Polizeigewerkschaft fordert härteres Vorgehen gegen Haßprediger bzw. Islamisten

Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat sich für eine erleichterte Ausweisung islamistischer Prediger ausgesprochen:

„Es treibt jedem anständigen Staatsbürger zu Recht die Zornesröte ins Gesicht, daß erkannte Hassprediger auf Kosten der Steuerzahler jahrelang unter uns leben und ihr Unwesen treiben können“, sagte der Vorsitzende Rainer Wendt dem Handelsblatt

Auslöser ist der Fall Sami A.:  Seit Jahren lebt der mutmaßliche ehemalige Leibgardist des 2011 getöteten Al-Qaida-Kopfes Osama bin Laden mit seiner Familie in Bochum. Bereits 2006 hatten deutsche Behörden  dem 36-Jährigen Tunesier mit Abschiebung gedroht.

Ein Verfahren wegen möglicher Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung wurde 2007 durch die Bundesanwaltschaft eingestellt. Diese teilte auf Anfrage der dpa mit, die Ermittlungen hätten den Tatverdacht gegen den Salafisten A. nicht „mit der für eine Anklageerhebung erheblichen Sicherheit erhärten“ können. Gegen ihn lägen keine konkreten Anhaltspunkte für eine begangene  Straftat vor.

Wendt kritisierte, die Justiz erkenne nicht, daß sie einen Schutzauftrag für die Bevölkerung habe. Dem nordrhein-westf. Verfassungsschutz ist Sami A., der auch in Bochumer Moscheen unterrichtete, seit acht Jahren bekannt. Er wird als gefährlich eingestuft.

Die Rechtslage gestaltet sich jedoch kompliziert:

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen verhinderte im März 2011 die Abschiebung mit Hinweis auf die Familie des Mannes, dessen Frau und drei Kinder allesamt einen deutschen Paß besitzen.   

Quelle: Wochenzeitung Junge Freiheit


Die Bundesfamilienministerin demoliert letzte christliche Fundamente in der CDU

Mathias von Gersdorff (siehe Foto) über die jüngsten Vorstöße Kristina Schröders zugunsten der Homo-Ehe

Für die Wähler der CDU, die sich bei ihrer Wahlentscheidung noch stark am Christentum orientieren, gibt es zwei dominierende Themen:

1.) Das Lebensrecht, also der Schutz ungeborener Kinder und  2.) Die Haltung zu Ehe und Familie.

Zum zweiten Punkt gehört auch die Positionierung hinsichtlich der Homo-Agenda, vor allem, wie stark homosexuelle Partnerschaften der normalen Ehe angeglichen werden sollen.

 Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat mittlerweile in beiden Themenfeldern ein Schaden für ihre Partei angerichtet, von dem sich die CDU nicht ohne weiteres erholen wird. Sehr wahrscheinlich hat Frau Schröder den endgültigen Niedergang ihrer Partei eingeläutet.

Manche sagen, der harte christliche Kern sei inzwischen zu klein und daher nicht mehr wahlentscheidend. Selbst wenn das wahr sein sollte, ist es unklug, diese Wähler völlig abzuschreiben. Sie verkörpern nämlich in vieler Hinsicht die „Seele der Partei“.

Sollte sich diese Wählergruppe definitiv nicht mehr mit der Christdemokratie identifizieren, hätte die Parteileitung erhebliche Schwierigkeiten, ihre Partei in der öffentlichen Meinung mit irgendeinem Profil präsentieren zu können. Sämtliche Meinungen und Strömungen wären innerparteilich nunmehr akzeptiert, eine Disziplinierung würde kaum noch gelingen.

Man kann sich schwer vorstellen, wie die Partei ohne eine seriöse Verankerung im Christentum überhaupt noch überleben könnte.

Seit langem  –  schon von Anfang an  –  ist bekannt, dass Kristina Schröder als Bundesfamilienministerin eine Fehlbesetzung ist, zumindest aus der Perspektive einer christlich orientierten Politik, wie sie die CDU eigentlich vertreten sollte.

