(Ex-)Pastor Andreas Theurer: „Warum sind wir noch protestantisch?“

„Die Trennung muß beendet werden!  –  500 Jahre sind genug!“   

Der evangelisch-lutherische Pfarrer Andreas Theurer wurde kürzlich von seiner evangelischen Landeskirche amtsenthoben bzw. suspendiert, weil er mit seinem  – jüngst im Augsburger Dominus-Verlag erschienenen   –  Buch „Warum werden wir nicht katholisch?“  den amtskirchlich-protestantischen Geduldsfaden wohl überspannt hat.

Tatsächlich fällt seine Schrift reichlich aus dem Rahmen dessen, was man üblicherweise von evangelischen Autoren zu lesen bekommt, selbst von evangelikalen, also theologisch-konservativen Protestanten, die manchmal  – so scheint es  –  mit einem Fuß in der katholischen Kirche stehen, zumindest aber deren „Grundsatztreue“ und Geschlossenheit bewundern, was angesichts der Zersplitterung und Zeitgeistsurferei im evangelischen Lager wenig erstaunt.

Dennoch halten auch evangelikale Autoren bei aller Kritik an ihrer eigenen, liberal abgedrifteten Kirchenleitung „in Treue fest“ an ihren protestantischen Grundüberzeugungen.

Ex-Pastor Andreas Theurer geht mit seinem „umstrittenen“ Buch freilich einen wesentlichen Schritt weiter; er bietet nicht in erster Linie ein Klagelied über „verkommene“ Verhältnisse in evangelischen Landeskirchen, sondern befaßt sich in leichtverständlicher Form mit grundlegenden theologischen Fragen, wobei ihn die unstillbare Sehnsucht nach der kirchlichen Einheit auch für seine evangelischen Mitchristen antreibt.

Ihnen stellt er in seinem Schlußkapitel die  –  nicht nur rhetorische  –  Frage: „Warum sind wir noch protestantisch?“

Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist der Gedanke, daß die Trennung der Christenheit nicht durch „Verhandlungen“ nach Art der Welt erreicht werden kann, denn Glaubensinhalte sind keine verhandelbaren Gegenstände. Es geht eben um den Willen des HERRN,  nicht um die Wünsche der Menschen.

Hierzu schreibt der Autor einleitend:

„Beim Deutschlandbesuch von Papst Benedikt XVI. im September 2011 wurden von evangelischer Seite teilweise hohe Erwartungen genährt, dass der Papst dem Protestantismus entgegenkommen und sie endlich als Kirche anerkennen könnte. Das ging soweit, daß er sich in Erfurt genötigt sah, darauf hinzuweisen, dass theologische Fragen keine Verhandlungsgegenstände sein können, bei denen man Kompromisse schließen und sich irgendwo in der Mitte treffen könne.“

Der evangelische Ex-Pastor stellt klar: „Vielmehr kann Kircheneinheit nur mithilfe eines ernsthaften Ringens um die Wahrheit gefunden werden.“

Zugleich erläutert er nüchtern, daß die protestantische Seite mit ihren modernistischen Einfällen und Ausfällen die Ökumene mit der katholischen Kirche ständig erschwert:

„Dabei ist es nicht hilfreich, wenn wir Evangelischen immer neue Sonderlehren und Abweichungen von der apostolischen und altkirchlichen Lehre in unseren Gemeinden einführen.

Der Papstbesuch hat es wieder neu deutlich gemacht: die größten Hindernisse für die Ökumene liegen heute nicht (mehr) bei der katholischen Kirche und beim Papst, sondern bei uns! Wir sind selbst schuld, dass uns „Rom“ nicht als Kirche im Vollsinn anerkennen kann.“

Er schreibt, daß er mit seinem Buch „Denkanstöße“ für evangelische Mitchristen geben wolle, um zu verdeutlichen, „dass die Kircheneinheit auch auf der theologischen Ebene möglich wäre, wenn wir Evangelischen nur wollten! Aber dazu müssten wir auf manche liebgewonnene Rechthaberei und einige Irrtümer verzichten.“

Das ist freilich starker Tobak für evangelische Ohren, durchaus nicht allein für „stock-protestantische“. Auch evangelikalen Lesern wird diese Schlußfolgerung zu weit gehen – bei aller Zustimmung zur Kritik des Autors an landeskirchlichen evangelischen Mißständen.

