Charismatismus pur: Pater Ivo Pavic und der „Hammersegen“

Wie dieses Bild dokumentiert, fallen beim „Segen“ schwarmgeistiger Wanderprediger auch recht stämmige Männer gleichsam wie ohnmächtig rückwärts auf den Boden und befinden sich im Zustand einer trance-artige Bewußtseinsveränderung…https://i2.wp.com/alar-m.hr/dom/images/fraivopavic1.jpg

Diese sechs Personen  –  siehe Foto  –  haben nach einer Einzel-Segnung des kroatisch-bosnischen Franziskaners Ivo Pavic im „Geist geruht“, wie man dieses Rückwärtskippen in Charismatikerkreisen schönredet.

Das Phänomen geschah in Heroldsbach, einem fränkischen Ort, der in den 50er Jahren durch angebliche „Erscheinungen“ von sich reden machte, wobei diese Marienvisionen vom zuständigen Bamberger Bischof und von Papst Pius XII. strikt abgelehnt wurden.

Zurück zum „Hammersegen“: Aus Sicht der Pfingstlerbewegung findet während dieses Vorgangs eine „Taufe im Heiligen Geist“ statt, eine tiefgreifende „Geistausgießung“, ein besonderer göttlicher Gunsterweis also.

Dies wird zB. von der Charismatiker-Nonne Sr. M. Valapilla (Bad Soden-Salmünster) auf Gebetstagen dahingehend erklärt, man falle dabei Christus gewissermaßen „in den Schoß“; daher sei dies eine ganz großartige  „Segnung“ von oben.

„Ruhen im Geist“  –  „himmlische Salbung  – „zweiter Segen“  – „Taufe im Hl. Geist“ 

Halleluja-Enthusiasten sprechen auch gerne von einer himmlischen „Salbung“, die der Heilige Geist ihnen durch dieses Rückwärtsfallen gewähren würde  – oder auch von einem „zweiten Segen“ (der erste „Segen“ wäre demzufolge die Taufe bzw. die Erstbekehrung, die „Rechtfertigung“).

Derlei Auslegungen sind bei Licht betrachtet natürlich gefährlicher Unsinn, denn der wahre Heilige Geist setzt den wachen Verstand nicht außer Kraft, ER legt weder Vernunft noch Menschen flach, läßt sie erst recht nicht in trance-ähnlicher Weise rückwärts kippen.

Entsprechende Beteuerungen von „Betroffenen“ bzw. Hammersegen-Beglückten, wonach sie während des „Ruhens im Geist“ großartige Gefühle hätten wahrnehmen können, überirdisch wohlklingende Musik hörten, Energiewellen wie „elektrischen Strom“ fühlten, Farben ganz besonderer Art erkennen konnten und sich  – alles in allem –  ganz „himmlisch“ fühlten, mögen durchaus zutreffen.

Der Satan erscheint als „Engel des Lichtes“

Allerdings hat dies mit einer wirklichen Gnadenerfahrung Gottes nichts zu tun, sondern ist wohl in den meisten Fällen innerseelisch bedingt oder gar „von unten“, denn der Erzfeind des wahren Glaubens erscheint gerne  –  wie der hl. Paulus bereits warnend verkündigte –  als „Engel des Lichts“ (2 Kor 11,14)  –  und er spielt zudem ausgezeichnet auf dem Klavier der Sinnlichkeit, der Fantasie und der Empfindungen, um leichtgläubige und erlebnishungrige Menschen psychologisch raffiniert „einzuwickeln“.

Außerdem ist zu bedenken, daß man auch und gerade im Drogenrausch durchaus Ähnliches erleben kann (wie in der entsprechenden Fachliteratur erläutert wird): überirdisch erscheinende Farben, Gefühle von Seligkeit und Harmonie, Visionen und „Erleuchtungen“, übersinnliche Wahrnehmungen usw.  