Doch inzwischen ist auch klar geworden, dass Frau Schröder über keinen politischen Instinkt verfügt (oder man unterstellt ihr tatsächlich, das noch verbleibende christliche Profil ihrer Partei vernichten zu wollen).

Viele ihrer öffentlichen Aussagen und Entscheidungen sind nicht nur haarsträubend und grotesk, sie wirken in seltsamer Weise unwirklich, künstlich und hilflos.

Selbst ihre Tabubrüche wirken peinlich und albern:

Im Frühjahr dieses Jahres hat sie die Abtreibungsaktivistin Alice Schwarzer vor dem Bankrott gerettet, wozu nicht einmal die rot-grüne NRW-Landesregierung bereit gewesen war.

600.000 Euro hat sie der Radikal-Feministin geschenkt. Was hat sich wohl Bundesministerin Schröder dabei gedacht? Meinte sie etwa, irgendeine Stimme für ihre Partei gewinnen zu können? Alice Schwarzer ist  d i e   Symbolfigur des Kampfes linker Kräfte für die Freigabe der Abtreibung in Deutschland.

Die Christdemokraten haben jahrzehntelang gegen die Einführung der Abtreibung gekämpft. Sie haben durch eine Klage beim Bundesverfassungsgericht verhindert, dass die sozial-liberale Koalition Mitte der 1970er Jahren die Fristenlösung einführen konnte. Viele C-Politiker sind Wahlrisiken eigegangen, um das Lebensrecht der Ungeborenen zu verteidigen. Immer noch ist der Schutz des Lebens ein wichtiges Ziel in den Grundsätzen der Partei  –  und viele aktive C-Politiker hoffen auf eine Zeit, in der sie sich wieder offensiv für das Recht auf Leben aller Menschen einsetzen können.

Die Schenkung von Kristina Schröder an Alice Schwarzer ist eine Geste dummer Arroganz gegenüber ihren eigenen Parteikollegen, den Grundsätzen der Christdemokratie und der Geschichte ihrer Partei.

Jetzt will Frau Schröder die homosexuellen Paare steuerlich mit der normalen Ehe gleichsetzen und argumentiert noch dazu, dort würden „konservative Werte“ gelebt.

Was beabsichtigt sie mit diesem lächerlichen Tabubruch?  –  Diese Geste ist eine Anbiederung an die Homo-Lobby niedrigsten Niveaus, mit der sie nichts als Verachtung ernten wird, selbst von den Homo-Aktivisten selbst.

Die klassische Familienpolitik der Christdemokraten war die Förderung der Familie und die Gewährleistung ihrer Unabhängigkeit gegenüber dem Staat.

Mit dieser Politik hat Bundesministerin Ursula von der Leyen gebrochen. Anstatt auf steuerliche Entlastungen zu setzen, damit die Familien selber entscheiden konnten, wie sie ihr Leben, vor allem die Erziehung der Kinder organisieren könnten, entschied sie sich für staatlichen Interventionismus und entsprechende Maßnahmen wie der flächendeckende Ausbau von Krippenplätzen.

Frau Schröder will nun eine der letzten bürgerlichen Bastionen innerhalb der CDU schleifen: den Widerstand gegen die Angleichung homosexueller Partnerschaften mit der normalen Ehe.

In nahezu allen Ländern der Welt ist die besondere Behandlung von Ehe und Familie Markenzeichen christlich orientierter Politik. In nahezu allen Ländern wird die christliche Haltung eines Politikers hinsichtlich der Familienpolitik daran gemessen, wie er zur Homo-Ehe steht.

Es ist undenkbar, dass Frau Schröder diese Zusammenhänge nicht kennt. Offensichtlich will sie die eminent christlichen Themen in ihrer Partei definitiv einstampfen und die CDU zu einer profillosen Partei degradieren, die sich nur noch an Meinungsumfragen und der sog. „politischen Korrektheit“ orientiert.

