Staatsministerin Müller würdigt Erzbischof Müller als „Oberhirte von Format“

Apostolischer Nuntius: „Die Kirche vor der Infizierung durch den Zeitgeist bewahrt“

Am Sonntag hat das Bistum Regensburg Erzbischof Dr. Gerhard Ludwig Müller in einem festlichen Rahmen verabschiedet. Papst Benedikt XVI. hatte am 2. Juli 2012 den langjährigen Bischof von Regensburg als Präfekten an die Spitze der römischen Glaubenskongregation berufen.

Höhepunkt der Verabschiedung in Regensburg war das Pontifikalamt im überfüllten Dom St. Peter, das Erzbischof Müller gemeinsam mit Kardinälen, Bischöfen und dem Domkapitel Regensburg feierte und das die Regensburger Domspatzen musikalisch gestalteten.

Vorausgegangen war ein Festakt zur Verabschiedung im Kolpinghaus Regensburg. Am Nachmittag gab es eine festliche Begegnung auf dem Domplatz ein, an der rund 5000 Gläubige teilnahmen.

Dabei kam es zu sehr bewegenden und anrührenden Szenen des Abschieds zahlreicher Menschen im persönlichen Kontakt mit dem Erzbischof, der viele Kinder segnete.

Zwei Stunden lang drängten sich Menschen allen Alters und aus allen Regionen des Bistums, um ihre Verbundenheit mit dem Erzbischof auszudrücken.

Zum Abschluss des Tages fand ein kurzes Orgelkonzert in der Kathedrale St. Peter statt, das mit einem festlichen Domgeläut begann und endete.

Ministerin Emilia Müller: „Vielseitigkeit und Geradlinigkeit“

Beim Festakt im Kolpinghaus sprach die bayerische Staatsministerin Emilia Müller In Vertretung von Ministerpräsident Horst Seehofer ein Grußwort. An Erzbischof Müller gewandt, sagte die Ministerin: „Mit Ihnen verliert unser Bistum einen Oberhirten von Format.“

Die CSU-Politikerin würdigte die Vielseitigkeit des bisherigen Oberhirten von Regensburg, zu der die Geradlinigkeit dazukomme: „Sie sind ein Kirchenmann von klarem Wort, sicherem Urteil und festem Glauben.“

Die Ernennung zum Präfekten der römischen Glaubenskongregration zeige, welch hohes Vertrauen Papst Benedikt XVI. in ihn setze. Gleichzeitig sei die Berufung eine besondere Ehre für Bayern, stellte die Ministerin fest.

Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset, hob in seinem Grußwort hervor, als Bischof von Regensburg habe Dr. Gerhard L. Müller die Kirche vor der Infizierung durch den Zeitgeist bewahrt. Nun sei es seine Aufgabe, Strömungen innerhalb der Theologie auf der ganzen Welt zur Einheit des Glaubens zu führen.“

Philipp Graf v. Lerchenfeld: „Achtung und große Zuneigung erworben“

Philipp Graf von und zu Lerchenfeld, Vorsitzender des Diözesankomitees der Katholiken, erinnerte daran, dass es „einige gab, die Ihre Ernennung zum Bischof von Regensburg heftig kritisierten und Ihnen von Anfang an Steine in den Weg legen wollten“.

Aber die übergroße Mehrheit der Katholiken im Bistum habe Bischof Müller voll freudiger Erwartung begrüßt. Die Menschen hätten verspürt, „dass Sie in allem den Glauben, die Kirche in den Mittelpunkt stellen und Ihr Hirtenamt sehr ernst nehmen“.

Der Erzbischof habe sich mit seiner Art die Achtung und die große Zuneigung dieser Menschen erworben.

Anschließend dankte die BdkJ-Diözesanvorsitzende Lisa Praßer sowie Vertreter katholischer Verbände Erzbischof Müller mit Blumen.

In persönlich gehaltenen Dankesworten erinnerte Glaubenspräfekt Müller an die Anwesenheit Christi in seiner eigenen katholischen Familie.

Die Kirche habe er nie als eine äußere Organisation, sondern immer als eine Communio   – eine Gemeinschaft in Christus  – erfahren, die trägt. Auf diesem Boden sei seine Liebe zur Seelsorge und zur Theologie erwachsen.

Seine tiefsten Grundüberzeugungen habe er nicht bei Aristoteles, Platon oder Thomas von Aquin gefunden, sondern bei seiner Mutter, die ihn gelehrt habe, zu leben und leben zu lassen.

Quelle: Bischöfliches Presseamt Regensburg

 


Medjugorje: Die „Madonna“ spricht mit dem „Seher“ Ivan über den Sinn ihrer „Erscheinungen“

Soeben erschien die dritte Quartals-Ausgabe 2012 der Zeitschrift Medjugorje, die von der Gebetsaktion „Maria  – Königin des Friedens“ herausgebracht wird.

Die subjektiv wohlmeinenden Absichten der Herausgeber und Autoren wollen wir durchaus nicht in Abrede stellen, aber gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht, was vor allem dann gilt, wenn die nüchterne Wachsamkeit fehlt, zumal auf dem unsicheren Gebiet der „Privatoffenbarungen“, Visionen, außersinnlichen Phänomenen usw.

