Christlicher Glaube im Abseits – uns weht ein eisiger Wind ins Gesicht

Evangelisch-lutherischer Pfarrer: „Tiefe Gräben“ in Glaubenslehre und Ethik

Entschiedenen Christen, die sich an Bibel und Bekenntnis ausrichten, weht der Wind immer eisiger ins Gesicht  –  auch innerhalb der Kirche.

Das schreibt der Braunschweiger ev. Pfarrer Frank-Georg Gozdek im Rundbrief der theologisch konservativen Gemeinde St. Ulrici-Brüdern.

In Fragen der Glaubenslehre und der Ethik, besonders der Sexualethik, seien „tiefe Gräben“ aufgebrochen. Als Beispiele nennt der Pastor etwa die „Homo-Ehe“, schwule Lebensgemeinschaften in Pfarrhäusern, Abtreibung und aktive Sterbehilfe.

Auf diesen Gebieten sei von der Kirche eine Entscheidung gefordert: media-358103-2

„Folgt sie dem ‚Rede, Herr, dein Knecht hört’ der Heiligen Schrift?  –  Nimmt sie sich an der Demut und dem Gehorsam Mariens ein Beispiel?   –  Oder beugt sie sich den Mächten des Zeitgeistes, die teilweise massiv und intolerant gegen biblische Positionen vorgehen?“

Als „ermutigende Zeichen“ wertet Gozdek Demonstrationen gegen die „Homo-Ehe“ in Frankreich und die zunehmende Beteiligung an Kundgebungen der Lebensrechtsbewegung.

Andererseits sei immer mehr zu spüren, wie christlicher Glaube ins Abseits getrieben werden solle. Ohne rechtliche Konsequenzen dürften „übelste Blasphemien und Beschimpfungen“ geäußert werden.

Während der Spott auf Christus und seine Kirche „wohlfeil geworden zu sein scheint“, riefen Politiker und Vertreter der veröffentlichten Meinung sofort nach dem Zensor, „sobald ein  –  zugegeben dümmliches  –  Filmchen über den ‚Propheten’ Mohammed erscheint“.

Wenn jedoch in Russland der Staat gegen eine „Chaotenband namens Pussy Riot“ einschreite, die die Kirche beschimpfe sowie für Abtreibung und Homosexualität eintrete, dann sei das Geschrei über den Verlust der Meinungsfreiheit groß.

Pastor Gozdek fragt, was wohl in Deutschland geschehen würde, wenn sich Christen zur Freitagspredigt in eine Moschee stellten und dort friedlich gegen die Christenverfolgung in der islamischen Welt protestierten?

Angesichts des immer aggressiver in die Gesellschaft vordringenden Islams kann sich Gozdek nicht des Eindrucks erwehren, „dass gar nicht so wenige Politiker, Künstler und Meinungsträger bis hinein in die Kirchen so etwas wie eine Schere im Kopf haben, ein Gefühl der Angst, das sie hindert, sich mit der schleichenden Veränderung unseres Lebens durch den Islam offen, freimütig und kritisch auseinanderzusetzen“.

Umso mehr sollten Christen für die Verfolgten in der islamischen Welt eintreten, etwa in Ägypten, Nigeria und Syrien.

Quelle: http://www.idea.de


Für 200 Millionen Christen beginnt jetzt die ostkirchliche Weihnachtszeit

Mehr als 200 Millionen orthodoxe Christen in aller Welt haben am Sonntagnachmittag mit den ostkirchlichen Weihnachtsfeiern begonnen. Beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz richtete Papst Benedikt XVI. Grüße an die Schwesterkirchen, die nach dem Julianischen Kalender feiern.

Zehntausende christliche Pilger aus Palästina und Jordanien, aber auch viele Russen und Äthiopier, trafen am Sonntag in Bethlehem ein, das derzeit von einer Kältewelle heimgesucht wird. 1_0_651687

Vor der orthodoxen Patriarchal-Liturgie in der Geburtskirche  –  das Gotteshaus gehört dem orthodoxen Patriarchat von Jerusalem  – kamen die Bischöfe der Syrer, Kopten und Äthiopier zum Gebet in die Basilika.

