Papst: „Damit der Mensch erlöst werde, brauchen wir den Erlöser“

Als der Papst noch Kardinal Joseph Ratzinger hieß, hielt er am 9. Mai 2003 eine Rede auf dem Symposium „Johannes Paul II.: 25 Jahre Pontifikat“, wobei er sich auch über den Zusammenhang von Glaube und Vernunft äußerte.

Am Ende seiner Ansprache bezog er sich wie folgt auf  Josef Pieper, einen namhaften kath. Philosophen aus Münster:

„Josef Pieper hat einmal den Gedanken geäußert,
dass in der „letzten Epoche der Geschichte,
unter der Herrschaft von Sophistik und korrupter Pseudophilosophie,
die wahre Philosophie sich in die uranfängliche Einheit mit der Theologie
zurückbegeben könnte“, 
dass also am Ende der Geschichte
„die Wurzel aller Dinge und die äußerste Bedeutung der Existenz 
–  das heißt doch: der spezifische Gegenstand des Philosophierens  –
nur noch von denen in den Blick genommen und bedacht wird,
die glauben“.

Nun, wir stehen  –  so weit wir sehen können  –  nicht am Ende der Geschichte. Aber wir stehen in der Versuchung, der Vernunft ihre wahre Größe zu verweigern.

Und da sieht es der Papst mit Recht als Aufgabe des Glaubens an, die Vernunft neu zum Mut der Wahrheit zu ermutigen.

Ohne Vernunft verfällt der Glaube; ohne Glaube droht die Vernunft zu verkümmern.

Es geht um den Menschen. Aber damit der Mensch erlöst werde, brauchen wir den Erlöser  –  brauchen wir Christus, den Menschen, der Mensch und Gott in einer einzigen Person ist.“


Nürnberg: Kontroverse in der evangelischen Kirche um eine Moschee mit Minarett

Der vom SPD-geführten Stadtrat in Nürnberg genehmigte Bau einer Moschee mit einem 13 Meter hohen Minarett sorgt für Streit. Während zahlreiche Anwohner im Stadtteil Hasenbruck dagegen protestieren, wird das Vorhaben von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern unterstützt.

Nach den Worten ihres Islam-Beauftragten, Pfarrer Rainer Oechslen (München), kennzeichnet ein Minarett ein Gebäude als Moschee. Er sehe nicht ein, warum das verboten werden sollte. Von den Bewohnern des Stadtteils erwarte er mehr Toleranz gegenüber dem Islam, zumal das Minarett nicht für Gebetsaufrufe gedacht sei.

Der Nürnberger Arbeitskreis „Suchet der Stadt Bestes“ widerspricht Oechslen. Er kenne keinen Christen in Nürnberg, der gegenüber Moslems intolerant wäre, sagte der Vorsitzende, Hansjürgen Kitzinger, gegenüber der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA.

Kritik an dem Minarett habe nichts mit Intoleranz zu tun. Es verbreite keine Einladung zum Gebet, sondern sei vor allem ein religiös-politisches Symbol für einen islamischen Herrschaftsanspruch. Der Ruf des Muezzin laute korrekt übersetzt: „Es gibt keinen Gott außer Allah! Allah ist der Größte!“

Die Forderung nach mehr religiöser Toleranz müsse deshalb zunächst an Muslime gerichtet werden. Sie sollten von sich aus auf das Minarett verzichten, so Kitzinger.

Quelle: http://www.idea.de

 


Papst Benedikt und seine kritischen Hinweise zum 2. Vatikanischen Konzil

„Das Konzil wollte sich bewußt in einem niedrigeren Rang als Pastoralkonzil ausdrücken“

Am 11. Oktober 2012 begeht die katholische Kirche den 50. Jahrestag der Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils. Dabei werden voraussichtlich wieder einige Kontroversen über dieses Thema aufbrechen.

In der seit langem anhaltenden Debatte über das Für und Wider des 2. Vatikanum wird allerdings nicht immer ausreichend unterschieden zwischen Gültigkeit bzw. Rechtmäßigkeit und kirchlicher Verbindlichkeit einerseits –  und dogmatischer Unfehlbarkeit andererseits. 75743_14122011

Außerdem wird mitunter zu wenig beachtet, daß sich das 2. Vatikanum selber als „Pastoralkonzil“ definierte, das vor allem der praktischen Seelsorge dienen sollte   –   und daß es kein Dogma  –  also keinen unfehlbaren Glaubenssatz  – verkündete.