Eben in dieser vermeintlichen „Bewußtseinserweiterung“ besteht ja gerade die Faszination und Illusion von Rauschmitteln  –  in Wirklichkeit handelt es sich wohlgemerkt um eine Bewußtseinsverengung   –  nämlich bezogen auf den Verstand und das kontrollierende Wachbewußtsein.

Zurück zu Pater Ivo Pavic, dem charismatischen Wanderprediger, der schon seit dem Jahre 2000 in puncto „Heilung und Befreiung“ weltweit zugange ist  – und  der in diesem Jahr durch deutsche Lande und Wallfahrtsstätten reist und dort fleißig seinen irrgeistigen „Hammersegen“ verteilt.

Der erscheinungsbewegte private Rundfunksender Radio Maria verkauft in seinem Versandshop zB. eine CD von Pater Pavic mit dem eindeutigen Titel „Ruhen im Hl. Geist.   –  Befreiungs- und Heilungsgebet.“

Es geht wieder um die beiden charismatischen Lieblingsfloskeln  „Heilung und Befreiung“, wobei eben der Hammersegen –  das sog. „Ruhen im Geist“  –  ein besonders starker Ausdruck dieser „inneren Heilung“ sei.

„SLAIN in the SPIRIT“:  Erschlagenwerden vom Geist…

In den USA spricht man übrigens  –  und zwar auch in charismatischen Kreisen!  –  von „Slain in the Spirit“, was weitaus realistischer ist, heißt es doch übersetzt: Erschlagenwerden vom Geist…

Die Silberscheibe über Pater Pavic wird von Radio Maria angepriesen mit den Worten, dieser Franziskaner habe „von Gott die Gaben der Heilung und der Segenskraft bekommen, was die Menschen bei seinen Exerzitien deutlich spüren“  –  allerdings: diese „Segenskraft“ haut baumstarke Männer um, ähnlich wie bei dem „Heilungsdienst“ des weltweit herumreisenden Charismatiker-Gurus Alan Ames.

Erinnern wir uns an das Wort unseres Papstes: „Katholisch sein heißt nüchtern sein.“ 

Nehmen wir auch ernst, was unser göttlicher Erlöser einst selber ankündigt:

„Es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten; sie werden große Zeichen und Wundertaten vollbringen, um womöglich selbst die Auserwählten zu verführen. Siehe, ich habe es euch vorhergesagt“ ( Mt 24,23 ff  – ebenso in Mk 13,21-23).

Der hl. Apostel Paulus schärft uns ebenfalls ein: „So laßt uns nicht schlafen wie die anderen, sondern nüchtern und wachsam sein“ (1 Thess 5,6).

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

BELEG-Links:
Artikel-Zusammenhang betr. des Hammersegen-Fotos: http://alar-m.hr/dom/index.php/dogadanja/tisak-vijesti/165-fra-ivo-pavic-karizmatska-obnova
Die erwähnte CD von Pater Pavic bei „Radio Maria“: http://radio-maria.de/ArtikelSeite.php?room=cd_Lebenshilfen
 

Initiative „Kinder von Medjugorje“ kündigt „Geistausgießung“ für Frankreich an

„Wollen Sie der Gottesmutter schreiben?“

Die französische Gruppierung „Les Enfants de Medjugorje“ ( = Die Kinder von Medjugorje) kündigt auf ihrer Webseite „edm.eu.com“ eine großartige Geistausgießung für die Welt und ganz besonders für Frankreich an.

Hierbei beruft sich die charismatisch orientierte Medju-Initiative auf die französische „Mystikerin“ und „Stigmatisierte“ Marthe Robin (1901 bis 1981), die auch für die Entstehung der „Gemeinschaft der Seligpreisungen“ von großer Bedeutung war, wie deren Gründer Bruder Ephraim in seinen Büchern schildert. Auch die „Seligpreisungs“-Kommunität  ist stark charismatisch geprägt und zudem ebenfalls sehr Medju-bewegt.

