Anmerkungen zu einer Ansprache von Sr. Margaritha Valappila („Haus Raphael“)

Geistlicher Missbrauch: Das Anprangern heimlicher Sünden 

Im hessischen Bad Soden-Salmünster befindet sich das „Evangelisationszentrum“ der aus Indien stammenden Nonne Sr. Margaritha Valappila.

Im dortigen Haus Raphael  –  das sich laut bischöflichem Dekret nicht „katholisch“ nennen darf  –  finden seit vielen Jahren charismatische Gebetstage und Exerzitien statt. 

Die  –  eigenen Angaben zufolge  – „geistgeführte“ Ordensfrau hält dort regelmäßige Ansprachen am Predigtpult neben dem Altar, vor allem im Rahmen sogenannter Gebetstage, die oft gut besucht sind, zumal auch katholische Kreise zunehmend von einer „charismatischen Welle“ erfüllt sind, wie man dies früher vor allem aus pfingstlerisch-protestantischen Konfessionen kennt.

FOTO: Titelbild von einem der Valappila-Bücher

Im Internet sind einige Vorträge von Sr. Valappila verfügbar, darunter ihre Ansprache vom 12.5.2008 in Bad Soden-Salmünster; diese Rede enthält einige typisch schwarmgeistige Merkmale, weshalb es sinnvoll sein mag, sie beispielhaft aufzugreifen und zu analysieren:

Die Ansprache der teilweise durchaus charmant wirkenden, mitunter recht salopp daherredenden und ständig schmunzelnden Nonne steht unter dem bezeichnenden Motto „Sende aus Deinen Geist“.

Rückwärtskippen und „Zungenrede“

Dabei spricht sie mehrfach von einer „Geistaussendung“, meint aber damit nicht etwa das Sakrament der Firmung, sondern vielmehr spezifisch charismatische Phänomene wie das von ihr ausdrücklich erwähnte „Ruhen im Geist“ (Rückwärtskippen in einer Art Trance) oder das Zungenreden.

So fragt sie auch in diesem Vortrag ihre Zuhörer direkt, wer von ihnen denn diese „Geistesgabe“ des Zungenredens besitze, worauf sich etwa ein dutzend Personen melden, denen sie zusagt, hier sei der Heilige Geist wirksam.

Es geht dieser Ordensfrau also ersichtlich nicht um die  – in der Firmung sakramental geschenkten  –  Sieben Gaben des Heiligen Geistes, die  bereits der Prophet Jesaja als Eigenschaften des Messias erwähnt   –  und die da lauten:

Geist der Weisheit,
des Verstandes,
des Rates, PAX
der Stärke,
der Erkenntnis (Wissenschaft),
der Frömmigkeit
und der Gottesfurcht.

Von diesen doch recht verstandesbetonten, „vernunftfreundlichen“ Gaben ist in Sr. Valappilas Vortrag kein einziges Mal die Rede.

Im Gegenteil:

Sr. Valappila  weist ihre Zuhörer mehrfach eindringlich darauf hin, daß man diese „Geistesgaben“ (also charismatische Phänomene) nur empfangen könne, wenn  man  –  so wörtlich  – „die Intelligenz abschaltet“.

Das sei Voraussetzung für eine echte „Offenheit“ gegenüber den Gaben von oben. Es sei  daher für „studierte Leute“ schwerer, so die Nonne, die Gaben des Hl. Geistes zu erhalten.

Damit widerspricht sie de facto der kirchlichen Lehre über den Heiligen Geist und seine Gaben, die den Verstand bzw. die Intelligenz nicht aus- oder abschalten, sondern vielmehr erleuchten und stärken (siehe die Auflistung der Sieben Gaben des Hl. Geistes).

Schwester Valappila selber sieht sich als geistgeführte Prophetin und sagt wörtlich von sich (auch in dieser Ansprache):Der Heilige Geist lehrt mich!“  – und zwar tags und nachts, wie sie ausdrücklich versichert. 

Wozu bedarf diese Ordensfrau dann eigentlich noch der Lehre der Kirche? Wird sie doch direkt von „oben“ belehrt und geleitet!

Sr. Valappila pflegt zudem eine recht eigenwillige Bibelauslegung, wobei schnell deutlich wird, daß sie die Heilige Schrift ganz durch ihre charismatische Brille betrachtet.