Folglich hat diese Kirchenversammlung insoweit keinen Unfehlbarkeitsanspruch erhoben.

Gleichwohl ist es natürlich auch als Pastoralkonzil gültig, rechtmäßig und im allgemeinen Sinne verbindlich, wenngleich der gläubige Katholik keineswegs verpflichtet ist, etwa jeden dort geäußerten Satz als unfehlbar anzusehen.

Weder hat dieses jüngste Konzil ein „neues Pfingsten“ in der Kirche hervorgebracht, wie manche Enthusiasten vorschnell schwärmten  –  noch sollte man es als „Räubersynode“ verunglimpfen.

Sachkritik an einzelnen Aussagen des 2. Vatikanum ist gläubigen Katholiken freilich durchaus erlaubt.

Darauf hat auch unser Papst, als er noch Kardinal Ratzinger hieß und Glaubenspräfekt in Rom war, mehrfach hingewiesen. Er hat sogar selber eine solche „Sachkritik“ geübt. Er warnte ohnehin ausdrücklich davor, das 2. Vatikanum zu einer Art „Superdogma“ hochzujubeln.

Eine insofern sehr aufschlußreiche Rede von Kardinal Joseph Ratzinger vor chilenischen Bischöfen vom 13.7.1988 befaßte sich mit genau diesem innerkirchlich „heißen“ Themenkomplex.

„Das 2. Vatikanische Konzil ist nicht das Ende der Tradition“

Der damalige Chef der Glaubenskongregation erklärte hierzu:

Das Zweite Vatikanische Konzil gegenüber Msgr. Lefebvre als etwas Wertvolles und Verbindendes der Kirche zu verteidigen, bleibt eine Notwendigkeit.

Aber es gibt eine einengende Haltung, die das Zweite Vatikanum isoliert und die Opposition hervorgerufen hat.

Viele Ausführungen vermitteln den Eindruck, daß nach dem 2. Vatikanum jetzt alles anders ist und das Frühere keine Gültigkeit mehr haben kann oder – in den meisten Fällen – dies nur noch im Lichte des 2. Vatikanum erkennbar sei.

Das Zweite Vatikanische Konzil behandelt man nicht als Teil der lebendigen Tradition der Kirche, sondern direkt als Ende der Tradition und so, als fange man ganz bei Null an.

Die Wahrheit ist, daß das Konzil selbst kein Dogma definiert hat und sich bewußt in einem niedrigeren Rang als reines Pastoralkonzil ausdrücken wollte; trotzdem interpretieren es viele, als wäre es fast das Superdogma, das allen anderen die Bedeutung nimmt.“

Lesen Sie hier die vollständige Ansprache Ratzingers vor den Bischöfen in Chile: http://www.kath-info.de/ratz_13j.html

Sodann muß der unzutreffende Eindruck vermieden werden, als ob das 2 .Vatikanische Konzil quasi   d i e  entscheidende Lehrautorität der Kirche darstelle, als ob frühere Konzilien nur etwas „Vorläufiges“ gewesen seien. Damit würde man gleichsam einen Ast vom Baum abschneiden und ihn isolieren.

„Wir dürfen nicht die Wurzeln abschneiden, von denen der Baum lebt“

Papst Benedikt hat sich in seinem bekannten Brief an den Weltepiskopat  (alle Bischöfe der Welt) vom 10. März 2009 dazu klar geäußert:

“Man kann die Lehrautorität der Kirche nicht im Jahr 1962 einfrieren (…). Aber manchen von denen, die sich als große Verteidiger des Konzils hervortun, muss auch in Erinnerung gerufen werden, dass das II. Vatikanum die ganze Lehrgeschichte der Kirche in sich trägt. Wer ihm gehorsam sein will, muss den Glauben der Jahrhunderte annehmen und darf nicht die Wurzeln abschneiden, von denen der Baum lebt.”

In diesem Schreiben an den Weltepiskopat äußerte sich der Papst zudem sehr klar über die zentrale Aufgabe der Kirche heute:

„In unserer Zeit, in der der Glaube in weiten Teilen der Welt zu verlöschen droht wie eine Flamme, die keine Nahrung mehr findet, ist die allererste Priorität, Gott gegenwärtig zu machen in dieser Welt und den Menschen den Zugang zu Gott zu öffnen.