Die erwähnte Zeitschrift enthält ein Interview mit dem Medju-Seher Ivan Dragicevic, dem  – eigenen Angaben zufolge  –  auch nach 31 Jahren immer noch alle Tage die „Gospa“ erscheint, wie die Gottesmutter in dieser kroatisch-katholischen Region von Bosnien-Herzegowina gerne genannt wird.

Das Gespräch mit dem Visionär führte Dr. Maximilian Domej am 24. Juni 2012 in Medjugorje offenbar bald nach einer „Erscheinung“.  Auf S. 24 lesen wir folgende Frage von Dr. Domej: 

„Ivan, Du hast vor kurzem eine Erscheinung gehabt, die genau zur gleichen Zeit war wie vor 31 Jahren am Tag des hl. Johannes des Täufers. Kannst Du uns sagen, was die Gospa gesagt hat?“

Seine Antwort:

„Es ist schwer, diese heutige Begegnung zu beschreiben, die voller Emotionen, voll Freude war – und dazu kommt, dass auch jene ersten Tage, in denen hier alles begonnen hat, gegenwärtig waren.(…) Die Gospa kam sehr, sehr freudig.

Sie kam mit drei Engeln und grüßte uns alle mit ihrem mütterlichen Gruß: „Gelobt sei Jesus, meine lieben Kinder!“ (…) Bevor die Gospa sich entfernte, gab sie uns folgende Botschaft:

„Liebe Kinder! Auch heute, in meiner großen Freude, möchte ich euch einladen, meine Botschaften zu leben. Liebe Kinder, ich bin gekommen, um euch zu sagen, dass Gott existiert. Ich möchte euch zu Ihm führen. Betet, liebe Kinder, dass euer Weg ein Weg zu Jesus sein möge. Ich danke euch auch heute, liebe Kinder, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.“

Soweit also die „Botschaft“ des Himmels vom 24. Juni 2012, die Ivan an diesem „bedeutenden“ Jubiläums-Tag empfangen hat.

Eines steht jedenfalls fest: um Kindern in einer katholisch geprägten Gegend mitzuteilen, „dass Gott existiert“, ist sicherlich kein Stelldichein der Madonna auf Erden erforderlich, auch nicht auf dem Erscheinungsberg oder in der Kirche von Medjugorje.

Wie das 1. Vatikanische Konzil ebenso wie der hl. Paulus lehrt, bedarf es für die schlichte Gotteserkenntnis als solche nicht einmal der Heiligen Schrift (geschweige einer Erscheinung); es genügt hierfür die menschliche Vernunft, die das Dasein des Schöpfers aufgrund der Werke seiner Schöpfung erkennt, wie wir in 1 Röm 20 nachlesen können:

„Denn Gottes unsichtbare Wirklichkeit wird seit Erschaffung der Welt durch die Werke der Schöpfung mit Hilfe der Vernunft begriffen – sowohl seine ewige Macht wie auch seine Göttlichkeit. Deshalb gibt es für sie [die Heiden] keine Entschuldigung.“

Wenn es schon für Heiden bei „fehlender“ Gottes-Erkenntnis keine Entschuldigung gibt, dann erst recht nicht für katholisch erzogene Kinder in der Pfarrei Medjugorje. Somit entfällt eine solche „Begründung“ für die seit 31 Jahren andauernden Visionen.

Doch das ist nicht der einzige Irrtum, den wir in der erwähnten Zeitschrift finden. Das Medju-bewegte Blatt bewegt sich theologisch insgesamt auf dünnem Eis.

Hierfür folgen nun zwei weitere Beispiele:

Auf Seite 12 äußert sich Franziskanerpater Ivan Dugandzic im Rahmen eines Interviews zu der Frage, warum Gott selten Priester oder Ordensleute, sondern vielmehr meist einfache Menschen aus dem Volk, oft sogar Kinder, für Erscheinungen auswählt. Hierzu stellt er fest:

„Ich sage manchmal gerne, dass auch Jesus selbst ein Laie war und keine Verbindungen zum damaligen Priestertum hatte. Er hatte eine reine Laienbewegung um sich gesammelt, was bedeutet, dass es in seiner Bewegung keine jüdischen Priester gab.“

Wie freilich der Hebräerbrief im Neuen  Testament lang und breit ausführt, war und ist Christus der erhabene Hohenpriester des Neuen Bundes  – und mitnichten ein „Laie“.

Seine zwölf Apostel waren zwar der Herkunft nach keine jüdischen Amtspriester, sondern sicherlich Laien aus dem Volk, doch Christus hat sie zu Priestern des Neuen Bundes erwählt und geweiht.

Es kann zudem keine Rede davon sein, daß Christus „keine Verbindungen zum damaligen Priestertum hatte“.

Unser göttlicher Erlöser ging stets am Sabbat zum Tempel; er sagte beispielsweise zum geheilten Aussätzigen: „Zeige Dich dem Priester!“ (entsprechend den jüdischen Vorschriften) – und das alttestamentliche Priestertum ist selbstverständlich gottgewollt, wenngleich nur „vorläufig“, denn es wurde erst in Christus zur Vollendung geführt.