Das Hochfest der Aufnahme Marias in den Himmel am 15. August 2012 nahmen die „Enfants de Medjugorje“ zum Anlaß für ihre üblichen Pro-Medju-Jubelrufe und zugleich für enthusiastische Endzeitschwärmereien.

So wird mit Berufung auf Marthe Robin wörtlich folgendes „prophezeit“:

„Die Erneuerung in Frankreich wird außergewöhnlich sein, wie ein Ball, der hochspringt. Nein, das wird noch schneller und viel  höher aufspringen als ein Ball!“

Außerdem wird angekündigt:

Frankreich wird mit der Nase im Staub liegen. Aber in seiner Not wird es sich an Gott erinnern. Dann wird es zu ihm schreien und es wird die Muttergottes sein, die kommen wird, es zu retten. Frankreich wird seine Berufung als älteste Tochter der Kirche wiederfinden, es wird der Ort der größten Ausgießung des Heiligen Geistes sein, und es wird wieder Missionare in die ganze Welt entsenden.“

Hier wird man an den katholischen Grundsatz erinnern dürfen: „Die Gnade baut auf der Natur auf und vollendet sie.“  – Warum sollte also ausgerechnet im weitgehend gottlos gewordenen Frankreich die „größte Ausgießung des Heiligen Geistes“ stattfinden? Weshalb sollte sich diese Nation plötzlich aus heiterem Himmel derart phänomenal „bekehren“?

Abgesehen davon fand die größte (echte!) Geistausgießung vor ca 2000 Jahren zu Pfingsten in Jerusalem statt  –  Frankreich hin oder her.

Zu dieser   –  für Charismatikerkreise typischen   –   Endzeitschwärmerei gesellt sich in dieser Mitteilung des französischen Medju-Fanclubs noch ein weiteres Kuriosum, denn am Schluß heißt es:

Sie möchten der Muttergottes schreiben? Senden Sie Ihren Brief an ….[frz. Adresse]....Wir werden ihn einem Seher übermitteln!

Kommentar überflüssig!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

(Beleg für die Zitate hier: http://de.gloria.tv/?media=323854)

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


CDU-Politikerin Steinbach vermißt das konservative Standbein in ihrer Partei

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach hat sich für eine Stärkung des Konservatismus in der Union stark gemacht. Die Parlamentarierin ist zugleich Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV).

Die CDU beruhe auf einem liberalen, christlichen und konservativen Standbein, sagte Steinbach der Tageszeitung Die Welt.

Sie widersprach damit dem Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder (CDU), der mehrfach betont hatte, die Christdemokraten seien keine konservative Partei.



„Der Konservatismus in unserer Partei ist so unsichtbar geworden, daß sich viele Stammwähler abgewendet haben“, warnte die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen. Aus diesem Grund habe sich der „Berliner Kreis“ gebildet.

Aufgabe der Konservativen in der Union sei es, die Glaubwürdigkeit der Bundespartei zu garantieren. Zuletzt habe man viele Versprechen, wie etwa eine Entschädigung deutscher Zwangsarbeiter, nicht umsetzen können, kritisierte Steinbach.

Sie sprach sich dabei gegen die Öffnung der Ehe für Homosexuelle und für das geplante Betreuungsgeld aus.


Quelle: Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT

 


Syrien: „Rebellion entwickelt sich in Richtung islamischer Dschihad“

Zehntausende von Christen sind auf der Flucht

„Hartherzig“ nennt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) die Argumentation von Entwicklungsministers Dirk Niebel (FDP), für die Christen in Syrien keine Sonderhilfen in Aussicht zu stellen, weil das seiner Meinung nach zu Neid und Mißstimmung führen und neue Konflikte schüren könne.

„Muslime finden Schutz im nahen Ausland und können später nach Hause zurückkehren, die Christen verlieren hingegen ihre Heimat endgültig“, so Karl Hafen, geschäftsführender Vorsitzender der IGFM.