Nicht zu irgendeinem Gott, sondern zu dem Gott, der am Sinai gesprochen hat; zu dem Gott, dessen Gesicht wir in der Liebe bis zum Ende (Joh 13, 1), im gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus erkennen.

Das eigentliche Problem unserer geschichtlichen Stunde ist es, daß Gott aus dem Horizont der Menschen verschwindet und daß mit dem Erlöschen des von Gott kommenden Lichtes eine Orientierungslosigkeit in die Menschheit hereinbricht, deren zerstörerische Wirkungen wir immer mehr zu sehen bekommen.

Die Menschen zu Gott, dem in der Bibel sprechenden Gott zu führen, ist die oberste und grundlegende Priorität der Kirche und des Petrusnachfolgers in dieser Zeit.“

„Die Welt braucht den kritischen Einspruch“

Zurück zum Thema Konzil. Als Kardinal Ratzinger übte der Papst einst selber sachliche Kritik am 2. Vatikanum, so zB. in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt vom 30.5.1988; er erklärte dabei wörtlich:

„Bei dem großen Ja zu dem, was vom Konzil selbst gewollt war, wird man doch über das Problem, was an Einseitigkeiten unterlaufen ist, mit einer neuen Ernsthaftigkeit nachdenken müssen.

Unserem Ja zur Welt müssen wir hinzufügen, daß die Welt Selbstkritik, kritischen Einspruch braucht. Das kritische Potential, das der Christ gegenüber Entwicklungen hat, muß voll zur Wirkung kommen.“

Detailkritik an der Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“

Joseph Ratzinger hat jedoch nicht nur allgemeine kritische Hinweise geäußert, sondern auch spezielle Aussagen oder Argumentationslinien in Konzilstexten bemängelt, zB. betreffs der Pastoralkonstitution „Über die Kirche in der Welt von heute“ (Gaudium et spes), zumal hinsichtlich des ersten Kapitels über die Würde des Menschen.

Hier sei einer der Kritikpunkte des Kardinals herausgegriffen:

In der lateinisch-deutschen Ausgabe der Konzilsdokumente   – erschienen 1968  – vermerkt der Theologie und einstige Konzilsberater Joseph Ratzinger auf S. 331, dieses Kapitel erwähne das christologische Zeugnis leider erst am Schluß seiner Ausführungen:

„Die Auslassung der Christologie aus der Lehre von der Gottebenbildlichkeit […] rächt sich; der Versuch, an die christliche Anthropologie von außen heranzuführen und die Glaubensaussage von Christus dabei allmählich zugänglich zu machen, hat […] zu der falschen Konsequenz verleitet, das Eigentliche des christlichen Glaubens als das vermeintlich weniger Dialogfähige vorderhand beiseite zu lassen.

In Wirklichkeit könnte doch der Ansatz des Textes nur dann Sinn haben, wenn er wirklich stufenweise zum Kern der neutestamentlichen Botschaft vorführte, also sie inmitten des Menschlichen aufdecken und damit zusehends die Perspektive auf Christus hin eröffnen würde, nicht aber wenn man möglichst im Vorchristlichen verbleibt und Christus dann unvermittelt erst am Ende in Erscheinung treten lässt.“

Skepsis betreffs Ausweitung der Konzilserklärung „Nostra aetate“

Vier Jahre zuvor –  noch während des Konzils, nämlich 1964  – erschien Dr. Ratzingers Buch „Ergebnisse und Probleme der dritten Konzilsperiode“ (Bachem-Verlag).

Darin äußert sich der Konzilstheologe  auf den Seiten 45 und 46 kritisch darüber, daß das Konzil seine zunächst geplante, separate „Erklärung über das Judentum“ in ihrer Eigenständigkeit fallenließ bzw. diesen Text ledigilch als Teilstück in eine „umfassende Darstellung einer Theologie der Weltreligionen einfügte (gemeint ist die Konzilserklärung NOSTRA AETATE über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen).

„Ob das ein ganz glücklicher Vorgang ist, wird man bezweifeln können“, schreibt Ratzinger.

Er erinnert an die heilsgeschichtliche und theologische Sonderstellung der Juden laut Paulus (Röm 9 f), eine Sonderstellung, die gegenüber den anderen nicht-christlichen Religionen „nicht verwischt werden“ dürfe. 

