Unseriöser Exorzismus und gefährlicher Unfug mit „Dämonen-Interviews“

Anneliese Michel, der „Fall Klingenberg“ und San Damiano

Die Kirche   –  genauer: das amtliche „Rituale Romanum“  –  verbietet es den vom Bischof beauftragten Priestern ausdrücklich, sich bei einem Großen Exorzismus in „Gespräche“ mit Dämonen zu begeben und diese dadurch als „Interviewpartner“ aufzuwerten.

Das käme einer unseriösen Neugier gleich, die in der Seelsorge nichts zu suchen hat, abgesehen davon, daß das Jenseits kein „Auskunftsbüro“ und Satan ohnehin der „Vater der Lüge“ ist, dem man prinzipiell keine Aufmerksamkeit schenkt, welche ihm ein „Forum“ bietet, sich zu präsentieren.

Christus selbst hat sich bei seinen Exorzismen nie auf Diskussionen mit dem Teufel eingelassen, sondern ihm seinen klaren Befehl „Schweig!“ entgegengehalten und dann die Besessenen in seiner göttlichen Vollmacht befreit. Daran orientiert sich auch die Kirche als Stiftung Christi.

Laut Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) dient der Große Exorzismus dazu, „Dämonen auszutreiben oder vom Einfluss von Dämonen zu befreien  –  und zwar kraft der geistigen Autorität, die Jesus seiner Kirche anvertraut hat.“  – Er dient keineswegs dazu, sich „Auskünfte“ über das Jenseits zu beschaffen.

Dennoch geistern (!) in manchen erscheinungsfrommen Kreisen seit Jahrzehnten diverse „Aussagen von Dämonen“ durch Buchdeckel und Internetseiten, wobei mit diesen höllischen „Interviews“ beispielsweise belegt werden soll, daß bestimmte Erscheinungsorte „echt“ sind, weil ein angeblicher Teufel sie im Rahmen eines Exorzismus „verflucht“ hat.

Das läuft dann also nach der Devise: Wenn die Hölle dagegen ist, dann umso besser für die Erscheinung, umso echter ist sie doch!

Ein Beispiel für diese oberschräge „Logik“ ist die erscheinungssüchtige Webseite „http://www.gottliebtuns.com“ (dort wird auch der Endzeit-Unsinn mit den Botschaften „Die Warnung“ verbreitet).

Dieser Blog bietet unter dem Stichwort „Exorzismus Anneliese Michel“ groben Unfug,  wobei die folgende Einführung schon Bände spricht, denn sie lautet: „Das warnende Zeugnis…Interviews und Aussagen von Dämonen“

Hier hört man dem Widersacher also gleichsam „andächtig“ zu,  lauscht seinem „Zeugnis“ (!) und will tatsächlich wissen, was er aus seiner satanischen „Weisheit“ mitzuteilen weiß…

Leider geschieht genau dies  –  wie allein schon die bezeichnende Überschrift  „Die Dämonen über Erscheinungsorte“ belegt.

Dabei wird aus „Protokollen“ zitiert, die beim Exorzismus im „Fall Klingenberg“ (Anneliese Michel)  entstanden sind und die danach von Tonbändern abgeschrieben wurden und die schon seit Jahrzehnten in „frommen Kreisen“ die Runde machen.

Abgesehen davon, daß diese Vorgehensweise letztlich eine Verletzung des Seelsorgsgeheimnisses darstellt, widerspricht dies zudem der klaren Anweisung der Kirche.

(Beleg-Link: http://www.gottliebtuns.com/exorzismus_anneliese.htm#29)

Natürlich werden wir konsequenterweise keine „Dämonen-Aussagen“ zitieren, auch nicht um einer kritischen „Dokumentation“ willen, sondern weisen vielmehr grundsätzlich auf Folgendes hin:

1. Diese Webseite bringt derbe Ausdrücke und Flüche von „Luzifer“ gegen kirchlich nicht anerkannte Erscheinungsorte wie Heroldsbach, San Damiano und Montichiari, wobei der angebliche Satan behauptet, er (!) habe dafür gesorgt, daß die Kirche diese wahren Erscheinungen ablehnt…

Damit wird tiefes Mißtrauen gegen das kirchliche Lehr- und Hirtenamt gesät und stattdessen das Hören auf (kirchlich nicht anerkannte) „Privatoffenbarungen“ begünstigt.