Die Ministerin unterschätzt sträflich die politische Gestaltungskraft des Christentums und will es durch Beliebigkeit ersetzen. Kurzfristig mag das vielleicht funktionieren, doch langfristig nicht. Mit dieser Politik zerstört sich die CDU nämlich selbst.

Fotos: M. von Gersdorff, Doris de Boer


Tschechischer Intellektueller plädiert für eine Wiederentdeckung der Beichte

Der bekannte Soziologe, Theologe und Psychologe Tomas Halik wünscht sich eine Renaissance der Beichte. Das Bußsakrament sei ein guter Weg, um sich mit Sünde und Schuld auseinanderzusetzen, sagte Halik der „Zeit“-Beilage Christ & Welt vom heutigen Donnerstag.

Dabei gehe es nicht nur um das Beichtgespräch selbst, sondern auch um den dazugehörenden Prozeß des Nachdenkens, betonte der katholische Priester: „Man muss die Dinge beim Namen nennen.“

Zugleich bemängelte er, daß in der öffentlichen Sprache die Kategorie der Sünde, etwa beim Umgang mit Korruptionsskandalen, fehle. „Sünde ist etwas Lächerliches geworden“, so Halik, der an der Prager Karls-Universität Soziologie lehrt.

Er fügt hinzu: „Viele sagen: ‚Ich habe Fehler gemacht, aber das ist nicht strafbar‘. Sie haben kein Bewusstsein dafür, dass nicht alles, was nicht strafbar ist, moralisch gut ist.“

Halik zählt zu den bekanntesten katholischen Intellektuellen in Mittel- und Osteuropa. Er war ein enger Vertrauter des ehemaligen tschechischen Präsidenten Vaclav Havel.

Quelle: Radio Vatikan


Julia Roberts: „Humor ist der Schlüssel zur Schönheit“

English: Julia Roberts attending the premiere ...

(Foto: Wikipedia)

Die US-amerikanische Schauspielerin Julia Roberts (siehe Foto) ist der Meinung, daß Humor der Schlüssel zur Schönheit ist. „Ich denke, Optimismus hilft auf jeden Fall auch. Irgendwann findet man heraus, dass Humor der Schlüssel zur Schönheit ist„, sagte der Hollywoodstar der Zeitschrift „You“.

Die 45-Jährige fühlt sich besser und schöner, wenn sie mit ihrem Privatleben zufrieden ist, denn „Glück ist etwas, dass man immer pflegen muss„, so Roberts.

Julia Roberts ist mit Kameramann Danny Moder verheiratet. Das Paar hat drei gemeinsame Kinder.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


Haushaltsexperten von CDU und FDP gegen Euro-Schulden-Politik der EZB

Harsche Kritik an der Europäischen Zentralbank äußerte FDP-Finanzexperte Frank Schäffler. Mit Blick auf EZB-Chef Draghi sagte Schäffler gegenüber dem Handelsblatt-Online:  Das Geld, das Athen bis zur Auszahlung der nächsten Hilfstranche in Höhe von 31 Milliarden Euro im September über Wasser halten soll, sei ein „perpetuum mobile“, mit dem man vielleicht einige Woche Zeit gewinnen könne.

„Aber die Konkursverschleppung Griechenlands zerstört das Vertrauen in den Euro“, warnte der FDP-Politiker. Eine einheitliche Geldpolitik der EZB scheine es jedoch ohnehin nicht mehr zu geben. „Jede Notenbank in der Euro-Zone macht, was sie will“, kritisierte Schäffler. „Die Zerfallserscheinungen nehmen zu.“

CDU-Haushaltsexperte Klaus-Peter Willsch hält die Rettungsstrategie für Griechenland generell für einen Irrweg. „Wenn ein Patient sehr krank ist und die Therapie partout nicht anschlägt, sollte man darüber nachdenken, entweder den Arzt oder die Behandlungsmethode zu wechseln. Ansonsten stirbt der Patient“, sagte Willsch in Handelsblatt-Online. Genau in dieser Lage sei gerade Griechenland.

