Erzbischof Müller: „Die Wahrheit Gottes ist das große Gut, das der Kirche anvertraut wurde“

In einem Interview mit dem Internet-Fernsehen „Katholisch 1“ erklärte Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, daß die (von ihm geleitete) vatikanische Glaubenskongregation  dem Papst bei der „Wahrnehmung seines universalen Lehr- und Hirtenamtes hilft und dient“. 

Daher spiele die Glaubenskongregation eine „ganz wichtige Rolle“, denn  – so der Erzbischof  – „die Kirche ist eine Glaubensgemeinschaft, der es um das Heil der Menschen geht, um die Wahrheit; diese kann man nicht einfach um den Daumen peilen und eine Straßenumfrage machen: „Was halten Sie von diesem oder jenem, von dem Sie nichts verstehen?“ – So kann nicht umgegangen werden mit diesem großen Gut, nämlich mit der Wahrheit Gottes, die der Kirche anvertraut worden ist“. 

Außerdem erklärte der neue Chef der Glaubenskongregation, der Glaube müsse auch heute geschützt werden vor Häresien, falschen Lehren und Entwicklungen kollektiver Art, die den Sinn des Glaubens vermissen lassen.

Das vollständige Interview gibt es hier zum Anschauen und Hören:

http://www.katholisch1.tv/index.php/kath1/%28darstellung%29/video/%28beitrag%29/6569

Foto: Bischöfliches Presseamt Regensburg

 


Australien: Islamische Demonstration stachelte Kinder zu Haßparolen auf

Politiker haben die Gewalt bei einer Demonstrationen von Muslimen in Sydney verurteilt. Vor allem stieß auf Kritik, dass selbst Kinder mit Plakaten die Enthauptung von Beleidigern des Propheten Mohammed forderten.

Sie wolle solche Aufrufe nicht sehen, besonders nicht in der Hand von Kindern, sagte Premierministerin Julia Gillard am Sonntag laut australischen Medien.

Hunderte vorwiegend junge Muslime hatten am Samstag in Sydneys Innenstadt gegen den islamkritischen Film „Die Unschuld von Muslimen“ protestiert. Dabei kam es zu Krawallen.

Quelle: Radio Vatikan


Der Papst im Libanon: Christen dürfen keine Bürger zweiter Klasse sein

Die Bedeutung der Religionsfreiheit hat Papst Benedikt am 14. September zum Auftakt seiner dreitägigen Libanon-Reise hervorgehoben. Im Wallfahrtsort Harissa rund 30 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Beirut unterschrieb das Oberhaupt der katholischen Kirche ein Dokument mit den Titel „Kirche im Nahen Osten“.

Darin heißt es u.a., Christen dürften nicht „als Bürger oder Gläubige zweiter Klasse behandelt werden“; sie hätten die Pflicht und das Recht, am nationalen Leben voll teilzunehmen, indem sie für den Aufbau ihrer Heimat arbeiteten.

Die Religionsfreiheit sei ein unveräußerliches Recht und schließe die Freiheit ein, „die Religion zu wählen, die man für die wahre hält, und den eigenen Glauben öffentlich zu bekunden“. Es müsse möglich sein, den eigenen Glauben und dessen Symbole frei zu bekennen und zum Ausdruck zu bringen, „ohne das eigene Leben und die persönliche Freiheit in Gefahr zu bringen“.

Quelle: evangelische Nachrichtenagentur IDEA


Bürgerentscheid in Münster: 59,4% stimmen für Schlossplatz – 40,6% für Hindenburgplatz

Die Wahlbeteiligung betrug 40,3%

Bei der heutigen kommunalen Abstimmung über die Frage, ob der frühere Hindenburgplatz seinen Namen behalten soll oder der vom Stadtrat im März dieses Jahres beschlossene Name „Schlossplatz“ eingeführt werden soll, entschied sich eine Mehrheit (59,4%) der Münsteraner für Schlossplatz.