2. Sowohl hier wie in anderen Veröffentlichungen mit „Dämonen-Interviews“ werden einfachste theologische Sachverhalte nicht beachtet.  – Hierzu ein Beispiel:

Die erwähnte Webseite zitiert auch „Judas“, der über sich und  –  wie es dort heißt  – „andere Dämonen“ spricht. Aber Judas ist kein Dämon, kein gefallener Ex-Engel  –  da er als Mensch zwar verdammt sein kann, aber dadurch keineswegs zum „Dämon“ wird, sondern vielmehr zu einer verworfenen Seele in der Hölle. 

Man unterscheidet also nicht einmal zwischen den Teufeln (gefallenen Engeln) und den Verdammten (Seelen von verlorenen Menschen).

Bei einer Besessenheit kann es aber allein um eine „In-Besitznahme“ durch einen Dämon/Teufel gehen  –  und nicht etwa durch eine verlorene Menschenseele aus der Hölle. Genau dies wird aber im Falle eines „Judas“ (oder wahlweise auch „Hitler“, „Nero“, „Stalin“) behauptet.

3. Neben den falschen Erscheinungsorten Heroldsbach und Montichiari wird vor allem San Damiano verherrlicht, zumal die Exorzismus-Betroffene Anneliese Michel mehrfach (aber)gläubig dorthin „gepilgert“ war.

Auch hier fluchen die „Dämonen“ natürlich gleichsam heftig dagegen, aber gerade weil diese Erscheinungsstätten eben gar so „echt“ seien, sie sich also über die „Anwesenheit“ der „Madonna“ dort grün und schwarz ärgern…und sich umso mehr freuen, daß die Kirche diese Visionen nicht anerkannte….

So sieht also jene wahrhaft teuflische „Logik“ aus, auf die sich manche Erscheinungsgläubige in grenzenloser Leichtgläubigkeit einlassen.

Zu San Damiano heißt es auf der erwähnten Webseite wörtlich:

San Damiano ist ein kleiner, kirchlich (noch) nicht anerkannter Wallfahrtsort in Norditalien, 20 km südlich von Piacenza am Apennin.

Eine Kleinbäuerin namens Rosa Quattrini in diesem Ort hatte nach drei schweren Entbindungen, die stets den Kaiserschnitt erforderlich machten, eine Infektion erhalten. Die Wunde heilte nicht mehr, so dass die Frau arbeitsunfähig und sterbenskrank zu Hause lag. Da erschien ihr in der Tracht der dortigen Gegend die Gottesmutter und heilte sie.

Gleichzeitig gab sie ihr den Auftrag, aufzustehen und den stigmatisierten Pater Pio in Süditalien zu besuchen. Dieser befahl ihr, zwei Jahre lang in der Stadt die Kranken zu pflegen, was Rosa befolgte. Nach Ablauf dieses Krankendienstes erschien ihr die Gottesmutter erneut im Oktober 1964 und brachte vor ihrem Anwesen durch Berührung einen Birnbaum zum Blühen, kurz vor dem jahreszeitlich bedingten Absterben der Natur.

Der Weisung der Gottesmutter folgend, wurde beim Anwesen der Bäuerin ein Brunnen gegraben, aus welchem seitdem Wasser mit heilbringenden Kräften fließt. Frau Rosa, genannt nun Mama Rosa, erhält seitdem von der Gottesmutter Botschaften, die zur Bekehrung der Sünder aufrufen.“

Soweit der erscheinungsbewegte Blog „Gottliebtuns“.

San Damiano übte lange Zeit  –  teils bis heute  –  besonders auf traditionalistische Kreise eine große Anziehungskraft aus. 

Sogar Erzbischof Marcel Lefebvre war zunächst ein Anhänger von San Damiano, bis er sich mit „Mama Rosa“  –  der dortigen Bäuerin und „Seherin“ – nicht einig wurde über die Beurteilung von Papst Paul VI. (sie verherrlichte ihn, er war kritisch).

Die „Madonna“ soll der „Mama Rosa“ am Birnbaum mit je einer Rose in ihrer Hand erschienen sein, wobei der Baum kurz danach angeblich wundersam erblühte. Am nächsten Tag  –  es war Oktober 1964  – habe der Zwetschgenbaum geblüht,  so wird berichtet.