Der Dritte im Bunde, der in dieser Zeitschrift seine Irrtümer abliefert, heißt ebenfalls Ivan, genauer: Ivan Ugrin.

Der medjugorje-bewegte Autor berichtet unter dem Titel „Die Früchte von Medjugorje sind auf der ganzen Welt sichtbar“ über den Ablauf der Erscheinungsereignisse in den letzten 31 Jahren. Dabei schreibt er auf S. 39 u.a. Folgendes:

„Solange es nicht explizit [ausdrücklich] bewiesen ist, dass die Seher lügen, muss man ihnen glauben.“

Abgesehen davon, daß der dortige Vorgänger-Bischof Zanic bereits eine Reihe faustdicker Seher-Lügen haarklein dokumentierte und veröffentlichte (und dies schon Mitte der 80er Jahre), ist diese „Logik“ von Ivan Ugrin durchaus unlogisch, denn man „muss“ den Sehern keineswegs glauben, solange keine Lügen nachgewiesen sind.

Vielmehr empfiehlt und praktiziert die Kirche  seit jeher große Vorsicht, Nüchternheit und Wachsamkeit hinsichtlich „Privatoffenbarungen“ angeblich himmlischer Herkunft.

Man „muss“ den Sehern nicht einmal dann glauben, wenn die Kirche eine Erscheinung anerkannt hat; denn eine solche Entscheidung bedeutet für die Gläubigen lediglich, daß sie an die betreffende Privatoffenbarung glauben „dürfen“, aber nicht etwa „müssen“.

Das gilt erst recht für kirchlich nicht anerkannte Erscheinungen wie Medjugorje.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Vor einem Jahr erinnerte der Papst im Deutschen Bundestag an die zeitlose Bedeutung des Naturrechts

Wissenschafts-Autor Edgar L. Gärtner über Papst Benedikts überhörte Mahnungen

Am 22. September 2011 gab der als ehrgeizig bekannte Bundestagspräsident Norbert Lammert Papst Benedikt XVI. während dessen offiziellem Deutschlandbesuch die Gelegenheit, vor dem Deutschen Bundestag im Berliner Reichstag zu sprechen.

Nicht wenige werden vom Thema, das der Papst gewählt hatte, überrascht gewesen sein. Erwartet worden waren insbesondere Ausführungen zur christlichen Ökumene.

Der Papst hielt dagegen einen hochgelehrten Vortrag über die Bedeutung des Naturrechts.

Er mahnte die Politiker, sich nicht an vordergründigen Erfolgskriterien, sondern am überzeitlichen Maßstab der Gerechtigkeit zu orientieren, indem er den (…) wohlbekannten Satz aus Augustinus’ De civitate Dei zitierte:

Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande.“

Diese Mahnung konnte angesichts wiederholter Rechtsbrüche beim Versuch der EU-Elite, ihre Kunstwährung Euro durch direkte und indirekte Enteignung der Sparer zu retten, aktueller nicht sein.

Das Recht gründe in einem Rechtsstaat nicht primär in mehr oder weniger zufälligen und ephemeren politischen Mehrheiten, sondern in Natur und Vernunft, betonte Papst Benedikt.

Im Gegensatz zum heidnischen Götterglauben betrachte das Christentum Natur und Gewissen als universale Rechtsquellen.

Der Papst grenzte sich damit ab von verschiedenen Formen des Rechtspositivismus, dessen bekanntester Vertreter in Deutschland der inzwischen fast vergessene Rechtsphilosoph Hans Kelsen war.

Unausgesprochen wandte sich der Papst damit auch gegen das auf dem Gleichheitswahn (Egalismus) fußende „Gender mainstreaming“, die maßgeblich von der EU betriebene politische Gleichschaltung der Geschlechter.

Die Ökologiebewegung fordere zwar, auf die „Sprache der Natur zu hören und entsprechend zu antworten.“  – Es gebe jedoch auch eine menschliche Natur und somit auch eine Ökologie des Menschen:

„Auch der Mensch hat eine Natur, die er achten muss und die er nicht beliebig manipulieren kann… Der Mensch macht sich nicht selbst. Er ist Geist und Wille, aber er ist auch Natur  –  und sein Wille ist dann recht, wenn er auf die Natur achtet, sie hört…Gerade so und nur so vollzieht sich wahre menschliche Freiheit.“

Deutlicher hätte Benedikt XVI. marxistische bzw. feministische Umerziehungsversuche nicht zurückweisen können.

Quelle und Fortsetzung des Artikels hier im EF-Magazin: http://www.ef-magazin.de/2012/09/21/3703-naturrecht-papst-benedikts-ueberhoerte-mahnungen


Predigt von Erzbischof Gerhard L. Müller bei der Abschiedsmesse am 23. September 2012 in Regensburg

„Die einzige Macht, die dem Tod gewachsen ist, das ist die Liebe Christi!“

Während meiner Münchner Zeit fiel mein Blick beim Betreten der Pfarrkirche, in der ich 16 Jahre lang die hl. Messe feierte, täglich auf eine Sonnenuhr mit dem lateinischen Spruch: „ultima latet“.