Doch dem Verfasser geht es nicht um vordergründige Provokationen, sondern um die Herausforderung, der sich die Christenheit von Christus her stellen muß, da dieser wünschte, „daß sie alle eins seien“. Dabei hat der Autor auch das glaubwürdige christliche Zeugnis für die Welt im Blick, das durch die konfessionelle Zersplitterung verdunkelt wird.

Andreas Theurer nimmt diesen Auftrag Christi voll ernst; daher beläßt er es nicht bei aktueller Kirchenkritik, sondern geht den kontroverstheologischen Themen (evangelisch-katholischen Unterscheidungslehren) auf den Grund und gelangt hierbei zu dem Ergebnis, daß die katholischen Standpunkte sehr wohl mit der Heiligen Schrift und der apostolischen Tradition vereinbar sind, daher einer Rückkehr evangelischer Christen zur katholischen Kirche insoweit nichts im Wege stände.

Allerdings stellt der Autor zugleich fest, daß auf evangelischer Seite das Bestreben wächst, sich von der katholischen Seite zu distanzieren und selbstverliebt das eigene Profil zu pflegen:

„Nun nähert sich mit dem Jahr 2017 das 500-jährige Reformationsjubiläum und immer deutlicher wird auf protestantischer Seite das Bemühen, die seither hinzugekommenen Unterschiede zu betonen und sich damit als „Kirche der Freiheit“ gegenüber dem dogmatisch und ethisch festgelegten Katholizismus zu profilieren.“

Dabei werde auf den ökumenischen Flurschaden kaum Rücksicht genommen:

„Dass die Spaltung der Christenheit dadurch nur noch immer mehr vertieft wird und der Protestantismus sich selbst immer weiter von seinen einstmals in Bibel und Bekenntnis gegebenen Grundlagen entfernt, wird dabei unsererseits zumeist achselzuckend in Kauf genommen.“

Aus der Sicht von Ex-Pastor Theurer ist hingegen klar, daß es für „gläubig Evangelische“ nur „eine Konsequenz geben“ könne, wie er am Schluß seiner Schrift recht schwungvoll und ohne Umschweife feststellt:

„Die Trennung muß beendet werden! Es gibt keinen Grund, uns weiterhin von der Gemeinschaft mit dem Papst und der Katholischen Kirche fernzuhalten. 500 Jahre sind genug!“

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks und des KOMM-MIT-Jugendverlags in Münster

Link zum Buch: http://www.dominus-verlag.de/

Foto: Dr. Bernd F. Pelz (Marienkirche Adenau)


10 Kommentare on “(Ex-)Pastor Andreas Theurer: „Warum sind wir noch protestantisch?“”

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  2. Mack Elisabeth sagt:

    Ich wollte Ihnen eigentlich nicht mehr schreiben. Ich muß und kann eine andere Meinung auch gelten lassen.
    Nun begegnet mir eben bei Google unter „Andreas Theurer, Pfarrer“ an allererster Stelle ein Artikel im „Sonntagsblatt“. Der drückt ganz gut die Problematik aus.
    Wie schon gesagt, wir sind überzeugt von der Ökumene, wissen aber auch, dass es einige Holpersteine gibt, die kaum überwunden werden können.
    Meine Meinung ist allerdings, dass, wenn man sich gegenseitig zum Abendmahl zuläßt (um der vielen konfessionsverschiedenen Ehen willen), ein wesentlicher Schritt getan wäre (s.o. Berliner Kirchentag).
    Wir hatten jedenfalls gestern einen Gottesdienst in Form einer Evangelischen Messe und da kommen immer viele konfessionsverschiedene Ehepaare!