Selbst wenn diese Behauptungen zutreffen sollte,  so handelt es sich um typische „Schauwunder“ ohne theologischen Sinn, also genau das, was Christus ablehnte, während er auf Erden wirkte. (Als Satan unseren HERRN bei der Versuchung in der Wüste zu einem gloriosen Schauwunder verführen wollte  – Herabstürzen von der Zinne des Tempels  – wies ER dies eindeutig zurück.)

Abgesehen davon läßt sich das vermeintliche Birnbaum/Zwetschgenbaum-Wunder durchaus natürlich erklären:

Wenn nämlich ein kalter Sommer herrscht und ein sehr warmer Herbst folgt (was dort in der Region 1964 der Fall war), dann kann es gerade bei diesem Bäumen zu einer sog. „Notblüte“ kommen, so daß es gleichzeitig Früchte und Blüten gibt.

Der zuständige Bischof hat sich seinerzeit jedenfalls ablehnend zu San Damiano geäußert, die Kirche blieb stets bei ihrer kritischen Haltung, allen mirakulösen Phänomenen bzw. irrgeistigen „Wundern“ zum Trotz  –  und das mit Recht.

Das vatikanische Amtsblatt „Osservatore Romano“ veröffentlichte am 16. November 1970 eine eindeutige Erklärung des Bischofs von Piacenza, in der es heißt:

„Die angeblichen Botschaften, Visionen und Wunder haben nichts mit Übernatürlichem zu tun. Rosa Quattrini hat täglich und öffentlich ihrem Bischof den Gehorsam verweigert. Wir weisen sie hiermit formell darauf hin, daß wir gezwungen sind, ihr die Sakramente zu verweigern sowie den Zutritt zur Kirche.“

Der damalige Pfarrer von San Damiano, Edgardo Pellacini, wurde in einem päpstlich bestätigten Dekret amtsenthoben; es wurde ihm verboten, sich weiter mit den angeblichen Erscheinungen von San Damiano zu befassen.

Alle „übrigen Anhänger, Priester wie Laien“ wurden in der bischöflichen Stellungnahme eindringlich davor gewarnt, die „Botschaften“ zu verbreiten und nach San Damiano zu pilgern. Ein klares Wort also!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Israel: Netanyahu verurteilt Entweihung des Klosters von Latrun

Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hat am gestrigen Dienstag mit dem Minister für Öffentliche Sicherheit, Yitzhak Aharonovitch, gesprochen und wurde dabei über die Maßnahmen der Polizei zur Erfassung der Täter informiert, die das Kloster von Latrun entweiht haben.

„Die Verantwortlichen für diesen verwerflichen Akt müssen streng bestraft werden. Die Religionsfreiheit gehört zu den Grundlagen des Staates Israel“, so Netanyahu.

Viele weitere israelische Politiker und Persönlichkeiten haben die Tat verurteilt, so u.a. Verteidigungsminister Ehud Barak, Vize-Ministerpräsident Moshe Yaalon und der aschkenasische Oberrabbiner Yona Metzger.

Quelle: Israelische Botschaft (Berlin)


Libanon: Papst verschenkt 50.000 arabische Katechismen YOUCAT an die Jugend

Den Jugendkatechismus Youcat gibt es bald auch auf Arabisch. Beim Jugendtreffen mit Papst Benedikt XVI. im libanesischen Bkerke am 15. September 2012 sollen die ersten 50.000 Exemplare verteilt werden.

Darauf hat jetzt der Koordinator des Jugendtreffens, Pater Toufic Bou Hadir, in einem Schreiben an das kath. Hilfswerk Kirche in Not hingewiesen.

Das mehr als 300 Seiten starke Buch, das 527 Fragen zum Glauben beantwortet, sei ein persönliches Geschenk des Papstes an die Jugendlichen. Beim Treffen rechne man mit rund 50.000 Teilnehmern aus dem Libanon und anderen Ländern des Nahen Ostens, gab Pater Hadir an. In der arabischen Welt habe der Jugendkatechismus viele Jugendliche begeistert. 