Schließlich gehört das Alte Testament zur Offenbarung Gottes (aber nicht etwa der Koran). So wurde z.B. der Islam in „Nostra aetate“ zweifellos durch eine betont rosarote Brille betrachtet, die heute eher weltfremd erscheint.

Der Theologie Ratzinger fügte mit Recht hinzu: „Zudem erscheint es fraglich, ob die Situation für eine Theologie der Religionen schon reif ist“.

„Hat das Konzil die Krise der Kirche geschaffen?“

Abschließend ein weiteres Beispiel aus Ratzingers Buch „Dogma und Verkündigung“, das bereits 1973 erschien; dort heißt es auf  S. 433 hinsichtlich der Konzilszeit:

„Damals behauptete im Grunde niemand, daß die Kirche in einer Krise sei,
heute leugnet es niemand, wenn auch die Meinungen über ihre Art und ihre Gründe auseinandergehen.
Was ist geschehen?
Hat etwa das Konzil die Krise geschaffen, da es keine zu überwinden hatte?
Nicht wenige sind dieser Meinung;
sie ist sicher nicht gänzlich falsch,
aber sie trifft doch auch nur einen Teil der Wahrheit.“

Logisches Ergebnis dieser Ausführungen:

Die Ansicht,  daß das 2. Vatikanische Konzil die innerkirchliche Krise „geschaffen“ habe, ist „nicht gänzlich falsch“, sie trifft freilich nur einen „Teil der Wahrheit“, folglich ist dieses Konzil aus Kardinal Ratzingers bzw. des Papstes Sicht durchaus mit-verursachend für die Krise von heute. Dies nüchtern festzustellen bedeutet freilich nicht, die positiven Seiten des Konzils zu bestreiten. 

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

 

 


Gesetzentwurf der Bundesjustizministerin zum § 217 forciert Selbstmord und Suizid-Beihilfe

Christdemokraten für das Leben (CDL) begrüßen Stellungnahme der DGS gegen Suizidbeihilfe

Pressemitteilung der CDL vom 24.8.2012:

Der derzeit vorliegende Entwurf zu einem neuen § 217 StGB  –  „Gesetz zur Strafbarkeit der gewerbsmäßigen Förderung der Selbsttötung“   – trifft trotz Sommerpause auf immer schärfere Kritik.

Der Bundesverband Lebensrecht hat sich ebenso wie die CDL für eine  –  neu einzuführende  –  allgemeine Strafbarkeit der aktiven Mitwirkung am Suizid ausgesprochen. Dies entspräche u.a. der heutigen Rechtslage in Österreich (§ 78 öStGB).
 
Inzwischen haben sich vermehrt deutlich kritische Stimmen   –   wie z. B. die Deutsche Hospiz Stiftung oder die Deutsche Bischofskonferenz   – zum geplanten § 217 StGB geäußert, die ebenfalls befürchten, daß die von der Bundesjustizministerin vorgeschlagene gesetzliche Regelung eine Förderung und weitere Akzeptanz jeder Form der Beihilfe zum Suizid bewirken wird.
 
Obwohl sich § 16 der Musterberufsordnung der Bundesärztekammer vom Mai 2011 für ein Verbot der Mitwirkung von Ärzten am Suizid ausspricht, ist diese Regelung für die Landesärztekammern keinesfalls bindend:

Die Landesärztekammer des Freistaats Bayern hat bereits Anfang 2012 in ihrer Neufassung der Berufsordnung auf ein ausdrückliches Verbot der Mitwirkung von Ärzten am Suizid verzichtet. Auch die Landesärztekammer Baden-Württemberg ist dabei, ihre Berufsordnung entsprechend zu modifizieren.

Damit wird die Mitwirkung von Ärzten beim Suizid rechtlich bereits private „Ermessenssache“, auch wenn dies noch nicht allgemein bekannt ist.

Privatpersonen können heute in Deutschland ohnehin schon straffrei „private“ und persönlich Beihilfe zur Selbsttötung leisten, was in der Bevölkerung bisher kaum bekannt ist, was sich bald aber ändern wird.

Entsprechend argumentiert die Bundesjustizministerin im aktuellen Referentenentwurf konsequent für die Zulässigkeit der Suizidbeihilfe auch durch Ärzte, Pfleger oder andere Personen.

