Lukasschule in München: „Offener Brief an die Eltern unserer Schüler“

„Tief betroffen sind wir davon, dass die Berichterstattung dazu geführt hat, dass Schüler der Lukas-Schule in der Öffentlichkeit beschimpft wurden“

Liebe Eltern,
ein Bericht in der Süddeutschen Zeitung vom 19. Oktober über unsere Schule hat für viel Wirbel unter Eltern, aber auch in der Öffentlichkeit gesorgt. Teile des Berichts wurden inzwischen von anderen Medien wiedergegeben  –  leider ohne der Schule die Gelegenheit zu einer Stellungnahme zu geben.

Tief betroffen sind wir davon, dass die Berichterstattung dazu geführt hat, dass Schüler der Lukas-Schule in der Öffentlichkeit beschimpft wurden.

Um der Verunsicherung zu begegnen und Klarheit zu schaffen, haben wir Sie, liebe Eltern, zu Informationsabenden eingeladen.

Die dabei behandelten Fragen möchten wir auch auf diesem Weg noch einmal benennen.

In aller Klarheit stellen wir fest: Die gegen uns erhobenen Vorwürfe sind unzutreffend, was wir insbesondere an folgenden Punkten deutlich machen wollen:

1. Die Lukas-Schule  –  und hiermit sind Träger, Schulleitung und Lehrerkollegium gemeint  –  steht für den Glauben an einen Gott, der alle Menschen liebt  – unabhängig von ihrer Herkunft, Leistung oder anderen Eigenschaften; Diskriminierung findet bei uns nicht statt und würde auch niemals toleriert.

2. Unsere Schule steht vorbehaltlos für die Einhaltung der staatlichen Lehrpläne, auch im Fach Biologie  –  Wissenschaftsfeindlichkeit und Einschränkungen der Meinungsfreiheit sind uns fremd.

3. Wir sprechen weder Denk- noch Literaturverbote aus  –  die Behauptung, einzelne Bücher an der Schule seien verboten, ist schlicht und einfach unwahr.

4. Die vielen positiven Berichte aus den vergangenen 22 Jahren zeigen, dass unsere Lehrer nicht Angst einflößend agieren und auch niemanden bedrohen,
schon gar nicht geistlich.

Die falschen Unterstellungen des SZ-Berichts basieren vor allem auf Geschichten über zwei Kinder, die unsere Haupt- bzw. Grundschule besucht haben (sollen).

Im ersten Fall handelt es sich wohl um einen Jungen, der große Schwierigkeiten mit seiner Lerndisziplin hatte und auch seine Hausaufgaben wiederholt nicht machte. Nach etlichen Gesprächen mit der Mutter, in denen es unter anderem um die Erledigung der Hausaufgaben ging, bekam er nach neunmaligem Versäumnis seiner Hausaufgaben einen Verweis, den die Mutter nicht akzeptierte. Stattdessen führte sie an, was für schreckliche religiöse Dinge die Lehrerin angeblich gesagt habe und drohte mit der Presse.

Die Lehrerin hat diese Vorwürfe bestritten; von Eltern anderer Kinder wurden diese Vorwürfe nicht erhoben. In einem persönlichen Gespräch mit der Lehrerin und der Schulleitung ließ die Mutter die Lehrerin nicht zu Wort kommen.

Aufgrund der Weigerung des Schülers, Hausaufgaben zu erledigen und seine Mitarbeit zu steigern und wegen der mangelnden Gesprächsbereitschaft der Mutter erfolgte im April 2012 die fristgerechte Kündigung des Schulvertrags zum Schuljahresende. Das wichtige Vertrauensverhältnis zwischen Elternhaus und Schule war zerstört.

Der zweite in der Süddeutschen Zeitung geschilderte Fall ist uns unbekannt und klingt merkwürdig. Wenn ein Mädchen von Beginn der Grundschule an Angstträume gehabt haben soll  –  warum wurde seitens der Eltern niemand von der Schule eingeschaltet?  Es würde jeder elterlichen Sorgepflicht widersprechen, ein Kind trotz solcher Vorwürfe vier Jahre auf der Schule zu belassen.

Wir möchten noch einmal kurz deutlich machen, wofür die Schule steht.

Foto: Petrusbruderschaft

Die Lukas-Schule ist eine evangelische Bekenntnisschule. Unser besonderes Ziel ist es, im schulischen Alltag gelebten christlichen Glauben erfahrbar zu machen. Wir bieten den Kindern professionellen und innovativen Unterricht durch staatlich geprüfte und erfahrene Lehrkräfte, die Christen sind und ihr Leben in Verantwortung vor Gott gestalten.

Wir betonen das Gemeinsame der christlichen Konfessionen, nicht das Trennende; das hat in den vergangenen 22 Jahren maßgeblich zum Erfolg der Schule beigetragen.

Auch wenn wir die Unterstellungen und Vorwürfe entschieden zurückweisen, möchten wir nicht den Eindruck erwecken, als ob an unserer Schule keine Fehler gemacht würden. Sicher gibt es auch Kinder und Jugendliche, die an unserer Schule nicht glücklich geworden sind.

Wir erlauben uns aber den Hinweis, dass sich unser Konzept sehr positiv auf die allermeisten unserer ehemaligen und aktuellen Schüler ausgewirkt hat bzw. auswirkt, sowohl im persönlichen als auch im schulischen Bereich.

Schüler oder Eltern, die sich an einzelnen Themen stoßen, bitten wir ganz herzlich: Kommen Sie auf uns zu, lassen Sie uns darüber reden.

Dankbar sind wir für die aktuell laufenden Gespräche mit der Regierung von Oberbayern und der evangelischen Landeskirche. Mit beiden pflegen wir seit jeher einen engen Kontakt. Wir freuen uns, dass diese beiden für uns wichtigen Institutionen sofort den Dialog gesucht haben.

Bei Ihnen, liebe Eltern, bedanken wir uns für die überwältigende Unterstützung, die wir in den vergangenen Tagen erfahren haben und für das entgegengebrachte Vertrauen in unsere Arbeit.

Die Schulleitung:
Angelika Beck (RS), Jörg Birnbacher (GY), Christina Härle (GHS)

Der Schulvorstand:
Sabine Beham, Alexander Plenk, Dr. Ingo Resch

Quelle: http://www.lukas-schule.de/images/stories/food/offener_brief.pdf



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