Alle im Rat der Stadt vertretenen Parteien betrieben Wahlkampf gegen den Namen Hindenburgplatz, wobei diese Position der Rats-Parteien von beiden Regionalzeitungen (Münstersche Zeitung, Westfälische Nachrichten) redaktionell unterstützt wurde, ebenso vom Westdeutschen Rundfunk WDR.

Eine „Schlossplatz-Zeitung“ mit der riesigen Auflage von 110.000 Exemplaren war bereits vor mehreren Wochen pauschal an die Haushalte in Münster verteilt worden.

Die Bürger-Initiative Hindenburgplatz erreichte keinen Sieg für ihre Sache, gleichwohl ein respektables Ergebnis von über 40%; der Verein „Ja zum Hindenburgplatz“ erklärte, daß er das Abstimmungsergebnis akzeptieren werde.

Für den Namen „Schlossplatz“ stimmten nach Angaben der Stadt 56.717 Bürger.

Hingegen plädierten 38.801 Wahlberechtigte für die Bezeichnung „Hindenburgplatz“, wie diese seit 85 Jahren gültig war.   

Forum deutscher Katholiken: „Menschenwürdiges Leben in Zeiten unwürdiger Gesetze“

Resolution des Kongresses „Freude am Glauben“ in Aschaffenburg:

Der Wert des Menschen in unserer Gesellschaft sinkt stetig. Die Billigung der Präimplantationsdiagnostik durch den Bundestag 2011 und die gerade erfolgte Markteinführung eines Bluttests zur Frühentdeckung der Trisomie 21 (Down-Syndrom) beim vorgeburtlichen Kind sind Zeichen einer bedenklichen Entwicklung in Richtung Menschenfeindlichkeit.

Auf vielfältige Weise wird in unseren „modernen“ Staaten versucht, Menschen mit Behinderungen und Krankheiten bereits vor der Geburt auszusortieren und zu töten. Gleichzeitig ist der Begriff Inklusion in aller Munde, die Einbindung ebensolcher Menschen als vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft, was von der Politik angeblich gewollt und gefördert wird.

Die aktuellen politischen Entscheidungen haben diesen Widerspruch nicht nur nicht aufgelöst, sondern weiter vertieft: Großzügige Förderungsabsicht bei geborenen Menschen mit Behinderung, mit finanziellen Zuschüssen ebenso großzügig bedachte Selektionsabsicht bei noch nicht geborenen.

Es ist ethisch nicht vertretbar, nur erwünschte und geplante Menschen mit bestimmten Merkmalen und Eigenschaften auf die Welt kommen zu lassen. Es verstößt gegen unser Grundgesetz, Tests und Methoden zu entwickeln, deren offensichtliches Ziel die Beseitigung von nicht in bestimmte Kategorien passenden Menschen ist.

Wir fordern, die vorgeburtliche Diagnostik für diejenigen Zwecke einzusetzen, für die sie ursprünglich eingeführt wurde: die bestmögliche Versorgung der Mutter und des Kindes, das Erkennen und die möglichst frühe Therapie von Krankheiten.

Alles, was nicht diesen Grundsätzen dient, sondern zum Aussondern von Menschen führt, kann nicht Bestandteil einer Gesellschaft sein, die sich als zivilisiert und human bezeichnet.

Politische Entscheidungen, die den Boden der grundlegenden, vorbehaltlosen Menschenwürde verlassen, können und müssen revidiert werden.


Bundesverfassungsgericht läßt sich vor den EU-Karren spannen

Von Dennis Riehle

Es klang schon merkwürdig an, als Tage und Wochen vor der Entscheidung der „roten Roben“ nahezu die gesamte Medien- und Fachwelt zu wissen schien, wie am 12. September das Bundesverfassungsgericht in Sachen ESM-Krisenmechanismus urteilen würde.