Der Unterschied zum Weihnachtstermin der katholischen und evangelischen Kirchen – rund zwei Milliarden Christen weltweit akzeptieren ihn – hängt mit den unterschiedlichen Kalendern zusammen:

Zahlreiche orthodoxe Kirchen richten sich nach wie vor nach dem alten Julianischen Kalender, demzufolge der 24. Dezember auf den 6. Jänner westlicher Zeitrechnung fällt. Die Differenz zwischen beiden Zeitrechnungen beträgt 13 Tage.

Nach dem Julianischen Kalender, der auf Julius Caesar zurückgeht, richten sich die orthodoxen Kirchen im Heiligen Land, in Russland, Serbien, Polen, Georgien, der Tschechischen Republik und der Slowakei. Auch die koptisch-orthodoxe Kirche, die nach den Umbrüchen in Ägypten in das öffentliche Interesse gerückt ist, feiert die Geburt Jesu am 6./7. Januar. Den Julianischen Kalender befolgen aber auch Syrer, Armenier und Äthiopier.

Andere orthodoxe Kirchen feiern Weihnachten zum gleichen Termin wie die westlichen Kirchen. Dies tun etwa die Kirchen von Konstantinopel (Ökumenisches Patriarchat), Rumänien, Bulgarien, Zypern, Griechenland, Albanien und Finnland.

Hintergrund der unterschiedlichen Daten ist die Einführung des Gregorianischen Kalenders im Jahr 1582 durch Papst Gregor XIII. Der Papst reagierte damit auf Ungenauigkeiten des Julianischen Kalenders, die zu erheblichen Problemen im Alltag geführt hatten. Da ein Julianisches Kalenderjahr mit seinen durchschnittlich 365,25 Tagen um etwa elf Minuten länger ist als das Sonnenjahr, verschob sich der astronomische Frühlingsanfang etwa alle 130 Jahre um einen Tag auf ein früheres Kalenderdatum. Bis 1582 machte die Differenz bereits mehr als zehn Tage aus.

Wegen der Spannungen zwischen den christlichen Kirchen nahmen verschiedene Konfessionen und Länder die Kalender-Reform erst später oder überhaupt nicht an. Russland beispielsweise führte den Gregorianischen Kalender erst nach der Oktoberrevolution im Jahr 1918 ein. Die russisch-orthodoxe Kirche machte diesen Schritt allerdings nicht mit.

Quelle: Radio Vatikan

 


„Die Weisen aus dem Morgenland waren Gottsucher: sie hielten Ausschau nach dem Größeren“

Vollständiger Wortlaut der Predigt des Papstes am Fest der Erscheinung des HERRN (Dreikönig) im Petersdom (6.1.2013)

Liebe Brüder und Schwestern!

Für die glaubende und betende Kirche sind die Weisen aus dem Morgenland, die unter der Führung des Sterns zur Krippe von Bethlehem gefunden haben, nur der Anfang einer großen Prozession, die sich durch die Geschichte hindurchzieht.

Darum liest die Liturgie das Evangelium, das vom Weg der Weisen erzählt, zusammen mit den glanzvollen prophetischen Visionen von Jesaja 60 und Psalm 72, die in kühnen Bildern die Wallfahrt der Völker nach Jerusalem schildern. e65cd6a1c152f162ffff8100fffffff2

Wie die Hirten, die als erste Gäste beim neugeborenen Kind in der Krippe die Armen Israels verkörpern und überhaupt die demütigen Seelen, die von innen her ganz nah bei Jesus leben, so verkörpern die Männer aus dem Morgenland die Welt der Völker, die Kirche aus den Heiden  –  die Menschen, die sich alle Jahrhunderte hindurch auf den Weg zum Kind von Bethlehem machen, in ihm den Sohn Gottes verehren und sich vor ihm beugen.

