Plädoyer gegen die Gleichschaltung der Kleinsten – und für die Freiheit der Familien!

Von Birgit Kelle  (Vorsitzende von „Frau 2000-plus“)

Norbert Blüm ist offenbar einer der letzten innerhalb der CDU, die sich trauen auszusprechen, wohin unsere „moderne Familienpolitik“ führt: In die totale Unterwerfung vor dem Arbeitsmarkt.

Leider kommt diese Einsicht erst jetzt, wo er nicht mehr aktiv in der Politik ist. In der Wochenzeitung „Die ZEIT“ hat Blüm seine Ansichten zur Familienpolitik mit vernichtendem Urteil aufgeschrieben.

Hier ein Ausschnitt, Ähnlichkeiten mit lebenden Personen im Bundeskabinett sind gewollt:

„Ausgerechnet die linke Arbeiterbewegung will auch die letzte Frau in die von ihr als repressiv bekämpfte Leistungsgesellschaft integrieren. Offenbar sollen Frauen zusammen mit den Männern erst unterdrückt werden, um sich sodann leichter zusammen mit diesen aus dem Elend zu befreien. Das ist eine Dialektik von der spitzfindigsten Art.

Auf der anderen Seite sah die feministische Bewegung von jeher die Hausarbeit als Mittel größter Unterdrückung. Sie erkennt in der Fabrikarbeiterin, die in einer Schicht am Fließband 2000 Schrauben anzieht, immer noch mehr Emanzipation als in der Arbeit der Mutter. Warum sollten die Frauen an den Fließbändern eine freiere Entscheidung getroffen haben als jene, die als Mütter zuhause arbeiten?

Heute wird der Prototyp Frau verehrt, der mühelos Familie und Beruf vereinbaren kann. Die siebenfache Mutter mit Kinderfrau und Reitlehrer eignet sich jedoch nicht zur Ikone, vor der die gerade zur Pflegerin umgeschulte ehem. Schlecker-Mitarbeiterin mit Ehemann im Niedriglohnsektor und drei Kindern im Grundschulalter niederknien soll.“

Den ganzen Beitrag von Norbert Blüm finden Sie hier:http://www.zeit.de/2012/42/Ehe-Familie-Karriere/komplettansicht

Ein weiterer Aspekt wird in diesem Text berührt: Die Frage, ob mit einer totalen Verstaatlichung des Lebens von der Wiege bis zum Sterbebett nicht auch eine freiheitliche Tradition in unserem Land zugrunde gerichtet wird. Familie ist Privatheit, Familie ist auch Widerstand gegen einen übermächtigen Staat. Familie verteidigt eine Grenze, hinter der der Staat nichts zu suchen hat.

Nun findet sich in den linken Kampfparolen schon immer der Klassiker: „Das Private ist politisch“ – wenn das Private nämlich politisch ist, dann gibt es nichts Privates mehr. Sollte das das Endziel sein?

Jedenfalls Grund genug für meine aktuelle Kolumne „Volle Kelle“ bei The European: „Du musst ein Schaf sein in dieser Welt“

Foto: Doris de Boer

Hieraus ein Ausschnitt:

„Wir treiben jetzt also alle Kinder zusammen in Krippen, in Kitas, in Ganztagsschulen, wir bilden nach DIN-Norm und fördern nach Schablonen und Leistungskurven. „Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein“, hat es Albert Einstein einst treffend formuliert. Wir wollen doch die Leitwölfe in unserer Gesellschaft, in der Wirtschaft, in der Politik  –  dennoch zwingen wir alle erst einmal in eine Herde, wo sie am besten funktionieren, wenn sie sich konform in die Gruppe eingliedern.

Wie viele Einsteins werden wir aus diesen Herden wohl zukünftig noch generieren? Wie viele Sophie Scholls und von Stauffenbergs?

Auf die Barrikaden mit euch, möchte man allen Eltern zurufen. Ihr seid es allein, die in euren Kindern etwas ganz Einzigartiges sehen. Die sie lieben und nicht fallen lassen, auch wenn sie aus der Reihe tanzen. Wenn sie drohen an den Leistungsanforderungen, die man ihnen stellt, zu scheitern. Ihr entdeckt ihre verborgenen Talente oder gar niemand. Ihr glaubt an sie, auch wenn sie nicht sozialkonform auf dem Schulhof spielen und die nächste Fünf in Mathe droht. Ihr habt es in der Hand, lasst es euch nicht wegnehmen.

Wir brauchen keine Gesellschaft, in der alle gleich gut sind, das Gleiche wollen, das Gleiche denken und das Gleiche anstreben. Wir brauchen die Freigeister, die Gegendenstromschwimmer, die schwarzen Schafe, die Individualisten, die Träumer, die Visionäre, die Widerständler und auch ein paar Wahnsinnige im besten Sinne. Das Private ist nicht politisch, es ist verdammt noch mal privat.“

Den ganzen Beitrag mit der Möglichkeit zu kommentieren finden Sie hier:

http://www.theeuropean.de/birgit-kelle/5391-das-private-ist-nicht-politisch


4 Kommentare on “Plädoyer gegen die Gleichschaltung der Kleinsten – und für die Freiheit der Familien!”

  1. Homepage sagt:

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  2. quer sagt:

    „…eine freiheitliche Tradition in unserem Land zugrunde gerichtet wird.“

    Interessant: Seit wann gibt es in Deutschland eine freiheitliche Tradition? Kann es sein, daß hier Deutschland und die Schweiz verwechselt werden?

    „Freiheit“ landet bei Umfragen seit jeher in Deutschland auf einem der letzten Plätze.

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