Damit war es eine „absehbare“, eine „vernünftige“ Einschätzung der Richter, die verkündet wurde  –  und irgendwie nur noch das zu bestätigen schien, was schon lange zuvor niemand mehr in Zweifel zu ziehen wagte: Ein „Ja“ zum ESM war offenbar in Stein gemeißelt, das Verfassungsgericht hat sich durch seine Untertänigkeit den Vorgaben von allen Seiten hingegeben und seine Souveränität letztlich vollkommen abgelegt.

Allein dieser Umstand ist ein Skandal in einem Rechtssystem: Unabhängig soll die Justiz sein, unbeeinflusst und unvoreingenommen. Dass die Richter heute nur noch Marionetten eines Systems sind, das aus Brüssel gelenkt wird und das sich meist allein aus Anmahnen möglicher Horrorszenarien „über Wasser“ halten kann, ist ein Umstand, der die eigentliche Dramatik in der Schuldenkrise fast in den Schatten zu stellen vermag.

Sorge vor dem Ende der nationalstaatlichen Demokratie

Nein, die Sorge vor dem Ende der Demokratie wäre falsch. Es muss die Angst vor dem Ende der nationalstaatlichen Demokratie sein  – und damit dem Ende der individuellen, der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Eigenständigkeit gerecht werdenden Entscheidungsbefugnis jedes Landes. Die Befürchtung vor Gleichbehandlung eines Kontinents, dessen Gefälle nicht erst seit der Finanzkrise offenkundig zutage treten.

Seit Jahren und Jahrzehnten ist klar: Karlsruhe ist europafreundlich. Während innenpolitisch immer wieder harte Hammerurteile verkündet wurden, mit denen niemand gerechnet hatte und die den Parteien schmerzliche Grenzen in ihrem Handeln auferlegt hatten, konnte man bislang immer mit allzu großer Gewissheit davon ausgehen, dass sich die Verfassungsrichter nicht in den Weg zu noch mehr Europa stellen würden.

Nahezu beschämt und nicht mit der sonstigen Standfestigkeit fallen die Entscheidungen aus, wenn das unterwürfig scheinende Karlsruher Gericht seine Bewertung zu der Konformität des deutschen Grundgesetzes mit weiterer Öffnung der Bundesrepublik hin zu einem europäischen Bundesstaat abgibt.

Ein Bundesverfassungsgericht ist nicht dazu da, die Befindlichkeiten von Bankenspekulanten oder Börsenhändlern zu berücksichtigen. Sie hatten gewarnt, würde Karlsruhe dem ESM ein „Nein“ vorschieben, würde das „ungeahnte“ Auswirkungen auf die Finanzwelt haben und das Ende von Euro und ganzer Wirtschaftssysteme stünde bevor. Mit Drohungen und Erpressungen sollte der Spruch der Richter in die „richtige“ Richtung gelenkt werden.

Und wenig erstaunlich: Er ist gemäß den Wünschen der Lobbyisten eingetreten. Denn mittlerweile wird zwischen Währungsunion und politischem Bund nicht mehr unterschieden. Alles oder nichts – so lautet die Devise und setzt den Europäern die Pistole auf die Brust.

Nein, das Urteil des Bundesverfassungsgericht war nicht gut. Wenige Eckpfeiler wurden gesetzt, beispielsweise eine vorläufige Obergrenze von 190 Milliarden Euro (die in den Nachrichten heute so verkündet werden, als handele es sich um eine Hand voll Lutschbonbons) in Sachen deutscher Haftung.

Deutsches Parlament steckt weitgehend in einer Zwangsjacke

Doch so sagte es Krause,  der erfahrene EU-Korrespondent der ARD, wer glaubt schon daran, dass der Bundestag im Falle von mehr benötigtem Geld künftig „Nein“ sagen würde? Er hat sich mittlerweile auf eine Spirale eingelassen, aus der Deutschland nicht mehr herauszukommen droht.

Zwar hat man provisorisch das Parlament als Kontrollgremium für weitere Zustimmungen zu mehr Beteiligung eingeschaltet – welche Farce ist das aber bei dem Wissen, dass dieses Abgeordnetenhaus künftig an immer mehr Macht verlieren wird?

