Schüler und Eltern erklären: „Die Lukas-Schule ist ein Segen für uns“

Der SZ-Artikel ist leider wieder typisch im Geiste von Dr. Heribert Prantl“

Im christlichen Infoportal MEDRUM meldet sich Familienmutter Dagmar Sch. aus München zu Wort, erwähnt die Haltlosigkeit der Vorwürfe seitens der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ)  –  und berichtet von den Erfahrungen ihrer Kinder mit der evangelikalen Lukasschule in der bayerischen Landeshauptstadt:

„Meine Kinder gehen seit nunmehr 5 Jahren auf die Lukas-Schule. Dieser Artikel in der SZ entbehrt jeglicher Grundlage. Meine Kinder wurden weder mit dem Teufel bedroht noch sonst irgendwie.   

Lukasschule in München

Im Gegenteil, die enge Zusammenarbeit mit den engagierten Lehrern hat aus meinem Sohn der nach 3 Jahren auf einer Sprengelschule wegen massiven Mobbings 2,5 Jahre in psychotherapeutischer Behandlung war, wieder einen selbstbewussten, lebensfrohen Teenager gemacht. Vielen Dank dafür!

Dank seiner Lehrerinnen, die er 3. bis 6. Klasse hatte (ich ließ ihn die 3. Klasse wiederholen), hat mein Sohn so große Fortschritte gemacht, dass er statt der Diagnose Legasthenie „nur“ noch LRS hat!

Was auch wichtig zu erwähnen ist: ausser dass die Schule die Eltern unterstützt, ihre Kinder zu selbstständigen und selbstsicheren Menschen zu erziehen, wird den Kindern auch der Respekt vor allen Geschöpfen Gottes vermittelt. Das ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich.

Ich kann nur noch einmal betonen, die Lukas-Schule ist sowohl für unsere Kinder als auch für uns Eltern  –  ich kann natürlich nur für meinen Mann und mich sprechen  – ein Segen.“

Quelle: Siehe bei Leserkommentaren unter diesem Artikel:  http://www.medrum.de/content/eltern-von-schuelern-der-lukas-schule-nehmen-stellung

Auf der liberal-konservativen Webseite SÜDWATCH teilt eine ehem. Schülerin der Lukasschule am 24. Oktober aus Ihrer eigenen Erfahrung Folgendes mit:

„Ich selbst war auf der Lukas-Schule und kann diese Anschuldigungen nur zurückweisen. Ich habe diese Schule als eine sehr gute kennengelernt mit engagierten Lehrern, die niemals so etwas behaupten würden, wie in dem Artikel beschrieben wird. Ich wundere mich doch sehr über die Süddeutsche Zeitung.

Die Journalistin sollte sich schämen, solche aufhetztenden Artikel zu schreiben, mit denen sie vielen ehrlich engagierten Menschen dieser Schule schadet. Ich kann nur noch einmal betonen: Die Lukas-Schule ist eine sehr gute Schule, der man nichts unterstellen darf, in keinerlei Hinsicht.“

Quelle (siehe 5. Leserkommentar): http://www.suedwatch.de/blog/?p=9140

Beim christlichen Web-Medienmagazin PRO meldet sich W. Neumann von Seiten der Elternschaft am 24. Oktober wie folgt zu Wort:

„Habe selbst seit einigen Jahren zwei Kinder an der Lukas-Schule. Alle Kinder und Eltern, mit denen wir im engeren Kontakt stehen, sind mit dieser Schule sehr zufrieden. Dieses war auch die einhellige Meinung aller  zahlreich erschienenen Eltern einer gestern kurzfristig einberufenen Informationsversammlung der Schulleitung in dieser Sache.

Bei der Versammlung waren auch Kinder höherer Klassen anwesend, die sich, wie die meisten Kinder, als Hauptbetroffene dieses verleumderischen SZ-Artikels fühlen. (…)

Zu den beiden Vorfällen ist noch zu sagen, daß der Fall mit dem Jungen, der die Schule aufgrund mangelnder Zusammenarbeit mit dem Elternhaus hat verlassen müssen (dürfen), vom Schulamt seinerzeit geprüft und nicht beanstandet worden ist. Der zweite Fall war der Schule nicht bekannt, wie denn auch, da sich diese „fürsorgliche“ Mutter mit ihren Problemen nicht an die Schule gewandt hat, sondern das Kind vier „leidensvolle“ Jahre durch die Schule gepresst hat.