Quelle: Radio Vatikan


Münster: ehem. OBs und Oberstadtdirektoren schalten sich in die Hindenburgplatz-Debatte ein

Von Detlev Suhr

Einige ehemalige Oberbürgermeister und Oberstadtdirektoren in Münster plädieren jetzt für den Namen „Schlossplatz“, obwohl die Schlossplatz-Befürworter derzeit den Ruf der Stadt durch flächendeckendes Plakatieren von Hitler-Portraits und das Niederreißen von Pro-Hindenburgplatz-Plakaten irreparabel beschädigen.

Besonders absurd wirkt das Plädoyer angesichts der Tatsache, daß es zur Amtszeit der betreffenden Politiker selbstverständlich keine Umbenennung des Hindenburgplatzes gegeben hat.

Über alle Maßen peinlich ist, dass sich in der Vergangenheit zwei dieser Schlossplatz-Befürworter ganz dezidiert gegen eine Umbenennung des Hindenburgplatzes ausgesprochen haben:

 OB Dr. Twenhöven, Schreiben vom 11.2.1987:
„Jede Zeit bringt in Straßenbenennungen bestimmte Grundeinstellungen zum Ausdruck. Diese naturgemäß zeitgebundenen Sichtweisen werden von späteren Generationen zwar nicht immer geteilt, was jedoch nicht dazu führen muß, daß Straßen und Plätze dann wieder umbenannt werden. Hier handelt es sich um historische Belege, die tief im Bewußtsein der Bevölkerung verwurzelt sind. In einer Zeit, die von einer schleichenden Geschichtslosigkeit geprägt ist, gilt es gerade diese Wurzeln zu pflegen.“ (Quelle: Stadtarchiv Münster)

OStD Dr. Pünder, Schreiben vom 28.8.1997:
„Hindenburg war kein Nationalsozialist. 1932 war er mit 53 % der Stimmen – von Links bis zur politischen Mitte – gegen Hitler (36,8 %) und Thälmann (10,2 %) zum Staatsoberhaupt gewählt worden. Im Falle einer Umbenennnung des Hindenburgplatzes müßten konsequenterweise auch andere Straßen und Plätze, deren Namensgebungen auf zeitbezogenen Einstellungen und Bewertungen beruhen, in die Diskussion kommen. Es kann nicht sinnvoll sein, historische Belege – und um solche geht es hier -, die zum Teil tief im Bewußtsein der Bevölkerung verwurzelt sind, bei jeder Veränderung der historischen Sichtweise zu löschen. Maßnahmen dieser Art könnten als Ausdruck einer schleichenden Geschichtslosigkeit verstanden werden.“ (Quelle: Stadtarchiv Münster)

Für diese Herren gilt wohl ganz besonders der bekannte Ausspruch: „Was stört mich mein Geschwätz von gestern.“

Quelle: www.kul-tours.de/muenster-hindenburg.htm


Ägypten: Bischofstreffen wird von Gewaltakten gegen Christen überschattet

Diese Woche findet in Kairo (siehe Foto) das 31. Ökumenische Bischofstreffen statt. Überschattet wird die Konferenz in der ägyptischen Hauptstadt von Anschlägen auf koptische Priester und von der Vertreibung christlicher Familien.

An der Veranstaltung, die von der Fokolar-Gemeinschaft organisiert wurde, sind neben katholischen Bischöfen und Kardinälen auch evangelische Kirchenvertreter eingeladen. 

Die Konferenz will den bedrängten ägyptischen Christen Solidarität und Hilfsbereitschaft bekunden.

Doch die Verfolgung am Nil geht weiter:

Drei koptische Priester des Bistums Tahta in Oberägypten, die in einem kleinen Auto zu verstreuten Christenfamilien in Muslimdörfern unterwegs waren, wurden von einem schweren Lastwagen regelrecht überrollt. Sie starben auf der Stelle. Alle Umstände weisen darauf hin, daß es sich um einen geplanten Mord handelt. Den Geistlichen war wiederholt mit dem Tod gedroht worden, wenn sie die Bestärkung von Christen in ihrer Standhaftigkeit gegen den Islamisierungsdruck nicht aufgäben.