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    • Guten Tag,
      natürlich durfen Sie ruhig nochmal schreiben, man kann über alle noch unklaren oder strittigen Punkte offen debattieren, selbst wenn man Schluß nichts übrig bleibt, als unvereinbare Standpunkte in aller Toleranz stehen zu lassen.
      Eben deshalb, weil es „einige Holpersteine gibt, die kaum überwunden werden können“, wie Sie richtig schreiben, wobei dies auch für die Eucharistie und das Amtsverständnis (Weihepriestertum) gilt, kann das „gemeinsame Abendmahl“ kein Einstieg in die Ökumene sein, sondern sollte vielmehr den Schlußstein bilden. Wenn die inhaltliche Einheit vorhanden ist, kann man sie im Sakrament des Altares auch vereint bezeugen, aber nicht vorher, denn das wäre theologisch nicht aufrichtig.
      Eine „evangelische Messe“ gibt es der Sache nach nicht, das erscheint mir wie ein rundes Viereck. Der Begriff „Messe“ wird in protestantischen Kreisen auch so gut wie nie für deren Gottesdienste oder Abendmahlsfeiern verwendet. Wir können natürlich gemeinsame Gottesdienste feiern, evangelische Christen können selbstverständlich auch an katholischen hl. Messen teilnehmen, aber eine Einladung zum Tisch des Herrn ist nicht möglich, weil h i e r die Glaubenseinheit fehlt. Übrigens gilt das auch für jene Katholiken, die den eucharistischen Glauben der Kirche nicht teilen: auch sie dürfen nicht zur hl. Kommunion gehen. Wenn sie es dennoch tun, versündigen sie sich. Dasselbe gilt für jene, die schwer gesündigt, aber nicht bereut und gebeichtet haben: auch diese Katholiken müssen dem Tisch des Herrn fernbleiben. Das war schon in der frühen Christenheit so!
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Mack Elisabeth sagt:

        Frau Küble, es dauert nicht mehr lange, da bekomme ich einen „Heiligen Zorn“. Wie war das noch einmal mit dem Zerrbild, das Sie mir unterstellen?
        Der Ablauf der Evangelischen Messe ist abgedruckt im Evang. Gesangbuch für Württ. unter der Nr. 689 auf Seite 1250 und geht bis Seite 1256. Wir halten ihn etwa 4mal im Jahr ab, an den Kirchlichen Feiertagen finden normale Abendmahlsgottesdienste statt.
        Genau um die Glaubenseinheit geht es doch, wo ich erwarte, dass die kath. Kirche von ihrer sturen Haltung abweicht. Es geht doch um CHRISTEN! Ist das so schwer verständlich? Und streiten Sie doch nicht ab, dass a l l e s nur geht, wenn der Papst dazu sein Ja sagt. Mein Gott.
        Ich las eben im Internet Beiträge zum Thema „Zölibat“. Interviews mit
        kath. Priestern und das Schreiben vom CDU-Politikern, z.B. Lammert:
        „Für den Zölibat gebe es weder eine zwingend theol. oder gar biblische Notwendigkeit noch eine praktische Erklärung.“
        Oder die Unterschriftenliste der Priester in der Diözese Freiburg für die Zulassung wiederverh. Geschiedener zum Abendmahl. Da hat doch jeder einen Brief erhalten, damit er seine Unterschrift zurückzieht!
        Sie wollen mir sicher weiterhin weismachen, dass man alles sagen darf.
        Die jungen kath. Theologinnen würden sehr unter der Haltung ihrer Kirche leiden, meinte eine evang. Pfarrerin, die in der Diaspora arbeitet. Das merkt man aber nur, wenn man sich nicht in eine fromme Ecke zurückzieht und nur unter „Insidern“ bleibt. Ob es Pfr. Theurer merken wird, wage ich zu bezweifeln.
        Halten Sie m i c h bitte nicht für dumm.

