Kardinal Karl Lehmann übt scharfe Kritik am Vatikan: „Manchmal hätte man auf den Tisch hauen müssen“

Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann sieht im „Zentralismus“ der katholischen Kirche eine noch unbearbeitete Aufgabe nach dem  Zweiten Vatikanischen Konzil.

Dieser sei „zweifellos ein echtes Problem“, sagte Lehmann am gestrigen Montagabend in München, wie Radio Vatikan  meldet.

Durch die Liturgiereform des Konzils sei zwar relativ viel Freiheit in der Kirche entstanden. Heute aber entscheide Rom über ein national-kirchliches Gesangbuch, so Lehmann im Hinblick auf die vom Papst gewünschte Korrektur der Wandlungsworte bei der Kelch-Konsekration („für euch und für viele“).

„Wir haben uns auch einfach manches gefallen lassen“, fügte der ehem. Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hinzu – und  setzte noch einen drauf: In einigen Angelegenheiten hätte man, so meinte er, gegenüber Rom „auf den Tisch hauen müssen“.

Zweifellos ein echtes Problem, wenn ein Kardinal der katholischen Kirche mit solchen Sprüchen um sich wirft, die weder in der Sache noch in der Form angebracht sind.

 

 

 

 

 


Großes Jubiläum im Vatikan: 500 Jahre Deckenfresken in der Sixtinischen Kapelle

Die Schönheit der Kunst als Hinführung zum Glauben

Ein großartiges Jubiläum für die Sixtinische Kapelle: Michelangelo Buonarrotis Deckenfresken werden am heutigen Mittwoch 500 Jahre alt.

Am 31. Oktober 1512 präsentierte der toskanische Künstler sein Werk Papst Julius II., der ihn mit der Gestaltung der Kapelle beauftragt hatte.

Das Fresko stellt die Anfänge der Welt und der Heilsgeschichte dar; mit dem „Jüngsten Gericht“ fügte Michelangelo ihm Jahre später ein weiteres Meisterwerk hinzu.

Papst Benedikt wird die Sixtinische Kapelle am heutigen Mittwochabend besuchen und das Jubiläum in besonderer Weise begehen, erzählt der Direktor der Vatikanischen Museen, Antonio Paolucci:

„Der Papst wird in die Sixtinische Kapelle zurückkehren und genau die Gesten wiederholen, die sein Vorvorgänger Papst Julius II. fünf Jahrhunderte zuvor, am Vorabend vor Allerheiligen, ausführte. Er wird die Vespergebete sprechen, genau wie es Julius II. am 31. Oktober 1512 tat. Das ist eine Geste von hoher spiritueller und symbolischer Bedeutung, die ganz im Zeichen des Gebetes steht: Ein römischer Papst, 500 Jahre später, wiederholt dieselben Gesten in der Sixtinischen Kapelle.“

Drei Päpste sind mit der Sixtinischen Kapelle und Michelangelos Fresken eng verknüpft. Der Vorgänger von Julius II., Papst Sixtus IV., auf den der Name „Sixtinische Kapelle“ zurückgeht, ließ sie errichten und weihte sie am 15. August 1483 ein.  –   Dazu erklärt Paolucci:

„Er hat seinen Architekten Baccio Pontelli gebeten, die genauen Maße des verlorenen Tempels in Jerusalem zu reproduzieren. Die Kapelle sollte der neue Tempel sein, eine neue Brücke zwischen Gott und dem christlichen Volk.

Sixtus IV. rief zwischen 1481 und 1482 die besten italienischen Künstler seiner Zeit zusammen  –  Sandro Botticelli, Domenico Ghirlandaio, Luca Signorelli, Pietro Perugino  –  und hat die Wände mit Geschichten aus dem Leben Jesu an der Nordwand und Geschichten aus dem Leben des Moses auf der Südwand bemalen lassen.“

Der junge Michelangelo überraschte seine Neider

Als der spätere Papst Julius II. den jungen Michelangelo 1508 mit der Gestaltung des Tonnengewölbes beauftragte, dachten Neider des aufstrebenden Künstlers, er würde sich mit diesem Projekt übernehmen, doch sie irrten gewaltig.  –  Paolucci hierzu:

