„Energiewende“: Bundeskartellamt warnt vor Kostenexplosion: „Deutliche Schieflage“

„Förderung der erneuerbaren Energien sprengt jedes vernünftige Maß“

Das Bundeskartellamt beobachtet die Entwicklung der Strompreise mit Sorge. „Die Politik muss darauf achten, dass ihr die Kosten der Energiewende nicht aus dem Ruder laufen“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt im Interview mit dem „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe).

Insbesondere bei der Förderung der erneuerbaren Energien sei „eine deutliche Schieflage entstanden“, sagte Mundt.

Die Preisentwicklung infolge der Energiewende stand auch beim Treffen von Spitzenvertretern aus Wirtschaft und Gewerkschaften im Kanzleramt am heutigen Dienstag auf der Tagesordnung.

Forderungen nach Entlastung der Verbraucher durch eine Streichung der Stromsteuer oder eine reduzierte Mehrwertsteuer auf Strom erteilte der Kartellamtspräsident eine Absage. „Das wäre ein Schnellschuss“, sagte er. „Damit würde man nur an einem Symptom herumdoktern, wir müssen aber dort ansetzen, wo das Fieber entsteht“, erklärte Mundt mit Blick auf die stark steigenden Kosten für die erneuerbaren Energien.

Die Förderung der erneuerbaren Energien habe mittlerweile „jedes vernünftige Maß gesprengt“.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


Pakistan: Elfjähriger Christenknabe schwer verstümmelt aufgefunden

Kürzlich wurde in der Provinz Punjab im islamischen Pakistan die grausam entstellte Leiche eines elfjährigen Christen aufgefunden. Die Leiche Samuel Yaquubs war schwer verstümmelt. Nase und Lippen waren abgetrennt und der Magen entfernt worden. Zudem wurden seine Beine verstümmelt.

Nach Polizeiangaben wurde der Körper später verbrannt und konnte kaum identifiziert werden. Angehörige identifizierten die Leiche anhand der Stirn des Jungen. Yaquub wohnte in der christlichen Siedlung in Faisalabad und wurde seit dem 20. August vermißt.

Zum letzten Mal war er auf dem Weg zum nahegelegenen Markt gesehen worden. Seine verstümmelten Überreste wurden am muslimischen Feiertag Eid ul-Fitr gefunden, der das Ende des Fastenmonats Ramadan markiert.

Ermittlungsbeamte versuchen nun herauszufinden, ob im Vorfeld der Tat Vorwürfe wegen Blasphemie bzw.  „Gotteslästerung“  gegen den Knaben erhoben wurden, was die Mutter bestreitet.

In Pakistan wird jede Kritik am Islam, dem Koran oder Mohammed als „Blasphemie“ streng bestraft.

Quelle: Webseite „Kopten ohne Grenzen“

 


USA: Bischof Cordileone schämt sich für Alkoholdelikt

Der katholische Bischof von Oakland, Salvatore Cordileone,  bat nach einem kurzen Gefängnisaufenthalt wegen „Trunkenheit am Steuer“ öffentlich für sein Verhalten um Entschuldigung. Er schäme sich für seine falsche Selbsteinschätzung, so der reuige Kirchenmann.

Nachdem die Polizei bei einem routinemäßigen Bluttest einen zu hohen Alkoholpegel bei dem Bischof festgestellt hatte, habe sie ihn für einige Stunden inhaftiert, bis man ihn Samstagmorgen gegen eine Kautionszahlung von 2500 Dollar entließ.

Papst Benedikt XVI. hatte Cordileone im vergangenen Monat zum Nachfolger des derzeitigen Erzbischofs von San Francisco, George Niederauer, ernannt, der  am 4. Oktober in den Ruhestand treten wird. Der Prozeß zu Cordileones Alkoholdelikt werde fünf Tage später eingeleitet, wie die Nachrichtenagentur ap meldet.

