Der heilige Martin und die armen Witwen aus der Heiligen Schrift als Vorbild des Teilens

Am heutigen Sonntag feiert die Kirche das Fest des heiligen Martin, einem Bischof von Tours im 4. Jahrhundert, der weltweit bekannt geworden ist durch die Geschichte mit dem Mantel, den er einst, als er noch Offizier war, mit einem Bettler teilte.  

An diesem 11. November passen die amtlichen liturgischen Lesungen für die Sonntagsmesse sehr gut zum Namensfest des hl. Martin  – sowohl die Texte aus dem Alten wie aus dem Neuen Testament.

Stets geht es um Menschen, die aus Liebe zu Gott und zum Nächsten zum Teilen bereit sind  – oft bis zum Letzten, gleichsam bis zum letzten Hemd oder Groschen. In beiden Testamenten sind es arme Witwen, die für ihre Opferbereitschaft besonders gewürdigt werden:

Erstes Buch der Könige 17,10-16:

Der Prophet Elija machte sich auf und ging nach Sarepta. Als er an das Stadttor kam, traf er dort eine Witwe, die Holz auflas. Er bat sie: Bring mir in einem Gefäß ein wenig Wasser zum Trinken!
Als sie wegging, um es zu holen, rief er ihr nach: Bring mir auch einen Bissen Brot mit!
Doch sie sagte: So wahr der HERR, dein Gott, lebt: Ich habe nichts mehr vorrätig als eine Hand voll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug. Ich lese hier ein paar Stücke Holz auf und gehe dann heim, um für mich und meinen Sohn etwas zuzubereiten. Das wollen wir noch essen und dann sterben.
Elija entgegnete ihr: Fürchte dich nicht! Geh heim und tu, was du gesagt hast. Nur mache zuerst für mich ein kleines Gebäck und bring es zu mir heraus! Danach kannst du für dich und deinen Sohn etwas zubereiten; denn so spricht der HERR, der Gott Israels: „Der Mehltopf wird nicht leer werden und der Ölkrug nicht versiegen bis zu dem Tag, an dem der HERR wieder Regen auf den Erdboden sendet.
Sie ging und tat, was Elija gesagt hatte. So hatte sie mit ihm und ihrem Sohn viele Tage zu essen. Der Mehltopf wurde nicht leer und der Ölkrug versiegte nicht, wie der HERR durch Elija versprochen hatte.

Psalm 146 (145),7.8-9a.9bc-10:

Recht verschafft ER den Unterdrückten,
den Hungernden gibt ER Brot; der HERR befreit die Gefangenen.
Der HERR öffnet den Blinden die Augen, ER richtet die Gebeugten auf.
Der HERR beschützt die Fremden und verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht.
Der HERR liebt die Gerechten, doch die Schritte der Frevler leitet ER in die Irre.
Der HERR ist König auf ewig, dein Gott, Zion, herrscht von Geschlecht zu Geschlecht. Halleluja!

Brief an die Hebräer 9,24-28:

Denn Christus ist nicht in ein von Menschenhand errichtetes Heiligtum hineingegangen, in ein Abbild des wirklichen, sondern in den Himmel selbst, um jetzt für uns vor Gottes Angesicht zu erscheinen; auch nicht, um sich selbst viele Male zu opfern, (denn er ist nicht) wie der Hohepriester, der jedes Jahr mit fremdem Blut in das Heiligtum hineingeht; sonst hätte er viele Male seit der Erschaffung der Welt leiden müssen. Jetzt aber ist er am Ende der Zeiten ein einziges Mal erschienen, um durch sein Opfer die Sünde zu tilgen.
Und wie es dem Menschen bestimmt ist, ein einziges Mal zu sterben, worauf dann das Gericht folgt, so wurde auch Christus ein einziges Mal geopfert, um die Sünden vieler hinwegzunehmen; beim zweitenmal wird er nicht wegen der Sünde erscheinen, sondern um die zu retten, die ihn erwarten.                                                                                                                                 

Evangelium nach Markus 12,38-44:

ER lehrte sie und sagte: Nehmt euch in acht vor den Schriftgelehrten! Sie gehen gern in langen Gewändern umher, lieben es, wenn man sie auf den Straßen und Plätzen grüßt, und sie wollen in der Synagoge die vordersten Sitze und bei jedem Festmahl die Ehrenplätze haben.
Sie bringen die Witwen um ihre Häuser und verrichten in ihrer Scheinheiligkeit lange Gebete. Aber um so härter wird das Urteil sein, das sie erwartet.
Als Jesus einmal dem Opferkasten gegenübersaß, sah er zu, wie die Leute Geld in den Kasten warfen. Viele Reiche kamen und gaben viel. Da kam auch eine arme Witwe und warf zwei kleine Münzen hinein.
ER rief seine Jünger zu sich und sagte: Amen, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle andern. Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluß hergegeben; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat alles gegeben, was sie besaß, ihren ganzen Lebensunterhalt.

1. Foto: CDU Karlsruhe-Weststadt  – 2. Foto: Paul Badde (Advocata-Darstellung)



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