Jeder, der das Gotteshaus betritt oder an ihm vorbeigeht, wird daran erinnert, dass im unaufhaltsamen Fluss der Zeit seine letzte Stunde schon auf ihn wartet.  Jeder  –  ohne Ausnahme  –  muss diese Welt und alles, was ihm lieb ist, zurücklassen.

Auf diesen entscheidenden Augenblick können wir uns aber vorbereiten. Im Angesicht des Todes entscheidet sich, ob unser Leben einen Sinn hatte oder ob alles Mühen und Sorgen, Lieben und Leiden vergeblich war.

Ein Seelsorger, der Todkranken und Sterbenden beisteht, sieht sich immer wieder konfrontiert mit dieser dramatischen Wahrheit über den Menschen.

Wenn ein junges Mädchen, nach der Teilnahme am Weltjugendtag im blühenden Alter von 16 Jahren nach einer letzten Phase körperlichen Leidens und seelischer Not sein Gesicht schon „in Finsternis und Todesschatten“ (Lk 1,79) zum Heiland am Kreuz erhebt und sagt: „Jesus, ich liebe dich“, dann spürt man die Gewissheit, dass der Tod doch nicht das Leben als absurd überführen kann.

Der heilige Schriftsteller, der uns den Hebräerbrief im Neuen Testament geschenkt hat, sagt realistisch und ohne jeden Anflug von Illusion, was es mit der menschlichen Existenz auf sich hat:

Es ist „dem Menschen bestimmt, ein einziges Mal zu sterben, worauf dann das Gericht folgt“ (Hebr 9,27).

Hoffnungsstark fährt er fort:

So „wurde auch Christus ein einziges Mal geopfert, um die Sünden vieler hinwegzunehmen“ und bei seiner Wiederkunft „die zu retten, die ihn erwarten“ (Hebr 9,28)

Die Wende in dem –  menschlich betrachtet –  immer aussichtslosen Kampf zwischen Leben und Tod hat der herbeigeführt, der sich in Jesus Christus als Schöpfer der Welt und Vollender des Menschen geoffenbart hat.

Der Apostel Paulus beschreibt die conditio humana vollkommen klar, wenn er im Römerbrief feststellt:

„Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat“ (Röm 8,20).

Der Sünde wegen ist alles der Vergänglichkeit unterworfen. „Aber zugleich“, so fährt Paulus fort, „gab er ihr Hoffnung. Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes (Röm 8,21).

Die einzige Macht, die dem Tod gewachsen ist, ist die Liebe Christi!

Sie gibt uns eine Orientierung in der Zeit und eine Perspektive hinein in die Ewigkeit. Daher resignieren wir nicht, wühlen wir uns nicht in einen Weltschmerz hinein, lassen wir uns nicht von Todessehnsucht die Freude am Leben und unseren Lieben nehmen; daher werden wir auch nicht zynisch oder halten voll Hass auf Gott, den die Gläubigen verehren, die Endlichkeit nur heroisch aus.

Wir flüchten auch nicht in einen Rausch von Genuss und Konsum, der die Angst vor dem Nichts überdröhnt und das Leben trivialisiert.

So war und bleibt meine Lebensmaxime: frohes Gottvertrauen, tätige Nächstenliebe und heitere Gelassenheit.

Der an Christus Glaubende begreift seine Talente als Gaben Gottes, er erfüllt seine täglichen Aufgaben und Pflichten gegenüber Gott und dem Nächsten und trägt die Widrigkeiten des irdischen Weges und die Bosheiten von Zeitgenossen in der unerschütterlichen Gewissheit:

„Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns? Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben  –  wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“ (Röm 8,31f.).

Um dieses Evangelium sammelt sich die Kirche. Sie bleibt der Welt die Botschaft vom Sieg des Lebens über Sünde und Tod, über das Absurde und Vergebliche, den Hass auf Gott und die Verachtung des Menschen nicht schuldig.

Auch unter den erschwerten Bedingungen der Verweltlichung und eines Denkens und Verhaltens als ob Gott nicht da wäre, das auch viele Christen prägt, die sich der Bedeutung des Glaubens an Gott und seine Liebe nicht mehr recht klar sind, muss das Evangelium in seiner ganzen Fülle verkündet und gelebt werden.

„Das Wort Gottes nicht auf dem Jahrmarkt der Meinungen feilbieten!“

Wir können nicht dem anpassungsschlauen oder sogar verschlagenen Rat folgen, das Wort Gottes, das doch in Ewigkeit bleibt (vgl. Petr 1,25), auf dem Jahrmarkt von Meinungen und Ideologien feilzubieten, es wie ein Parteiprogramm der Wählergunst auszuliefern oder wie ein verwelktes Blatt im Meinungswind hin- und hertreiben zu lassen.

Wer sich der Wahrheit über den Menschen im Leben und Sterben voller Ernst und Würde stellt, der ist immun gegenüber den Verheißungen von Selbsterlösung und dem Sirenengesang des Wellness-Betriebs.

Es ist evident, dass das Geschaffene nur der Weg des Menschen zu Gott, nicht aber das Ziel des Menschen sein kann!