Die Innenstadt von Homs, wo die meisten Christen wohnten, ist zerstört, ihre Häuser sind unbewohnbar oder geplündert, die zehn Kirchen in der Altstadt sind schwer beschädigt worden und auf lange Sicht nicht nutzbar.

Seit dem Angriff auf Kirchen im April 2012, ausgerechnet am Karfreitag, stellen sich nicht wenige Christen die Frage, was nach dem Ende der Gewalt folgt: Freiheit, Menschenrechte oder doch Salafismus?

Niebel muß sich der Realität und der Diskussion stellen, daß die Christen aus ihrer teils Jahrtausende alten Heimat im gesamten Vorderen Orient und Nordafrika verdrängt werden. „Die Lage der Christen zu verleugnen, erinnert an Maria und Josef, die auf der Suche nach einer Herberge keiner aufnehmen wollte“, kommentiert Karl Hafen.

Augenzeugen verschiedener christlicher Konfessionen, darunter auch der syrisch-orthodoxe Metropolit Silvanos, hatten der IGFM in diesem Monat unabhängig voneinander berichtet, daß innerhalb eines Monats von den etwa 300.000 Christen in Homs über 70.000 geflohen seien, weil die Rebellen sich nach Angriffen des Militärs Assads in die Altstadt von Homs zurückgezogen hätten, wo die meisten Christen gewohnt hatten. Beim Nachrücken des Militärs seien in erster Linie die Häuser der Christen zerstört worden, während die von Muslimen bewohnten Randgebiete der Stadt verschont blieben.

Die ehemals von Christen bewohnten Häuser seien zerstört, geplündert oder von Muslimen besetzt worden, so daß an eine Rückkehr in ihre Heimat nicht zu denken sei. Wegen überall lauernder Scharfschützen sei es zurzeit nicht möglich, in die Stadt zurückzukehren.

Bis April 2012 hätten Christen nicht das Gefühl gehabt, daß man sie gezielt angreifen würde. Am Anfang der Rebellion standen auch Christen in den Reihen der Demonstranten und hätten die Oppositionsbewegung unterstützt, aber sie hätten keine Waffen getragen.

Nun entwickle sich die Revolution in Richtung Jihad, die Christen zögen sich zurück und hätten Angst um ihre Zukunft.

Facebook-Seite der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte:
https://www.facebook.com/igfmdeutschland


Mißbrauchsexperte würdigt christliche Kirchen für ihren Einsatz pro Kinderschutz

Der Mißbrauchsbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat die Kirchen für ihr Engagement zur Vermeidung von Kindesmißbrauch gelobt.

Wie beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOS) und bei den Wohlfahrtsverbänden sei eine große Bereitschaft erkennbar, bei einem Mißbrauchsverdacht einzugreifen und die Prävention vor Ort zu verbessern, erklärte Rörig am gestrigen Dienstag in Berlin.

Die Kirchen hatten im Juni Vereinbarungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt in Berlin unterzeichnet. Rörig äußerte sich bei einer Fachtagung zum Schutz vor sexueller Gewalt gegen Kinder.

Quelle: Radio Vatikan

 


Auskunft des Senats in Bremen: Viele Intensivtäter sind junge männliche Türken

Die Antwort des Senats auf eine Anfrage in der Bürgerschaft zum Thema Intensivtäter hat aufschlußreiche Fakten zutage gefördert.

Demnach waren 2011 im Land Bremen 252 Intensivtäter polizeilich registriert, davon 202 in Bremen und 50 in Bremerhaven.

Bei 40 dieser Kriminellen handelte es sich um Jugendliche, also Personen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren.  – 68 waren Heranwachsende (18-21 Jahre) und 144 Erwachsende.

Gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil sind Jugendliche und Heranwachsende in der Gruppe der Intensivtätern deutlich überrepräsentiert: Jugendliche stellten im Land Bremen 3,1 Prozent der Einwohner, aber 15,9 Prozent der Intensivtäter. Bei den Heranwachsenden ist das Mißverhältnis noch markanter: Rund 27 Prozent aller Wiederholungstäter gehörten dieser Altersgruppe an, die nur 2,8 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachten.