Quelle: Radio Vatikan


Pussy Riot: Stellungnahme des Obersten Kirchenrats der russisch-orthodxen Kirche

Zum Gerichtsurteil über jene Personen, die den geweihten Bereich der Christus-Erlöser-Kathedrale geschändet haben

In Bezug auf die Entscheidung des Stadtbezirgsgerichts Chamownitscheskij in der Sache des öffentlichen Ärgernisses in der Christus-Erlöser-Kathedrale hat der Oberste Kirchenrat der Russischen Orthodoxen Kirche eine Erklärung abgegeben:

Der Oberste Kirchenrat erachtet es für wichtig, die Position der Kirche hinsichtlich des gotteslästerlichen Vorfalls in der Christus-Erlöser-Kathedrale noch einmal darzulegen, ebenso bezüglich des ergangenen Urteils.

Während wir die Notwendigkeit einer entsprechenden Reaktion von staatlicher Seite anerkennen, möchten wir doch die Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken, dass eine juristische Bewertung des Vorfalls außerhalb der Zuständigkeit der kirchlichen Obrigkeit liegt. Die Festlegung des Umfangs von Vorbeugungs- und Strafmaßnahmen fällt in die ausschließliche Kompetenz des weltlichen Gerichts. (…) Die pastorale Pflicht der Kirche ist es, eine geistliche und moralische Einschätzung dessen abzugeben, was vorgefallen ist.

Das Vorgefallene ist Gotteslästerung und Frevel, eine bewußte und gezielte Schmähung von Heiligtümern, eine Demonstration äußerster Feindseligkeit gegenüber Millionen von Menschen und ihren Gefühlen.

Deshalb kann man sich unter keinen Umständen damit einverstanden erklären, das in der Kathedrale vorgefallene Spektakel als Gebet zu betrachten, welches auf eine untraditionelle Art und Weise vorgetragen wurde.

Leider haben solche Versuche viele Menschen desorientiert, einschließlich von Mitgliedern der Kirche, welche in Unwissenheit darüber verharren, welche lästerlichen und niederträchtigen Worte auf dem Ambo der Christus-Erlöser-Kathedrale zu hören gewesen sind. (…)

Gotteslästerung stellt eine schwere Sünde dar. Ein orthodoxer Christ kann keinen Anteil an einer Gotteslästerung haben, er kann sie nicht gutheißen, kann sie weder direkt noch indirekt befürworten.

Es besteht ein Unterschied zwischen Sünden wider den Menschen und Sünden wider Gott. Wenn ein Christ als Person Opfer geworden ist, so ist er dazu angehalten, demjenigen zu vergeben, der gegen ihn gesündigt hat. Doch die Vergebung einer Sünde gegen Gott ist unmöglich, ohne dass es den Sünder aufrichtig reut.

Im Evangelium lesen wir, dass Christus denen vergab, die Ihn als Mensch angefeindet haben, gleichzeitig aber warnte Er vor der Sünde wider den Heiligen Geist: “Wer aber den Heiligen Geist lästert, der hat keine Vergebung ewiglich, sondern ist schuldig des ewigen Gerichts” (Mk 3:29).

Die Gotteslästerung ist das Hauptmerkmal eines Feindes Gottes, wie er in der Offenbarung beschrieben wird: “…und tat seinen Mund auf zur Lästerung gegen Gott, zu lästern Seinen Namen und Seine Hütte und die im Himmel wohnen.” (Offb 13:6).

Es wäre eine Anmaßung der Kirche, im Namen Gottes demjenigen Vergebung auszusprechen, der seine Gotteslästerung nicht vor Gott bereut – sie nähme eine Macht in Anspruch, die ihr nicht gegeben ist. “Wenn jemand wider einen Menschen sündigt, so kann’s der Richter schlichten. Wenn aber jemand wider den HERRN sündigt, wer kann für ihn bitten?” (1 Sam 2:25).

Reulose Sünder werden dem Gericht Gottes überantwortet: “Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der HERR” (Deut 32:35; Röm 12:19).

Ärgernisse in Kirchen, die Schändung von Heiligtümern des Volkes und der zur Schau gestellte Haß gegen die Kirche sind aus der Geschichte gut bekannt. Solche Handlungen waren immer charakteristisch für Kräfte, die den Völkern weder Frieden noch Gutes noch Freiheit gebracht haben.