Als einziges Straf- und Verbotskriterium bliebe im neuen § 217 merkwürdigerweise nur noch die Gewerblichkeit, d.h. die systematische Bezahlung der Beihilfeleistung zur Selbsttötung.

Die meisten Selbsttötungen gehen auf psychische Erkrankungen zurück
 
Deshalb ist es wichtig, zur Kenntnis zu nehmen, daß die relativ häufigste Ursache für einen Suizid bzw. Suizidversuch in eindeutig diagnostizierbaren psychischen Erkrankungen besteht. Je nach Schätzung sind über 90% aller Suizide in den westlichen Gesellschaften hierauf zurückzuführen.

Der in der Öffentlichkeit gern zitierte sog. „Freitod“, wie vor einigen Wochen bei der ehemals bekannten Schauspielerin Silvia Seidel, geht in der Regel auf eine prinzipiell behandelbare depressive Erkrankung zurück.

Die irreführende, „positive“ Darstellung der Selbsttötung als „Freitod“ und seine damit geförderte öffentliche Akzeptanz gefährdet suizidal disponierte Personen in zusätzlichem Maße.

Seit langem ist ein Zusammenhang zwischen der Medienberichterstattung über Suizide und einem Anstieg der Taten bestätigt. Deswegen ermahnt der Deutsche Presserat die Medien in seinem Ethik- Kodex  bei der Berichterstattung über Suizide bewußt zur verantwortungsvollen Zurückhaltung.

Genau dies wird allerdings durch den vorliegenden Gesetzentwurf der Koalition konterkariert, der die Beihilfe explizit als eine eigentlich positive, mitleidsvolle und humane Form der „Hilfestellung“ für Suizidwilllige darstellt.

Schon jetzt ist in Deutschland die häufigste Form der Selbsttötung der Alterssuizid, der vor allem von Menschen in einer durch bedrohlich erscheinende Veränderungen gekennzeichneten Lebenssituation unternommen wird, in der sie sich allein gelassen, überflüssig oder auch extrem überfordert und alters- oder krankheitsbedingt belastet fühlen.
 
Wer hier den Menschen anstelle intensiver Hilfe und Zuwendung „bequeme“ und „fachkompetente“ persönliche Beihilfe und Unterstützung beim Suizidvorhaben gibt oder ermöglicht, unterstützt damit den Selbsttötungswunsch und unterläßt andere, den Lebenswillen fördernde Hilfestellungen.

Rasch wird so auch in Deutschland aus einer allgemeinen Möglichkeit der Beihilfe ein Angebot und ein alternativer tödlicher „Ausweg“.
 
Deshalb begrüßt die CDL die aktuelle Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention (DGS), deren besonders erfahrene Experten eindringlich vor einer Ausweitung der Sterbehilfe durch das neue Gesetz warnen.

Die Christdemokraten für das Leben (CDL) sind eine selbständige Initiative in der CDU/CSU mit 5.000 Mitgliedern, darunter zahlreiche Bundestags-, Landtags- und Europa-Abgeordnete sowie Kommunalpolitiker.

Christdemokraten für das Leben e.V.
Schlesienstr. 20  /  48167 Münster
Tel.: 0251 – 6 28 51 60   /  Fax: 0251 – 6 28 51 63
E-Mail: info@cdl-online.de
Internet: http://www.cdl-online.de

Ägypten: kritischer Chefredakteur verhaftet

In Ägypten ist der Chefredakteur der unabhängigen Zeitung Ad-Dustour, Islam Afifi, verhaftet worden.  Ihm wird vorgeworfen, falsche Informationen veröffentlicht zu haben, um den Präsidenten Mohamed Mursi zu verleumden.

Zusätzlich wird der Journalist „der Verbreitung zweifelhafter Angaben, die zur Destabilisierung der Lage in Ägypten beitragen“ beschuldigt.

Chefredakteur Ad-Dustour ist durch seine unangepaßten Positionen bekannt, insbesondere durch die Kritik an den „Muslimbrüdern“, deren Kandidat – Mohammed Mursi – die Präsidentschaftswahlen im Juni 2012 gewonnen hat.

Quelle: Radio „Stimme Russlands“


Organspende-Skandale: Silvia Matthies widerlegt die „Legende vom Einzelfall“

„Immer wieder gab es dubiose Praktiken“

Die Filmregisseurin, Fernsehjournalistin und Autorin Silvia Matthies befaßt sich in einem fundierten Artikel in der heute erscheinenden Wochenzeitung „Der Freitag“ mit den jüngsten Skandalen um Organtransplantationen in Deutschland.