Ein Bundestag, in dem die Mitglieder nicht mehr wissen, worüber sie eigentlich abstimmen – und in welchem sich Finanzminister an eine Budgethoheit klammern, die mittlerweile eigentlich schon faktisch in anderen Händen liegt. Denn nachdem wohl fast vier Fünftel der Gesetze des Hauses als mehr oder weniger direkte Vorlage aus Europäischem Parlament oder Kommission zum bloßen Abnicken in Berlin vorgelegt werden, hat die indirekte Oberhand für den Haushalt schon seit längerem eine informelle Politikerrunde in Brüssel übernommen.

Das Hauptsache-Verfahren wird sich lange hinziehen

Wesentliche Entscheidungspunkte wurden offenbar in das „Hauptsacheverfahren“ verschoben und ziehen sich damit über einen ewigen Zeitraum hin – vielleicht zu spät. Denn bereits das Eilverfahren hätte Antworten zu elementaren Fragen geben müssen: Wo blieb die Forderung nach einer klaren verfassungsrechtlichen Grundlage, auf der die Richter künftig über Europafragen entscheiden können?

Dass das derzeitige Grundgesetz keine rechtskräftigen Antworten mehr auf Streitpunkte liefern kann, die auf einer Ebene spielen, die die Initiatoren der Verfassung vor über 60 Jahren nicht zu ahnen gewusst hätten, ist selbstverständlich. Wo war das Einverlangen von mehr Bürgerbeteiligung? Einer Volksabstimmung?

Die Klagen einiger Initiativen waren hier als unzureichend oder an der eigentlichen Problematik vorbeigehend zu beurteilen: Wer allein „mehr Demokratie“ einfordert, wird der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Dimension der ESM-Entscheidung in keinem Fall gerecht. Es geht nicht um einzelne Abstimmungsbefugnisse über den ESM. Er entscheidet schlussendlich auch nicht über die EU, wie medial aufgepustet wurde.

Dem deutschen Volk muss die Frage auferlegt werden, in welchem Europa man künftig leben möchte – und welches Verständnis von Solidarität und Finanzierung man sich gemeinsam auferlegt. Nicht mehr, aber eben schon gar nicht weniger. Mit tröpfchenweisen Entscheidungen kommen wir in einer derart die Einbahnstraße schon fortgeschrittenen Position nicht mehr weiter.

Doch weshalb sagten die Richter hierzu nichts? Weshalb fand keiner der Verfassungshüter Anstoß daran, dass künftig eine Zentralbank nicht nur geld-, sondern zunehmend ordnungspolitisch aktiv werden kann, ohne dafür ein Statut zu haben? 

Nein, das sind keine Themen, die auf die „lange Bank“ gehören. Sie hätten hier und jetzt einer eindeutigen Aussage bedurft. 

Der ESM hilft den angeschlagenen Staaten nicht weiter

Der ESM ermutigt die Regierungen dort nicht zu den richtigen Schritten, wo sie gebraucht würden. Sparauflagen treffen neuerlich die Kleinen, die sozial Schwachen, die Krebskranken in Griechenland, die dahin sterben, weil ihnen keine Medikamente mehr gezahlt werden.

Zurückhalten muss sich aber der, der spekuliert hat, der auf den Untergang gesetzt hat. Unmoralische sind es, die die Zeche zu zahlen haben. Deutliche Worte braucht es nun, kein diplomatisches Wortgewinde eines Urteilsspruchs, der hoffentlich niemanden kränkt. Stattdessen gab es Zustimmung für einen zeitlich unbegrenzten „Rettungsschirm“ – bei Wind und Wetter soll er halten, doch der Orkan steht schon vor der Tür.

Eine Ewigkeitsklausel für eine Installation, ein Getriebe mit Dauerlauf – und hoffentlich ohne Alterserscheinungen. Europa gibt sich der Abhängigkeit hin – und verbietet sich selbst die Entzugstherapie.