Aus den Kulissen der sich entweder sanft oder schrill darstellenden „Welt ohne Gott“ tritt der Nihilismus heraus wie ein Gespenst, das sich in einem lebensmüden Europa umhertreibt. Wie der Souffleur aus seinem Kasten flüstert es uns ein, alles sei nur Theater, viel Schein ohne Sein.

Im Gegensatz zum Atheismus ist der Glaubende jedoch weltoffen, weil die Schöpfung die Güte Gottes uns gegenüber manifestiert. Die Schönheit der Natur, das Spannende der Geschichte, das Faszinierende in jeder Biographie ist nicht der falsche Schein des Nichts, sondern der Glanz des Kosmos, der vom Logos, der Vernunft des Wortes Gottes geordneten Welt, in dem sich die Herrlichkeit und Macht Gottes widerspiegelt.

Die Vernunft, mit der Gott uns Menschen ausgezeichnet hat, lässt sich nicht von den Zombies des Nihilismus und der Verzweiflung beeindrucken.

Wer seine Situation bedenkt, der erfährt im Glauben an Gott, dass hinter der Welt der Erscheinungen das Sein Gottes, seine Wahrheit und Güte stehen, die uns ein unerschütterliches Fundament unter die Füße geben.

Die Schöpfung weist uns auf Gottes Gottsein und seine ewige Macht; sie ist Anteilhabe am Sein und Leben Gottes; sie ist nicht eine leere Endlichkeit, die wir auffüllen könnten oder eine absurde und verlorene Existenz in einem Kosmos, der auf unsere Fragen nicht antworten oder unsere Leiden nicht mitfühlen könnte.

Die Welt in Geist und Materie, der Mensch mit Seele und Leib, mit seiner Freiheit und Vernunft, die Geschichte in der Verknüpfung der Einzelschicksale mit der gesamten Folge der Generationen, die ganze Schöpfung ist ein Beweis für den Heilswillen Gottes. Von IHM her haben wir alles empfangen, was wir sind und haben.

Der Mensch schwebt nicht über dem leeren Abgrund, der ihn am Ende verschlingt oder ihn im Nirwana seines Personseins beraubt.

Unser Leben liegt in Gottes Hand. Geschöpf Gottes zu sein, ist etwas grenzenlos Positives, das aller Negativität standhält. Gott verausgabt sich nicht in seiner Schöpfung, so dass zwischen ihm und uns eine Rivalität entstehen könnte. Je näher wir ihm im Glauben und in der Hoffung kommen, desto mehr erfahren wir den Gott der drei-einigen Liebe als den Garanten unserer Freiheit und als unseren Vollender im Leben.

Denn es heißt: „Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade“ (Joh 1,16).

In der großen geistigen Auseinandersetzung geht es heute weltweit  –  wie in jeder Epoche der Menschheitsgeschichte  –  nicht um Nebensächliches, Nervenkitzel und die Streitereien zwischen den selbsternannten Erlösern der Menschheit, die doch immer nur sich als betrogene Betrüger entlarven.

Im Widerstreit von Tod und Leben gibt es nur einen Sieger!

Das ist die Botschaft des Christentums, die die Kirche trägt und auch ihren Hirten und den Dienern des göttlichen Wortes tagtäglich Kraft und Zuversicht gibt: das Evangelium vom Sieg Christi über den Tod und die Erfüllung unserer Hoffung in der Auferstehung und im ewigen Leben.

„Verschlungen ist der Tod vom Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? (…) Gott aber sei Dank, der uns den Sieg geschenkt hat durch Jesus Christus, unseren Herrn“ (1 Kor 15,54ff.).

Liebe Schwestern und Brüder!  Das war  –  mit den Worten des hl. Paulus gesagt  –  die Triebfeder meiner Verkündigung als Oberhirte der Gläubigen im Bistum Regensburg vom Christkönigsfest 2002 bis heute.

Im Blick auf die Zukunft empfehle ich mich Ihnen mit den Worten des Völkerapostels:

„Daher, geliebte Brüder und Schwestern, seid standhaft und unerschütterlich, nehmt immer eifriger am Werk des HERRN teil  – und denkt daran, dass im HERRN eure Mühe nicht vergeblich ist“ (1 Kor 15,58).  – Amen.


Dokumentation: Dankesbrief von Erzbischof Gerhard L. Müller an alle Gläubigen des Bistums Regensburg

„Ich danke meinem Gott jedesmal, wenn ich an euch denke“ (Phil 1, 3)

Meine lieben Brüder und Schwestern im Glauben an Jesus Christus!

Innerlich tief bewegt erinnere ich mich an das Christkönigsfest 2002 im Hohen Dom zu Regensburg, als der damalige Erzbischof von München und Freising, Friedrich Kardinal Wetter, mir die Hände auflegte und mit den feierlichen Worten des Weihegebetes mich zum Bischof konsekrierte.

Mit ihren Seelsorgern waren sehr viele Gläubige persönlich dabei oder verfolgten über Radio und Fernsehen das heilige Geschehen, das sich in jeder Weihe vollzieht.