Charismatischer Mißbrauch von „Joel 3“

So zitiert sie  –  typisch für die Schwärmerszene  –  mehrfach „Joel 3“ aus dem Alten Testament,  seit langem  d i e  TOP-Bibelstelle protestantischer Charismatiker  – doch seit ca 20 Jahren erfreut sich „Joel 3“ auch in der katholischen Euphoriker-Bewegung wachsender Beliebtheit.
D
ie erwähnte biblische Aussage lautet wie folgt:

“Ich werde meinen Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und Töchter werden weissagen,  eure Greise werden Träume haben, eure jungen Männer werden Visionen sehen   –  und selbst über Knechte und Mägde werde ich in jenen Tagen meinen Geist ausgießen” (Joel 3,1 f.)

Sr. Valappila bezieht diese AT-Prophetie ausdrücklich auf die heutige Zeit mit ihren weitverbreiteten charismatischen Vorgängen.

Derartige Phänomene sind aber keineswegs eine Erfüllung von Joel 3, denn diese biblische Ankündigung wurde durch Pfingsten bereits im wesentlichen erfüllt. Der hl. Apostel Petrus selber verweist auf diese AT-Verheißung (Apg. 1,16 f) zur Erklärung der damaligen Geistausgießung in Jerusalem.

An den Pranger stellen anderer Menschen

Sodann plaudert Sr. Valappila während ihres Vortrags mehrfach auf dem Nähkästchen ihrer Erfahrungen. Dabei stößt es unangenehm auf, daß sie bestimmte Personen –  wenngleich ohne Namensnennung  –  gleichsam an den Pranger stellt und sich über sie lustig macht, wobei viele Zuhörer mitlachen bzw. hörbar kichern.

So berichtet sie beispielsweise von einem jungen Mann, dem sie in einer Gebetsgruppe aufgrund einer  – wie sie meint – Eingebung des Heiligen Geistes direkt zugesagt habe, daß er sich einmal in einen Hindu-Tempel begeben habe. Der Betroffene habe die Ohren zugehalten und ausgerufen, woher Gott das denn wissen könne…?!   –  Worauf die Nonne nun in ihrer Ansprache bekräftigt: „Gott weiß alles! – Halleluja!“  –  was  sodann von vielen Zuhörern dreimal laut wiederholt wird.

Freilich stellt sich hier  –  bei Licht betrachtet  –  die Frage: Warum sollte ausgerechnet der „Geist Gottes“ solch unnötige Anprangerungen vor versammelter Mannschaft bewirken?

Derartige hellseherische bzw. ähnlich irrgeistige Phänomene gab es immer schon in sektiererischen und schwarmgeistigen Bewegungen, etwa bei den sog. „Inspirierten“ im 18. Jahrhundert  –  oder in der Pfingstbewegung und ihren Ausläufern.

Die kath. Kirche praktizierte aus gutem theologischen Gründen und aus pastoraler Feinfühligkeit niemals eine „öffentliche Beichte“   – es gab sie auch nicht in den ersten Jahrhunderten der Kirchengeschichte (sondern lediglich eine öffentliche Exkommunikation bzw. Buße bei besonders schweren Vergehen wie Mord, Glaubensabfall oder Ehebruch).

Erst recht ist es respektlos und lieblos, sich über persönliche Fehler anderer Menschen und ihre beschämte Reaktion bei deren „hellseherischer“ Aufdeckung  öffentlich zu belustigen und derlei Vorgänge zwecks eigener Selbstdarstellung zu präsentieren. Mag diese (Un-)Art der Anprangerung auch in eher salopper Form geschehen, so finde ich dies gleichwohl unfair bis unverfroren.

Unangemessen erscheint mir zudem in Sr. Valappilas Ansprache das flapsige Sprücheklopfen und die Tendenz zum Dauergrinsen bei ernsten Themen wie Hölle, Tod und Teufel.

Daß dieser charismatische Vortrag abschließend mit der unvermeidlichen „Lobpreismusik“ endet, versteht sich am Rande  – wobei sich viele Teilnehmer klatschend und tänzelnd um den Altar versammeln. 