Die Kirche nennt dieses Fest  Epiphanie  –  Erscheinen des Göttlichen. Wenn wir darauf hinschauen, wie seit jenem Beginn Menschen aller Herkünfte, aller Erdteile, all der verschiedenen Kulturen und Weisen des Denkens und Lebens auf dem Weg zu Christus waren und sind, dann dürfen wir wirklich sagen, daß diese Pilgerschaft und die Begegnung mit Gott als Kind eine Epiphanie der Güte und der Menschenfreundlichkeit Gottes ist (Tit 3, 4).

Einer vom seligen Papst Johannes Paul II. begründeten Tradition folgend, begehen wir das Fest der Epiphanie des Herrn zugleich als Tag der Bischofsweihe für vier Priester, die nun in verschiedenen Funktionen am Dienst des Papstes für die Einheit der einen Kirche Jesu Christi in der Vielheit der Teilkirchen mitwirken werden.

Der Zusammenhang dieser Bischofsweihe mit dem Thema der Wallfahrt der Völker zu Jesus Christus ist offenkundig. Dem Bischof ist es aufgetragen, in dieser Wallfahrt nicht nur mitzugehen, sondern voranzugehen und den Weg zu zeigen. Ich möchte aber noch eine konkretere Frage in diesem Gottesdienst zusammen mit Ihnen betrachten.

Christus begründete ein neues Königtum

Anhand der von Matthäus erzählten Geschichte können wir uns durchaus ein gewisses Bild davon machen, was für Menschen dies gewesen sein müssen, die da auf das Zeichen des Sterns hin aufgebrochen sind, um den König zu finden, der nicht nur für Israel, sondern für die Menschheit eine neue Art von Königtum begründen sollte.

Was also waren das für Menschen? Und fragen wir auch, ob trotz des Unterschieds der Zeiten und der Aufträge von ihnen her etwas darüber sichtbar werden kann, was ein Bischof ist und wie er seinen Auftrag erfüllen soll.

Die Männer, die da ins Unbekannte ausgezogen sind, waren auf jeden Fall Menschen des unruhigen Herzens. Menschen, die die Unruhe nach Gott und nach dem Heil der Welt umtrieb. Wartende Menschen, die sich nicht begnügten mit ihrem gesicherten Einkommen und ihrer wohl ansehnlichen sozialen Stellung. Sie hielten Ausschau nach dem Größeren.

Es waren wohl gelehrte Männer, die vieles von den Gestirnen wußten und wohl auch über philosophische Bildung verfügten. Aber sie wollten nicht einfach nur vieles wissen. Sie wollten vor allem das Wesentliche wissen. Sie wollten wissen, wie man es macht, ein Mensch zu sein. Und deshalb wollten sie wissen, ob es Gott gibt, wo und wie er ist. Ob er sich um uns kümmert und wie wir ihm begegnen können. Sie wollten nicht nur wissen. Sie wollten die Wahrheit über uns und über Gott und die Welt erkennen.

Unterwegs sein zu einer Verheißung

Ihre äußere Pilgerschaft ist Ausdruck ihres inneren Unterwegsseins, der inneren Pilgerschaft ihres Herzens. Es waren Menschen, die Gott suchten und letztlich auf dem Weg zu ihm hin waren. Es waren Gottsucher. media-375476-2

Damit sind wir aber nun bei der Frage: Wie muß ein Mensch sein, dem die Hände zur Bischofsweihe in der Kirche Jesu Christi aufgelegt werden? Wir können sagen: Er muß vor allem ein Mensch sein, dem es um Gott geht, denn nur dann geht es ihm auch wirklich um die Menschen.

Wir könnten auch umgekehrt sagen: Ein Bischof muß ein Mensch sein, dem die Menschen am Herzen liegen, den das Geschick der Menschen bewegt. Er muß ein Mensch für die anderen sein. Aber das kann er nur dann wirklich, wenn er ein von Gott ergriffener Mensch ist. Wenn ihm die Unruhe zu Gott zur Unruhe für sein Geschöpf Mensch geworden ist.