„Das Land steht kurz vor dem Finanzkollaps“, unterstrich der CDU-Politiker. „Am Ende werden alle, die heute noch fanatisch und mit allerlei Getrickse den eingeschlagenen Weg fortsetzen, betroffen zu Boden schauen.“

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


Meine Erfahrungen mit den Büchern „Der Gottmensch“ von Maria Valtorta

Zu unseren kritischen Beiträgen über die  –  kirchlich nicht anerkannten  –  Privatoffenbarungen der italienischen „Seherin“ Maria Valtorta erhielten wir folgenden aufschlußreichen und nachdenkenswerten Leserkommentar. Der Name des Autors bzw. der Autorin ist uns bekannt; wir veröffentlichen den Bericht wunschgemäß mit dem Nicknamen „Wachsamer Uhu“:

„Ich kann aus ein wenig persönlicher Erfahrung über dieses Werk sprechen. Ich hatte ca. 1 ½ Bände gelesen, als ein guter Priester in der Zeitschrift Vision 2000 vor dieser „Privatoffenbarung“ warnte.

Zuvor hatten begeisterte Anhänger dieses Werkes versucht, alle meine Bedenken auszuräumen. So schwankte ich beim Lesen zwischen Skepsis und dem Verlangen, Christus näher kennen zu lernen. media-80458-2

Aber ich befand mich auch in der Versuchung der unheiligen Neugier, die im Verlangen nach Einblicken in Verborgenes bestand. Die Vorstellung,  geheime und dennoch angeblich durch Jesus und Maria selbst autorisierte Einblicke in ihr Privatleben zu bekommen, war verführerisch. Ich stellte fest, dass das Werk auf der Grundlage dieser Vorstellung einen gewissen Unterhaltungswert besaß.

Heute bin ich diesem mutigen Priester dankbar, der mit seiner Warnung eine Welle von Protestschreiben auslöste.

Zunächst reagierte auch ich (allerdings nur innerlich) mit Unverständnis, warum er gerade diese „Privatoffenbarung“ als falsch und bedenklich darstellte, da ich zu diesem Zeitpunkt noch mit der Vorstellung liebäugelte, sie könnte ja vielleicht doch wahr sein.

Gott sei Dank veranlasste mich die Warnung des Priesters, mir die Schriften kritischer und aufmerksamer vorzunehmen. Als ich dann noch ein wenig weiter las, stach mir ein regelrechter Knäuel haarsträubender Häresien ins Auge.

 Im 3. Band, S. 341, wird der Valtorta-Jesus wie folgend zitiert: „Wehe denen, die sich zwischen ihrem ersten und zweiten Erscheinen (dem einzelnen Gericht und dem Endgericht) vor dem Richter nicht gereinigt haben; sie werden sich nicht mehr von ihren Giften des Bösen reinigen können. Die dritte Kategorie wird sich nie reinigen können; keine Strafe kann sie reinwaschen.“

Diese drohende Mahnung (im 1. Satz) würde zwingend bedeuten, dass unreine Seelen entweder ewig im Fegefeuer bleiben müssten oder vom Fegefeuer in die Hölle kämen, jedenfalls niemals in den Himmel gelängen.

All’ dies steht im krassen Widerspruch zur Lehre der Kirche. Zudem können die Seelen im Fegefeuer die Reinigung nur passiv erleiden, sie können sich nicht aktiv reinigen, geschweige denn sich dabei noch „beeilen“ (um rechtzeitig vor dem Endgericht damit fertig zu werden).

