rad so schön, sie drehen sich.

Auch die himmlische Engelschar gibt sich im Härtelwald ein Stelldichein. Eine Seherin berichtet:

Ich sehe nur, dass die Grotte wieder voller Engel ist,  die mitkommen. Sie haben …. so goldene Panzer an und goldene Helme … aber die sehen ganz gütig aus – ganz gütig.“

Aber auch bei diesen überirdischen Boten gibt es solche von einfacherem Zuschnitt  –  ohne goldene Helme und Panzer, aber dafür mit wehendem Haar bei windstiller Wetterlage: 

Und dann gibt es noch Engel, die ganz normal sind. Ganz viele  –  und die Haare wehen, als würde Wind gehen, die Haare gehen sogar vor die Augen, so als würde Wind gehen – verstehe ich nicht.“

Wenn selbst die mystisch begnadete Seherin das „nicht versteht“, dann wollen wir uns dem voll und ganz anschließen.

Die Zitate haben wir dieser Fan-Webseite entnommen: http://www.gottesmutter.de/  (Dort auf die Rubrik „neue Erscheinung“ klicken.)

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

 


7 Kommentare on “Erscheinungsbewegter „Gebetstag“ in Marpingen am 18. August 2012”

  1. Ralf sagt:

    Auf der Seite http://www.gottesmutter.de/ steht folgendes:
    Zitat
    Die 3 Seherinnen

    Marion: Sie sieht die Muttergottes mit dem Jesuskind, hört sie aber nicht immer, wenn sie spricht.

    Christine: Sie sieht die Muttergottes nur schwach, ,,wie durch einen Schleier“, als wäre sie nur zweidimensional, und hört Maria sprechen.

    Judith: Sie hört Maria sprechen, aber sieht sie nicht.
    Zitat-Ende

    Das erinnert mich doch sehr an Die drei Affen von Nikko

    Leider wurde der Affe, der nicht reden kann „übersehen“…LOL

    Anscheinend wurde im „Botschaftshimmel“ zu viel Klosterfrau Melisengeist getrunken. 🙂

    Einer der Warnungs-Anhänger könnte mir jetzt doch mal erklären, wie die Schilderung der drei „Seherinnen“, mit der Erkenntnis der Warnung zusammenpaßt, daß „Jesus“ jetzt mehr leidet, als bei seiner Kreuzigung?
    Man liest doch bei den „Botschaften“ von Marpingen, wie lustig es dort oben zugeht.

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  2. Gelobt sei Jesus Christus! sagt:

    „Dekret des Bischofs Reinhard Marx von Trier!“

    Verbindlich und von jedem Katholiken anzuerkennen.

    ————————————————————————————————
    Dekret des Bischofs Reinhard Marx von Trier vom 14.12.2005
    Trier/Marpingen (epd):
    Das Bistum Trier hat nach sechsjähriger Prüfungszeit die Echtheit der angeblichen
    Marienerscheinungen im saarländischen Marpingen nicht bestätigt.

    „Es steht nicht fest, dass den Ereignissen in Marpingen aus den Jahren 1876
    und 1999 ein übernatürlicher Charakter zukommt“,
    heißt es in einem Dekret, das der Trierer Bischof Reinhard Marx am Mittwoch
    gemeinsam mit Theologen des Bistums Trier vorstellte. Schwerwiegende Gründe
    erlaubten es nicht, diese als übernatürliches Geschehen anzuerkennen.

    Im September 1999 hatte der frühere Trierer Bischof Hermann Josef Spital eine
    Kommission aus Priestern, Kirchenrechtlern und Kirchenhistorikern einberufen.
    Diese sollte prüfen, ob den Ereignissen in Marpingen ein übernatürlicher Charakter
    zugesprochen werden müsse. Nach einstimmiger Überzeugung der Kommission
    ließen die Beweismittel „klar und eindeutig“ erkennen, dass die Übernatürlichkeit
    nicht feststehe. Hierzu habe es auch einen Kontakt mit der Glaubenkongregation des
    Vatikans gegeben. Konkrete Angaben zu den Gründen, die für das Votum
    ausschlaggebend waren, könnten aus Rücksicht auf die beteiligten Personen nicht
    veröffentlicht werden.

    Zudem bleibe es bei einer Anordnung von Altbischof Spital, heißt es weiter.
    Demnach darf in der kirchlichen Verkündigung von „Erscheinungen“ himmlischer
    Personen in Marpingen sowie von „Seherinnen“ und von dort ergangenen
    „Botschaften des Himmels“ nicht gesprochen oder geschrieben werden.
    Die Marpinger Marienkapelle behalte jedoch ihren Charakter als Ort des
    Gebetes und der Verehrung der Gottesmutter.
    ———————————————————————————————

    Original und weitere Kommentare hier:

    http://www.haertelwald.info/fileadmin/user_upload/Texte/Dekret.Bischof2005.pdf

    Zitat Dekret:
    Konkrete Angaben zu den Gründen, die für das Votum
    ausschlaggebend waren, könnten aus Rücksicht auf die beteiligten Personen nicht
    veröffentlicht werden.
    Zitat Ende

    Das ist die überaus freundliche und zurückhaltende Umschreibung dafür, – dass dort einige handelnde, lustig phantasierende Personen nicht alle Tassen im Schrank hatten. Deshalb „hatten“, – da ich nicht sicher bin, – ob das fehlende Porzellan nicht inzwischen wieder aufgefüllt wurde.