Im 20. Jahrhundert hat der Haß auf die Religion  –  genau wie ethnischer Haß  –  Millionen von Menschenleben gefordert. Unser Volk ist durch die Prüfungen der militanten Gottlosigkeit und der faschistischen Aggression gegangen. Das war uns eine tragische Lehre, die eine besondere Sensibilität gegenüber der Schmähung religiöser und nationaler Gefühle in uns herangebildet hat.

Deshalb geht das Schüren von religiösem und ethnischem Haß in unserer Gesellschaft immer mit der Gefahr zerstörerischer Erschütterungen einher.

Es ist unmöglich, die Grundfesten der Gesellschaft bewahren zu wollen, ohne die zu ehren, die für das Vaterland gefallen sind. Gotteslästerungen in einer Kirche, die zum Andenken an die 1812 gefallenen russischen Soldaten errichtet worden ist, sind zum Zeitpunkt des 200. Jubiläums ihrer ehrenhaften Taten besonders provokativ.

Es ist die Aufgabe des Staates, der seine Bürger achtet, Schmähungen des religiösen Gefühls, Lästerungen von religiösen Heiligtümern und Spott über Kulturdenkmäler nicht zuzulassen. Der nun geschaffene juristische Präzedenzfall muss die Wiederholung solcher Handlungen in Zukunft verhindern.

Ohne die Rechtmäßigkeit des Gerichtsurteils in Frage zu stellen, wenden wir uns mit der Bitte an die staatliche Macht, im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten Barmherzigkeit gegen die Verurteilten walten zu lassen, in der Hoffnung darauf, dass sie von Wiederholungen solcher gotteslästerlichen Handlungen absehen.

Die Kirche dankt allen, die sie unterstützt, die Gotteslästerung verurteilt und friedlichen Protest dagegen gezeigt haben. Auch wir empfinden das Mitleid gegenüber den Inhaftierten, das sowohl von den Kindern der Kirche als auch von anderen Leuten ausgeht, als natürlich. Es ist notwendig, Sünde und Sünder auseinanderzuhalten, erstere zu verurteilen und auf die Reue des letzteren zu hoffen.

Gott sucht immer das Heil der Sünder und ruft sie zur Reue. Auch die Kirche strebt die Versöhnung und die Heilung der Wunden an, welche durch Schmähungen und Feindseligkeiten zugefügt worden sind.

Die Kirche wendet sich an die Menschen, deren religiöse und nationale Gefühle sowohl durch die Schmähungen als auch durch die ihnen nachfolgende propagandistische Kampagne verletzt worden sind und ruft sie dazu auf, sich von jeglichen Racheversuchen, von jeglicher Art gesetzeswidriger, besonders aber von gewaltsamen Handlungen zu enthalten, und segnet gleichzeitig friedliche zivile Aktionen, die dazu dienen, das orthodoxe Volk und dessen Heiligtümer vor Feindseligkeiten und Schmähungen zu bewahren.

Wir bitten alle treuen Kinder der Russischen Orthodoxen Kirche, den Geist des Friedens und das Gebet zu Gott aufrecht zu erhalten.

Quelle: http://de.bogoslov.ru/text/2758519.html


Massive Katholikenverfolgung im sozialistischen Vietnam

Der mutige Erzbischof Ngo Quang Kiet von Hanoi wurde bereits staatlich abgesetzt

Rund 30 Christen wurden bei einer Kundgebung für die Freilassung ihrer Angehörigen am 27. August 2012 in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi festgenommen. Die Demonstranten trugen auf der Rückseite ihrer T-Shirts Bilder von Angehörigen und forderten vor dem Regierungsviertel laut derenFreilassung, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

Vor einem Jahr waren 17 Christen unter dem Vorwand der „Beeinträchtigung nationaler Sicherheit“ verhaftet worden, teils waren sie in der Anti-Abtreibungs-Bewegundg aktiv. Vier davon wurden im Mai unter Ausschluß der Öffentlichkeit zu Haftstrafen verurteilt, 13 warten noch immer auf einen Prozeß. Die IGFM fordert Vietnam auf, die Christen sofort freizulassen und das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit zu respektieren.