Halleluja-Christentum ohne Kreuz

Die vielgerühmten charismatischen Lobpreislieder sind inhaltlich oft sehr dünn, mitunter bestehen sie aus einer bl0ßen Aneinanderreihung von ca 50 Wiederholungen eines Halleluja-Rufens  –  siehe zB. hier den letzten Song beim Auftritt dieser Lobpreisgruppe Rexband im „Haus Raphael“: http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=0Y0KhXYM0Oo

Außerdem ist die Lobpreiswelle theologisch einseitig, denn sie orientiert sich oberflächlich an einem euphorischen Halleluja-Christentum ohne Kreuz: vom Leiden, vom Opfer Christi ist selten die Rede, die triumphalistisch-gefühlsseligen Lieder berauschen sich lieber an den „Herrlichkeiten“ des Glaubens, die sicher auch ihre Berechtigung haben – aber nicht ohne das Kreuz, denn dort auf Golgotha geschah der wahre Sieg unseres Erlösers über Hölle, Tod und Teufel!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Link zum zitierten Vortrags-Video:  http://de.gloria.tv/?media=142816

 


Europa-Abgeordnete von CDU/CSU wollen konsequenter gegen hochverschuldete EU-Staaten vorgehen

Unions-Gruppe fordert Beschneidung der EU-Kompetenzen

Die deutschen Unionsabgeordneten im Europaparlament wollen nach Informationen der Tageszeitung Die Welt (Donnerstagausgabe) mehr Härte gegen hoch verschuldete Euro-Länder durchsetzen.

Die CDU/CSU-Gruppe hat ein Positionspapier beschlossen, das Regeln für Staatsinsolvenzen und den zeitweisen Ausschluß aus der Währungsunion fordert.

„Wenn einige Euro-Staaten die Entschuldung nicht schaffen, müssen mithilfe des ESM Staatsinsolvenzen eingeleitet werden“, heißt es in dem Papier.

Überdies sollten „Optionen für einen vorübergehenden Austritt aus dem engsten Währungsverbund offenstehen“.

Das Positionspapier, das die CDU-Abgeordneten Markus Pieper und Werner Langen verfaßt haben, fordert zudem mehr Verbindlichkeit und bessere Kontrollmechanismen, bevor mehr Haftung geteilt wird:

„Die richtige Schrittfolge entscheidet über einen erfolgreichen Weg in die Wirtschafts- und Währungsunion. Kommen etwa Euro-Bonds vor nationalen Schuldenbremsen, werden Grundregeln von Freiheit und Verantwortung auf den Kopf gestellt“, heißt es.

Erst müßten Reformen nicht nur angekündigt, sondern abgeschlossen sein, müßten Schuldenbremsen eingehalten werden und nicht nur versprochen.

Sonst, so fürchten die Parlamentarier, „könnte die Politik `diplomatische` Wege finden, Bedingungen und Kontrollen abzuschwächen“.

Außerdem fordert die CDU/CSU-Gruppe eine Beschneidung der Kompetenzen der EU.

„Regelmäßige Kompetenzüberschreitungen durch EU-Kommission und Europaparlament verunsichern Regionen und Wirtschaft“, heißt es in dem Papier. „Die EU muss sich auf die großen Aufgaben konzentrieren. Nicht alles, was zu regeln ist, muss europäisch geregelt werden.“

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


Umfrage: Die meisten Deutschen können kaum „Nein“ sagen…

Vier von fünf Deutschen (81 Prozent) sagen zu oft Ja, obwohl sie sich später darüber ärgern. Das ist das Ergebnis einer Emnid-Umfrage für das Nachrichtenmagazin Focus.

Den Jüngeren zwischen 30 und 39 Jahren fällt das Nein dabei schwerer (85 Prozent) als den über 60-Jährigen (77 Prozent).

Vor allem im engsten Umfeld ist das Nein ein Problem:

57 Prozent der Männer und 61 Prozent der Frauen können ihren Freunden nur schwer etwas abschlagen. In einer Partnerschaft sagen der Umfrage zufolge 52 Prozent der Männer und 46 Prozent der Frauen vorschnell Ja. Dem Chef gegenüber gehen 47 Prozent der Frauen und 36 Prozent der Männer lieber den bequemen Weg der Zustimmung.

14 Prozent der Befragten können sogar ihrem Hund gegenüber nicht Nein sagen.

Das Meinungsforschungsinstitut Emnid befragte im Auftrag des Nachrichtenmagazins Focus 1006 repräsentativ ausgewählte Personen.