„Michelangelo hat auf radikale Weise die Ausdrucksmittel erneuert, darin liegt seine Größe. Wenn man in die Sixtinische Kapelle hineinkommt und die Fresken der anderen großen Künstler an den Wänden sieht  –  Botticelli, Perugino, Ghirlandaio, die größten Künstler der Renaissance  –  und dann den Blick zur Decke erhebt, versteht man, dass es da einen enormen Unterschied gibt. Nur 30 Jahre Unterschied, es scheint aber, als ob 300 Jahre vergangen wären.“

Daran liegt für Paolucci die Größe von Michelangelo. Ein „neuer Michelangelo“ müsste „einen Stil erfinden, den es noch nicht gibt, die Ausdrucksformen komplett erneuern  –  unvorstellbar“, so das Urteil des Kunsthistorikers.

Auf Veranlassung des reformerischen Konzilspapstes von Trient, Paul III., vollendete Michelangelo schließlich die Sixtinische Kapelle:

„Michelangelo ist schon ein alter Mann. In Italien, Europa ist alles Mögliche passiert, Religionskriege, die Reform usw. Und dieser Papst bittet Michelangelo, die letzte Wand zu bemalen – das Jüngste Gericht. Michelangelo folgt seiner Bitte und malt das Jüngste Gericht zwischen 1536 und 1541.“

Papst Benedikt XVI. setzt diesen Dialog von Kunst und Kirche fort, wenn er vom „Weg der Schönheit“ als Hinführung zum Glauben spreche, so Paolucci:

„Er hat dieses wunderschöne Bild auf Latein erfunden, die ,via pulchritudinis‘, der ,Weg der Schönheit‘. Benedikt XVI. sagt, es gibt einen Weg, um zum Absoluten zu kommen, der selbst wichtiger ist als Philosophie, Theologie und Spekulation: die Kontemplation der Schönheit. Die Schönheit hat Flügel, die uns über die Reflexion selbst hinaustragen.“

Die Sixtinische Kapelle ist weitaus mehr als einfach ein „Ort der Kunst“, betont Paolucci. Sie sei ein Herzstück, ein symbolischer Ort der katholischen Kirche.

Die prachtvolle Kapelle, in der auch das Konklave zur Papstwahl stattfindet, ist zudem eines der meistbesuchten touristischen Ziele des Christentums. Rund fünf Millionen Besucher seien es im Jahr, an manchen Tagen kämen 15-20.000 Besucher täglich, gibt der Museumsdirektor an.

Im jetzigen Jubiläumsjahr wolle man u. a. etwas für den Schutz der Fresken tun: Staub, Schweiß und Kohlendioxid setzen den Kunstwerken zu. Deshalb wollen die Vatikanischen Museen eine neue Klimaanlage in die Kapelle einbauen.  – Dazu Paolucci:

„Sie soll die Umgebungstemperatur kontrollieren, Staubpartikel und Schadstoffe bekämpfen und vor allem die Temperatur und Feuchtigkeit konstant halten. Wir arbeiten gerade an der Definition des Projektes, das dann auf einer Pressekonferenz präsentiert werden wird, sobald es fertig ist. Die Kosten werden ohne Sponsoren vom Vatikan selbst getragen.“

Nächster Höhepunkt in der Sixtinischen Kapelle ist ein Konzert des Päpstlichen Chores unter Leitung von Massimo Palombella am 11. November: Aufgeführt wird  – i n privater Form  – die „Missa Anno Santo“ von Papstbruder Georg Ratzinger.

Quelle: Radio Vatikan
Foto (Glasfenster): Dr. Bernd F. Pelz
 
 

Predigt von Papst Benedikt am 28. Oktober 2012 zum Abschluß der Weltbischofssynode

Vollständiger Wortlaut der bibelexegetischen Predigt im Petersdom über die Heilung des Bartimäus

Verehrte Mitbrüder,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Brüder und Schwestern!

Das Wunder der Heilung des blinden Bartimäus hat im Aufbau des Markusevangeliums einen besonderen Platz. Es steht nämlich am Ende des Abschnittes, der als der „Weg nach Jerusalem“ bezeichnet wird, das heißt die letzte Pilgerreise Jesu in die Heilige Stadt zum Paschafest beschreibt, wo ihn, wie er weiß, Leiden, Tod und Auferstehung erwarten. 