Wie die Weisen aus dem Morgenland, so darf auch ein Bischof nicht jemand sein, der bloß seinen Job ausübt und es dabei bewenden läßt. Nein, er muß von der Unruhe Gottes für die Menschen ergriffen sein. Er muß gleichsam mit Gott mitdenken und mitfühlen.

Nicht nur dem Menschen ist die Unruhe für Gott eingeschaffen, sondern diese Unruhe ist Mitbeteiligung an der Unruhe Gottes für uns. Weil Gott nach uns unruhig ist, darum geht er uns nach bis in die Krippe, bis an das Kreuz.

„Von der Suche nach mir bist du müde am Brunnen gesessen, hast zu meiner Erlösung das Kreuz erlitten. Laß diese Mühsal nicht umsonst gewesen sein“, betet die Kirche im Dies Irae.

Die Unruhe des Menschen nach Gott und von ihr her die Unruhe Gottes nach dem Menschen muß den Bischof umtreiben. Das ist gemeint, wenn wir sagen, daß der Bischof vor allem ein Mensch des Glaubens sein muß. Denn Glaube ist nichts anderes als das innere Berührtsein von Gott, das uns auf den Weg des Lebens führt.

Glaube zieht uns in das Ergriffensein von Gottes Unruhe hinein und macht uns zu Pilgern, die innerlich unterwegs sind zum wahren König der Welt und zu seiner Verheißung der Gerechtigkeit, der Wahrheit, der Liebe. Der Bischof muß in dieser Pilgerschaft vorausgehen, den Menschen Wegweiser zu Glaube, Hoffnung und Liebe hin sein.

Die innere Pilgerschaft des Glaubens zu Gott hin vollzieht sich vor allem im Gebet. Der heilige Augustinus hat einmal gesagt, das Gebet sei letztlich nichts anderes als Aktualisierung und Radikalisierung unserer Sehnsucht nach Gott.

Wir könnten statt des Wortes „Sehnsucht“ auch das Wort „Unruhe“ einsetzen und sagen, daß das Gebet uns aus unseren falschen Bequemlichkeit, aus unserer Verschlossenheit ins Materielle und Sichtbare herausreißen und uns die Unruhe zu Gott hin vermitteln will; uns so gerade auch offen und unruhig füreinander macht.

Der Bischof muß ein Pilger Gottes sein, dessen Seele sich weitet auf Gott hin

Der Bischof muß als Pilger Gottes vor allem ein betender Mensch sein. Er muß im steten inneren Kontakt mit Gott leben, seine Seele muß weit auf Gott hin offenstehen. Er muß seine Nöte und die der anderen, auch seine Freuden und die der anderen, zu Gott hintragen und so auf seine Weise den Kontakt zwischen Gott und der Welt in der Gemeinschaft mit Christus herstellen, damit sein Licht in die Welt hereinleuchtet.

Mut des Wagnisses  – Demut des Glaubens

Kehren wir zurück zu den Weisen aus dem Morgenland. Dies waren vor allem auch Menschen, die Mut hatten, den Mut und die Demut des Glaubens. Es brauchte Mut, um das Zeichen des Sterns als Auftrag zum Aufbruch anzunehmen, hinauszuziehen  –  ins Unbekannte, Ungewisse, auf Wegen, auf denen vielerlei Gefahren lauerten.

Wir können uns vorstellen, daß der Entschluß dieser Männer Spott hervorrief: den Spott der Realisten, die die Träumerei dieser Menschen nur belachen konnten. Wer auf so ungewisse Verheißungen hin aufbrach und alles riskierte, der konnte nur lächerlich erscheinen.

Aber für diese von Gott innerlich angerührten Menschen war der Weg nach seiner Weisung wichtiger als die Meinung der Menschen. Die Suche nach der Wahrheit war ihnen wichtiger als der Spott der scheinbar gescheiten Welt.

