KUBA: 520 Verhaftungen aus politischen Gründen allein im Oktober 2012 – erneute Mißhandlungen von Kindern

Diskriminierung von Afro-Kubanern an der Tagesordnung

Auf der kommunistisch beherrschten Karibikinsel Kuba herrscht weiter Sippenhaft. Immer wieder werden Angehörige von Regimekritikern und politischen Gefangenen terrorisiert und diskriminiert, um den Druck auf die eigentlichen Gegner des Regimes auszuüben, erklärt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in ihrer heutigen Pressemeldung. 

Jüngstes Beispiel ist ein Übergriff auf die drei Kinder des Koordinators der oppositionellen „Patriotischen Union Kubas“ (UNPACU), José Daniel Ferrer.

Die Kinder im Alter von sieben, neun und vierzehn Jahren wurden am vergangenen Sonntag gewaltsam von Polizisten aus einem Bus nach El Cobre (Santaigo de Cuba) gezerrt, beschimpft, misshandelt und schließlich kurzfristig festgenommen. Auch die elfjährige Daniela Garces, die bei ihnen war, wurde misshandelt.

Der kommunistische Präsident Raúl-Castro hat offensichtlich keinerlei Achtung vor den Rechten Minderjähriger, die von Polizisten misshandelt werden:

„Sie riefen uns Obszönitäten zu und zerrten und gewaltsam aus dem Bus. … Wir wurden in einen Polizeibus gedrängt, eine Polizistin packte mich am Genick und würgte mich. Mein Bruder Daniel wurde mehrmals geschlagen“, so die vierzehnjährige Martha Beatriz Ferrer (siehe Foto). 

Foto: IGFM

Der neunjährige Daniel und die siebenjährige Fatima wurden nach Aussage von Martha Beatriz Ferrer gemeinsam mit ihrer Mutter Belkis Cantillo kurzzeitig festgenommen, sie selbst und Daniela Garces einfach an einer Busstation zurückgelassen.

Der Gründer der IGFM-Arbeitsgruppe auf Kuba, Dr. Darsi Ferrer, beklagte gemeinsam mit weiteren Menschenrechtsaktivisten am vergangenen Sonntag die Diskriminierung von Afrokubanern vor der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte.

In den Gefängnissen herrsche eine „groteske Anhäufung“ von afrokubanischen Gefangenen, gegen die häufig völlig ungerechtfertigt vorgegangen würde.

Dr. Darsi Ferrer, selbst Afrokubaner, musste als ehemaliger politischer Gefangener die Diskriminierung von Häftlingen mit dunkler Hautfarbe am eigenen Leib erfahren. Ende Juni 2012 emigrierte Ferrer mit seiner Familie in die USA, wo er politisches Asyl erhielt.

Erschreckend ist nach Ansicht der IGFM, dass die Verhaftungen aus politischen Motiven in Kuba im Vergleich zu 2011 deutlich zugenommen haben.

Die von Élizardo Sánchez Santa Cruz geleitete “Kubanischen Kommission für Menschenrechte und Nationale Versöhnung (CCDHRN)“ dokumentierte 520 politisch motivierte Verhaftungen im vergangenen Oktober 2012. Im Vergleich dazu wurden 2011 im gleichen Zeitraum „nur“ 286 Verhaftungen aus politischen Motiven verzeichnet.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Kuba:
http://www.igfm.de/Kuba.456.0.html

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte, IGFM
Borsigallee 9   –   60388 Frankfurt/Main
Tel.: 069-420108-0, Fax: 069-420108-33
eMail: presse@igfm.de,



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