Der SZ-Artikel ist leider wieder typisch im Geiste von Dr. Heribert Prantl, welcher in der SZ-Redaktion immer stärker allgegenwärtig zu sein scheint: Journalistisch zwar gut (auf)gemacht, aber subjektiv im Sinne der Political Correctness.(…)“

Bereits einen Tag zuvor schrieb Familienvater Florian Hirmer dort in ähnlicher Weise:

„Der SZ-Artikel ist eine miese Stimmungsmache gegen eine vorbildlich arbeitende Schule. Als Vater eines Kindes auf der Lukasschule kann ich sagen, dass unser Sohn sich sehr wohl fühlt. Dass jetzt die Schüler von den Medien und von Lesern angegangen werden, ist die bittere Konsequenz des Artikels. Das ist der SZ und der Autorin aber egal.“

Quelle (siehe Leserkommentare dort): http://www.pro-medienmagazin.de/paedagogik.html?&news%5Baction%5D=detail&news%5Bid%5D=5912

Am 26. Oktober 2012 veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung in ihrer Print-Ausgabe einige Leserbriefe pro und contra Lukasschule, darunter den folgenden von Viola Wolf aus München:

„Mein Sohn ist 15 Jahre alt und in diesem Alter sicher nicht jeden Tag einfach. Aber ihm ist weder mit dem Teufel gedroht noch sonst irgendein unrealistischer Schmarrn erzählt worden. Im Gegenteil, in dieser Schule werden die Kinder mit Geduld und Liebe auf das Berufsleben vorbereitet. Den christlichen Grundsätzen und Werten entsprechend  –  und allein deshalb ist mein Kind an dieser Schule. Ihre Informationen sind gänzlich falsch. Sie sind einer Verleumdung aufgelaufen.“

Weitere ELTERN-STIMMEN  – und auch welche von LEHRERN  –  zur LUKAS-Schule siehe hier: http://www.medrum.de/content/schueler-der-lukas-schule-ueber-zeitungsartikel-sehr-empoert


Zwischen Rom und der Piusbruderschaft ist der Faden noch nicht abgerissen – Vatikan mahnt zu Geduld und Ausdauer

Der Umgang mit der traditionsbewegten Piusbruderschaft brauche „Geduld, Ernsthaftigkeit und Durchhaltevermögen“. So heißt es in einer offiziellen Stellungnahme der päpstlichen Kommission Ecclesiae Dei zum Dialog mit der Bruderschaft. Der Vatikan veröffentlichte den Text am heutigen Samstag.

Damit reagiert die Kommission auf die Antwort der Bruderschaft vom 6. September 2012, in der diese ankündigt, für eine angemessene Reaktion auf die Vorschläge des Vatikans mehr Zeit für Reflexion und Studium zu benötigen.

Der Vatikan habe durch die Kommission nach drei Jahren des Dialoges über die Lehre der Kirche und insbesondere über Fragen zu einigen Erklärungen des Zweiten Vatikanischen Konzils im Juni ein Dokument vorgelegt, das eine Normalisierung der Beziehungen in Aussicht stellt.

Im Augenblick warte Rom auf eine Antwort der Bruderschaft, so die offizielle Stellungnahme.

Quelle: Radio Vatikan


IGFM begrüßt Verleihung des Sacharow-Preises an die iranische Bürgerrechtlerin Nasrin Sotuodeh

Die Gefangene bekämpfte ein Gesetz, das Männern erlaubt, gegen den Willen der Ehefrau weitere Frauen zu heiraten

Die Verleihung des Sacharow-Preises für geistige Freiheit an Nasrin Sotoudeh ist von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) aus Frankfurt begeistert aufgenommen worden.

Die Anwältin sei nach Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi die bekannteste iranische Menschenrechtlerin und die mit Abstand bedeutendste Vertreterin der iranischen Zivilgesellschaft, eine Symbolfigur der Frauen- und Demokratie-Bewegung dort.  

Nasrin Sotoudeh wird gegenwärtig in dem für seine Folter berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran gefangengehalten.