Wie sollten wir bei einer solchen Situation nicht an die Aufgabe eines Bischofs in unserer Zeit denken?

Die Demut des Glaubens, des Mitglaubens mit dem Glauben der Kirche aller Zeiten wird immer wieder in Konflikt geraten mit der herrschenden Klugheit derer, die sich ans scheinbar Sichere halten.

Wer den Glauben der Kirche lebt, steht vielfach quer zum Zeitgeist

Wer den Glauben der Kirche lebt und verkündet, steht in vielen Punkten quer zu den herrschenden Meinungen gerade auch in unserer Zeit. Der heute weithin bestimmende Agnostizismus hat seine Dogmen und ist höchst intolerant gegenüber all dem, was ihn und seine Maßstäbe in Frage stellt.

Deshalb ist der Mut zum Widerspruch gegen die herrschenden Orientierungen für einen Bischof heute besonders vordringlich. Er muß tapfer sein. Und Tapferkeit besteht nicht im Dreinschlagen, in der Aggressivität, sondern im Sich-schlagen-Lassen und im Standhalten gegenüber den Maßstäben der herrschenden Meinungen.

„Wer Gott fürchtet, der zittert nicht“

Der Mut des Stehenbleibens bei der Wahrheit ist unausweichlich von denen gefordert, die der Herr wie Schafe unter die Wölfe schickt. „Wer Gott fürchtet, zittert nicht“, sagt das Buch Jesus Sirach (34, 16). Gottesfurcht befreit von der Menschenfurcht; sie macht frei.

Mir kommt da eine Begebenheit aus den Anfängen des Christentums in den Sinn, die der heilige Lukas in derApostelgeschichte erzählt. Nach der Rede des Gamaliël, der von der Gewalt gegenüber der werdenden Gemeinschaft der Jesus-Glaubenden abriet, rief der Hohe Rat die Apostel herbei und ließ sie auspeitschen. Dann verbot er ihnen, im Namen Jesu zu predigen und ließ sie frei.

Lukas fährt dann fort: „Sie aber gingen weg vom Hohen Rat und freuten sich, daß sie gewürdigt worden waren, für seinen Namen Schmach zu erleiden. Und Tag für Tag lehrten sie unermüdlich… und verkündeten das Evangelium von Jesus, dem Christus“ (Apg 5, 40 ff).

Auch die Nachfolger der Apostel müssen damit rechnen, daß sie immer wieder auf moderne Weise verprügelt werden, wenn sie nicht aufhören, das Evangelium Jesu Christi hörbar und verständlich zu verkündigen. Und dann dürfen sie sich freuen, daß sie gewürdigt wurden, für ihn Schmach zu erleiden.

Natürlich wollen wir wie die Apostel die Menschen überzeugen und in diesem Sinn Zustimmung gewinnen. Natürlich provozieren wir nicht, sondern ganz im Gegenteil laden wir alle ein in die Freude der Wahrheit, die den Weg zeigt.

Der Maßstab ist ER selbst: der HERR

Aber die Zustimmung der herrschenden Meinungen ist nicht der Maßstab, dem wir uns unterwerfen. Der Maßstab ist ER selbst: der HERR. Wenn wir für ihn eintreten, werden wir gottlob immer wieder Menschen für den Weg des Evangeliums gewinnen.

Aber unweigerlich werden wir auch von denen, die mit ihrem Leben dem Evangelium entgegenstehen, verprügelt, und dann dürfen wir dankbar sein, daß wir gewürdigt werden, am Leiden Christi teilzuhaben.

Die Weisen sind dem Stern gefolgt, und so sind sie zu Jesus gekommen, zu dem großen Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt (vgl. Joh 1, 9).

