Algerischer Schriftsteller Sansal wird wegen seiner Israelreise in der arabischen Welt geächtet

Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman will dem Schriftsteller Boualem Sansal zur Seite zu stehen. Dieser wird seit seiner Israel-Reise im Mai dieses Jahres von der arabischen Welt geächtet.

Am vergangenen Montag forderte Lieberman den französischen Außenminister Laurant Fabius bei einem Treffen in Paris auf, den Boykott gegen Sansal öffentlich anzuprangern, berichtet die israelische Tageszeitung Yediot Aharonot.

Die Boykottaktion hat auch bei französischen Intellektuellen und in den Medien für Furore gesorgt.

In einem Interview mit der französischen Tageszeitung Libération warf Sansal den arabischen Staaten Heuchelei vor.

„Einerseits sind sie nicht im Krieg mit Israel, aber haben verdeckte Beziehungen zu Israel. Auf der anderen Seite boykottieren sie ihn für seinen Israel-Besuch“, resümierte die Zeitung.

Der Schriftsteller bezeichnet den Dialog zwischen Israel und den arabischen Staaten als einzigen Weg zum Frieden. Sansal, der noch in Algerien lebt, hat nach eigenen Angaben seit der Reise erhebliche Probleme.

Er kämpfe „gegen tiefsitzenden Hass, als wäre die Israel-Reise die größte Sünde“, berichtet er gegenüber der französischen Zeitung. Dennoch bleibe er seiner geliebten Heimat treu und überlasse sie nicht der aktuellen Regierung, die das Land „ausgeraubt und zerstört“ habe.

Im Juli wurde Sansal für sein Werk „Rue Darwin“ der Literaturpreis „Editions Gillamard“ vom „Rat der arabischen Botschafter“ aberkannt. Dieser Preis war mit 15.000 Euro dotiert. Begründet wurde diese Entscheidung mit der Israel-Reise des Autors.

Als „Ausgleich“ hat ein Schweizer Bewunderer, der ungenannt bleiben will, dem Schriftsteller für seine Arbeit 10.000 Euro gespendet. Sansal spendete das Geld an die in Israel ansässige internationale Organisation „Save a Child‘s Heart“ (Rette ein Kinderherz), die lebensrettende Herzoperationen an palästinensischen Kindern sowie an Kindern aus der Dritten Welt vollzieht. Die gespendete Summe sei ihm zu hoch gewesen, erklärte er.

Gegenüber Yediot Aharonot erwähnte Sansal die neue Initiative „Schriftsteller für den Frieden“, die er mit dem israelischen Autor David Grossman vorantreiben wolle. Der Europäische Rat habe ihm bereits seine Unterstützung zugesichert. Zudem werde er mit Briefen, die den Beistand für die Initiative versprechen, nahezu „geflutet“.

Der Schriftsteller nahm im Mai am Schriftsteller-Kongress in Jerusalem teil. Die radikal-islamische Organsiation Hamas unterstellte ihm daraufhin Verrat am palästinensischen Volk und rief die arabische Welt zum gemeinsamen Boykott auf.

Quelle: wws.israelnetz.com



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