FOCUS-Autor Dr. Alexander Kissler über Dr. David Berger: „Ein erschütternd schlechter Leser“

David Berger ist ein ehemaliger katholischer Religionslehrer. Einige Bekanntheit erlangte er durch sehr solide Studien über den heiligen Thomas von Aquin, durch eine Vielzahl scharf konservativer Schriften zum Lob der kirchlichen Tradition und der lateinischen Messe und durch das Bekenntnisbuch „Der heilige Schein“   –   schillernde Stationen einer Renegatenkarriere.

Neuerdings genießt er die Gunst vieler Medien, weil er das Gesicht der Kampagne gegen das hetzerische Hass-Portal kreuz.net ist, das hoffentlich für immer offline bleibt.

Im Zuge dieser Bemühungen erklärte Berger in der „tageszeitung“ vom 30. November, es gebe „keine Neujahrsansprache des Papstes, wo er die Homosexuellen nicht nur indirekt als Menschen zweiter Klasse bezeichnet und homosexuelle Veranlagungen verteufelt werden“.  

Kreuz.net spitze zu, was Benedikt XVI. denke.  75743_14122011

Ebenfalls am 30. November wiederholte Berger im Deutschlandradio Kultur diese These. „Homophobie“, so Berger, „ist das große Thema des Pontifikats von Benedikt XVI., keine Neujahrsansprache, wo der Papst nicht die Homosexuellen als den Untergang des Abendlandes betrachtet und sagt, wir müssen alles dafür tun, dass eine (…) Diskriminierung Homosexueller weiter aufrechterhalten bleibt in den Staaten.“

Machen wir die Probe:

Bei seiner ersten Neujahrsansprache an das diplomatische Korps am 9. Januar 2006 sprach Benedikt XVI. über die Verpflichtung zur Wahrheit als „Seele der Gerechtigkeit“, als Fundament der Freiheit und als „Weg zu Vergebung und Versöhnung“. Er geißelte die Armut in der Welt ebenso wie den Terrorismus. Dieser sei eine besondere „moralische Perversion“, wenn er sich „hinter dem Schutzschild einer Religion verbirgt“.

Außerdem warb Benedikt für die weltweite Geltung der Menschenrechte und lobte die UN.  Das Wort „Familie“ kam nicht vor, das Wort „Mann“ nicht, das Wort „Frau“ nicht, das Wort „Sexualität“ nicht, das Wort „schwul“ nicht.

Schon mit der ersten Ansprache ist somit die These Bergers falsifiziert, in jeder Neujahrsansprache würden „homosexuelle Veranlagungen verteufelt“. (…) David Berger ist ein erschütternd schlechter Leser.  

Quelle, Fortsetzung und vollständige Fassung dieses Artikels im online-Kulturjournal THE EUROPEAN: http://www.theeuropean.de/alexander-kissler/5579-phobie-und-verleumdung


3 Kommentare on “FOCUS-Autor Dr. Alexander Kissler über Dr. David Berger: „Ein erschütternd schlechter Leser“”

  1. Gelobt sei Jesus Christus! sagt:

    „Da bin ich aber froh!“

    Ja, – auch im Internet stehen einige Neujahrsansprachen des Heiligen Vaters.

    Vorsichtig habe ich Wort für Wort gelesen, um die „Zweiterklassespuren und Verteufelungen“ nicht zu übersehen, die Dr. David Berger gefunden hat.

    Ich wurde jedoch nicht fündig. Bescheiden dachte ich mir: “ Bevor du dich blamierst, – schweig zu dem Thema. Der Theologe Dr. David Berger wird bestimmt etwas gelesen und erkannt haben, was dir kleinem Laien verborgen ist.“

    Nun bin ich froh, dass dem nicht so ist.

    Wahrscheinlich kommen solche geistigen Schnellschüsse dabei heraus, wenn man nur noch mit Schaum vor dem Mund schreibt. Die Medien haben sich da in ihrer Schlammschlacht gegen unbeteiligte Personen dieses unsäglichen „kreuz.net“ – Theaters schnell angepasst.

    Ähneln sich „kreuz.net“ und die rufschädigenden Medien da nicht irgendwie? Geistige Verwandte aus unterschiedlichen Lagern.
    Meine Schlammschlacht, unbewiesene Verdächtigungen und rufschädigende Namensnennungen sind „heilig“ – deine nicht!

    „kreuz.net“ hat viel Unheil angerichtet. Besteht da für möglicherweise beteiligte Katholiken nicht die Pflicht zur Wiedergutmachung?

    Und welche Pflicht besteht für die Medien? Darf hier nicht eine Verhaltensweise erwartet werden, – die sich wohltuend von der der „kreuz.net“ Betreiber abheben sollte – um der so viel strapazierten Wahrheit willen?

    Deshalb besteht auch für die Medien die Pflicht zur Wiedergutmachung, die vollkommen unberechtigt und vorverdächtigend Namen in das üble Aufklärungsspiel um „kreuz.net“ gebracht haben. Die Medien sollten sich auf dem gleichen Wege entschuldigen, wie sie die Namen in Umlauf gebracht haben.

    mfg

    P.S. Die Domain „kreuz.net“ steht zum Verkauf.

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    • Ulrike sagt:

      Die Domain wird verkauft – das ist ja faszinierend.

      Und – was wollen die jetzt machen, eine Singleberatung ???

      Gibts die dann im Doppelpack mit kreuts.net – die mit dem ts ??? – die haben ja noch ein tolleres Impressum

      und wer ist beim Verkaufsgespräch dabei ?

      Übrigens, die resolute Dame mit dem kriminalistischen Instinkt vielleicht ???

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