Das Bild ist noch dramatischer wenn man berücksichtigt, dass 98,8 Prozent der Delinquenten männlichen Geschlechts sind. Die Gruppe der Intensivtäter im Land Bremen setzt sich also in erster Linie aus Männern im Alter zwischen 14 und 21 Jahren zusammen. Sie stellen 42,9 Prozent aller mehrfach straffällig gewordenen Personen.

In seiner Stellungnahme weist der Senat auch die Staatsangehörigkeiten der dingfest gemachten Intensivtäter aus: Im vergangenen Jahr waren 150 der Wiederholungstäter Deutsche und 102 Ausländer. Nichtdeutsche hatten damit einen Anteil von 40,5 Prozent.

Im Vergleich dazu betrug die Ausländerquote im Land Bremen zum 31.12.2011 nur 12,4 Prozent.

Die Angaben der Bremer Innenbehörde geben auch Auskunft über die Zahl der deutsche Mehrfachtäter mit Migrationshintergrund. Dabei handelt es sich um Personen, die im Ausland geboren wurden oder von ausländischen Eltern abstammen, zwischenzeitlich aber die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen haben. In der Stadt Bremen hatten 32 der insgesamt 123 deutschen Intensivtäter einen Migrationshintergrund. Das entspricht einem Anteil von 26 Prozent.

Addiert man die Zahl der Ausländer und die der eingebürgerten Deutschen, dann zeigt sich, dass 134 aller Intensivtäter im Land Bremen Zuwanderer waren. Das entspricht einer Quote von 53,2 Prozent. Tatsächlich dürften es aber noch mehr sein, denn die Ortspolizeibehörde Bremerhaven erfasst den Migrationshintergrund von Straftätern nicht.

Im Land Bremen lebten 2010 übrigens 184.000 Zuwanderer (Ausländer und eingebürgerte Deutsche), was einem Bevölkerungsanteil von 27,9 Prozent entsprach. Mit den genannten 53,2 Prozent sind diese Personen also fast doppelt so häufig in der Gruppe der Intensivtäter vertreten wie deutsche Staatsbürger ohne Migrationserfahrung.

Aufschlußreiche Erkenntnisse liefert auch eine Analyse der nationalen Herkunft nicht-deutscher Mehrfachtäter: 45 oder 44,1 Prozent der insgesamt 102 ausländischen Intensivtäter im Land Bremen hatten einen türkischen Paß.

Zum Vergleich: Der Anteil der Türken an der ausländischen Wohnbevölkerung des Landes Bremen lag 2011 bei nur 31,4 Prozent. Auf Platz 2 folgen mit jeweils 5,9 Prozent weit abgeschlagen Libanesen und Polen, wobei die Gruppe der libanesischen Staatsangehörigen insoweit auffällig ist, als sie Ende 2010 im Land Bremen gerade einmal 1027 Personen zählte. Ihre Beteiligung an der Mehrfachkriminalität war damit deutlich höher als ihr Anteil an der Ausländerpopulation, der nur 1,25 Prozent betrug.

Quelle: Webseite Kopten ohne Grenzen


Pater James Mariakumar SVD und sein charismatisches „Befreiungsgebet“

Von Felizitas Küble

Jede kirchliche und weltliche Bewegung hat in der Regel einen „harten“ bzw. extremen und zugleich einen gemäßigten Flügel  – so ist es auch im Spektrum der katholischen Charismatik.

Zu jenen, die sich zunächst den Anschein des halbwegs „Nüchternen“ geben, gehört der indische Pater James Mariakumar SVD.

Dieser Ordensmann der Steyler Missionare (SVD) ist seit langem im sog. „Heilungs- und Befreiungsdienst“ tätig, zumal in puncto „Innere Heilung“, aber auch im Bereich sog. „Befreiungsgebete“, womit angebliche oder tatsächliche dämonische Belastungen besiegt werden sollen.