Um vom Jordantal aus nach Jerusalem hinaufzugehen, kommt Jesus durch Jericho  –  und die Begegnung mit Bartimäus ereignet sich am Ausgang der Stadt, „als er“, wie der Evangelist anmerkt, „mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge Jericho wieder verließ“ (10,46). Es ist jene Menschenmenge, die bald darauf Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem als Messias bejubelte.

Am Straßenrand saß also der Bettler Bartimäus, der „Sohn des Timäus“  –  so erklärt der Evangelist den Namen. Das gesamte Markusevangelium ist ein Weg des Glaubens, der sich schrittweise unter der Anleitung Jesu entfaltet. Die Jünger sind die ersten Protagonisten dieser Entdeckungsreise, doch es gibt auch andere Personen, die dabei eine wichtige Rolle spielen  –  und einer von ihnen ist Bartimäus.

Seine Heilung ist die letzte Wunderheilung, die Jesus vor seinem Leiden vollzieht, und nicht zufällig ist es die eines Blinden, eines Menschen also, dessen Augen das Licht verloren haben. Auch aus anderen Texten wissen wir, dass der Zustand der Blindheit in den Evangelien reich an Bedeutung ist. Er steht für den Menschen, der das Licht Gottes, das Licht des Glaubens braucht, um die Realität wirklich zu erkennen und auf dem Weg des Lebens zu gehen.

Wenn Menschen sich die eigene Blindheit nicht eingestehen, bleiben sie für immer blind

Es ist wesentlich, sich die eigene Blindheit, den Bedarf an diesem Licht einzugestehen, sonst bleibt man für immer blind (vgl. Joh 9,39-41).

Bartimäus wird also an diesem strategischen Punkt der Erzählung als Modell vorgestellt. Er ist nicht von Geburt an blind, sondern hat das Sehvermögen verloren: Er ist der Mensch, der das Licht verloren hat und sich dessen bewusst ist, der aber nicht die Hoffnung verloren hat, sondern die Gelegenheit einer Begegnung mit Jesus zu ergreifen weiß und sich ihm anvertraut, um geheilt zu werden.

Als er nämlich hört, dass der Meister auf seinem Weg vorbeikommt, ruft er: „Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir!“ (Mk 10,47) und wiederholt dies mit Nachdruck (v. 48). Und als Jesus ihn ruft und ihn fragt, was er von ihm erbitte, antwortet er: „Rabbuni, ich möchte wieder sehen können!“ (v. 51).

Bartimäus steht für den Menschen, der das eigene Übel erkennt und im Vertrauen, geheilt zu werden, den Herrn anruft. Seine einfache und ehrliche Bitte ist beispielhaft und in der Tat  –  wie jene des Zöllners im Tempel: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“ (Lk 18,13)  – in die Tradition des christlichen Betens eingegangen.

In der gläubigen Begegnung mit Christus gewinnt Bartimäus das verlorene Licht zurück und mit ihm seine volle Würde: Er erhebt sich und nimmt seinen Weg wieder auf; von jenem Moment an hat er einen, der ihn führt, Jesus, und einen klaren Kurs, denselben, den Jesus beschreitet.

Foto: KOMM-MIT-Verlag

Der Evangelist sagt uns dann nichts mehr über Bartimäus, doch in ihm stellt er uns vor Augen, wer der wahre Jünger ist: derjenige, der mit dem Licht des Glaubens Jesus „auf seinem Weg“ folgt (v. 52).

Der heilige Augustinus macht in einer seiner Schriften eine ganz eigene Beobachtung zur Gestalt des Bartimäus, eine Beobachtung, die auch für uns heute interessant und bedeutungsvoll sein kann.

Der heilige Bischof von Hippo denkt über die Tatsache nach, dass Markus in diesem Fall nicht nur den Namen des Geheilten nennt, sondern auch den seines Vaters, und kommt zu dem Schluß, daß „Bartimäus, der Sohn des Timäus, eine Persönlichkeit war, die aus sehr großem Wohlstand herausgefallen war. Seine Notlage musste allgemein bekannt sein, da er nicht nur blind war, sondern am Straßenrand saß und bettelte.