Nachdem ich also klar erkennen durfte, dass es sich unmöglich um Himmelsbotschaften handeln kann, fiel mir auch wieder ein, was mich schon vorher irritiert hatte:

Es war mir u.a. aufgefallen, dass der Valtorta-Jesus oftmals den (falschen) geographischen Begriff „Palästina“ verwendete, der zur Lebzeit Jesu noch gar nicht eingeführt worden war. Selbst mit seiner Gottheit und prophetischem Wissen könnte dies nicht begründet werden, denn Gott würde wohl kaum im vorauseilenden Gehorsam gegenüber dem Heidentum einen Begriff verwenden, den ein römischer Kaiser viele Jahre später zum Zwecke der Verleugnung des biblischen Fundaments des Heiligen Landes noch einführen würde. Aber damals wollte ich das Werk nicht sogleich verwerfen und beschloss, den Zweifel und die Frage einfach einmal offen zu lassen und weiter zu lesen.

An noch etwas erinnerte ich mich, das mich zu Recht verstört hatte:

Manche der „Botschaften“ ungefähr um das Jahr 1940 enthielten derartige Banalitäten (z.B. wie die Muttergottes für ihren lieben Sohn die Honigkuchen buk, die er so gerne aß), dass ich mich fragte: „Inmitten der sich anbahnenden Massenvernichtung (1940!) reden Jesus und Maria von Honigkuchen…?!?“  – Und dennoch wollte ich zu diesem Zeitpunkt das Werk nicht sogleich verwerfen und verdrängte diesen Zweifel mit dem Versuch fadenscheiniger Erklärungen.

Ich halte dieses Werk für sehr bedenklich und schädlich. Valtorta liest sich so leicht und flüssig, es ist wie ein unterhaltender Familienroman. Alles wird fertig aufbereitet auf dem Tablett serviert. Lange Reden, in denen  –  angeblich von Jesus und Maria  –  alles gesagt und vorgekaut wird, sollen wohl menschliche Anstrengungen ersetzen, Gott zu suchen und Seinen Willen zu ergründen.

„Die Bibel hingegen ist nüchtern und prägnant“

Die Bibel hingegen ist nüchtern und prägnant, kein einziges Wort ist überflüssig. Sie ist kein Unterhaltungsroman. Die Bibel ist auch viel komplexer. Ihr Bedeutungsgehalt ist dem flüchtigen Leser zunächst teilweise verborgen und erschließt sich nicht dem Unterhaltungssuchenden. Sie fordert heraus zu lebenslanger Hingabe, zu Gebet und auch intellektueller und geistiger Anstrengung.

Hier sehe ich (bei Valtortas Büchern) ganz klar eine Versuchung, nämlich jene, eine vermeintliche „Wahrheit“ als vorgefertigten, leichten Imbiss der viel anspruchsvolleren, aber dafür wahren Lectio Divina vorzuziehen.

Gerade wenn Anhänger Valtortas so sehr davon überzeugt sind, dass ihnen die Privatoffenbarung reiche geistliche Frucht bringe und keinesfalls schade, kann diese Lektüre ihnen umso mehr schaden. Wenn sich allmählich und unmerklich falsche Vorstellungen über Christus ins geistliche Leben einschleichen und einprägen, wird der Leser von Gott entfremdet.

Jemand sagte, dass gute Priester auf die Frage, ob man Valtorta lesen dürfe, meist mit den Worten „ja, aber neben der Bibel“ antworten würden. Ich vermute, dass Anhänger Valtortas hier primär das „ja“ registrieren. Außerdem erweckt die Formulierung „neben der Bibel“ den Anschein einer Gleichwertigkeit dieser Schriften, die natürlich nicht besteht.

Es ist zu bedenken, dass es sich beim „Gottmensch“ von Valtorta um ein 12-bändiges Megawerk von ca. 4400 (!) Seiten handelt, weswegen sich der Leser unverhältnismäßig lange mit Valtortas „Privatoffenbarung“ aufhält.

Die eigentlich verheerende Wirkung wäre aber, wenn er dann keinen rechten geistlichen Zugang mehr zur „trockenen“, prägnanten und scheinbar sperrigen Bibel fände.