Die zweifache Mutter ist eine Mitbegründerin der Eine-Million-Unterschriften-Kampagne im Iran. Sie setzte sich vor allem für Frauen und Mädchen ein und war u.a. gegen das sogenannte „Familienschutzgesetz“ aktiv, das muslimischen Männern ermöglichen soll, ohne Einwilligung ihrer Ehefrau weitere Frauen zu heiraten.

Vor allem aber kämpfte sie gegen die willkürliche Verletzung der noch bestehenden (restlichen) Rechte im Iran.

Hintergrund:
Am 4. September 2010 wurde Nasrin Sotoudeh (*30.05.1963) verhaftet. Bereits am 28. August 2010 war ihr Büro durchsucht und sie zum Verhör vorgeladen worden. Man begründete ihre Festnahme mit „Propaganda-Arbeit“ und „Verschwörung zum Schaden der Staatssicherheit“. Zudem wird ihr ihre Mitgliedschaft im inzwischen verbotenen „Zentrum für Menschenrechtsverteidiger“ vorgeworfen.

Im Januar 2011 verurteilte das Teheraner Revolutionsgericht Nasrin Sotoudeh zu elf Jahren Gefängnis. Darüber hinaus wurde sie mit einer 20jährigen Ausreisesperre sowie einem Berufsverbot als Rechtsanwältin belegt. Die Strafe setzt sich aus einem Jahr für „regimefeindliche Propaganda“ und jeweils fünf Jahren Haft wegen „Handlungen gegen die nationale Sicherheit“ und „Verstoßes gegen die islamischen Kleidervorschriften in einer Videobotschaft“ zusammen.

In der Videobotschaft sprach sie über die Situation von Anwälten und allgemein über die Menschenrechtslage im Iran, so die IGFM. Anlass für das Video war die Verleihung des „HRI-Preises für Menschenrechte“ an Nasrin Sotoudeh durch die italienische Menschenrechtsorganisation Human Rights International (HRI) zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2008. Das Video wurde nach Italien geschickt und im Iran nie gezeigt.

Im September 2011 wurde ihr Urteil nach intensiven internationalen Protesten auf sechs Jahre Gefängnis und 10 Jahre Berufsverbot reduziert. Nasrin Sotoudeh war zeitweise in der Haft „verschwunden“ und von der Außenwelt völlig isoliert. Mehrmals befand sie sich im Hungerstreik für die Durchsetzung ihrer Rechte, die ihr nach den Gesetzen des Iran zustehen. Über mehrere Tage verweigerte sie sogar jede Art von Flüssigkeit, um den Kontakt zu ihrer Familie und zu ihrem Anwalt durchzusetzen.

Weitere Infos zu Nasrin Sotoudeh: http://www.igfm.de/Iran-Menschenrechtsanwaeltin-Nasrin-Sotoudeh.2944.0.html

Weitere Infos zur Menschenrechtslage im Iran:  http://www.igfm.de/Menschenrechtsverletzungen-in-der-Islamischen-Republik-Iran.573.0.html


Debatte um deutsche Goldreserven im Ausland geht weiter – Volker Kauder fordert Zählung der Goldbarrenbestände

Im Streit um die Prüfung der deutschen Goldreserven im Ausland hat Unionsfraktions-Chef Volker Kauder (CDU) die Bundesbank zu mehr Sorgfalt gemahnt.

Der Bundesrechnungshof hatte in einem Gutachten eine eigenhändige Inaugenscheinnahme der Goldbestände im Ausland gefordert. Dem schloß sich der Fraktionschef von CDU/CSU an. Der Bild-Zeitung sagte Kauder:

„Ich rate der Bundesbank, den Bericht des Rechnungshofes ernst zu nehmen, denn er weist in die richtige Richtung.“

Konkret geht es darum, im Ausland lagernde Goldbarren (Paris, London, New York) zu zählen. Dies lehnte die Bundesbank bisher ab.