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      • Guten Tag,
        kein Grund für „heiligen Zorn“, zumal ich ausdrücklich geschrieben hatte: „Eine “evangelische Messe” gibt es der Sache nach nicht“, wohlgemerkt: Der SACHE nach nicht.
        Das schließt die Verwendung des Begriffes nicht aus, wobei das Württembergische Gesangbuch keineswegs EKD-repräsentativ sein muß. Der Ausdruck „Messe“ ist viel älter als die protestantische Reformation. Luther hat den wesentlichen INHALT der katholischen Messe abgelehnt, darauf kommt es an.
        Er schrieb gegen die katholische Lehre, wonach die heilige Messe ein Opfergeschehen ist, nämlich die Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Christi auf unblutige, auf sakramentale Weise. Das Opfer auf Golgotha wird also nicht im historischen Sinne „wiederholt“, sondern durch die hl. Wandlung auf dem Altar sakramental gegenwärtig.
        Mir ist unklar, warum Sie derart ärgerlich reagieren: „…wo ich erwarte, dass die kath. Kirche von ihrer sturen Haltung abweicht. Es geht doch um CHRISTEN! Ist das so schwer verständlich? Und streiten Sie doch nicht ab, dass a l l e s nur geht, wenn der Papst dazu sein Ja sagt. Mein Gott.“
        Weicht denn die evangelische Seite von ihrer „sturen“ Haltung ab? Warum soll die 2000 Jahre alte katholische Kirche ihre Glaubensgrundsätze auf Wunsch einer Abspaltung aufgeben? Genauer: zugunsten zahlloser Abspaltungen, die sich seit Jahrhunderten z.T. gegenseitig bekämpfen, während die katholische Kirche ihre Glaubenseinheit und auch ihre organisatorische Einheit eindrucksvoll bewahrt hat.
        Wo habe ich denn betr. Papst etwas „abgestritten“? – Natürlich ist er das Oberhaupt der Kirche – und natürlich ist der Papst gleichzeitig nur dann unfehlbar, wenn er ein Dogma verkündet, was sehr selten vorkommt. Um nun in Ihrem Stil zu fragen: „Ist das so schwer verständlich?“
        Was den Zölibat betrifft, so hatte ich bereits geschrieben, daß es hier auch unter Katholiken unterschiedliche Ansichten geben kann – im Unterschied zum Thema Frauenpriestertum. Warum wollen Sie mir jetzt etwas „belegen“, was ich zuvor aus eigenem Antrieb bereits klargestellt hatte?! Meinen Sie, für diese selbstverständliche Erkenntnis würden Katholiken einen Politiker Lammert benötigen?
        Es gibt übrigens sehr wohl gute Gründe für den Zölibat, aber er ist kein Dogma, sondern Bestandteil des Kirchenrechts und insofern grundsätzlich veränderbar, etwa durch ein Konzil oder eine päpstliche Entscheidung.
        Die kath. Kirche kann die Wiederverheiratung Geschiedener selbstverständlich nicht gutheißen, weil sie die biblische Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe im Gegensatz zum Protestantismus ernst nimmt und die Ehe als Sakrament verehrt, wogegen Luther die Ehe als „weltlich Ding“ banalisierte.
        Am Schluß schreiben Sie: „Halten Sie m i c h bitte nicht für dumm.“ – Warum sollte ich S i e für dumm halten? – Tatsache ist freilich, daß Sie über katholische Gegebenheiten teilweise gar nicht oder unzutreffend im Bilde sind. Auch Ihr genervter Stil täuscht darüber nicht hinweg.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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  3. Mack Elisabeth sagt:

    Nein, Frau Küble und Pfr. Theurer (ich hoffe, er wird es lesen), ich will absolut nicht folgende Dinge tun:
    in Weingarten beim Blutritt einen angeblichen Blutstropfen von Jesus anbeten bzw. anhimmeln (hat mit Wahrheit nichts zu tun!!),
    in Einsiedeln vor der schwarzen Madonna knien und diese anbeten (Götzenanbetung!!),
    beim Abendmahl, wenn ich ohne jeden Zweifel eine Oblate im Mund habe, mir einbilden, es sei der Leib Jesus („das tut zu meinem Gedächtnis“ und damit ist die evang. Position die richtige),
    blindlings für richtig halten, was die Päpste sagen und schon gesagt haben und selbst völlig unmündig sein,
    den Pomp und Prunk und die Widersprüche der kath. Kirche mitmachen.