Bekanntlich handelt es sich bei „Heilung und Befreiung“ um zentrale charismatische Lieblingsbegriffe.

Pater Mariakumar vermeidet in seinem Buch „Okkultismus und geistiger Kampf“ (siehe Foto) zwar auf den ersten Blick gewisse schwärmerische Ausuferungen, wie man sie sonst in dieser Szene kennt, zumal bei etlichen seinen indischen „Kollegen“.

Doch das vermag nicht darüber hinwegzutäuschen, daß einige typisch spirituelleVerirrungen an ihm nicht spurlos vorübergingen.

Dies läßt sich zB. in seinem erkennen, das er gemeinsam mit der Nonne Mary Pereira verfaßte.

Dort bejubelt er ein „neues Pfingsten“, das angeblich durch die „Charismatische Erneuerung“ in der Kirche ermöglicht worden sei.

Zudem verweist er mehrfach auf eine sog. „Taufe im Heiligen Geist“, womit aber nicht das katholische Sakrament der Firmung gemeint ist, sondern eine euphorische Sondererfahrung als Folge einer „Geistausgießung“.

Auf S. 151 wird ein quasi-exorzistisches „Befreiungsgebet“ präsentiert. Es ist von Pater Mariakumar verfaßt und wird als tägliches (!) Gebet empfohlen, vorzugsweise vor dem Tabernakel.

Nun weiß man, daß die katholische Meßliturgie, zumal das Hochgebet, keine Erwähnung, geschweige ein Anreden des Satans und der Dämonen kennt – und dies nicht etwa, um den Glauben an die Existenz der bösen Geister zu verdrängen, sondern weil man dem Widersacher  im Gottesdienst nicht die Ehre einer Erwähnung oder gar „Ansprache“ gewähren will, auch nicht durch negative Benennung.

Mit welcher Logik empfiehlt also dieser Geistliche, daß man ein anti-dämonisches „Befreiungsgebet“ ausgerechnet „vor dem eucharistischen Herrn im Tabernakel“ sprechen soll („dies ist nur von Nutzen“)  – und dies noch dazu „täglich“?!

Zudem sind an den Inhalt dieser Absage-Formeln eine Menge Fragezeichen zu setzen, zum Beispiel folgende:

1. Es heißt gleich eingangs: „Im Namen Jesu, durch die Macht des kostbaren Blutes Jesu (…), kraft der Autorität, die mir von Jesus durch durch die Macht seines kostbaren Blutes gegeben wurde, widersage ich allen Kräften des Bösen, die mir schaden wollen und weise sie ab. Unterwerft euch dem Herrn Jesus und kehrt nie mehr zu mir zurück.“

Die Formel („Unterwerft euch…“) kommt in diesem „Befreiungsgebet“ sage und schreibe fünfzehn-mal vor.

Welchen Sinn hat es, die bösen Geister zur „Unterwerfung“ unter Christus aufzufordern? Die Teufel als gefallene Engel befinden sich ja gerade   d e s h a l b   in diesem verlorenen Zustand, weil sie sich Gott  n i c h t  unterwerfen wollen  – und zwar in alle Ewigkeit nicht, sonst wäre ja die Hölle nicht ewig!

2. Sodann heißt es dort weiter: „Deshalb hast Du, Satan, keine Rechte über mich, über meine Familie und mein Haus.“

Soll man die Gläubigen wirklich täglich auffordern, den Satan   d i r e k t  anzusprechen, noch dazu vor dem Tabernakel?!  –  Dergleichen wird in den (selten vorkommenden) kirchlichen Absagegebeten (Taufe, Firmung) sprachlich nur in dritter Person praktiziert („Ich widersage dem Satan…“)  – er wird also nicht direkt angesprochen, was auch seine guten Gründe hat!