Quelle: Webseite „Fuldainfo“


KUBA: Wehrdienstverweigerung – gesamte Familie geschlagen und entführt

Bürgerrechtlerin ohne Anklage in Strafzelle verlegt und mißhandelt

Osvaldo R. Acosta, Vorsitzender der oppoitionellen Bewegung Patriotische Allianz, wurde am 23. September 2012  mit seiner Frau, seinem volljährigen Sohn sowie seinem Bruder in seinem Haus in Bejucal (Provinz Mayabeque) mißhandelt und verhaftet.

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt berichtet, fehlt von der Familie seither jede Spur.

Nach Angaben der Bürgerrechtlerin Sara M. Quevedo hat Osvaldo R.Acosta seinem ältesten Sohn davon abgeraten, Militärdienst zu leisten und geriet deshalb ins Visier der kommunistischen Castro-Diktatur.

„Dieser Druck, den die Polizisten auf die Familie ausüben, um die Familie dazu zu zwingen, sich zu beugen, ist seit dem 20. September noch größer geworden, als Osvaldo Acosta beim Militärausschuss einen Brief abgegeben hat, in dem er darlegt, warum er seinem Sohn den Militärdienst nicht erlaubt und warum er es niemals tun wird“, so Sara Quevedo, die der christlichen Bürgerrechtsvereinigung „Damen in Weiß“ („Damas de Blanco“) angehört.

Sonja Garro von Aufsehern mit dem Tod bedroht

Wie die IGFM weiter berichtet, wurde die seit dem 18. März 2012 inhaftierte Bürgerrechtlerin Sonia Garro, ebenfalls Mitglied der „Damen in Weiß“, in eine Strafzelle in Havannas Frauengefängnis El Guatao verlegt und von Aufsehern mit dem Tode bedroht.

Die Christin wurde gemeinsam mit ihrem Ehemann Ramon Gonzalez verhaftet, weil sie am 9. Jahrestages des sog. kubanischen „schwarzen Frühlings“ einen Protestmarsch der „Damen in Weiß“ organisiert hatte.

Politische Patin von Sonja Garro ist die deutsche Staatsministerin Maria Böhmer, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Kuba: http://www.igfm.de/Kuba.456.0.html


EGMR: Inzest unter Geschwistern bleibt in Deutschland weiter verboten

Wie das Nachrichtenmagazin Focus berichtet, lehnte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg den Antrag eines Mannes aus Sachsen ab, seinen Fall vor der Großen Kammer zu verhandeln. Damit ist dieser Fall juristisch abgeschlossen.

Im April 2012 hatte eine kleine Kammer des EGMR entschieden, dass Sex zwischen erwachsenen Verwandten auch dann verboten ist, wenn er einvernehmlich erfolgt. Dies stelle keinen Verstoß gegen die Menschenrechte dar, hieß es damals.

Die Richter wiesen damit die Beschwerde von Patrick S. aus Leipzig ab, der wegen sexueller Beziehungen mit seiner leiblichen Schwester in Deutschland zu insgesamt drei Jahren Haft verurteilt worden war.

Das mittlerweile getrennt lebende Paar hat vier Kinder. Mit der Klage in Straßburg wollten Patrick S. und sein Anwalt das Inzest-Verbot in Deutschland kippen.

Quellen: Focus/dts/Fulda-Info


Meine Erfahrungen beim „Marsch für das Leben“ in Berlin

Von Diester Loest (evangelischer Theologe)

Wenn ich jemanden frage, ob er den Artikel 1 unseres Grundgesetzes „Die Würde der Person ist unantastbar“ bejaht, bekomme ich mehrheitlich eine zustimmende Antwort.

Wenn ich die Würde der Person auf das ungeborene Leben eingrenze und um eine Stellungnahme zur Realität der Abtreibung in Deutschland bitte, wird das Gespräch darüber schwieriger.

Gerade weil die Abtreibungspraxis weithin in unserer Gesellschaft akzeptiert wird, leisten die Lebensrechts-Organisationen einen wichtigen Beitrag, auf das Recht zum Leben für die Ungeborenen hinzuweisen. images (2)

Die Kundgebung vor dem Bundeskanzleramt in Berlin am 22. September war geprägt von Berichten Betroffener, u.a. einer 17jährigen Mutter, der nahe gelegt wurde, ihr Kind abzutreiben und die heute glücklich ist, ein gesundes Kind zu haben.