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    • Guten Tag,
      keine Sorge, selbst wenn Sie katholisch wären, bliebe es ganz Ihnen überlassen, ob Sie zum Blutritt nach Weingarten oder zur Schwarzen Madonna von Einsiedeln pilgern, das sind völlig freiwillige Veranstaltungen.
      Allerdings dürften Sie dann weder die „Schwarze“ noch sonst eine Madonna „anbeten“, weil dies nicht „nur“ eine schwere Sünde wäre (Verstoß gegen das 1. Gebot), sondern ein Abfall vom katholischen Glauben und einen Übertritt zum Heidentum (Göttinnenglaube, Götzendienst) darstellen würde, wovor Gott uns bewahren möge!
      Sodann haben Sie beim Thema Altarsakrament und Eucharistie etwas mißverstanden:
      Auch die katholische Kirche lehrt, daß die äußere Gestalt des Brotes sich bei der Hostie nicht ändert, es bleibt also rein äußerlich eine „Oblate“; allerdings ist das eigentliche „Wesen“ der hl. Hostie der gegenwärtige Christus selbst. Christus ist in diesem Sakrament präsent, so wie er im Himmel gegenwärtig ist: als der verherrlichte Gottmensch zur Rechten des Vaters, auch mit seinem – durch die Auferstehung verklärten – Leib, mit seiner Seele, mit Gottheit und Menschsein. Unser Erlöser hat ja seine menschliche Natur bei der Auferstehung bzw. Himmelfahrt nicht etwa „abgelegt“; er wird für immer der geopferte und auferstandene Gottmensch bleiben, gegenwärtig in der hl. Hostie, verborgen in der Gestalt des Brotes.
      So schenkt uns Gott im Altarsakrament das wahre Manna des Neuen Bundes, in dem der Ewige uns nicht nur eine wunderbare Nahrung schenkt wie einst den Israeliten, sondern sich selbst und seine wahre Gegenwart, hat er doch angekündigt: „Ich bin das lebendige (!) Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; wer von diesem Brote ißt, wird leben in Ewigkeit.“
      Die katholische Kirche hat hier eindeutig das Zeugnis der Heiligen Schrift auf ihrer Seite, zumal auch Paulus sich – etwa in seinem Brief an die Korinther – klar geäußert hat („Leib und Blut des HERRN“). Christus sagte beim Abendmahl nicht „Das bedeutet meinen Leib“, sondern „Das i s t mein Leib“ und er gab den Aposteln den Auftrag, dieses Geschehen seiner Gegenwärtigsetzung zu wiederholen: „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ – Nicht nur: „Erinnert Euch daran zu meinem Gedächtnis“, sondern wohlgemerkt: „TUT dies…“.
      Selbstverständlich müssen auch Katholiken keineswegs – und schon gar nicht „blindlings“ – alles befürworten, „was die Päpste sagen und schon gesagt haben“, denn die sog. Unfehlbarkeit des Papstes beschränkt sich auf die Verkündigung eines Dogmas, was sehr selten geschieht: In den letzten zweihundert Jahren haben nur zwei Päpste diese Amtsgnade in Anspruch genommen und ein Dogma verkündet.
      Mir scheint, Sie lehnen in manchen Punkten nicht die katholische Lehre als solche ab, sondern ein Zerrbild davon, das nicht der wirklichen kirchlichen Position entspricht.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Mack Elisabeth sagt:

        Ich danke Ihnen für Ihre Antwort, Frau Küble. Auch von mir herzliche Grüße. Ich stamme aus einer christlichen Familie. Mein Mann war dann 40 Jahre KGR und hat mit dem Ökum. Ausschuß Reisen organisiert nach Rom, Wittenberg usw. Wir waren auf Kirchentagen, bei Bibel-Lektüren und haben auch ökumenisch viel „mitbekommen“ – immer noch.
        Natürlich sind die Veranstaltungen wie Blutritt, Einsiedeln freiwillig – aber die katholischen Christen machen es doch! Und natürlich gilt es auch für die anderen Marien-Bilder, ich dachte, das sei klar.
        Auf das Abendmahlsverständnis möchte ich jetzt nicht ausführlich eingehen, aber, liebe Frau Küble, mir ist es sehr ernst damit und ich verstehe da keinen Spaß, was die christl. Lehre angeht (ich meine jetzt Spaß nicht in Bezug auf Sie).
        Was die Päpste sagen gilt jedoch sehr wohl. (Übrigens schätze ich Papst Benedikt und ich habe auch Joh. Paul II. geschätzt, meine Meinung ist dazu jetzt kein Widerspruch). Man sieht doch, welche Schwierigkeiten für die kath. Priester entstehen, die bei der Unterschriftenliste gegen den Zölibat mitgemacht haben. Und dass die Frauen nicht ordiniert werden können, das ist nicht richtig. Die Zeit hat sich geändert, auch Jesus hätte jetzt vermutl. Jüngerinnen – bzw. er war nicht gegen FRauen – oder sind Sie sich sicher, dass es nicht so ist? Nach dem ökum. Kirchentag in Berlin wurde ein kath. Priester entlassen, weil er evangelischen Christen das Abendmahl ausgeteilt hat. Mußte das sein?
        Es sind die realen Erfahrungen, die meine Meinung gebildet haben, beileibe kein Zerrbild.
        Statt dass die christlichen Kirchen zusammenstehen – in der heutigen Zeit – gegen alle Widrigkeiten. Ich könnte Ihnen noch seitenlang erzählen, wie die beiden Konfessionen sich früher bekämpft haben – oft Dorf gegen Dorf – und auch das sich zum Guten geändert hat. Die Brüder meiner Mutter wurden auf der Wiese vom Nachbarort aus beschimpft: „Ja Ihr lutherischen Hengste“.
        Pfr. Theurer wird schon wissen, was er tut. Vielleicht wird er (oder seine Frau) sogar von Talkshow zu Talkshow gehen wie Frau Gabriele Kuby. Egal. Herzliche Grüße!

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      • Guten Tag,
        danke für Ihre freundliche Rückmeldung. Einige Punkte scheinen mir in Ihrer Kirchen-Sicht allerdings unklar oder unrichtig:
        1. Kein Priester bekommt Schwierigkeiten, weil er sich zum Zölibat kritisch äußert, zumal es auch eine Reihe von Bischöfen (und sogar Kardinälen, zB. Lehmann und Schönborn) gibt, die das tun,ohne daß denen ein Härchen von Rom gekrümmt wird.
        2. Die sog. Pfarrer-Initiative wurde von einem Teil der Bischöfe kritisiert (zB. von Erzbischof Müller) – aber nicht wegen des Zölibats-Themas, sondern weil dort die Frauenpriesterweihe gewünscht und das kirchliche Weihe-Amt indirekt infrage gestellt wird.
        3. Natürlich hatte Christus Jüngerinnen, die ihm und den Aposteln sogar mit ihrem Vermögen gedient haben. Auch Paulus hatte weibliche Mitarbeiterinnen. Aber Christus hat das Apostelamt – und damit das Weihepriestertum – den Männern vorbehalten. „Die Zeit auch sich geändert“, meinen Sie. Wirklich? Damals vor 2000 Jahren waren Priesterinnen im Heidentum doch gang und gäbe. Das Judentum hat sich auch insofern von der Umgebung abgesondert, weil es keine Priesterinnen kannte. Das damalige Nein zur Priesterin war also gerade k e i n e Anpassung an die Zeit, sondern das glatte Gegenteil.
        4. Warum sollen nur Atheisten und Nichtchristen in Talkshows auftreten? Sollen wir Gläubigen das Feld „den anderen“ überlassen?
        6. Die ökumenischen Verbesserungen im menschlichen Bereich sind wirklich ein Fortschritt – früher gab es unnötige Vorurteile auf b e i d e n Seiten.
        Freundlichen Gruß!
        Felititas Küble

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