Auch zum Fiskalpakt kam aus Karlsruhe nichts. Wie Kommentatoren sagten, sei dieser ja übereinstimmend nicht zur Debatte gestanden. Zumal einige Länder schon ihre eigene Schuldenbremse hätten.

Doch was nutzen Schuldenbremsen ohne Konjunkturprogramme? Was sind das für Perspektiven für Länder wie Portugal, wenn die deutschen Politiker für die Bundesrepublik bereits vorrechnen, dass in rund 170 Jahren die Verschuldung abgebaut wäre, würde man monatlich eine Milliarde einsparen?

Wer auf Diät ist, braucht trotzdem Wasser und Vitamine zum Überleben – die richtigen. Das Drängen auf Einsparungen allein ist keine Lösung. Der Ansatz muss in einer Umgebung verwirklicht werden, wo er effektiv ist. Nicht der kleine Arbeiter aus Athen darf Sündenbock sein, es muss die Verwaltung sein, die den Toten über Jahrzehnte ihre Rente weiterbezahlt. Und es muss das Unternehmen sein, das hinterlistig die fehlende Infrastruktur ausnutzt, um Unmengen an Steuern zu hinterziehen. Eine Haftung für Banken, die denen das Geld hinterher wirft, die vergessen haben, den Abfluss zu dichten, ist wahrlicher Irrsinn.

Komisch auch, dass sich nach dem Urteilsspruch alle als Gewinner sahen. Selbst die, deren Klage zurückgewiesen wurde, taten so, als ob sie gesiegt hätten.

Wie erbärmlich ist es, dass selbst die „Minimalanforderungen“ (so titelten die Zeitungen der Krisenstaaten genussvoll), die das Gericht an die Politik stellte, wenn es nun und in Zukunft um die „Rettung Europas“ geht, als riesiger Erfolg gefeiert werden? Viel eher zeigen sie, dass man sich in Deutschland mittlerweile darüber freuen muss, wenn das Bundesverfassungsgericht bei europäischen Entscheidungen überhaupt noch ein „aber“ erwähnt.

Muss ein Gericht bürgernah sein?  –  Sicher würde manche Entscheidung im deutschen Justizsystem anders aussehen, wenn man nur auf die Polemik der Stammtische hört. Gerade im Straf- oder Zivilrecht, aber auch im Bürgerrecht spielen oft Empfindungen oder Emotionen eine entscheidende Rolle, weshalb es gut ist, dass niemand auf die Meinung solcher Stimmungsmache hört.

Doch was ist, wenn es um Fragen der Gesellschaft geht, die uns alle betreffen? Eine überwiegende Mehrheit der Deutschen gab in repräsentativen Umfragen vor der Verkündung des Urteils an, man wünsche sich einen Sieg der ESM-Gegner. Und schon allein die über 30 000 angeschlossenen Kläger, die größte eingereichte Sammelklage der deutschen Geschichte, hatte gezeigt, dass ein vehementer Wind gegen den Stabilitätsmechanismus weht.

Zwar hatte schon am Tag nach der Bekanntgabe der Karlsruher Entscheidung gut die Hälfte der Befragten Zufriedenheit mit dem Urteil bekundet – dies macht jedoch einzig klar, wie unsicher sich die Menschen in solch schwierigen Komplexen sind und wie mangelhaft die Informationspolitik funktioniert.

„Im Namen des Volkes“ haben die Richter ihre Entscheidung verkündet – eigentlich dürften sie dies unter einer derartigen Prämisse nur mit schlechtem Gewissen tun dürfen. Denn wer sich in eklatanten Fragen über die Zukunft des Landes in strikter Weise gegen die Mehrheitsmeinung der Bürger auflehnt, der hat sich offenbar blindlinks vor den Karren der EU-Fanatiker spannen lassen.