Als Pilger des Glaubens sind die Weisen selbst zu Sternen geworden, die vom Himmel der Geschichte leuchten und uns den Weg zeigen. Die Heiligen sind die wahren Sternbilder Gottes, die die Nächte dieser Welt erleuchten und uns führen. Der heilige Paulus hat im Philipper-Brief seinen Gläubigen gesagt, daß sie wie Lichter in der Welt leuchten sollen (Phil 2, 15).

Liebe Freunde, dies geht auch uns an. Dies geht besonders Euch an, die Ihr in dieser Stunde zu Bischöfen der Kirche Jesu Christi geweiht werdet. Wenn Ihr mit Christus lebt, im Sakrament neu ihm verbunden, dann werdet auch Ihr weise. Dann werdet Ihr Lichter, die den Menschen vorangehen und ihnen den rechten Weg des Lebens zeigen.

In dieser Stunde beten wir alle hier für Euch, daß der Herr Euch mit dem Licht des Glaubens und der Liebe erfüllt. Daß Euch diese Unruhe Gottes um den Menschen berührt, damit alle seine Nähe erfahren und von seiner Freude beschenkt werden. Wir bitten für Euch, daß der Herr Euch immer den Mut und die Demut des Glaubens schenke.

Wir bitten Maria, die den Weisen den neuen König der Welt gezeigt hat (Mt 2, 11), daß sie als liebevolle Mutter auch Euch Jesus Christus zeige und Euch helfe, Wegweiser zu ihm zu sein. Amen.


NEWSTICKER – die Glosse zum Sonntag…

London: Ein Gericht im Vereinigten Königreich wies die Klage einer Jüdin ab, der gekündigt wurde, weil sie am Samstag mit Verweis auf das Sabbatgebot nicht arbeiten wollte. Das Gericht erklärte, die Sabbat-Ruhe gehöre keineswegs zum Kernbestand des jüdischen Glaubens, denn es gäbe ja durchaus Juden, die am Samstag arbeiten.  IMG_1093

Das gleiche Gericht bestätigte allerdings die Klage eines muslimischen Briten, der mit Verweis auf das Freitagsgebet einen freien Tag von seinem Arbeitsgeber verlangte. Bei einem anderslautenden Urteil seien Krawalle der Muslime zu vermuten, so die Richter, womit klar sei, dass das Freitagsgebet zum Kernbestand des muslimischen Glaubens gehöre und daher schützenswert sei.

Berlin: Der „Verband für eine Gesellschaft zum Schutz der Minderheiten“ zeigte sich über den wachsenden Antiseminitsmus in muslimischen Parallelgesellschaftn irritiert. Bisher sei man davon ausgegangen, dass dies nicht möglich sei. Immerhin seien sowohl Juden als auch Muslime unterdrückte Minderheiten, die daher natürliche Verbündete seien. Man vermute daher, der dortige Antisemitismus sei ein Import aus der westlichen Gesellschaft. Zum Schutz vor solchem Gedankengut forderte der Verband daher die Muslime auf, sich stärker von westlichen Einflüsse zu distanzieren.

Basel: Der Abt aus Mariastein, Peter von Sury, hat den Churer Bischof Huonder wegen dessen Spaltpilz-Linie zum Rücktritt aufgefordert. Doch er wolle ja nicht nur kritisieren, sondern auch Ideen zum konstruktiven Brückenbauen einbringen, wie er unserem Redakteur Ignaz im Exklusiv-Interview erklärte:

Man müsse neue Wege der Organisation von Kirche finden, für die der Benediktinierorden Vorbild werden könne. So wählten sich die Mönche ihren Abt selber, also könnten sich auch die Gläubigen ihren Bischof selber wählen. Außerdem sollten, wie im Kloster, regelmäßig Beratungen stattfinden. Wenigstens einmal in der Woche müsste sich der Bischof mit allen Diözesanen, die das wünschen, treffen, um mit ihnen die wichtigsten Geschäfte des Bistums zu beraten.