Wenigstens mit dem Leben davongekommen ist ein Christ im westlichen Nildelta beim Angriff auf sein Haus mit Bulldozern und anderen Abbruchmaschinen. Der Kopte Gadallah und seine Familie wohnten allein in dem sonst rein muslimischen Dorf Scheich Kassem. Schon länger versuchte man, ihn und die Seinen entweder zum Islam zu bekehren oder zu vertreiben. Als beides nicht gelang, wurde in der Nacht auf Sonntag sein zweistöckiges Haus zertrümmert. Frau und Kinder waren zum Glück bei Verwandten in der Stadt Alexandria. Gadallah selbst kam mit dem Schrecken davon. 

Die Polizei nahm weder Verhaftungen vor noch leitete sie eine Untersuchung ein. Doch bei der Freitagspredigt in der Dorfmoschee war davon die Rede gewesen, dass der einzige Christ sein Haus in eine Kirche verwandeln wolle. Das gelte es zu verhindern.

Quelle für Text und Foto: evangelische Nachrichtenseite http://www.jesus.ch  –  Autor: Hans Gstrein


40 Jahre Olympia-Massaker: deutsch-israelische Gedenkveranstaltung in München

Zum heutigen vierzigsten Jahrestag des Massakers an elf israelischen Sportlern bei den Olympischen Spielen in München findet heute im Olympischen Dorf in München und auf dem Militärflughafen Fürstenfeldbruck eine gemeinsame deutsch-israelische Gedenkveranstaltung statt.

Der Freistaat Bayern ist dabei durch Ministerpräsident Horst Seehofer vertreten. Für die Bundesregierung nehmen Innenminister Hans-Peter Friedrich und der Staatssekretär im Verteidigungsministerium Christian Schmidt an der Zeremonie teil.

Sprechen werden von deutscher Seite außerdem Dr. Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Dieter Graumann und die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Oberbayern, Charlotte Knobloch.

Aus Israel ist der Vize-Ministerpräsident und Minister für Regionale Entwicklung des Negev und Galiläas, Silvan Shalom, angereist  –  siehe Foto: mit Ministerpräsident Seehofer.   –  Zudem nehmen Botschafter Yakov Hadas-Handelsman und der Generalkonsul in München, Tibor Shalev-Schlosser, teil.

Eine 21-köpfige Sonderdelegation, der unter anderem Witwen und Angehörige der Opfer und Überlebende des Massakers angehören, ist ebenfalls anwesend (siehe Foto). Weitere Mitglieder der Delegation sind gegenwärtige und ehemalige Mitglieder des Israelischen Olympischen Komitees.

Minister Shalom und Ministerpräsident Seehofer werden im Gedenken an die Opfer gemeinsam einen Baum pflanzen und eine Sonderausstellung eröffnen, die an den Ablauf der Ereignisse des 5. Septembers 1972 erinnert.

Die Veranstaltung wird seit 15.30 Uhr und bis 18.45 Uhr live im Fernsehen des Bayerischen Rundfunks übertragen. Mehr Informationen zur Übertragung unter http://bit.ly/BRMuenchen72

Quelle Text/Fotos: Israelische Botschaft in Berlin


Ägypten: Nachrichtensprecherinnen nur noch mit Schleier erlaubt

Die politische Revolution in Ägypten wird nun auch auf dem staatlichen Bildschirm zu sehen sein. Von nun an sollen alle Moderatorinnen im Fernsehen einen Kopfschleier tragen, so wie es das islamische Scharia-Gesetz verlangt.

Nachdem mit Mohammed Mursi letzte Woche erstmals seit 1979 ein ägyptischer Präsident iranischen Boden  betrat und er kurz zuvor den alten ägyptischen Militärstab absetzte, bestimmte Mursi nun auch eine islamische Wende im ägyptischen Rundfunk.

Knapp 50 Jahre waren weiblichen Moderatorinnen im ägyptischen Fernsehen ohne Kopfbedeckung zu sehen. „Warum werden wir für diese Entscheidung kritisiert, wenn 70 Prozent der ägyptischen Frauen den Kopfschleier tragen?“, fragte der ägyptische Informationsminister Salah Abed el Maqsud im Fernsehen.  Er fügte hinzu: „Wir sollten uns schämen, dass auf arabischen und sogar internationalen Fernsehkanälen Kopfschleier zu sehen sind, nicht aber in Ägypten.“

Quelle: Webseite „Israel heute“


Die Probleme von Familienmüttern mit 400-Euro-Jobs: einige Lösungsvorschläge

Von Almut Rosebrock  

Wenn man, wie Frau von der Leyen aktuell vorgibt, etwas gegen Altersarmut tun möchte, sollte man baldmöglichst die Minjobs abschaffen und gerechtere, alternative Beschäftigungsmodelle erarbeiten, die allen Verdienst gleichmäßig und angepasst versteuern und auch die Renten- und Krankenversicherung abdecken.

