Der Papst über Johannes den Täufer: seine Ratschläge sind klar, praktisch und immer aktuell!

In seiner Ansprache vor dem heutigen Angelusgebet auf dem Petersplatz erklärte Papst Benedikt, daß die Verhaltensregeln, die Johannes der Täufer predigte, von zeitloser Gültigkeit sind und daß sie uns dazu verhelfen,  durch eigene Umkehr und Einhaltung der Gebote Gottes an einer besseren Welt zu arbeiten:

Liebe Brüder und Schwestern!

Das Evangelium dieses dritten Adventssonntags konfrontiert uns noch einmal mit der Gestalt Johannes des Täufers: Es zeigt ihn uns, während er zu den Menschen spricht, die zum Jordan kommen um sich taufen zu lassen.

Weil Johannes mit harten Worten alle auffordert, sich auf das Kommen des Messias vorzubereiten, fragen ihn einige der Anwesenden: „Was sollen wir also tun? (Lk 3,10.12.14).   advent.va

Seine Antworten sind sehr interessant und auch heute noch von großer Aktualität.

Die erste Antwort gilt der Menge im allgemeinen. Der Täufer sagt: „Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso“ (Lk 3,11).

In diesen Worten erkennen wir einen Grundsatz der von Nächstenliebe beflügelten Gerechtigkeit. Die Gerechtigkeit verlangt, dass wir das Ungleichgewicht zwischen denen, die im Überfluss leben und denen, die Not leiden, abschaffen; die Nächstenliebe spornt uns dazu an, aufeinander aufmerksam zu sein und der Not unserer Mitmenschen helfend entgegenzukommen, statt nach Rechtfertigungen für unseren Egoismus zu suchen.

Gerechtigkeit und Nächstenliebe stehen nicht im Gegensatz zueinander, sondern vervollständigen sich gegenseitig. „Liebe – ‚Caritas’ – wird immer nötig sein, auch in der gerechtesten Gesellschaft“, denn „Immer wird es Situationen materieller Not geben, in denen Hilfe im Sinn gelebter Nächstenliebe nötig ist“

Kommen wir nun zur zweiten Antwort. Sie ist an einige Zöllner gerichtet, die im Dienst der Römer Steuern eintrieben. Schon wegen ihrer Arbeit für die Römer waren die Zöllner verachtet; viel mehr noch, weil sie ihre Position oft ausnutzten, um zu stehlen.

Johannes verlangt von ihnen nicht, dass sie ihren Beruf aufgeben; er fordert sie nur auf, nicht mehr zu verlangen, als festgesetzt ist (vgl. Lk 3,13). Der Prophet, der in Gottes Namen spricht, verlangt keine großen Taten; er erwartet nur, dass jeder auf ehrliche Weise seine Pflicht tue. Der erste Schritt zum ewigen Leben ist immer die Einhaltung der Gebote, in diesem Fall des siebten: „Du sollst nicht stehlen“ (vgl. Ex 20,15).

Die dritte Antwort richtet sich an eine Gruppe Soldaten; eine weitere Personenkategorie, die über eine gewisse Macht verfügt und deshalb in Versuchung kommen kann, diese Macht zu missbrauchen. Ihnen sagt Johannes: „Misshandelt niemand, erpresst niemand, begnügt euch mit eurem Sold!“ (Lk 3,14).

Auch in diesem Fall beginnt die Bekehrung mit der Ehrlichkeit und der Achtung vor seinen Mitmenschen: eine Vorschrift, die für alle gilt, besonders aber für die, die eine größere Verantwortung tragen.

Wenn wir diese verschiedenen Zwiegespräche im Zusammenhang betrachten, fällt auf, wie pragmatisch die Worte des Täufers sind: da Gott uns nach unseren Taten beurteilen wird, müssen wir eben durch unsere Taten, durch unser Verhalten beweisen, dass wir seinem Willen folgen.

Deshalb sind die Anweisungen des Täufers auch heute noch so aktuell: Auch in unserer so komplizierten Welt könnten die Dinge viel besser gehen, wenn nur jeder diese einfachen Verhaltensgrundsätze einhalten würde.

Deshalb wollen wir durch die Fürbitte der heiligen Jungfrau Maria zum HERRN beten, damit er uns helfe, uns auf das Weihnachtsfest vorzubereiten, indem wir Früchte hervorbringen, die unsere Umkehr zeigen (vgl. Lk 3,8).

Quelle: ZENIT.org


One Comment on “Der Papst über Johannes den Täufer: seine Ratschläge sind klar, praktisch und immer aktuell!”

  1. Uli sagt:

    Der Unterschied zwischen arm und reich wird auch bei uns immer größer.

    Es ist unfair, wenn Menschen ihr ganzes Leben lang arbeiten gehen und dann die
    Rente nicht mal zum Leben reicht.

    Viele Menschen erwarten es von der kath. Kirche, dass sie in dieser Beziehung mit gutem Beispiel vorangeht. Habe keine Ahnung, aber Bischöfe sollen angeblich mehr Geld verdienen als sie benötigen und ich gehe einfach mal davon aus, dass sie dieses Geld für „gute Zwecke“ verwenden.

    Man darf ja auch nicht immer die SCHULD auf die anderen Menschen schieben,
    man muß ja selbst immer überlegen, was man für andere tun kann, gell ?

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