Darum wollte Markus [im Unterschied zu Matthäus] nur ihn erwähnen: Daß er es war, der das Augenlicht wiedererlangt hatte, verlieh dem Wunder eine Resonanz, die ebenso groß war wie das Gerede über das Unglück, das dem Blinden zugestoßen war“ (De consensu evangelistarum, 2, 65, 125: PL 34, 1138). Soweit Augustinus.

Diese Interpretation, daß Bartimäus ein Mensch sei, der aus einer Situation „großen Wohlstands“ herausgefallen ist, gibt uns zu denken; sie will uns bewusst machen, dass es kostbare Schätze für unser Leben gibt, die wir verlieren können und die nicht materieller Art sind.

Wenn das Licht des Glaubens schwach wird, verlieren Menschen einen großen Schatz

Aus dieser Sicht könnte Bartimäus für diejenigen stehen, welche in Gebieten alter christlicher Tradition leben, wo das Licht des Glaubens schwach geworden ist, und die sich von Gott entfernt haben, ihn nicht mehr als für das Leben wichtig ansehen:

Menschen, die daher einen großen Schatz verloren haben, aus einer hohen Würde  –  nicht der wirtschaftlichen Situation oder der irdischen Macht, sondern des Christentums  –  „herausgefallen“ sind; Menschen, welche die sichere und feste Lebensorientierung verloren haben und – oft unbewusst – zu Bettlern um den Sinn des Lebens geworden sind.

Es sind die vielen, die einer neuen Evangelisierung bedürfen, d. h. einer neuen Begegnung mit Jesus Christus, dem Sohn Gottes (vgl. Mk 1,1), der ihnen wieder die Augen öffnen und den Weg weisen kann.

Es ist bedeutsam, daß die Liturgie uns zum Abschluss der Synodenversammlung das Evangelium von Bartimäus vorlegt. Dieses Wort Gottes hat besonders uns etwas zu sagen, die wir uns in diesen Tagen mit der Dringlichkeit auseinandergesetzt haben, Christus dort neu zu verkünden, wo das Licht des Glaubens schwach geworden ist, wo das Feuer Gottes einer Glut gleicht, die angefacht werden muss, damit sie zu einer lebendigen Flamme wird, die dem ganzen Haus Licht und Wärme spendet.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Die neue Evangelisierung betrifft das gesamte Leben der Kirche. Sie geht in erster Linie die gewöhnliche Seelsorge an, die mehr vom Feuer des Heiligen Geistes belebt sein muss, um die Herzen der Gläubigen zu entzünden, die sich regelmäßig in der Gemeinde zusammenfinden und sich am Tag des Herrn versammeln, um sich vom Wort Gottes und vom Brot ewigen Lebens zu ernähren.

Die Sakramente des HERRN rufen uns zur Heiligkeit

Ich möchte hier drei pastorale Linien hervorheben, die sich aus der Synode ergeben haben. Die erste betrifft die Sakramente der christlichen Initiation. Es wurde erneut auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Vorbereitung auf die Taufe, die Firmung und die Eucharistie mit einer geeigneten Katechese zu begleiten.

Ebenso wurde die Bedeutung der Beichte, des Sakraments der Barmherzigkeit Gottes, bekräftigt. Über diesen sakramentalen Weg ergeht der an alle Christen gerichtete Ruf des Herrn zur Heiligkeit. Tatsächlich ist mehrmals betont worden, daß die wahren Protagonisten der neuen Evangelisierung die Heiligen sind: Sie sprechen mit dem Beispiel ihres Lebens und den Werken der Nächstenliebe eine Sprache, die allen verständlich ist.

An zweiter Stelle ist die neue Evangelisierung im Wesentlichen verknüpft mit der missio ad gentes. Die Kirche hat die Aufgabe zu evangelisieren, die Heilsbotschaft den Menschen zu verkünden, die Jesus Christus noch nicht kennen.