3. Der nächste Satz in des Paters „Befreiungsgebet“ ist noch irriger:

„Ich bitte den Herrn um Verzeihung für alle Sünden meiner Vorfahren.“

Während also der Satan direkt angesprochen wird, ist dies hier bei Gott nicht der Fall.

Zudem ergibt es keinen Sinn, für „alle Sünden der Vorfahren“ um Verzeihung zu bitten, abgesehen davon, daß man sich dadurch  – zumindest indirekt – einen Blickwinkel anlegt, der bedenklich ist, weil man seine Vorfahren im Hinblick auf ihre „Sünden“ in die eigene Erinnerung ruft. Dient dies etwa der Nächstenliebe und eigenen Demut?

Es gibt zudem in der amtlichen und liturgischen Gebetstradition der Kirche kein einziges Beispiel für eine derartige Vergebungsbitte zugunsten von Vorfahren.

4. In den folgenden Abschnitten kommen allerlei unnötige oder merkwürdige Formeln vor, so wenn es etwa heißt: „Ich widersage dem Geist der Angst…der Schüchternheit…des Frustes…der Minderwertigkeitskomplexe…der Nervosität.“

„Schüchternheit“  oder „Nervösität“ und dergl. sind keine Sünden, sie haben nichts mit dem Satan zu tun. Vielmehr hängen derlei Gemütsstimmungen mit dem angeborenen Temperament zusammen  – oder auch mit den Lebenserfahrungen, die jemand zu bewältigen hat usw.

5. Reichlich komisch bis „schräg“ für ein Gebet, noch dazu vor dem Tabernakel, wirkt die detaillierte Aufzählung leiblicher Glieder:

„Ich widersage dem Geist der Wollust, die zu mir kommt durch Gedanken, „orte und Handlungen, durch meine Augen, Nase und Zunge, durch den Tastsinn, durch Hände, Füße und die Geschlechtsorgane.  – Weiche von mir…“ 

In einem weiteren Abschnitt heißt es ähnlich absonderlich:

„Herr Jesus, wasche mich mit Deinem kostbaren Blut. Wasche mein Gehirn, mein Nervensystemj, das blut in meinen Adern, mein Fleisch, meine Knochen und meine inneren Organe….meinen Mund, meine Hände, Füße und meine Geschlechtsorgane.“

6. Sodann wird in einem Gebet, das sich an Christus richtet, folgende Bitte geäußert: „Sende mir vom Vater den Heiligen Geist…“

Wie die katholische Kirche (im Unterschied zur Orthodoxie)  lehrt, geht der Hl. Geist vom Vater und vom Sohne aus (vgl. Großes Credo).  Warum wird dann die Bitte um den Hl. Geist nicht direkt an Christus  gerichtet?

7. Im letzten Abschnitt dieses „Befreiungsgebets“ geht es ans charismatische Eingemachte, denn dort finden sich folgende Aufforderungen an Christus:

„Salbe mich mit den charismatischen Gaben – dem Wort der Wahrheit, der Erkenntnis und der Prophetie, der Unterscheidung der Geister, der Gabe, Kranke zu heilen, der Gabe der Wunderkräfte (…), der Gabe der Zungenrede…“

Hier wird ein enthusiastischer, gefühlsorientierter und letzten Endes sensationsgieriger „Glaube“ angepriesen, der sich an „Zeichen und Wundern“ orientiert, der gewisse außergewöhnliche (!) „Geistesgaben“ sucht, wie man dies aus der Schwärmerszene seit Jahrhunderten zur Genüge kennt.

In Wirklichkeit beruht unser Glaube auf der Heiligen Schrift, der apostolischen Überlieferung und dem Lehramt der Kirche, also auf objektiven Maßstäben, nicht etwa auf subjektiven Gefühlen und „Erleuchtungen“.

Daher ist von diesem „Befreiungsgebet“ des Pater Mariakumar aus meiner Sicht deutlich abzuraten.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Foto: Dr. Bernd F. Pelz