Das Problem: Die 400-Euro-„Grenze“ deckelt und verhindert Entwicklung!

Frauen brauchen Wiedereinstiegsmodelle in die Berufstätigkeit nach der (selbst gewählten und notwendigen) Familienpause!


Almut Rosebrock
Das Modell der „durchlaufenden Erwerbskarriere“ – momentan durch die „Krippenoffensive“ mit hohem finanziellen Einsatz (und fraglichen Konsequenzen!) „forciert“ – ist mit einem engagierten Muttersein nicht kompatibel!

Da Frau als Mutter aber eine einzigartige und große Verantwortung für ihre Kinder hat – die einem in der Tiefe, Durchgängigkeit, Verantwortung und Konsequenz NIEMAND abnehmen kann – wählen, trotz gegenwirkender „Gender“-Bemühungen, immer noch viele Mütter den zumindest zeitweiligen Ausstieg aus dem Beruf, um für ihre Familie da sein zu können. Und das ist gut so!

Der Gesetzgeber kommt dem entgegen durch die – in der gesetzlichen Krankenversicherung verankerte – kostenlose Mitversicherung der Ehefrau und der Kinder.    http://www.finanztip.de/recht/sozialrecht/krankenkasse-familienversicherung.htm
Dieses gilt – bei selbständiger Tätigkeit – jedoch nur bis zu einem Einkommen (da zählen Zinsen auch dazu) bis 375 Euro.
Mit einem Minijob erhöht sich das „zulässige Einkommen“ auf eben diese 400 Euro.

Links zu den praktischen Konsequenzen, die der Wegfall der Familienmitversicherung bereits bei geringster Einkommensgrenzüberschreitung hat – sofort wird der volle Minimal-KV-Beitrag (das ist viel Geld!) fällig.

Dieses wäre abzuändern und für den beruflichen (Wieder-)Einstieg praktikabler zu machen, indem bei geringeren Einkommen, sei es freiberuflich oder angestellt, der KV-Beitrag prozentual angepasst anstiege – bei einem niedrigeren Betrag beginnend! (Das Geld muss ja erstmal verdient sein!)

Bei „regulär entlohnterBeschäftigung – und damit prozentual am Einkommen angepasster und zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufgeteilter Krankenversicherungszahlung!  –  bereits bei geringen Verdiensten,nicht erst über 400 Euro! –  würde diese nicht unerhebliche und „ungerechte“ Problematik (Erwerbshindernis u.a. für Frauen und Mütter!) entfallen!

Zur Schwierigkeit der Einkommensermittlung bei Selbständigen (Beispiele)


Der Staat verzichtet bei den Minijobs auf Steuern, die ihm ansonsten zuständen.
Unabhängig vom sonstigen Verdienst (ein Minijob ist als „Zuverdienst“ erlaubt!) werden nur 2 % als Steuern abgeführt – auch wenn der Arbeitgeber sonst einen Steuersatz (Progression, Satz nach Gesamteinkommen) von beispielsweise 25 % hätte.
Das sieht für den Beschäftigten „günstig“ und nach Ersparnis aus  –  sozusagen „am Finanzamt vorbei“. Die Staatskasse „buttert zu“. Ist das an dieser Stelle wirklich berechtigt und sinnvoll?

Frauen haben es gerne „einfach“ in Finanzsachen  – sie haben viele komplexe Themen und Dinge des Alltags zu regeln: Putzen, Wäsche, Kochen, Kinder-„Organisation“, neben der Erwerbsarbeit – dass ihnen nicht viel Kraft und Lust bleibt, sich mit komplexen finanziellen „Formalitäten“ zu beschäftigen.

Nicht selten übernimmt das der männliche Partner. Bei älteren Ehepaaren ist diese Arbeitsteilung häufig 100 % – und „Kinder“ (hier sind die erwachsenen „Kinder“ gemeint) übernehmen etwas davon automatisch von den Eltern!