    Dass sich die erscheinungsbewegte Szene zu dem Dekret ihre ganz e i g e n e n Gedanken machen würde, – war abzusehen. Und so geht die „Botschafts-Party“, wo „Jesus“ und „ Pater Pio“ so richtig lustig und gut drauf sind munter weiter.

    „Kölle Allaf“

    mfg

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    • Anonymous sagt:

      Rufen Sie doch bitte „Kölle Allaf“ in den Faschingsmessen in der Kirche. Das ist dann besonders lustig und freut den Herrn sicher, dass er so treue Priester hat, die wissen, wie man feiert! Auch die Bischöfe scheint es weiter nicht zu stören. Bis zu dem Tag, an dem der Herr diesem antichristlichen Treiben ein Ende setzen wird!
      Da fahr ich doch lieber nach Marpingen!!!!!!!!!!!

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      • Gelobt sei Jesus Christus! sagt:

        Anonym wähnte sich geistreich und kasperte herum!.

        Wenn Sie meinen dem HERRN einen Gefallen zu tun, – indem Sie der lustigen Marpinger Botschaftblödelei huldigen, – sind Sie nicht besser als die „Kölle Allaf Rufer“, die Sie !!! bei irgendwelchen Veranstaltungen in Kirchengebäuden wahrgenommen haben.

        So nah scheint die „Warnung“ nicht zu sein, – wenn es im „Marpinger-Botschaftshimmel“ noch so richtig „lustig“ und voller „guter Laune“ zugeht. Bei der Heiterkeit erklärt es sich, warum die Vorbereitungen zur „Warnung“ immer noch nicht abgeschlossen sind. Im „Botschaftshimmel“ wird zu viel gefeiert.

        mfg

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  3. Pax tecum! sagt:

    Die Botschaften von Marpingen haben vorrangig eine Bedeutung für Deutschland, nicht für die ganze Welt, wie Du schreibst: „Als Beispiel für diese wahrlich weltbedeutenden “Botschaften” seien einige Auszüge „.

    Mag sein, daß es naive, kindliche Äußerungen der Seherinnen gab, aber eine Botschaft lautete: Betet viel, damit es nicht zum Krieg kommt. Und wenige Wochen später sagte die Mutter Gottes: Oskar Lafontaine hat durch seine Äußerungen beinahe einen Krieg (mit Rußland/UdSSR, wenn es die dann noch gab), ausgehend von Rußland, verursacht.

    Ich glaube, daß dies wahr ist. Habe in der Tageszeitung davon gelesen bzw. in den Nachrichten davon gehört, daß Lafontaine eine Äußerung gemacht hat, die Rußland Anlaß hätte geben können, Deutschland den Krieg zu erklären!!!
    Von daher – allein wegen dieses Punktes haben die vielen Tausend Beter, die ab 1999 auf die Botschaften der Mutter Gottes in Marpingen in kindlichem Interesse gehört haben und viel gebetet haben, meines Erachtens den Krieg von Rußland gegen Deutschland verhindert! Und wenn nur diese eine Botschaft stimmen würde, dann wäre dies ein wunder-bares Eingreifen, ein gnaden- und segensreiches Wirken der Mutter Gottes und von Jesus.

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    • Guten Tag,
      die Botschaften sind weder deutschland- noch weltbedeutend – und von besagter Lafontaine-Äußerung ist uns nichts bekannt, abgesehen davon, daß Lafontaine als ultralinker Politiker den Osten („Rußland/UdSSR“) wohl kaum zur Weißglut, gescheige zum Krieg reizt.
      Das naive Prinzip, wenn auch nur e i n e Botschaft von alldem stimme, dann handle es sich um „gnadenreiches Wirken“ himmlischer Mächte, ist wirklich oberkindlich, denn umgekehrt wird ein Schuh draus: Wenn nur e i n e Botschaft n i c h t stimmt, ist die Erscheinung nicht von oben, da sich der Himmel nicht irren kann. Es genügt also 1% Irrtum….
      Aber selbst in jenen Fällen, wo alles – rein inhaltlich – stimmt, muß das Phänomen nicht übernatürlich sein, da jeder theologisch Gebildete eine dogmatisch richtige „Botschaft“ ausdenken könnte….
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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