Was das Weihesakrament bedeutet, erklärt der Apostel Paulus in seiner Abschiedspredigt in Milet:

Die Bischöfe und Priester sind vom Heiligen Geist bestellt, damit sie als Hirten für die Kirche Gottes sorgen. Nach dem Beispiel Christi, seines Sohnes und des guten Hirten sollen sie die Herde des Herrn auf die Weide des Wortes und der Gnade Gottes führen (vgl. Apg 20,17-36).

Mit vielen anderen Bischöfen legte mir damals auch Joseph Kardinal Ratzinger die Hände auf. Als Papst Benedikt XVI. hat er mich am 2. Juli 2012 zum Präfekten der Glaubenskongregation nach Rom berufen. Damit endet mein Dienst als Bischof von Regensburg und als euer Oberhirte.

Von Gott berufen

Im Licht der Offenbarung Gottes als Ursprung und Ziel eines jeden Menschen müssen wir das Wesen und die Sendung der Kirche verstehen.

Man kann sie nicht mit einem von Menschen gemachten Unternehmen, einem Verein, einer politischen Partei oder einem Staat vergleichen.

Das II. Vatikanische Konzil lehrt in der Dogmatischen Konstitution über die Kirche, dass sie als Zeichen und Werkzeug im Heilsplan Gottes zu verstehen und anzuerkennen ist.

Die Kirche ist unsere Mutter im Glauben

Kirche ist nicht eine unpersönliche Institution, die ihren Mitgliedern von außen entgegentritt. Kirche ist Person und Gemeinschaft von Personen. So erkennen wir sie als unsere Mutter im Glauben und als Braut Christi, der sie geliebt und sich für sie dahingegeben hat.

Sie ist nach Analogie des gott-menschlichen Mysteriums Christi die von Gott gebildete Gemeinschaft, die göttliche und menschliche Elemente umfasst.

Die göttlichen Elemente sind das Wort Gottes, das der Kirche zur treuen Verkündigung anvertraut ist, ebenso wie die sieben Sakramente, durch die uns das Gnadenleben in Gottes dreifaltiger Liebe vermittelt wird.

Dazu gehören auch die Gnadengaben des Heiligen Geistes, durch die der Leib Christi im Zusammenspiel seiner Glieder, der einzelnen Christen, auferbaut wird.

Göttlichen Ursprungs ist auch die apostolische Verfassung der Kirche mit dem Papst und den Bischöfen als Nachfolgern der Apostel, die ihren Dienst am Heil der Menschen in der Gemeinschaft mit den Priestern und Diakonen ausüben.

Dabei werden sie unterstützt von vielen hauptberuflich tätigen Laien im pastoralen, karitativen und kerygmatischen Dienst aufgrund der Missio canonica.

Im Laufe meines fast zehnjährigen Wirkens als Bischof von Regensburg habe ich mich immer bemüht, die Kirche als Sakrament des Heils der Welt in Christus deutlich zu machen.

Nur in einem geistlichen Denken und im Glauben erfassen wir ihr Wesen und ihre Sendung im universalen Heilsplan Gottes für die Menschen.

Als Volk Gottes, als Leib Christi und als Tempel des Heiligen Geistes darf sie sich nie einer bloß innerweltlichen Zweckbestimmung zuordnen lassen oder sich gar darin erschöpfen.

Das wäre ein entsetzlicher Verrat an der „Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes“ (Röm 8,29), zu der wir alle berufen sind.

Die Kirche rechtfertigt ihre Existenz nicht vor der Welt, indem sie sich als eine Art nichtstaatlicher Wohlfahrtsorganisation präsentiert. Es geht in allem um die Erkenntnis Gottes als Sinn unseres Lebens und um die Berufung zum ewigen Leben.

Tief ergriffen und bewegt haben mich als Seelsorger die Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen, die von Krankheit und Tod gezeichnet, sich ein unerschütterliches Vertrauen in die Güte Gottes bewahrt haben, auch wenn alle irdische Hoffnung schon zu Ende war.

Geliebte Kinder Gottes

Als mündige Christen und im Glauben reife Menschen müssen wir uns auch dem Allzumenschlichen in der Kirche stellen. Die Kirche besteht aus Menschen.

Im Unterschied zu Jesus Christus, ihrem Haupt, können wir durch mangelndes Glaubenswissen, durch feige Unterwürfigkeit unter innerweltliche Selbsterlösungslehren, durch Paktieren mit dem Aberglauben und dem Neuheidentum und der öffentlich propagierten Selbstsucht oder durch moralisches Versagen den Lichtglanz Jesu Christi auf dem Antlitz der Kirche verdunkeln und so am Heil unserer im Glauben schwächeren Brüder und Schwestern schuldig werden.

Wir Menschen in der Kirche sind es, die dadurch dem Hohn und Spott über den Gottesglauben billige Nahrung verschaffen.

Deshalb bedürfen wir auf unserem irdischen Pilgerweg immer der Umkehr, der Buße und der Erneuerung in Jesus Christus.

Das ist etwas grundsätzlich Verschiedenes von klug ausgedachten Modernisierungskampagnen, um sich nach dem Maß von Werbeagenturen ein zeitgefälliges Outfit zuzulegen.