Wie das Lesen „neben der Bibel“ abläuft, kann ich mir aufgrund eigener Erfahrung und von dem, was ich sonst mitbekomme, vorstellen: Vielleicht zwischendurch mal aus Pflichtgefühl ein wenig in der Bibel gelesen, diese sodann mit dem nicht eingestandenen Gedanken, „dies wäre erledigt“ weggelegt und mit freudigem Händereiben und Bequemmachen auf dem Lesesessel nochmals den „Gottmensch“ Band x zu Gemüte geführt… (Ja, ich kenne „Süchtige“, die die Bände mehrfach lesen.)

Im schlimmsten Fall werden die Ereignisse aus dem Jesusroman verkündet wie das Evangelium. Genau dies widerfuhr mir, bevor ich das Werk überhaupt kannte: Eine Frau belehrte mich, dass Maria als Tempeljungfrau gedient habe. Ich wunderte ich mich damals, woher sie dies hätte, brach das Gespräch aber ab, da mich die hochmütige Art der Belehrung abstieß.

Ich frage mich, ob es eine Art Abhängigkeit von dieser „Privatoffenbarung“ gibt. Es werden alle möglichen Erklärungen gefunden, um zu begründen, wie das Werk auf den Index der kirchlich verbotenen Bücher gelangen konnte. Eine davon lautet, dass es dem Willen Gottes entsprochen hätte, dass das Werk als „Sühne“ auf dem Index landen und dabei aber trotzdem segensreiche Wirkungen entfalten möge. Eine andere lautet, das Heilige Offizium hätte das Werk gar nicht oder nicht vollständig gelesen.

Das Erkennen und Verwerfen einer falschen Offenbarung wird, je länger und inniger der Mensch daran geglaubt hat, immer schwerer. Es ist ein heißes Eisen, auch eine Belastungsprobe für Freundschaften unter Christen, da eine ablehnende Sicht auf dieses Werk (wie die meine) begeisterte Anhänger notwendigerweise verletzen muss.“

 


Sehnsucht nach kirchlicher Einheit in Christus: Andreas Theurers Buch ist eine positive „Provokation“

Über einen evangelischen Pastor und sein jüngstes Sachbuch: „Warum werden wir nicht katholisch?“ 

Das 96-Seiten umfassende, eher schmale Bändchen, das soeben im katholischen Dominus-Verlag erschienen ist, sorgte jetzt für Wirbel, wie man sich schon anhand des Titels denken kann.

Schließlich kommt es nicht alle Tage vor, daß ein protestantischer Pfarrer die öffentliche Frage stellt: „Warum werden wir nicht katholisch?“

Wenig verwunderlich also, daß die evangelische Landeskirche von Württemberg den theologischen Querdenker kurzerhand suspendierte, also seines Amtes als Pfarrer von Seewald-Göttelfingen enthob; in der kirchenamtlichen Begründung heißt es u.a.:

„Mit dieser für die Öffentlichkeit zugänglichen Schrift bewegt Theurer sich nicht mehr auf dem Boden der für die Evangelische Landeskirche in Württemberg geltenden Bekenntnisse und kann deshalb sein Amt nicht mehr glaubwürdig ausfüllen.“

(Den vollständigen Wortlaut der evangelischen Stellungnahme zu Pastor Theurer siehe hier: http://www.elk-wue.de/landeskirche/landessynode/sommertagung-2012/samstag-7-juli-2012/meldungen-landeskirche/detail/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=39115&tx_ttnews%5BbackPid%5D=68168&no_cache=1)

Das Buch des lutherischen Pfarrers ist tatsächlich eine „Provokation“, freilich  –  aus unserer Sicht  – in einem konstruktiven Sinne:

Es enthält keinerlei Rundumschläge, verzichtet auf jede Polemik, bringt keine pubertären Seitenhiebe, sondern erweist sich vielmehr als theologische Publikation, die in allgemeinverständlicher Sprache verfaßt ist; das Bändchen befaßt sich mit wesentlichen katholisch/evangelischen „Unterscheidungs-Lehren“  – und beleuchtet  diese sowohl aus biblischer Sicht wie auch im Licht der kirchlichen Tradition, vor allem der apostolischen Überlieferung, die dem Autor besonders wichtig ist.