Der angesehene Strafrechtler Prof. Bernd Schünemann von der Universität München erklärte hierzu:

„Die Bundesbank handelt klar rechtswidrig. An der Pflicht zu kontrollieren, kann kein Zweifel bestehen. Die Bilanzvorschriften sind eindeutig verletzt.“

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


Das Stillen senkt späteres Typ-2-Diabetes-Risiko bei Schwangerschaftsdiabetes

Frauen mit Gestations-Diabetes (Schwangerschaftsdiabetes), die ihr Kind stillen, haben auf lange Sicht ein um 40 Prozent verringertes Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Zu diesem Schluß kommen Wissenschaftler des Instituts für Diabetesforschung, Helmholtz-Zentrum München, Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD).

Nach Auswertungen der Deutschen prospektiven Gestationsdiabetes-Studie profitieren von dem schützenden Langzeiteffekt vor allem Mütter, die ihr Kind länger als drei Monate stillen.  

Foto: M. von Gersdorff

Schwangerschaftsdiabetes erhöht das Risiko, später an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Jede zweite Gestationsdiabetikerin entwickelt innerhalb von zehn Jahren nach der Entbindung einen Typ-2-Diabetes, obwohl sich ihr Blutzuckerspiegel nach der Schwangerschaft zunächst wieder normalisiert.

In Deutschland tritt Gestationsdiabetes bei etwa 4 Prozent aller Schwangerschaften auf.

Stillen ist gesund  –  nicht allein fürs Baby, sondern offenbar auch für die Mutter:

Wenn bei ihr während der Schwangerschaft ein Gestationsdiabetes auftrat, kann sie ihr Typ-2-Diabetes-Risiko durch Stillen um bis zu 40 Prozent reduzieren. Gestationsdiabetes ist eine auf die Schwangerschaft begrenzte Stoffwechselstörung, die aber das Risiko erhöht, einige Zeit nach der Entbindung an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Verschiedene Störungen bei der Freisetzung des Hormons Insulin sowie eine verminderte Insulinempfindlichkeit (Insulinresistenz) führen bei dieser chronischen Stoffwechselerkrankung zu einem Insulinmangel und damit zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel.

Insulin bei Schwangerschaftsdiabetes führt bei 90 Prozent zu Typ-2-Diabetes

Das größte Risiko für Typ-2-Diabetes haben Frauen, die während der Schwangerschaft mit Insulin behandelt werden mussten: Fast zwei Drittel dieser Gruppe von Teilnehmerinnen der prospektiven Gestationsdiabetes-Studie entwickelten innerhalb von drei Jahren nach der Entbindung einen Typ-2-Diabetes – innerhalb von 15 Jahren waren es sogar über 90 Prozent. In der prospektiven Gestationsdiabetes-Studie wird die Entwicklung von Typ-2-Diabetes bei Gestationsdiabetikerinnen seit 19 Jahren analysiert.

Bekannt waren bislang kurzzeitige positive Effekte des Stillens auf den Stoffwechsel der Mutter. Es gibt Anzeichen dafür, dass Frauen, die stillen, während dieser Zeit bessere Werte im Glukose- und Fettstoffwechsel und einen niedrigeren Östrogenspiegel aufweisen. Offenbar beeinflusst das Stillen über diesen Zeitraum noch drei Jahre nach der Entbindung die Konzentration von zwei Hormonen, die als Gegenspieler das Hungergefühl kontrollieren: das appetitanregende Ghrelin und das Hormon PYY, das ein Sättigungsgefühl vermittelt.

Neu ist jedoch die Erkenntnis, dass Stillen auch langfristig einem Typ-2-Diabetes der Mutter vorbeugt. Dies gilt ausschließlich für diejenigen Gestationsdiabetikerinnen, bei denen keine mit Typ-1-Diabetes assoziierten Autoantikörper nachgewiesen werden konnten. Dies traf auf die meisten der 304 Teilnehmerinnen der Studie zu: Nur 32 Teilnehmerinnen hatten diese Autoantikörper gebildet. Bei ihnen konnte kein Einfluss des Stillens auf die Entwicklung eines Diabetes postpartum festgestellt werden.

