Evangelische Debatte über Erzbischof Müllers Vorschlag eines „lutherischen Ordinariats“ innerhalb der kath. Kirche

Können sich künftig evangelische Gemeinden der römisch-katholischen Kirche anschließen und dabei ihre bisherige geistliche Prägung bzw die „legitimen Traditionen, die sie entwickelt haben“, behalten? 

Diese Möglichkeit hat der Präfekt der römischen Kongregation für die Glaubenslehre, Erzbischof Gerhard L. Müller (siehe Foto), kürzlich ins Gespräch gebracht.   

Foto: Bischöfl. Presseamt Regensburg

Foto: Bischöfl. Presseamt Regensburg

Nach Angaben des papstnahen Informationsdienstes „Catholic Culture“ kann sich Müller ein lutherisches Ordinariat innerhalb der römisch-katholischen Kirche vorstellen, wie es der Vatikan Anfang 2011 für Anglikaner eingerichtet habe.

Ein Ordinariat ist eine rechtlich selbstständige Teilkirche innerhalb der katholischen Kirche, die neben den territorial festgelegten Bistümern besteht und eigene Gemeinden und Verwaltungsstrukturen hat. Von deutschen Lutheranern wird diese Idee unterschiedlich beurteilt.

Der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), der braunschweigsche Landesbischof Prof. Friedrich Weber (Wolfenbüttel), weist Müllers Vorstoß als „undenkbar“ zurück. Für ein konfessionelles Mischwerk, wie es ein lutherisches Ordinariat darstellen würde, gebe es keine Basis, sagte er auf Anfrage der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA.

Weder kenne er genügend Lutheraner, die katholisch werden wollten, noch ließen sich die großen theologischen Unterschiede übersehen. Insbesondere eine Unterordnung unter das Papstamt komme für Protestanten nicht infrage.

Lutheraner, die sich unter die Jurisdiktionsgewalt (Rechtsprechung) des Papstes stellten, könnten nicht Mitglied einer evangelischen Kirche sein.

Weber zufolge treten Lutheraner für das fundamentale Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit ein. Dies bedeute auch, dass jeder Lutheraner frei sei, falls er zur römisch-katholischen Kirche gehören wolle, diese Wahl zu treffen. Deshalb sollte jemand, der in der katholischen Kirche eine größere Nähe zum Evangelium sehe als in der eigenen, „komplett übertreten“.

Evangelikale führten Gespräche mit Rom

Laut Weber wird im Vatikan schon seit längerem über ein lutherisches Ordinariat nachgedacht. Bisher sei es aber bei Gedankenspielen geblieben. Dass Erzbischof Müller die Idee öffentlich gemacht habe, beweise eine „neue Qualität“, die die evangelische Seite „genau zur Kenntnis nehmen“ müsse.

Weber erinnerte daran, dass 25 Lutheraner aus Deutschland, Skandinavien und dem Baltikum im Februar 2012 mit leitenden Vertretern des Päpstlichen Rats für die Förderung der Einheit der Christen sowie der Glaubenskongregation Kontaktgespräche geführt hätten.

Den anschließenden Pressemeldungen habe er entnommen, dass es der lutherischen Delegation darum gegangen sei, „die auch nach der Reformation erhalten gebliebenen Gemeinsamkeiten zwischen der römisch-katholischen Kirche und den lutherischen Kirchen herauszustellen“.

An dem Treffen im Gästehaus des Vatikans nahmen auch der Präsident der theologisch konservativen Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Pastor Ulrich Rüß,sowie der Ehrenpräsident der evangelikalen Konferenz, Prof. Peter Beyerhaus, teil.

Pastor Rüß: Neuer Impuls für Bekenntnis-Ökumene

Im Gegensatz zu Weber plädiert der evangelikale Pastor Rüß für eine differenzierte Bewertung von Erzbischof Müllers Vorstoß. Die Möglichkeit eines Ordinariats für Lutheraner gebe der Ökumene „eine neue, bisher nicht vorstellbare Dimension und einen neuen Impuls für das ökumenische Gespräch“, erklärte er auf Anfrage von IDEA.

Klärungsbedarf gebe es aber im Blick auf die Frage, ob ein Lutheraner wirklich innerhalb der katholischen Kirche leben könne, ohne seine „lutherische Identität“ zu leugnen  – und wie die katholische Kirche es den Lutheranern erlauben könnte, ihre legitimen Traditionen beizubehalten.

Pastor Rüß zufolge wird der Wunsch nach Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche von einzelnen Lutheranern und lutherischen Gruppen in vielen Ländern geteilt.

Einige Lutheraner sähen das Zentrum des christlichen Glaubens und der lutherischen Reformation in der „real existierenden lutherischen Kirche“ schlechter aufgestellt als in der katholischen Kirche. Die evangelische Kirche gefährde ihre reformatorische Identität im Sog von Säkularisierung und Zeitgeist, und durch ihren Pluralismus sei sie ein unberechenbarer ökumenischer Gesprächspartner.