Da regimekritische Demonstrationen in Vietnam verboten sind, hatten sich die Katholiken  –  in kleinen Gruppen verteilt  –  unauffällig im Mai-Xuan-Thuong-Park von Hanoi versammelt. Erst dort zogen sie sich die T-Shirts mit Bildern und Slogans über und marschierten von da aus zum Regierungsviertel, um Bittschriften für die Freilassung ihrer Angehörigen zu übergeben.

Nach eineinhalb Stunden wurde die Kundgebung gewaltsam aufgelöst, wobei die Mutter eines Gefangenen bewußtlos geschlagen wurde. Polizisten drängten die Demonstranten in einen Transporter. Wohin sie gebracht wurden, ist derzeit unbekannt.

Die festgenommen Katholiken besuchten zuvor den früheren Erzbischof Ngo Quang Kiet von Hanoi, der 2007 von der kommunistischen Diktatur wegen seiner vehementen Proteste gegen die Beschlagnahmung von Kirchengebäuden zur ‚Persona non grata’ erklärt und abgesetzt wurde.

Am 26. August 2012 feierten sie in der Gemeinde Thai Ha eine hl. Messe mit 2000 Gläubigen in der Mitte Hanois; dieses Gotteshaus der Redemptoristen hat sich seit einigen Jahren zu einem Gebetsort für politisch Verfolgte entwickelt.

Hintergrund:
Ende Juli und Anfang September 2011 wurden 17 Christen im Alter zwischen 23 und 43 Jahren verhaftet, die aktiv am Gemeindeleben mitgewirkt und sich für eine offene Gesellschaft engagiert hatten. Zehn gehörten der Bewegung für den Schutz der Ungeborenen an. Außerdem waren zwölf der Inhaftierten als unabhängige Bürgerjournalisten tätig, einige besaßen Blogs im Internet.

Die vietnamesische Staatsanwaltschaft warf vier von ihnen „Propaganda gegen den Sozialistischen Staat Vietnam“ vor, den übrigen dreizehn „Aktivitäten zum Umsturz der Volksregierung“. Beide Artikel gelten als „Straftaten, die die nationale Sicherheit des Landes gefährden“.

Am 24. Mai 2012 wurden Dau Van Duong, Tran Huu Duc, Chu Manh Son und Hoang Phong von einem nordvietnamesischen Volksgericht in einem Prozeß unter Ausschluß der Öffentlichkeit wegen „antisozialistischer Propaganda“ zu einer Haft- und anschließenden Hausarrest-Strafe von ingesamt 204 Monaten verurteilt. Der Prozeß gegen 13 weitere inhaftierte Katholiken steht noch aus.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Vietnam:
http://www.igfm.de/Vietnam.543.0.html


Archäologie: Roms älteste Garnison in Germanien lag bei Hermeskeil im Umkreis von Trier

Reste der vermutlich ältesten römischen Garnison auf deutschem Boden entdeckte die Mainzer Archäologin Sabine Hornung kürzlich bei Hermeskeil, südlich von Trier.

Das Magazin GEO berichtet in seiner September-Ausgabe, daß das 18,2 Hektar große Römerlager wohl bereits in der Endphase des Gallischen Krieges, also zwischen 53 und 51 v. Chr., von Truppen Julius Cäsars errichtet wurde.

Damals siedelten im Gebiet die Treverer, ein keltischer Stamm, von dem um 53 vor Christus ein vergeblicher Aufstand gegen die römischen Besatzungstruppen ausging.

Der römische Lagerplatz selbst war der archäologischen Forschung bereits bekannt, im Dunkeln lag allerdings seine Datierung.

Frau Hornung löste das Problem nun mit Schuhnägeln, denn zwischen den ausgegrabenen Pflastersteinen eines ursprünglichen Torweges fand die Archäologin der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität rund 70 abgebrochene Schuhnägel, die Cäsars Legionären offenbar aus den Sandalen gefallen waren.

Größe und Bearbeitung ähnelten jenen aus anderen Lagern, die in die Jahre 52/51 vor Christus datieren   –  und sie seien typisch für die spätrepublikanische Periode, schreibt die Wissenschaftlerin. Aus derselben Ära stammen auch Keramikscherben, die dort in der Anlage gefunden wurden.