Durch Stillen den Typ-2-Diabetes um zehn Jahre verzögern

Dabei ist die Länge des Stillens entscheidend: Nur wer länger als drei Monate stillte, hatte ein 15-Jahres-Risiko für Typ-2-Diabetes von 42 Prozent. Noch mehr konnten die Probandinnen ihr Erkrankungsrisiko verringern, wenn sie in diesem Zeitraum ihr Baby ausschließlich mit Muttermilch ernährten (15-Jahres-Risiko von 34,8 Prozent). Durch das Stillen konnten die autoantikörper-negativen Teilnehmerinnen die Entwicklung von Typ-2-Diabetes um durchschnittlich zehn Jahre verzögern.

Die Frauen, die ihren Gestationsdiabetes während der Schwangerschaft allein mit einer Diät behandeln konnten, erzielten durch das Stillen den größten vorbeugenden Erfolg. Dieser war nicht abhängig vom Body-Mass-Index (BMI) der Teilnehmerinnen. Allerdings stillten die übergewichtigen Frauen ihr Kind im Schnitt früher ab – und zwar im Mittel nach fünf Wochen. Dagegen betrug die durchschnittliche Stilldauer bei der Gesamtheit der Teilnehmerinnen neun Wochen.

„Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen aus der Risikogruppe, ihr persönliches Risiko für Typ-2-Diabetes erheblich verringern können, wenn sie ihr Kind stillen“, so die Direktorin des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München, Professor Anette-Gabriele Ziegler. „Es ist daher insbesondere übergewichtigen Frauen zu empfehlen, ihrem Kind mindestens drei Monate die Brust zu geben.“

Ziel der Forschergruppe ist es nun, die Mechanismen zu untersuchen, die für den protektiven Langzeiteffekt des Stillens verantwortlich sind.

PINGUIN-Studie: Typ-2-Diabetes verhindern

Frauen, bei denen ein insulinpflichtiger Schwangerschaftsdiabetes vor bis zu neun Monaten diagnostiziert wurde, haben noch die Gelegenheit, an einer neuen vorbeugenden Studie des Instituts für Diabetesforschung teilzunehmen:

In der PINGUIN-Studie (Postpartale Intervention bei Gestationsdiabetikerinnen unter Insulintherapie) soll durch Ernährungs- und Bewegungstherapie sowie durch Einnahme des Wirkstoffs Vildagliptin die Entstehung von Typ-2-Diabetes verhindert werden. Der Wirkstoff ist zur Behandlung von Typ-2-Diabetes etabliert. Die Teilnehmerinnen werden nicht nur bei der Umstellung auf einen gesunden Lebensstil, sondern auch – falls nötig – bei einer Gewichtsreduktion unterstützt.

Quelle: Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (idw)


Afghanistan: Menschenrechte von Frauen werden durch Scharia und Stammes(un)recht mit Füßen getreten

Zwar sind Männer und Frauen in Afghanistan laut Verfassung gleichberechtigt, aber Männer noch etwas gleichberechtigter, wie der 150 köpfige Gelehrtenrat, das höchste religiöse Gremium Afghanistans, verkündete:  Männer haben eine grundlegende Position, Frauen sind zweitrangig.

Vorsitzender des Gelehrtenrates ist der –  den Taliban eng verbundene  –  Qyamuddin Kashaf.

Präsident Karzai veröffentlichte den betreffenden Text auf seiner Webseite und hob ausdrücklich seine Zustimmung zu den Verlautbarungen hervor, da sie lediglich das in Afghanistan ohnehin gültige islamische Recht widerspiegelten.

Beispiele für die rechtliche Benachteiligung von Frauen:

Frauen sollen sich demnach in Zukunft mit Männern nicht mehr gemeinsam an einem Ort aufhalten, sei es in Bildungseinrichtungen, auf dem Markt, in öffentlichen Ämtern oder auf Reisen.

Müssen sie unbedingt das Haus verlassen, dann nur in Begleitung eines engen männlichen Verwandten.

Frauen sollen Scheidungsanträge verboten werden und sie sollen nur noch auf die Hälfte eines männlichen Erbteils Anspruch erheben können. Damit würden Frauen weitgehend aus der Öffentlichkeit verbannt und ihnen grundlegende Menschenrechte vorenthalten.

Weiter besagt der Text: Frauen sollen ihr Gesicht verschleiern, die Polygamie und die islamische Form der Scheidung respektieren (d.h., die traditionelle Verstoßung der Frau durch den Mann ohne Beteiligung einer Rechtsinstanz und ohne Begründung).