Vor dem Podium versammelten sich um die drei tausend Christen aus verschiedenen christlichen Kirchen. Einige hatten Plakate, die auf den Schutz des Lebens hinwiesen, und auch Fahnenträger, mit Aufschriften in verschiedenen Sprachen mit dem Satz: „Ich liebe das  Leben“, waren zu sehen.

Gegen 14 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung. Wir bekamen auch weiße Kreuze. Sie sollten auf die getöteten Kinder hinweisen. Es war ein größeres Polizeiaufgebot anwesend. Der Weg ging zum Brandenburger Tor, von da aus zum Potsdamer Platz und dann durch die Innenstadt bis zur St.-Hedwigs-Kathedrale, in der der abschließende Gottesdienst stattfand.

Es war bewegend, den Kontrast zu erleben von den Christen, die für das Lebensrecht der Ungeborenen eintraten und gegen Ende des Marsches das Lied „Amazing grace“ intonierten  – und den zahlenmässig kleinen, linksradikalen Gruppen, die den Zug mit ihrem Geschrei und ihren Parolen begleiteten: „Go to hell!“ oder „Hätte Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben.“

Mir wurde gesagt, dass dieses Jahr, die Proteste vergleichsweise harmlos waren. So weit ich weiß, gab es keine größeren Zwischenfälle, was wohl zum größeren Teil der polizeilichen Präsenz zu verdanken war.

Wir sind dankbar für diese Möglichkeit, mitten in Berlin für das Leben eine Lanze zu brechen.

Wünschenswert wäre, dass in Zukunft auch kath. und ev. Bischöfe sowie prominente Politiker an diesem Marsch für das Leben mit dabei sein könnten.

Die Rückfahrt im Reisebus am Sonntag-Mittag dann vom Berliner Dom aus im Kreis der Teilnehmer war sehr bewegend.

Einige erzählten von ihren Erfahrungen mit Menschen, denen sie in ihrer inneren Not beistehen konnten, wo es um die Frage ging, ein Kind abzutreiben oder nicht.

Und wir hörten einen sehr interessanten Vortrag von Prof. Dr. Manfred Spieker, emeritierter Sozialwissenschaftler und Ethiker an der kath. Universität in Osnabrück. Er entfaltete in seinem Vortrag die Problematik der Sterbehilfe, des Lebensschutzes, der Organspende und sprach sich deutlich dafür aus, dass wir als Christen  der Kunst der „ars moriendi“ den Vorzug geben sollten, Sterben hat etwas mit Selbsthingabe zu tun, an den Gott, in dessen Hand ich mich geborgen weiss. 

Das Argument der Selbstbestimmung des Menschen, erweist sich in den Grenzsituationen als sehr brüchig. Die Sicht, den Menschen sozusagen als „Ersatzteillager“ zu sehen, ist zutiefst unchristlich.

Er machte deutlich, dass in Europa einschließlich Deutschlands das Tabu der Euthanasie zu bröckeln beginnt. Es besteht ein innerer Zusammenhang vom Schutz des Lebens in seinem Beginn und am Ende, sprich: von Ungeborenen und alten und kranken Menschen.

Außerdem sahen wir in einem Filmbeitrag eine Entgegnung über eine ARD-Sendung „Kontraste“, in dem die Lebensschützer in ein schiefes Licht gerückt wurden. 

Der Beitrag von „Kontraste“ zeichnete sich durch Verdrehung der Fakten und Desinformation aus. Bei den vorhergehenden Interviews wurden die Christen bewusst belogen, indem ihnen ein faire Darstellung der Problematik in Aussicht gestellt wurde. Die Mitarbeiter von Lebensschutzorganisationen wurden als aggressiv geschildert, die andere bedrohen und als Mörderinnen beschimpfen.

Es ist erschütternd, wie in den Medien das Thema Lebensschutz behandelt wird. Entweder es wird totgeschwiegen, oder die Befürworter werden in eine bestimmte Ecke gestellt und diskreditiert.

Wünschenswert wäre, dass in kommenden Jahren die Zahl der Christen, die am „Marsch für das Leben“ teilnehmen, deutlich stiege. Ich bin dankbar, dass ich diese für mich wertvolle Erfahrung auf dem diesjährigen „Marsch für das Leben“ machen konnte.