Die Bischöfe wiederum sollten sich, ähnlich wie bei den Benediktinern, in Landesprovinzen einteilen und sich einen Metropoliten wählen. Diese wiederum sollten gemeinsam einen weltweites Oberhaupt wählen, den Papst. Diesen beiden oberen Instanzen sollte jedoch eher eine symbolische Bedeutung zukommen, um die Basisverwurzelung von Kirche, die sich im Bistum inkarniere, nicht zu gefährden. IMG_6434

Washington: Der Verband „Abortion for all Association“ (AFAA) erwägt nach Angaben seines Sprechers, im Namen des beteiligen Arztes das Baby Neveah zu verklagen. Der Säugling habe während des Kaiserschnittes, also noch bevor es durch eine vollständige Geburt seine Menschenrechte erlangt habe, Besitzansprüche auf die Hand des Arztes angemeldet. Eine solche Tat durch ein „Es“ verletze das Menschenrecht des Arztes auf körperliche Unversehrtheit.

Washington: Auf Nachfrage der Redaktion teilte die AFAA mit, man sehe nunmehr von einer Klage gegen das Baby Neveah ab.   –  Begründung: Man gehe davon aus, das Kind sei durch die eigentliche Geburt zu einer neuen natürlichen wie rechtlichen Person geworden, weswegen Neveah nicht für Handlungen ihres früheren „Es“ haftbar gemacht werden könne.

Quelle: Samstäglicher Newsticker


Der ernannte Bischof von Regensburg sendet die Sternsinger in Kasel aus

Dr. Rudolf Voderholzer: „Sternsinger lassen den Glanz der Krippe aufleuchten

Die Fahrt von Trier nach Kasel führt an der Ruwer entlang. Die enge Straße zeichnet die Linie der Weinberge nach, die sich steil in den winterlichen Himmel strecken. Die Häuser des kleinen Ortes an den Ausläufern des Hunsrück drängen sich dicht um die Nikolauskirche in ihrer Mitte. Die Sternsinger mit ihren Müttern und Vätern sind prächtig herausgeputzt. Rudolf Voderholzer Sternsinger 2

Rund 30 Kinder warten auf den Seelsorger des Ortes, Dr. Rudolf Voderholzer, den Papst Benedikt vor gut einem Monat zum künftigen Bischof von Regensburg ernannt hat  –  und der in gut drei Wochen in der Oberpfalz geweiht werden wird.

Einen großen Kreis bilden die Mädchen und Jungen um die Weihnachtskrippe. Rudolf Voderholzer liest das Evangelium nach Matthäus vor:

Wie die Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem kamen. Wie sie dort dem amtierenden König Herodes nach dem neugeborenen König fragen. Wie sie dem Stern weiter folgen. Und wie sie Jesus Christus in Bethlehem entdecken, Gott selbst, der Mensch geworden ist, um uns die Frohbotschaft zu bringen.   Rudolf Voderholzer Sternsinger 1

Die Kinder sollen glaubensfrohe und überzeugende Boten des Evangeliums sein. Sie bringen den Segen Gottes in jedes Haus und erinnern daran, daß Jesus geboren und der Heiland erschienen ist.

Die Sternsinger lassen den Glanz der Krippe und des Weihnachtsfestes aufleuchten.

Der Geistliche segnet die Kreide, die Sterne der Kinder, den Weihrauch und die Kinder selbst. „Damit der Segen auch spürbar wird, sammelt Ihr Geld für die Kinder in Tansania und für andere Kinder, die unter Not und Ungerechtigkeit leiden.“

Das Pfarrhaus gleich unterhalb der Kirche wird als erstes gesegnet. Rudolf Voderholzer zeichnet selbst das Zeichen mit der gesegneten Kreide an die Tür und zeigt den Kindern, wie es geht.

Die Kinder machen sich froh und begeistert auf den Weg durch das kleine Dorf von Haus zu Haus und singen das Lied von Caspar, Melchior und Balthasar. Die Menschen in Kasel warten schon auf sie.

 
Quelle (Text/Fotos):
Dr. Veit Neumann
Bischöfliche Presse- und Medienabteilung
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