Eichstätt: Bischof Hanke beklagt in seiner Silvesterpredigt mangelnde Rechtsgunst für Christen in Deutschland

 Impulse aus der Ansprache von Bischof Gregor Maria Hanke

Der Rückgang christlicher Glaubenspraxis darf nach den Worten des Eichstätter Oberhirten für überzeugte Christen kein Anlaß sein, zu resignieren und sich aus der Verantwortung für die Gesellschaft zurückzuziehen.

Die Gesellschaft brauche Christen mit „Sehschärfe für Fragen der Gegenwart und der Zukunftsgestaltung“, sagte der Bischof bei der Jahresabschlußfeier an Silvester im Eichstätter Dom.  37ae0ccc01

Weil christlicher Glaube auf den ganzen Menschen mit seinen Sehnsüchten und Hoffnungen ausgerichtet sei, gelte es ganz besonders auch für die Rechte und Freiräume der Familie einzutreten. Deshalb seien Christen gegen den Versuch staatlicher Gängelung, etwa bei der Erziehung der Kleinkinder.

Mangelnde Rechtshilfe bei Angriffen gegen die Kirche

An die Stelle des Glaubens trete in der Öffentlichkeit vermehrt eine Art „Vulgär-Rationalismus“, zu dessen Repertoire Angriffe gegen die Kirche gehören. Bei öffentlicher Schmähung ihres Glaubens könnten Christen oft nicht mehr auf Rechtsgunst zählen: logo_gemalt_gr

„Da es uns Christen gut ansteht, im Geist des Evangeliums geduldig zu ertragen, wenn uns jemand auf die Wange schlägt, tragen wir implizit zur Deeskalation bei. Provokationen werden somit nicht zum öffentlichen Ärgernis und zum Anlass des Unfriedens.“ 

Bitter wäre es allerdings, wenn in Verwaltung und Justiz daraus der Rückschluß entstünde, daß denjenigen, die sich angesichts von Provokation ruhig verhalten, ein höheres Maß an Aggression zumutbar sei als jenen, die sich sogleich protestierend wehren und auf die Straße ziehen.

Die Ablehnung, die Christen hierzulande immer wieder im Kleinen erfahren, mache  sensibler für das, was die in vielen Ländern der Erde bedrängten Christen durchstehen müssen.

Das Christentum sei weltweit die am meisten verfolgte Religion. Bischof Hanke verwies u.a. auf die Situation in Nordkorea, aber auch in vielen islamischen Ländern, in denen das Christentum benachteiligt oder gar bedroht sei. Als besonders bedrückende Beispiele nannte er Ägypten und Syrien.

Volkskirchliche Substanz noch halbwegs lebendig

In seiner Jahresbilanz sagte der Bischof zudem: Es sei damit zu rechnen, dass ab dem Jahr 2025 mehr als fünfzig Prozent der Bevölkerung keiner christlichen Konfession  mehr angehören werden.

Zwar seien vielerorts im Bistum Eichstätt volkskirchliche Strukturen noch einigermaßen lebendig:

Kirchenpatrozinien, Bruderschaftsfeste, die Fronleichnamsprozession erfreuten sich noch bemerkenswerter Teilnahme, bei Einweihungen seien Priester nach wie vor gefragt zur Spendung des Segens. Auch bei Vereins- und Dorf-Festen werde noch Wert gelegt auf einen religiösen Rahmen.

Zugleich sei aber festzustellen: „Der Säkularisierungsprozess ist längst in unseren Pfarrgemeinden angekommen, selbst in unseren gut katholischen Dörfern und Familien.“

Trotz der gegenwärtigen Entwicklung sei er keineswegs pessimistisch, betonte Bischof Hanke: „Der Weg des Glaubens an Christus und der Weg der Kirche hat Zukunft.“

Der christliche Glaube sei keine Ideologie, um Massen zu bewegen, sondern messe dem Einzelnen eine zentrale Stellung zu: „Einige wenige Glaubende können bereits viel verändern.“

Der Blick in die Kirchengeschichte zeige: Immer wieder waren es Einzelgestalten, die dem Glaubensleben in oft schwierigen Phasen zur Erneuerung verhalfen.

Quelle und vollständiger Text hier: http://www.bistum-eichstaett.de/aktuell/aktuelle-meldungen-details/news/der-weg-des-glaubens-und-der-kirche-hat-zukunft-silvesterpredigt-von-bischof-gregor-maria-han/


One Comment on “Eichstätt: Bischof Hanke beklagt in seiner Silvesterpredigt mangelnde Rechtsgunst für Christen in Deutschland”

  1. Die glänzenden Erfolge der staatlichen Erziehung des deutschen Volkes

    Das deutsche Volk, so wie es heute dasteht, ist in der Staatskirche, Staatsschule, Staatsuniversität – lauter Vorschulen der Kaserne – dressiert worden. Alles, was wir heute an diesem deutschen Volk bewundern können, muss als ein Erzeugnis der staatlichen Erziehungskunst angesehen werden. Und zu bewundern finden wir gar Vieles. Die Unterwürfigkeit gegenüber den Vorgesetzten, das entsprechend barsche Benehmen gegenüber den Untergebenen, der Kadavergehorsam, die Disziplin, der Korpsgeist, der Parteigeist, die Standesehe, die erstaunliche Einseitigkeit und Phantasielosigkeit (Produkt der einheitlichen Schule), die Lasterhaftigkeit, die aus der Phantasielosigkeit erwächst, die erschreckende Bedürfnislosigkeit in wissenschaftlicher Beziehung, der hierzu gehörende Autoritätsglaube, der Mangel an Individualität, die Heuchelei, die ungeheure Feigheit des Individuums, über die schon Bismarck klagte…
    Unausrottbarer Autoritätsglaube. Noch heute erwartet das Volk alles Heil von der „Regierung“. Es lehnt es glatt ab, durch Studium der öffentlichen Angelegenheiten eine Kontrolle über die öffentlichen Angelegenheiten auszuüben.

    Silvio Gesell, 1926

    Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die Dummheit des deutschen Volkes noch einmal auf ein bis dahin unvorstellbares Maß gesteigert. Und heute? Es hat sich nichts geändert!

    Staatliche Erziehung

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