Den Glauben darf man nicht vermarkten

Den Glauben kann und darf man nicht vermarkten. Denn die Menschen sind nicht schlau angelockte Kunden auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten, sondern geliebte Kinder Gottes, für die Christus den Preis seines Lebens bezahlt hat.

Noch immer gilt das Paulus-Wort beim Abschied von Milet, dass es in der Kirche und besonders im geistlichen Amt nicht um Silber und Gold, also um weltliche, vergängliche Güter geht.

So spricht Paulus von dem einen unvergänglichen Gut, nämlich Jesus Christus und der Liebe und Nähe des guten Hirten zu jedem Einzelnen.

Ein aufrichtiger Dank

Der Bischof von Regensburg repräsentiert die Einheit der Ortskirche, unseres Bistums, zu dem mehr als 1,2 Millionen Katholiken gehören, mit Jesus Christus und der katholischen Kirche auf der ganzen Welt.

Aber er ist nicht allein verantwortlich für die Sendung der Kirche. In der Gemeinschaft mit meinem Vorgänger auf der Cathedra des hl. Wolfgang, Bischof Manfred, und meinen beiden Weihbischöfen Vinzenz und Reinhard, dem Presbyterium und den Diakonen sowie in Einheit mit den Ordensleuten und allen Gläubigen, die haupt- und ehrenamtlich den Apostolat der Laien verwirklichen, wollte ich als Bischof wie ein Vater dafür sorgen, dass die Familie Gottes in Liebe zusammenwächst und die ganze Kirche in dieser Zeit mitwirkt am Aufbau des Reiches Gottes für die Ewigkeit.

In der Eucharistie sind wir als Dankgemeinde im Gotteslob verbunden. Aus der Lebensgemeinschaft mit Christus schöpfen wir die Kraft für die Sendung der Kirche, um im Dienst am Heil der Welt bis zur Wiederkunft des Herrn nicht glaubensmüde zu werden oder in der Gottes- und Nächstenliebe zu erkalten.

In das eucharistische Opfer, die heilige Messe, lege ich all meinen persönlichen Dank für den treu gelebten Glauben, für die geistlichen und materiellen Gaben, die das vielfältige Engagement der Kirche in unserem Bistum ermöglichen und mittragen.

Es sind Hunderttausende, die ehrenamtlich sich einsetzen in den Pfarrgemeinderäten, in den Kirchenverwaltungen, die in katholischen Vereinen und Verbänden das Evangelium Christi bezeugen, die in Ehe und Familie die Liebe Christi zu seiner Kirche erfahrbar machen, und die am Arbeitsplatz sowie in Gesellschaft und Staat für die Menschenwürde eintreten.

Ich danke allen, die sich im Diözesankommitee der Katholiken, im Diözesan-Pastoralrat, im Diözesansteuerausschuss, im Diözesan-Vermögensverwaltungsrat, in den zuständigen Gremien opferbereit einsetzen für die Kirche, ohne viel Aufhebens von sich selbst zu machen.

Meinen tief empfundenen herzlichen Dank möchte ich allen Priestern und Diakonen, den Religionslehrern und allen Frauen und Männern ausdrücken, die im Bereich von Verkündigung und Caritas mit Kompetenz und Hingabe für andere da sind, weil sie sich von der Liebe Christi dazu drängen lassen.

Danken möchte ich auch dem Priesterseminar und dem Studium Rudolphinum. Die gute Ausbildung der Priester war mir stets ein persönliches Anliegen. Das Gebet um geistliche Berufe ist dabei ein in die Zukunft weisender Schritt.

Mit großer Freude erinnere ich mich an die Weltjugendtage, die internationalen Ministrantenwallfahrten, die überwältigende Teilnahme unserer Jugendlichen beim Papstbesuch in Regensburg und Berlin.

Wer, wenn nicht die Kirche muss im Dienst am Gemeinwohl die starke Lobby sein für Kinder und Jugendliche, für Ehe und Familie, für kranke und alte Menschen sowie für Menschen mit Behinderung und alle Hilfsbedürftigen und alle, die sich nach der Wahrheit und Liebe Gottes sehnen.

Als Bischof wollte ich dies bezeugen und vorleben aber ebenso durfte ich mich in meinem Dienst als Bischof in vielfältiger Weise als Beschenkter erfahren. „Vergelt`s Gott“ dafür!

Liebe Brüder und Schwestern!

Mit einem herzlichen und aufrichtigen Dank an alle und dem Versprechen des Gebetes für das ganze Bistum Regensburg möchte ich schließen.

Auch weiterhin fühle ich mich mit Euch tief verbunden im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe, im Gebet und der Eucharistie.