Dabei wird von Politiker- und Medizinerseite gern der Eindruck erweckt, als handle es sich bei der Göttinger Causa um ein ganz aus dem sonstigen Rahmen fallendes Ereignis. Daß dem aber durchaus nicht so ist, beleuchtet die Verfasserin mit klaren Fakten:

„Es ist die Zeit der Beschwichtigung. „In Göttingen handelt es sich um einen kriminellen Einzelfall, nicht um einen Organspendeskandal“, sagt Günther Kirste, Medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation. Auch Politiker und Mediziner sprechen bei dem Göttinger Arzt, der die Organwarteliste zugunsten seiner Patienten manipuliert haben soll, gerne vom „kriminellen Einzelfall“.

Und der Strafrechtler Hans Lilie, Chefkontrolleur der Bundesärztekammer, versichert, bei 119 überprüften Verdachtsfällen in den vergangenen zehn Jahren habe es nur kleinere Regelverstöße gegeben – kein einziger habe „Skandalpotenzial“.

Wirklich? Seit in Göttingen die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, ist bereits einiges ans Licht gekommen, das die These vom Einzeltäter erschüttert. Doch vor allem, wenn man weiter zurückblickt, wird klar: Immer wieder gab es Unregelmäßigkeiten, dubiose Praktiken und Skandale. Einiges wurde sogar publiziert.

Doch die Politik verlegte sich gezielt aufs Wegschauen. „Die heilige Kuh Transplantationsmedizin galt, bis der Organspendeskandal von Göttingen und Regensburg hochkochte, als unantastbar“, sagt ein Insider.

Nun hat Gesundheitsminister Daniel Bahr erneut die Gelegenheit, die Augen aufzumachen: Für kommenden Montag hat er zu einem Spitzentreffen in sein Ministerium geladen.“

Quelle und FORTSETZUNG des Artikels hier: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-legende-vom-einzelfall

Webseite von Silvia Matthies: http://www.silvia-matthies.de/


Medjugorje: Die „Gospa“ und ihre „starken Gebetsgruppen“ in aller Welt

Eine Internet-Gruppe namens „Medjugorje: Wo der Himmel die Erde berührt“, die auf Gloria-TV ihre Jubelbeiträge postet, hat jetzt einen Artikel unter dem Titel „Gospa: Die Gebetsgruppen sind stark“ veröffentlicht.

Der Text ist typisch für die Selbstwahrnehmung vieler Medjugorje-Anhänger und von daher aufschlußreich, denn hier zeigt sich einmal mehr die hohe Stellung erscheinungsbewegter „Gebetsgruppen“, die seit Medju wie Pilze aus dem Boden schießen.

Um nicht „mistverstanden“ zu werden:

Kein vernünftiger Gläubiger hat etwas gegen nüchterne, kernkatholische Gebetsgruppen, wie es diese etwa in der „Legion Mariens“, dem Fatima-Weltapostolat oder auf privater Ebene gibt: dort wird der bewährte Rosenkranz gebetet, es werden biblische oder kirchliche Lesungen vorgenommen und apostolatische Einsätze besprochen. All dies ist sehr begrüßenswert!

Doch die Medju-Gebetsgruppen pflegen in aller Regel durchaus ein andersgeartetes Selbstverständnis: sie sind zum einen strikt an den kirchlich nicht anerkannten Erscheinungen von Medjugorje orientiert, zum anderen werden dort spezielle Anforderungen an die Mitglieder gestellt, die weit über den Rahmen des Üblichen hinausgehen. Dazu Näheres am Schluß dieses Artikels.

Zunächst zur erwähnten Web-Gruppe „Wo der Himmel die Erde berührt“.

Diese berichtet ganz begeistert von dem folgenden Vorkommnis:

„Zum 23. Jahrestag der Erscheinungen waren große Pilgerscharen nach Medjugorje gekommen. Welch angenehme Überraschung es für uns alle war, als wir die schöne Botschaft hörten, die die Gospa zu dieser Angelegenheit gegeben hat. Es herrschte die Freude des Himmels in unserer Mitte und die Gesichter strahlten diese wieder!