Auch im Laufe der Überlegungen der Synode wurde unterstrichen, daß es in Afrika, Asien und Ozeanien viele Gegenden gibt, deren Bewohner die Erstverkündigung des Evangeliums sehnlich erwarten, manchmal ohne sich dessen voll bewußt zu sein. Darum muß man zum Heiligen Geist beten, daß er in der Kirche einen neuen Missionseifer entfache, dessen Protagonisten in besonderer Weise die Seelsorgehelfer und die gläubigen Laien sein sollen.

Alle Christen haben die Pflicht, das Evangelium zu verkünden

Die Globalisierung hat eine beachtliche Bevölkerungsverschiebung verursacht; so wird die Erstverkündigung auch in den Ländern alter christlicher Tradition notwendig. Alle Menschen haben das Recht, Jesus Christus und sein Evangelium kennenzulernen; dem entsprechend haben die Christen, alle Christen  –  Priester, Ordensleute und Laien  –  die Pflicht, die Frohe Botschaft zu verkünden.

Ein dritter Aspekt betrifft die Getauften, die jedoch in ihrer Lebensweise den Ansprüchen der Taufe nicht gerecht werden. Im Laufe der Synodenarbeit wurde deutlich, dass es solche Menschen in allen Kontinenten gibt, besonders in den am stärksten säkularisierten Ländern. Die Kirche widmet ihnen besondere Aufmerksamkeit, damit sie Jesus Christus erneut begegnen, die Freude des Glaubens wiederentdecken und zur Ausübung der Religion in der Gemeinschaft der Gläubigen zurückkehren. 

Foto: KOMM-MIT-Verlag

Außer den nach wie vor wertvollen traditionellen pastoralen Methoden versucht die Kirche ebenso neue Methoden anzuwenden, indem sie sich auch neuer Ausdrucksweisen bedient, die den verschiedenen Kulturen der Welt angepasst sind, und die Wahrheit Christi im Dialog und in einer Atmosphäre der Freundschaft anbietet, die in Gott, der die Liebe ist, ihr Fundament hat. In verschiedenen Teilen der Welt hat die Kirche diesen Weg der kreativen Pastoral bereits eingeschlagen, um die Menschen zu erreichen, die sich entfernt haben oder auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, nach Glück und letztlich nach Gott sind.

Wir erinnern an einige wichtige Stadtmissionen, an den „Vorhof der Völker“, an die Kontinentalmission usw. Es besteht kein Zweifel, dass der Herr, der Gute Hirt, diese Bemühungen, die aus dem Eifer für seine Person und sein Evangelium hervorgehen, reichlich segnen wird.

Die Freude an Gott ist unsere Stärke

Liebe Brüder und Schwestern, nachdem Bartimäus von Jesus das Augenlicht zurückerhalten hatte, schloss er sich der Jüngerschar an, unter denen es sicher noch andere gab, die wie er vom Meister geheilt worden waren.

Ebenso sind die neuen Glaubensboten: Es sind Menschen, die die Erfahrung gemacht haben, durch Jesus Christus von Gott geheilt worden zu sein. Und ihr charakteristisches Merkmal ist eine Herzensfreude, die mit dem Psalmisten sagt: „Großes hat der Herr an uns getan. Da waren wir fröhlich“ (Ps 126,3).

Auch wir wenden uns heute in froher Dankbarkeit an Jesus, den HERRN, der Redemptor hominis (Erlöser der Menschen) und Lumen gentium  (Licht der Völker) ist  –  und wir machen uns ein Gebet des heiligen Klemens von Alexandrien zu eigen:

„Bis jetzt bin ich umhergeirrt in der Hoffnung, Gott zu finden, doch da Du mich erleuchtest, o Herr, finde ich Gott durch dich und empfange den Vater von dir, werde dein Miterbe, denn du hast dich nicht geschämt, mich zum Bruder zu haben.

Vertreiben wir also die Vergessenheit der Wahrheit, die Unwissenheit: Indem wir die Finsternis, die wie Nebel vor den Augen die Sicht behindert, beiseiteschieben, betrachten wir den wahren Gott (…), denn ein Licht vom Himmel erstrahlte über uns, die wir in der Finsternis begraben und im Schatten des Todes gefangen waren, ein Licht, reiner als die Sonne und süßer als das Leben hier auf Erden“ (Protreptikòs113,2 – 114,1).

Quelle: Libreria Editrice Vaticana / kath. Nachrichtenagentur Zenit