Dabei gelangt der 1966 geborene Pfarrer zu sehr „katholisch“ anmutenden Schlußfolgerungen oder – wie er im Untertitel seines Buches schreibt  – „Denkanstößen“.

Das empfand seine Kirchenleitung nun als allzu „anstößig“ und suspendierte ihn sofort, so daß der amtsenthobene Pastor nun seinen bisherigen Weg wohl zum Ziel führen wird, indem er der katholische Kirche beitritt.

Für den evangelischen Theologen ist es schlichtweg  „ein Skandal, dass die Christenheit seit Jahrhunderten zerteilt ist“ – er schreibt korrekt: „die Christenheit“, nicht „die Kirche“, denn diese ist eben nicht getrennt, der Leib Christi ist unzerteilt: die katholische Kirche als Stiftung Christi ist (sich) „einig“.

Außerdem verweist er im Vorwort seines Büchleins auf das Wort des HERRN an seine Apostel: Ich will, dass alle eins seien(Joh 17,21).

Diesem Wunsch und Auftrag des HERRN möchte der evangelische Pastor dienen:

„Es ist ein Skandal, weil es dabei um den Leib Christi geht, und es der Herzenswunsch des HERRN ist, dass sein Volk eins ist im Glauben und in der Anbetung, eins im Bekenntnis und im Dienst für die Notleidenden.“

Diesen Einsatz für die kirchliche Einheit vermißt er in seinem „eigenen Lager“:

„Trotzdem geben sich die meisten Evangelischen damit zufrieden, die Trennung zu akzeptieren, die Schuld daran den Katholiken zuzuweisen und vielleicht die Vielfalt der christlichen Kirchen – der Buntheit der Schöpfung vergleichbar  – als ein besonderes Wunder Gottes zu verklären. Sonderbar!“

Der Autor überlegt sodann, ob die „Gründe für eine anhaltende Trennung“ denn „wirklich gewichtig genug“ seien, um diese Trennung „angesichts der fortschreitenden Entchristlichung und Antichristianisierung unserer Welt beizubehalten?“

Es geht dem Verfasser also auch um das christliche Zeugnis in einer weitgehend unchristlichen Welt, wobei dieses Zeugnis durch die Zerspaltenheit der Christenheit getrübt ist.

Um dieser Sehnsucht nach Einheit zu dienen, wendet sich sein Buch, wie er schreibt, „in erster Linie an Protestanten, denen ihr Glaube wertvoll ist und die diesen ihren Glauben bewusst an die Autorität der Heiligen Schrift binden wollen.“

Diesen bibelorientierten Evangelischen will er nunmehr „die Glaubensaussagen der römisch-katholischen Christen erklären“.

Dabei beschreibt er ein Grundgefühl, das vielen theologisch konservativen Protestanten (Evangelikalen) eigen ist, wenn sie an die medienwirksamen „Auftritte“ etwa des Papstes denken oder an die klare katholische Zeitansage gegen den Zeitgeist, die Evangelikale sich von ihrer eigenen Kirchenleitung vergeblich wünschen; der Autor schreibt hierzu:

„Andererseits schauen wir oft neidisch auf die katholische Kirche, wenn sie wieder einmal die geballte öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zieht, wenn sie es schafft, unpopulären Wahrheiten öffentlich Gehör zu verschaffen, wenn sie Klarheit in der Lehre und Geschossenheit demonstriert, während aus den Evangelischen Landeskirchen ein vielstimmiges Gewirr von unterschiedlichen Meinungen ertönt.“

Mit dieser Situationsbeschreibung hat der evangelische (Ex-)Pastor sicher vielen Evangelikalen aus dem Herzen gesprochen, wenngleich die meisten von ihnen daraus nicht seine Schlußfolgerungen ziehen oder gleich mit der Frage anrücken: „Warum werden wir nicht katholisch?“

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Link zum Buch: http://www.dominus-verlag.de/