Das Ärgern, Schlagen und Quälen der Frauen sei verboten, so das Gelehrtengremium, soweit die Scharia es nicht erlaube: d.h., dass Frauen von ihrem Ehemann gezüchtigt werden dürfen, aber nur in den Fällen, in denen es das Schariarecht vorsieht, also vor allem wegen fehlendem Gehorsam (die klassischen Texte erwähnen ausdrücklich die Verpflichtung der Frau zum sexuellen Gehorsam).

Schon jetzt geben 87% der afghanischen Frauen an, dass sie in Familie und Gesellschaft unterschiedliche Formen der Gewalt erlitten oder sich einer Zwangsehe nicht erwehren konnten.

Ähnliche (Un-)Sitten wie zu Zeiten der Taliban

Ein Aufschrei ging durch die westliche Staatengemeinschaft, nachdem die Taliban 2001 in Afghanistan die Macht übernommen und Frauen praktisch zu Rechtlosen erklärt hatten.

Auch damals durften Frauen nicht mehr ohne männliche Begleitung das Haus verlassen, außer Haus arbeiten, zur Schule gehen, studieren oder sich an öffentlichen Orten aufhalten. Ohne Mann waren sie nicht rechtsfähig und wurden zur moralischen Gefahr für die Gesellschaft erklärt.

Bilder öffentlich vollzogener Steinigungen vermeintlicher Ehebrecherinnen im Sportstadion von Kabul nach dem Freitagsgebet erschütterten die Weltgemeinschaft.

Frauen waren öffentlich vollzogenen Prügelstrafen, willkürlichen Verhaftungen und jeder Form von Gewalt ausgesetzt; Berichte vom Raub junger Mädchen durch die Taliban warfen einen Blick auf die Doppelmoral der neuen Herren im Land.

Eine Beseitigung dieses Unrechts, eine Befriedung Afghanistans und die Aufrichtung von Menschen- und Frauenrechten waren einstmals erklärte Ziele des westlichen Militäreinsatzes.

Und heute?

Längst hat die westliche Staatengemeinschaft ihre mehr als begrenzten Möglichkeiten erkannt, die Verhältnisse in Afghanistan zum Guten zu verändern. Ein dauerhaft politisch instabiler Nachbar Pakistan, der sich wie der Iran in Afghanistan einmischt, Fehleinschätzungen der Lage, Fehlverhalten, anfangs nur zögerlich betriebener nation-building-Prozess, ungebrochen intensiver Drogenanbau, ethnische Zersplitterung und Machtansprüche lokaler Warlords sowie die endemische Korruption und Rechtsunsicherheit – Afghanistan scheint zumindest von außen derzeit nicht nachhaltig stabilisierbar zu sein.

So hat sich bei den westlichen Regierungen längst Ernüchterung breitgemacht, was die politische Zukunft Afghanistans betrifft.

Schon lange sitzen die Taliban mit am Verhandlungstisch über Afghanistans Zukunft und werden auch nach dem Abzug der rund 130.000 Soldaten bis 2014 weiterhin eine, wenn nicht die bestimmende politische Kraft des Landes sein.

Leidtragende dieser Entwicklung sind besonders die Frauen.

Gerade in der jüngsten Vergangenheit hat sich die Lage für Frauen verschlechtert, so dass die errungenen Fortschritte immer mehr dahinzuschmelzen scheinen: Frauen, die aus einer Zwangsehe, vor einem gewalttätigen Ehemann oder ihren Schwiegereltern flüchten, landen wie unter den Taliban wegen moralischer Vergehen oft für Jahre hinter Gittern.

Das gleiche Schicksal trifft Frauen, die des Ehebruchs beschuldigt oder Opfer von Vergewaltigungen werden: Das mildeste Urteil, das sie treffen kann, lautet, ihren Vergewaltiger zu heiraten.

Säureattentate gegen ungehorsame Schwiegertöchter oder der Verkauf junger Mädchen aus armen Familien an ältere Männer (ebenso aber auch der Missbrauch von Jungen durch lokale Machthaber) sind an der Tagesordnung.