Dennis Riehle
Martin-Schleyer-Str. 27
78465 Konstanz

www.dennis-riehle-blog.de


Die Zerstörung des christlichen Libanon in den 80er Jahren durch die PLO

Von Felizitas Küble

In den aktuellen Debatten über den Libanon angesichts des Papstbesuches wollen wir nicht vergessen, daß dieses einst überwiegend christlich geprägte Land in den 80 Jahren durch ständige militärische Attacken von palästinensicher Seite schwersten Schaden erlitten hat.

Darüber berichten verschiedene Bücher von Augenzeugen, zB. jenes von Pfarrer Winfried Pietrek „Libanon: Ein Volk kämpft um sein Leben“, der damals selber als Seelsorger und Journalist dort wirkte.

Auch der frühere Chefredakteur der Tagespost, Dr. Harald Vocke, hat dies in seinem 1984 erschienenen Buch „Die toten Christen im Libanon“ (Verlag Johann W. Naumann) ausführlich dokumentiert:

Als sich die Israelis auf internationalen Druck hin im September 1983 aus dem libanesischen Schuf-Bergland, das vor allem von Christen bewohnt war, zurückzogen, hatte dies laut Harald Vocke schlimmste Auswirkungen(S. 9ff):

„In den folgenden Wochen überfielen im Schuf- und im Hochland…bewaffnete Einheiten der „Progressiven Sozialistischen Partei“, Sondereinheiten der syrischen Armee und Kampfgruppen der PLO sowie persische und lybische Kämpfer alle christlichen Sied-lungen und Dörfer. Die Angreifer zerstörten die Kirchen, Gehöfte und Häuser, schändeten die Friedhöfe…, vergewaltigten Frauen und Mädchen und ermordeten alle Christen, die sich nicht durch die Flucht retten konnten…

Mehr als 1400 Christen wurden damals ermordet, 125.000 Christen retteten sich nur durch die Flucht….In den Wochen des Schreckens standen multinationale Friedens-truppen…noch unmittelbar südlich von Beirut. Sie wußten, was im Bergland geschah, kaum 15 km von ihnen entfernt. Aber sie griffen ebenso wenig zum Schutz der Christen ein wie die im Südlibanon stationierten Friedenstruppen der Vereinten Nationen.“

Abschließend schreibt Vocke über das Ergebnis des palästinensisch-arabischen Massenmords:

„Seit Oktober 1983 gibt es in den Libanon-Bergen zwischen dem noch von israelischen Truppen besetzen Städtchen Dschezzin und dem Norden des Metn-Hochlands kein christliches Dorf mehr, keine christliche Siedlung, ja überhaupt Christen nirgendwo mehr. Die zerstückelten Leichen der gefolterten und ermordeten Opfer der großen Verfolgung lagen nach den Massakern noch wochenlang unbestattet auf den Straßen und an den Wegrändern umher.“

So wurde das Prinzip der „verbrannten Erde“ in einer der herrlichsten Gegenden des Libanon durchgezogen:

„Mit einem Doppelstern hob der 1975 erschienene Reiseführer „Guide Bleu“ noch unmittelbar vor Ausbruch des Krieges das Schuf-Bergland als „schönste libanesische Landschaft“ für die Touristen hervor. Doch seit dem Herbst 1983 sind die Hochtäler des Schuf nur noch eine Stätte des Grauens.“

All dies wäre nicht geschehen, wenn die israelische Armee die Christenstädte und Dörfer im Bergland des Libanon weiter durch ihre „Besetzung“ vor moslemischen Fanatikern hätte schützen können, was sie gottlob so lange getan hat, bis sie leider durch internationalen Druck zum Rückzug gezwungen wurde.

Das Ergebnis der palästinensischen Angriffe von 1975 bis 1990 sehen wir heute: aus dem blühenden Libanon, noch in den 70er Jahren mehrheitlich christlich bevölkert,  zudem damals neben Israel die einzige parlamentarische Demokratie im gesamten Nahen Osten,  sind die Christen zu einer bedrängten Minderheit von 30% heruntergemordet und vertrieben worden.