TV-Journalist Ernst Elitz (SPD) übt scharfe Kritik an Berlins OB Klaus Wowereit (SPD)

„Es braucht ein Elefantengemüt, um sich hier wohlzufühlen“

Der bekannte Fernsehjournalist Ernst Elitz (SPD) hat sich jetzt mit deutlicher  Kritik an Berlins Oberbürgermeister Klaus Wowereit zu Wort gemeldet.

Elitz, der Berlin seit langem kennt, war langjähriger Indendant des Deutschlandradios; er schildert die Lage der Bundeshauptstadt ohne Schminke  und betont, daß die flotten Sprüche eines Partylöwen Wowereit zur Problemlösung nichts beitragen.

So hat sein Parteifreund zB. einen Kältewinter, der vor allem für viele alte Menschen ein großes Problem war, mit der flapsigen Bemerkung abgetan, Berlin sei nun einmal nicht Haiti…

„Es  braucht ein Elefantengemüt, um sich hier wohlzufühlen“, schreibt Elitz jetzt in Bild über die triste Situation Berlins vom Verkehrschaos über Behörden-Defizite bis zur ständig steigenden Kriminalität.

So gab es im Vorjahr zB. 11.000 Wohnungseinbrüche. Zudem ist der Autoklau ein Dauerproblem für Berliner  –  nicht zuletzt für Elitz selbst, denn ihm wurde ebenfalls der Wagen vor der Tür weggestohlen. Er teilt dies Schicksal freilich mit mehr als 7000 Betroffenen, denen es in der Bundeshauptstadt jedes Jahr genauso ergeht.

Der Journalist und Ex-Intendant schreibt darüber:

„Am frühen Morgen ein Blick vom Balkon, ja, auch mir ist das passiert. Auto geklaut. „Wo ist mein Polo?“, zermarterte ich mein Hirn. „Der ist schon über die Oder oder in Brandenburg als Ersatzteillager“, sagt der Polizist auf der Wache.

Täglich bekommen vierzehn Berliner diesen Schlag in die Magengrube. Nur jeder zehnte Diebstahl wird aufgeklärt. Unerbittlich observiert werden nur die Autofahrer. Schief geparkt, schon erwischt. Siebzig Millionen Euro klimpern pro Jahr in der Bußgeldkasse.

Es braucht ein Elefantengemüt, um sich hier wohlzufühlen.

Der Einbruch-Atlas der Polizei ist nichts für schreckhafte Seelen. Tür eingeschlagen, Geld weg, Schmuck weg, PC weg. Die Zahl der Einbrüche ist im ersten Halbjahr um dramatische 12,9 Prozent gestiegen. 32 Brüche täglich. Aufklärung: acht Prozent. Tendenz: Daumen nach unten!

Selbst führende Polizeibeamte haben in Berlin ihre Erfahrungen mit Dieben hinter sich, wie Elitz ausführt:

„Dem Polizeisenator wurde sein Fahrrad geklaut, der Vizepräsidentin der Polizei die Tasche. Und was tut die Staatsmacht? Sie zuckt die Schultern. Sie rät: Sichert eure Wohnungen! Das kann locker einen Tausender kosten. Sie empfiehlt: Passt besser auf!

Das schaffen selbst die Oberaufpasser nicht  –  siehe Senator und Polizeipräsidentin.

Es ist dieses Schulterzucken, dieses „Passiert eben jedem!“, das die Bürger in Rage bringt. Sie erwarten Hilfe und Schutz. Sie bekommen Versprechen: irgendwann mehr Polizisten. Irgendwann rollt die S-Bahn wieder, und irgendwann wird auch der Flughafen fertig. Wer’s glaubt, wird selig.

Vor der letzten Wahl warb Wowereit mit dem Slogan „Berlin verstehen!“ Doch die Stadt braucht eher Veränderung. Und einen anderen Wowereit!

Quelle und vollständiger Artikel hier:  http://www.bild.de/politik/inland/klaus-wowereit/berlin-stadt-ohne-haupt-teil-1-26517760.bild.html#



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