Sonntag, 9. September: Wallfahrt auf den Steinknock im Bistum Bamberg

Am kommenden Sonntag, den 9.  September,  beginnt ab 14 Uhr die alljährliche Sakramentsprozession von der Pfarrkirche in Mistendorf bis zur neugotischen Kapelle auf dem Steinknock, die in idyllischer Landschaft gelegen ist, romantisch und einsam auf einer Anhöhe in einer Waldlichtung.

Dorthin pilgern Wallfahrer seit Jahrhunderten zur eucharistischen Anbetung und zur Verehrung der Gottesmutter.

Der bodenständige Geistliche Otto Wohlleber ist seit über 30 Jahren Pfarrer von Mistendorf bei Strullendorf an der Grenze zur sog. „fränkischen Schweiz“. Er oder ein befreundeter Geistlicher trägt das Allerheiligste bei der Prozession auf den Berg hinauf und wieder hinunter zur Dorfkirche. Pfarrer Wohlleber leitet die Andacht, ein Ordensgeistlicher wird die Predigt halten.

Auch Erzbischof Ludwig Schick von Bamberg besuchte vor drei Jahren den ländlichen Pilgerort und feierte anläßlich des 350-jährigen Jubiläums in der Kapelle eine Festandacht. Nur noch 16 Prozent der Katholiken würden regelmäßig am Sonntag die hl. Messe besuchen, bedauerte der Bamberger Oberhirte damals in seiner Predigt.  Deshalb sei der Steinknock als Fingerzeig Gottes, die Eucharistie zu verehren, so wichtig. „

Die Wallfahrtskapelle solle für die ganze Erzdiözese eine Einladung  zur Verehrung des Allerheiligsten sein“, betonte der Erzbischof. 

Wenn wir auf den Wegen und Geboten Gottes und der Kirche bleiben, gelangen wir zum Hochzeitsmahl des ewige Lebens, erklärte Schick.

Daher müßten ehrwürdige eucharistische und marianische Stätten wie der Steinknock und bewährtes Brauchtum weiter gepflegt werden. Besonders bedankte er sich bei Ortspfarrer Otto Wohlleber, der sich seit mehreren Jahrzehnten um diese eucharistische Wallfahrtsstätte kümmert.

Pilger von nah und fern kommen das ganze Jahr über zur Wallfahrtskapelle, vor allem viele Gläubige aus dem Bamberger Umland, manchmal auch ganze Busse.

Von der Fastenzeit bis Ende Oktober ist die Kapelle sonntags und feiertags geöffnet; in dieser Zeit zelebriert Pfarrer Wohlleber jeden Donnerstag um 8 Uhr eine hl. Messe, die mit Andächtigen gefüllt bis überfüllt ist: manchmal stehen die Menschen  sogar auf der Treppe vor dem kleinen Kirchlein. 

Dort gibt es noch Glöcklein mit Handbetrieb, die Kapelle hat keinen elektr. Strom, aber Kerzen auf den Sitzbänken, damit die Leute etwas sehen können. Es gibt dort auch Maiandachten und Rosenkranz-Andachten im Oktober.

Die Wallfahrt auf den Steinknock geht auf einen wundersamen Hostienfund vor über 350 Jahren zurück:

Im Jahre 1659 war auf dem Steinknock von den Pfarrern Christoph Reinhard aus Mistendorf und Heinrich Hagedorn aus Geisfeld eine große Hostie in einem Eichenstock auf dem Steinknock gefunden worden   –  verborgen in einem Lederbeutel, der erstaunlicherweise völlig unversehrt war  – ebenso wie die hl. Hostie.

Die beiden Geistlichen waren dorthin gegangen, weil die Konvertitin Maria Drechsler aus Zeegendorf, die zum katholischen Glauben übertrat, sie nach entsprechenden Visionen dazu gedrängt hatte.

An dem Fundort wurde eine kleine Holzkapelle errichtet und schon bald begannen die Wallfahrten: seitdem pilgern Menschen dorthin, um ihre Anliegen vor Gott zu bringen, die Gottesmutter um ihre Fürsprache anzurufen und für erlangte himmlische Hilfe zu danken.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz



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