Mit zunehmendem Alter werden die (kleinen) Kinder unabhängiger und Frau hat wieder mehr Freiraum für eigene (Erwerbs-) Arbeit.

Hat der Arbeitgeber zeitweilig Bedarf für Mehrarbeit, ist es in einem regulären Beschäftigungsverhältnis mit Sozialversicherungspflicht kein Problem, die Arbeitszeit – und damit den Verdienst und auch die Einzahlungen für die Rente – kurzzeitig oder dauerhaft – zu erhöhen.

Bei einem „400-Euro-Job“ geht das nicht – er ist „gedeckelt“ auf diese 400 Euro. Darüber entfiele auch die familiäre Mitversicherung. Wird mehr gearbeitet, ist der Stundenlohn eben niedriger (Ausbeutung, Lohndumping!).

Es gibt also keinen „weichen Übergang“ in eine (vollwertige) Mehr-Stunden-Beschäftigung (Teil- oder gar Vollzeit), wenn die Arbeitgeber – und das tun nicht wenige – auf die staatlichen „Vergünstigungen“ durch die Minijobs –  und die „Dummheit“ und „Bereitwilligkeit“ der Menschen, es sind größtenteils Frauen – setzen.

Minijobber haben meist auch keinen Urlaubsanspruch, bei Krankheit wird nicht weitergezahlt! Vorteilhaft für den Chef, Pech für den / die Angestellte/n!

Es wäre anzustreben, alles Erwerbseinkommen gleichermaßen – und gerecht – zu versteuern und für die Sozialversicherungen heranzuziehen!

Die Regelung der zu registrierenden Minijobs für Haushaltshilfen ist für viele Frauen – und auch die „Arbeitgeberinnen“,  meist ebenso Frauen, Seniorinnen oder erwerbstätige Mütter, viel zu kompliziert – und formal.Gearbeitet wird oft stundenweise nach Bedarf, bezahlt BAT (= bar auf Tatze!).

Diese Einkommen aus „Putzstellen“ (aber leider „Schwarzarbeit“) verschaffen Menschen, (Haus-)Frauen das gute Gefühl, mal wieder (endlich!) etwas eigenes Geld zu verdienen – und damit auch zum Haushaltseinkommen beitragen zu können.

Frau erarbeitet sich etwas mehr Unabhängigkeit vom (Ehe-)Mann – „Emanzipation“. (Auf niedriger Basis – aber besser als nichts! Es kann der Anfang für mehr sein.)

Erwerbsarbeit, und sei es ein Putz- oder Babysitterjob, stärkt das Selbstbewusstsein und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten – was für Frauen, die jahrelang, ohne Anerkennung von „außen“ oder „oben“, für „das Eigene“ (Haus(halt) und Kinder!) gearbeitet haben, eine enorm wichtige Erfahrung ist!

Schade nur, dass es so schwierig ist, nach der absolut berechtigten Familienpause wieder einen Einstieg in das „reguläre Erwerbsleben“ zu finden! Da müsste etwas geändert werden – aus der Politik heraus!

In Alternative („Wahlfreiheit“) zur durchgängigen „Erwerbskarriere“ – von der Wirtschaft erwünscht – von Frauen und Müttern.

Besonders bei einer eintretenden Trennung vom Mann ist die Frau – die immer noch meist die Hauptlast der Kinderbetreuung übernimmt – zudem bei dem „neuen“ Unterhaltsrecht – immer die „Gekniffene“!

Sie steht am Ende – trotz jahrelangem engagiertestem Einsatz für die nachfolgende Generation (contra „Demographische Katastrophe“!) – fast ohne Rente und „Zukunftsaussichten“ da.

Das muss geändert werden!

Die Politik müsste andere Modelle der Beschäftigung erarbeiten, die für gleichmäßige, angemessene und gerechte Besteuerung aller Einkommen sorgen und keine „Sackgassenlösungen“ sind.
Gleichzeitig sollte der bürokratische Aufwand überschaubar sein –  und am Ende auch noch ausreichend Geld für die geleistete Arbeit im Portemonnaie ankommen!

Und die gesellschaftlich so bedeutende Aufgabe der Kindererziehung sollte viel stärker beachtet und gewichtet werden!

Almut Rosebrock,
Apothekerin und Mutter,
Aktionsbündnis „Gerne leben mit Kindern“, www.glmk.de