Ich drücke meine bleibende Verbundenheit in Jesus, unserem Herrn, aus, indem ich mir die Worte des Völkerapostels an seine Lieblingsgemeinde in Philippi zu eigen mache:

„Ich danke meinem Gott jedes Mal, wenn ich an euch denke; immer, wenn ich für euch alle bete, tue ich es mit Freude und danke Gott dafür, dass ihr euch gemeinsam für das Evangelium eingesetzt habt vom ersten Tag an bis jetzt. Ich vertraue darauf, dass er, der das gute Werk bei euch begonnen hat, es auch vollenden wird bis zum Tag Jesu Christi. Es ist nur recht, dass ich so über euch alle denke, weil ich euch ins Herz geschlossen habe. […] Und ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher wird an Einsicht und Verständnis, damit ihr beurteilen könnt, worauf es ankommt. Dann werdet ihr rein und ohne Tadel sein für den Tag Christi, reich an der Frucht der Gerechtigkeit, die Jesus Christus gibt, zur Ehre und zum Lob Gottes.“ (Phil 1, 3-7;9-11)

So segne und behüte euch alle der dreieinige Gott der + Vater und der + Sohn und der + Heilige Geist!

Rom, am Fest der Geburt Mariens, im Jahr des Heils 2012

+Gerhard Ludwig Müller
Erzbischof
Bischof emeritus von Regensburg
 
                                                                                                                                                                               Fotos: Bischöfliche Pressestelle Regensburg
 

Aktionsbericht von Thomas Lachetta über den Marsch fürs Leben in Berlin

anti abtreibung Marsch für das Leben demonstration 2012 Berlin Thomas Lachetta (140)

Am Samstag, den 22.9.2012, fand der 4. Marsch für das Leben in Berlin statt, an dem ich teilnahm. Es ist Deutschlands größte ANTI-Abtreibungs Demonstration, die der “Bundesverband Lebensrecht” organisiert.

Mehr als 3000 Lebensschützer versammelten sich zunächst um Punkt 13 Uhr zur Kundgebung vor dem Bundeskanzleramt. Neben den zahlreichen Schwaben, die mir dort aufgefallen sind, reisten auch viele Gruppen aus Polen extra an diesem Tag nach Berlin.  Auch eine Gruppe aus den Philipinnen bereicherte die Veranstaltung.

Moderiert wurde die Kundgebung vom Vorsitzenden des “Bundesverband Lebensrecht”, Martin Lohmann.

 Gegen 14:15 Uhr begann der Trauermarsch, welcher dieses Jahr nicht nur besonders lang, sondern auch an zahlreichen wichtigen anti abtreibung Marsch für das Leben demonstration 2012 Berlin Thomas Lachetta (102)Bauwerken Berlins entlang lief.

Die Route des Marsches erfolgte vom Bundeskanzleramt beginnend und führte zuerst am Bundestag und am Brandenburger Tor vorbei. Kurz darauf gingen wir am Holocaust-Mahnmahl (!) vorbei.

Weiter marschierten wir am Potsdamer Platz und am Bundesrat vorbei, bis wir dann am Ziel  –  an der St. Hedwigs Kathedrale  –  ankamen.

Wir hielten u.a. 1000 weiße Holzkreuze und viele Plakate und Fahnen mit PRO LEBEN-Aufschriften in Händen.

Etwa 150 verirrte linksextreme Gegendemonstranten störten den Trauermarsch mit Schmährufen wie “Hät´ Maria abgetrieben, wärt´ ihr und erspart geblieben” und “Nie Wieder Deutschland!“.

Auffallend war, dass so gut wie alle Gegendemonstranten unter 30 Jahre jung waren und provokant auftraten. Vereinzelt gab es Rangelein mit der Polizei.

Linksradikaler Blasphemie-Ruf: „Schmeisst die Bibel jetzt ins Klo!

Besonders ekelhaft war der Schmähgesang:”Schmeisst die Bibel jetzt ins Klo”.  – Ich habe dies auf Video aufgenommen.  

Auch von den Rangeleien zwischen den Linksradikalen und der Polizei habe ich ein bisschen etwas gelfilmt. Gegen 15:50 Uhr fing schließlich der ökumenische Gottesdienst in der St. Hedwigs-Kathedrale an, anti abtreibung Marsch für das Leben demonstration 2012 Berlin Thomas Lachetta (126)der von Hartmut Steeb, dem Generalsekretär der Dt. Evangelischen Allianz, geleitet wurde.  

Auffällig war für mich in diesem Jahr, dass die linksextremen Gegendemonstranten bereits am Kundgebungsort von der Polizei wegwärts eskortiert wurden.

Auch die Länge des Marsches von etwa einer Stunde gefiel mir. Es hat mich sehr gefreut, dass die Demo diesmal erneut  –  wie in den Jahren zuvor  – wieder einen großen Zuwachs erhielt:

Waren es 2009 noch 1300 Teilnehmer, so im Jahr 2010 bereits 1800 Abtreibungsgegner, die mitmarschierten… und 2011 schon 2100 Teilnehmer  –  nun waren wir sogar über 3000 (!) Lebensrechtler.

Zudem fiel mir auf, dass die Anzahl der Gegendemonstranten im Vergleich zu den Vorjahren geschrumpft war.

Dass wir am Holocaust-Mahnmahl vorbei marschiert waren, war für mich das Highlight.

Es war mein 4. Marsch für das Leben. Danke an die Veranstalter für diese Kundgebung!

Gott segne alle abgetriebenen Babys  – weltweit.

Hier gehts zur Fotoserie mit 200 Bilder vom Marsch fürs Leben: http://www.youtube.com/watch?v=blprhhXPJh4
Quelle: ThomasLachetta.wordpress.com