Charismatik-Star Reinhard Bonnke setzt weiter auf „Zeichen und Wunder“

Unter dem Titel „Das Wunder von Kampala“ berichtet der vor allem in Afrika tätige Starprediger Reinhard Bonnke auf seiner Webseite „Christus für alle Nationen“ (CfaN) über seine „Großevangelisation“ in Kampala (Uganda), die Anfang Juni 2012 stattfand.

Bei Bonnke  – er ist protestantischer Pfingstler deutscher Herkunft  – geht es ständig rund mit „Zeichen und Wundern“,  auch was den Dukatenregen bzw. -segen betrifft: 

„Vor wenigen Tagen erlebten wir ein finanzielles Versorgungswunder, das die Veranstaltung erst möglich machte – und wir können bereits sehen, dass es ein historisches Ereignis werden wird. „

Auch angebliche Krankenheilungen durch Bonnkes „Charisma“ spielen in seinen Jubelberichten stets eine große Rolle; allerdings sind die „Heilungswunder“ nicht nachprüfbar, wie die „Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen“ (EZW) seit Jahren nüchtern feststellt.

Doch in den enthusiastischen Berichten über die „Feuerkonferenzen“ und „Großevangelisationen“ Bonnkes fehlt nie der Hinweis auf Heilungen – so auch diesmal:

„Heute Abend verkündete Evangelist Bonnke kraftvoll das Evangelium und Tausende reagierten darauf. Dann beteten wir für die Kranken und es kam zu herrlichen Heilungswundern.“ 

Es folgt u.a. dieses Beispiel: 

„Ein Mann hatte sich bei einem Motorradunfall eine ernsthafte Rückenverletzung zugezogen und musste ein Korsett für den Rücken tragen. Am Abend kam die Kraft Gottes über ihn, er riss sich das Korsett vom Leib und begann zu tanzen und zu springen!“

Diese Art der „Mission“ ist typisch für die charismatische Szene, mag sie auch bei Bonnke besonders ausgeprägt sein:

Im Mittelpunkt stehen körperliche Heilungsen, „Kraft-Taten“, große Menschenmengen, die entzückt bis hingerissen auf schwarmgeistige Predigten und vermeintliche „Geistausgießungen“ reagieren.

Was nicht in den Jubelberichten zu finden ist, das sind jene Enttäuschten, die mit großen Hoffnungen zu solchen „Heilungskonferenzen“ gefahren sind  – und deren hochgespannte Erwartungen auf wunderbare Genesungen usw. dann bitter enttäuscht werden.

Zudem wird der Glaube mit diesem Drang nach Schauwundern auf eine falsche Grundlage gestellt. Christus sagte zum zweifelnden Apostel Thomas: „Selig, die nicht sehen und doch glauben.“

Paulus ermahnte die zur Schwärmerei neigenden Korinther, daß wir  den Himmel (die Anschauung Gottes) hier auf Erden nicht vorwegnehmen können: „Wir leben im Glauben, nicht im Schauen“ (2 Kor 5,7) –  Daher ist jede Wundersucht das Kennzeichen eines schwachen Glaubens.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

BELEG-Link für den Kampala-Bericht Bonnkes: http://www.bonnke.net/cfan/de/veranstaltungen/afrika-20112012/kampala



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