Web-Portal der Bischofskonferenz verstieß massiv gegen den Fairneß-Aufruf des Mainzer Bistums in der Causa Pfr. Jolie

Es geht um Gerechtigkeit für alle  – auch für Pfarrer Jolie!

Das Web-Portal „Katholisch.de“ ist die offizielle Internetpräsenz der Deutschen Bischofskonferenz.

Eben deshalb sollte man annehmen dürfen, daß dort grundlegende Regeln der Fairneß und Korrektheit beachtet werden, zumal gegenüber den eigenen Priestern, für die seitens der Bischöfe  –  neben den allgemeinen Anstandsregeln  – eine spezielle Fürsorgepflicht besteht.

Das gilt auch dann, wenn ein Geistlicher fehlerhaft gehandelt hat, wie dies bei Pfarrer Hendrick Jolie hinsichtlich seines leichtfertigen Umgangs mit dem unseriösen Schmuddelportal „kreuz.net“ zweifellos der Fall war. 

Dieser Priester aus dem Mainzer Bistum hat sich mittlerweile bei seinem zuständigen Bischof, Kardinal Karl Lehmann, entschuldigt –  und dieser hat die Entschuldigung angenommen und zudem die kritische Selbstbesinnung von Pfr. Jolie ausdrücklich gewürdigt.

Dies kann in der Erklärung des Mainzer bischöflichen Ordinariats  – sie ist hier im CHRISTLICHEN FORUM dokumentiert –  nachgelesen werden.

Der Pfarrer wird darin einerseits wegen Fehlverhaltens gerüffelt, andererseits wird die Öffentlichkeit zugleich ermahnt, weitere Verunglimpfungen dieses Priesters zu unterlassen:

“Das Bistum Mainz bittet die Öffentlichkeit, die Klärungen nach diesem Gespräch zu respektieren und Herrn Pfarrer Jolie nicht mit anderen, verunglimpfenden, strafwürdigen und menschenverachtenden Äußerungen von kreuz.net in Verbindung zu bringen. Dafür besteht nach dem heutigen Wissensstand kein Anlass.”

Doch was „Katholisch.de“  –  das amtliche Portal der Bischofskonferenz also!  –  daraufhin in der Causa Pfarrer Jolie online losgelassen hat, war alles andere als fair:
http://www.katholisch.de/de/katholisch/themen/kirche_2/121127_kreuz_net_jolie.php

Daraufhin übermittelte ich der Internet-Redaktion gestern per Kontaktformular folgenden Beschwerdebrief:

„Guten Tag,
mich befremdet Ihre unfaire Berichterstattung über Pfarrer Jolie. 
Um dies vorweg klarzustellen: ich habe mich schon vor der Dt. Bischofskonferenz öffentlich gegen „kreuz.net“ gewandt und hier gewiß keinen Nachholbedarf. Ich habe zudem Pfarrer Jolies Umgang mit „kreuz.net“ öffentlich kritisiert und diese Kritik ausführlich begründet.
Ich stehe aber auf dem Standpunkt: Sachkritik JA, Verunglimpfung NEIN.  –  Die öffentliche Kampagne gegen den Priester ist größtenteils infam und polemisch.
Was ich an Ihrem aktuellen Bericht über Pfr. Jolie unmöglich finde: Daß Sie die Mainzer Erklärung einseitig wiedergeben, nämlich mit keinem Wort erwähnen, daß das Bistum die Öffentlichkeit zur Sachlichkeit ermahnt und aufgefordert hat, den Priester nicht weiter zu attackieren.
Freundlichen Gruß!  Felizitas Küble

Das Portal „Katholisch.de“ hat den beanstandeten Artikel zwar bislang nicht gelöscht oder ergänzt, jedoch in einem neueren Beitrag, der sachlicher aufgezogen ist, jenen Fairneß-Passus der Mainzer Stellungnahme erwähnt  – also immerhin etwas dazugelernt:
http://www.katholisch.de/de/katholisch/themen/kirche_2/121128_kreuz_net_facebook.php

Allerdings sollte man von einer amtlich bestellten Redaktion erwarten dürfen, daß es dort für das ABC der Fairneß nicht erst eines Rippenstoßes bedarf.

Es geht um Gerechtigkeit für alle  – auch für Pfarrer Jolie!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerk in Münster



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