„So weit nordöstlich hätten wir zu dieser Zeit ein römisches Militärlager nicht erwartet“, betonte die Archäologin gegenüber GEO. Es sei damit das erste in Deutschland nachgewiesene Fort der cäsarischen Invasionstruppen.

Quelle: GEO, Verlag Gruner+Jahr 


Kommt die „Blackbox“ für alle Autos? – Kritik von ADAC und Datenschützern

ADAC warnt vor dem „gläsernen Autofahrer“

Erleben wir bald die serienmäßige Einführung einer „Blackbox“ im Auto? –  Wie die Saarbrücker Zeitung berichtet, soll sich der Bundestag angeblich bereits Ende Mai auf Empfehlung des Petitionsausschusses für den digitalen Unfalldatenspeicher in Pkw ausgesprochen haben. Andere Medien bestreiten dies.

Klar scheint, daß eine Einbaupflicht nicht sofort kommt. So müßten zunächst Kostenfragen und datenschutzrechtliche Aspekte sorgfältig geklärt werden, heißt es.

Wie die Saarbrücker Zeitung weiter berichtet, gibt es auch in Brüssel entsprechende Pläne.

So hat der Verkehrsausschuß des EU-Parlaments die Kommission schon vor geraumer Zeit aufgefordert, einen Vorschlag mit einem Zeitplan und einem detaillierten Zulassungsverfahren bis Ende 2012 vorzulegen, der die schrittweise Einführung der „Blackbox“ zunächst „in Leihfahrzeugen, später auch in gewerblich genutzten und in privaten Fahrzeugen vorsieht“. 

Die Politik verfolgt  –  eigenen Angaben zufolge  –  mit der Blackbox-Pflicht zwei Ziele: Neben der Unfallvermeidung sollen auch Unfälle rekonstruiert werden.

Doch dafür sei die Blackbox aber überhaupt nicht geeignet, kritisiert der ADAC.   Auch wegen der erheblichen Kosten hält der Automobilclub die verpflichtende Ausrüstung aller Neufahrzeugen für unverhältnismäßig. Um Autos noch Crashtest-sicherer zu machen, sei die bisherige Praxis der Unfallauswertung „völlig ausreichend“.

Die bloße Anwesenheit eines Unfalldatenspeichers im Privatfahrzeug bewirkt noch keine Verhaltensänderung im Straßenverkehr. Die wichtigsten Daten, wann welches Fahrzeug die Spur gewechselt hat oder welches Fahrzeug über die rote Ampel gefahren ist, könne die Blackbox ohnehin nicht erfassen, so der ADAC.  Dafür sei eine Kameraüberwachung nötig.

Diese ist wiederum erst recht äußerst umstritten. „Dann hätten wir den gläsernen Autofahrer“, warnt ADAC-Mann Schäpe. Der Datenschutz bleibe auf der Strecke, fürchten andere Kritiker.

„Der Un­fall­da­ten­spei­cher ist aus Da­ten­schutz­sicht ein Problem. Die erhobenen Daten sind dem Fahrer zu­zu­ord­nen und können durch Polizei und Ver­si­che­run­gen aus­ge­le­sen werden“, sagt der Da­ten­schutz­be­auf­tragte des Landes Schles­wig- Hol­stein, Thilo Weichert.

Die Einführung eines zentralen Fahrzeugdatenspeichers könnte zudem Begehrlichkeiten von Polizei und Ordnungsbehörden wecken, diese Daten bei Fahrzeugkontrollen auszuwerten und gegen den Fahrer zu verwenden, erklärt der ADAC weiter. 

Außerdem würde die verpflichtende Einführung einer Blackbox das Grundrecht, sich nicht selbst belasten zu müssen, für die Autofahrer aufheben. Gleichwohl kann schon heute jeder Fahrzeugbesitzer freiwillig eine Blackbox anschaffen.

Quellen: Saarbrücker Zeitung, Tageszeitung „Die Welt“, Webseite Fulda-Info