Das islamische Religionsgesetz der Scharia geht vor Menschenrechten

Allerdings kommen diese Entwicklungen nicht völlig überraschend. Schon 2004, als die afghanische Verfassung auf dem Petersberg in Bonn formuliert wurde, war diese Entwicklung vorgegeben, bekannte sich die Verfassung doch ohne Einschränkungen zur Scharia als einziger Quelle aller Gesetzgebung.

Zwar könnte eine solche Formulierung theoretisch nicht mehr Bedeutung haben als etwa im vorrevolutionären Ägypten: Dort definierte die Verfassung seit 1980 ebenfalls die Scharia als einzige Quelle der Gesetzgebung, ohne dass Steinigungen oder Auspeitschungen die Folge waren, denn die Scharia galt dort nicht für das Strafrecht.

Der entscheidende Unterschied zwischen Afghanistan und Ägypten liegt darin, dass Afghanistan niemals unter Kolonialverwaltung stand. In Ägypten entwickelte sich im Zuge der britischen Kolonialherrschaft eine weitgehende Säkularisierung des Rechts und eine Zurückdrängung des Schariarechts auf den Bereich des Zivilrechts.

Das war in Afghanistan niemals der Fall, so dass dort das Bekenntnis zum Schariarecht nicht nur das Zivilrecht, sondern auch das Strafrecht meint. 

Selbst wenn also die Befriedung Afghanistans durch das westliche Militärbündnis erfolgreicher gewesen wäre, würde das generelle Bekenntnis zur Scharia  in der afghanischen Verfassung in jedem Fall zur Benachteiligung von Frauen führen.

Es würde nur dann in seiner Reichweite auf das (Frauen immer noch stark benachteiligende) Zivilrecht beschränkt bleiben, wenn sich gleichzeitig ein säkular geprägtes Rechtswesen etabliert hätte. Das aber wäre wiederum nur mit der Schaffung einer starken Zentralgewalt und der breiten Akzeptanz eines säkularen Rechts in der Bevölkerung denkbar gewesen .

Das Stammes(un)recht der Paschtunen

Aber nicht nur das: In Afghanistan ist die Scharia nicht das einzige Gesetzesrecht, das Gültigkeit besitzt  –  und es ist nicht das Recht, das die Frauenrechte am stärksten einschränkt.

In Afghanistan gilt gleichzeitig auch das Gewohnheits- und Stammesrecht, das beides in der Praxis viel mehr Bedeutung hat als das klassische Schariarecht, in dem viele Richter nicht oder nur unzureichend ausgebildet sind.

Insbesondere das Paschtunen-Recht des größten Stammes Afghanistans, das Paschtunwali, betrachtet Frauen quasi als Gegenstände, die bei Konflikten wegen Landbesitz, Schulden oder Ehrverletzungen wie eine Ware von Sippe zu Sippe verschenkt, getauscht oder verkauft werden können.

Das Paschtunwali sieht Blutrache, Geiselhaft und Strafaktionen wie die Gruppenvergewaltigung einer Frau vor, um ihre Familie zu demütigen, ermöglicht Kinderheiraten, wenn damit den Interessen der Familie gedient wird und erlaubt Frauen keinerlei Mitsprache bei den Stammesversammlungen, den jirgas, die über ihr Schicksal entscheiden.

Ehrenmord ist ein legitimes Mittel der Vergeltung unmoralischer Handlungen. Erlittenes Unrecht bei Polizei und Gericht anzuzeigen, bedeutet für Frauen besonders große Schande und wird in den meisten Fällen ihr Todesurteil besiegeln.

Zusätzlich verschärft wird die Problematik durch die weitverbreitete Armut, den Mangel an medizinischer Versorgung, die endemische Korruption, den Machtmissbrauch und die Rechtsunsicherheit sowie die immer noch dramatische Bildungssituation.

Vor wenigen Jahren galten die wenigen Frauen, die es in Afghanistan zur Richterin, Sportlerin, Unternehmerin, Journalistin, Polizistin, Professorin oder Fernsehsprecherin gebracht hatten, als Hoffnungsträgerinnen für ein modernes und möglicherweise gemäßigt-islamisches Afghanistan. Ist nun zu befürchten, dass auch sie bald verschwunden sein werden?

Quelle: Institut für Islamfragen der Evangelischen Allianz