Es scheint mir, als ob diese Botschaft, so einfach sie auch ist, einen wichtigen Anhaltspunkt für unsere Zeit sowie die Zukunft enthält. An diesem Tag, an dem die Muttergottes eine große Schar ihrer Kinder aus allen Kontinenten versammelte, an diesem Jahrestag, wenn man am meisten auf sie hört, vertraute sie uns das Folgende an: „Die Gebetsgruppen sind stark.“

Warum sagte sie nicht, „die Gemeinden sind stark”, “die Familien sind stark“, oder „die Seminare sind stark“? Man braucht nicht lange über eine Antwort nachzudenken, die man schon im Voraus weiss: Denn sind die Familien heutzutage nicht schwächer denn je?

Indem sie Gebetsgruppen hervorhebt, scheint die Königin des Friedens uns die größte Hoffnung für die Zukunft der Kirche und der Welt aufzeigen zu wollen. Sie verlässt sich auf die Gebetsgruppen, das Kommen des Neuen Pfingsten der Liebe zu bescheunigen. „…durch sie, meine kleinen Kinder, kann ich sehen, dass der Heilige Geist in der Welt wirkt…“, sagt sie.

Wie ein Blitzableiter den Blitz anzieht, so ziehen Gebetsgruppen das Feuer des Heiligen Geistes an.“

„Wie ein Blitzableiter den Blitz anzieht…“

Hier erkennen wir wieder einmal die für Medjugorje typische Verschmelzung von erscheinungsmarianischen und charismatischen Elementen. Das Schwärmen von einem zukünftigen „neuen Pfingsten“ und die Vereinnahmung des „Heiligen Geistes“ für eigene Zwecke ist kennzeichnend für schwarmgeistige Kreise.

Hier wird die Medju-„Madonna“ zitiert, wonach sie durch die Gebetsgruppen (!) sehen könne, „dass der Heilige Geist in der Welt wirkt“, ziehen diese Gruppen doch „das Feuer des Heiligen Geistes“ an.

Dabei ist der bildliche Vergleich interessant: „Wie ein Blitzableiter den Blitz anzieht…“  –  Erinnern wir uns an das Wort des HERRN: „Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen“ (Lk 10,18).

Die angebliche „Madonna“ von Medju erkennt das Wirken des Hl. Geistes also nicht etwa durch die Kirche Christi, durch von Christen geübte Taten des Glaubens und der Nächstenliebe, durch die Sakramente, durch den priesterlichen Dienst, nein: durch die Gebetsgruppen also! 

Wozu, so fragt man sich, bedarf es dann überhaupt noch der kirchlichen Verkündigung, der von Christus gestifteten Ämter und Sakramente?!

Sodann wird berichtetet, die sog. „Gospa“ (also das Erscheinungsphänomen von Medjugorje) habe höchstselbst die „Regeln“ für die von ihr gewünschten „Gebetsgruppen“ diktiert  –  und zwar an die „Seherin“ Jelena Vasilj.  Seit 1996 seien diese Regeln auf der offiziellen Medju-Webseite zu lesen.

Zu diesen „Regeln“ gehören auch folgende Punkte: 

Zweimal in der Woche fasten. Drei Stunden pro Tag beten. Während vier Jahren, die man in der Gebetsgruppe verbringt, darf man „keine neue grundlegende Entscheidung für das eigene Leben treffen“.  –  Es darf also demnach z.B. keine Entscheidung für eine Heirat oder eine geistliche Berufung erfolgen. Reichlich merkwürdig!

Auch das zweimalige Fasten pro Woche und die drei Stunden Gebet pro Tag stellen schlicht eine Überforderung für den „normalen“ Gläubigen dar, der mitten im Leben, in Beruf oder Familie steht und seinen Verpflichtungen nachzukommen hat. Dergleichen paßt für kontemplative (beschauliche) Orden, aber nicht für Laienvereinigungen.

Aber wie so oft in diesen erscheinungsfixierten Kreisen haben Vernunft und ein bodenständiger Glaube hier keine Chance.

Stattdessen wird eine pseudo-spirituelle, eine scheinbar „geistliche“ Verstiegenheit gefordert, die durchaus gefährlich ist, zumal für unerfahrene Katholiken, zumal sie leicht zu einem falschen Elite-Bewußtsein und zum Hochmut führen kann.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Beleg für die Zitate: http://de.gloria.tv/?group=404

Foto: Dr. Bernd F. Pelz