Erschwerend sei auch, daß die evangelische Seite unter Ökumene nur die gegenseitige Anerkennung dessen, was  vorhanden ist, verstehe. Fragen nach der Wahrheit in Glauben und Lehre würden nicht bearbeitet  –  und das Ziel einer Gesamtkirche werde nicht im Auge behalten.

Von der Begrüßungs- zur Arbeits-Ökumene

Für Pastor Rüß besteht der ökumenischer Dialog in hartem theologischen Arbeiten unter Anrufung des Heiligen Geistes, das über ein gegenseitiges Sichbestätigen und Anerkennen hinausgehe: „Die gegenwärtige nette Begrüßungsökumene muss sich zur theologischen Arbeitsökumene entwickeln, die neu um die Wahrheit ringt.“

Pastor Rüß plädiert für „eine christuszentrierte-trinitarische Bekenntnis-Ökumene“. Die gemeinsame Ausrichtung auf die Mitte des Glaubens ermutige auf dem Weg zur Einheit. Die Lutheraner könnten für die Ökumene ein großer Gewinn sein, wenn sie wirklich Lutheraner im Sinne Luthers wären, so Rüß.

Quelle: http://www.idea.de


Die katholische Weltkirche kennt 23 verschiedene, anerkannte Riten der hl. Messe

Dass es neben dem lateinischen Ritus der Kirche, dem der Westen angehört, weitere 22 Riten in der katholischen Kirche gibt, ist eine Tatsache, die vielen Gläubigen nicht bewußt ist.

Eine Katholische Hilfsorganisation für den Nahen Osten will nun dieses bunte Bild der Kirche bekannter machen: Gemeinsam mit dem päpstlichen Rat für die Ostkirchen veranstaltet die ‚Catholic Near East Welfare Association’ dazu eine Pilgerreise nach Rom. So sollen die altorientalischen Kirchen nicht nur bekannter gemacht, sondern auch darauf hingewiesen werden, daß diese Kirchen Hilfe brauchen.

Höhepunkt für die Pilger war vorigen Mittwoch eine Versammlung auf dem Gelände der Grabesritter, einer ordensähnlichen Gemeinschaft mit enger Bindung an das Heilige Land.   1_0_656059

John Kozar (siehe Foto) ist Präsident des Hilfswerkes, das diese Reise mitorganisiert hat. Im Interview mit Radio Vatikan betont er die Bedeutung Roms. So habe zum Beispiel die Reise des Papstes in den Libanon gezeigt, was Gemeinsamkeit der Kirchen erreichen könne.

„Wenn man um die Feindlichkeit der Parteien weiß, auch innerhalb der Kirchen, die einen gegen die anderen, die Widerstandsgruppen, die verschiedenen Gruppierungen und Interessen, dann ist es erstaunlich zu sehen, dass die Führer dieser Parteien, die zum Teil Krieg gegeneinander führen, versprochen hatten, während des Besuches des Papstes als einem Mann des Friedens diesen Frieden zu achten. Das wollten Sie durch ihre Teilnahme an den Treffen mit dem Papst auch ausdrücken. Wenn man die Unberechenbarkeit der Region kennt, ist das wirklich erstaunlich. Die Anwesenheit des Papstes und dessen, für das er als Hirte steht, hat sehr starken Nachhall gefunden.“

In Rom versammeln die Organisatoren nun viele Prominente aus Politik, Wirtschaft und Kultur, um die Buntheit innerhalb der katholischen Kirche sichtbar und bekannt zu machen. Kozar betont aber auch die Partnerschaft in praktischen Dingen, die die römisch-katholische mit den übrigen katholisch-unierten (mit Rom verbundenen) Kirchen habe und für die er werben wolle.

Quelle (Text/Foto): Radio Vatikan


Schauspielerin Evangeline Lilly: „Der Glaube gibt mir Kraft und Weisheit fürs Leben“

Bekannt wurde Evangeline Lilly (siehe Foto) durch die TV-Serie „Lost“. Nun spielt die Christin die Rolle der Elbe Tauriel in der Verfilmung des J.R.R.-Tolkien-Abenteuers „Der kleine Hobbit“. Ihre eigene Jugend liest sich weniger märchenhaft.  232363[0-0-485-469]-Für-Evangeline-Lilly-war-ihre-Schönheit-«ein-Fluch»

Evangeline Lilly spielt die Waldelbe Tauriel in der Trilogie „Der kleine Hobbi“. Die Geschichte spielt ebenfalls in der von J.R.R. Tolkien erdachten „Mittelerde“ und wurde rund zwei Jahrzehnte vor „Herr der Ringe“ publiziert. Diese Elbe kommt in Tolkiens Buchvorlage nicht vor, sondern wurde von Regisseur Peter Jackson erfunden.

Der Durchbruch gelang der Kanadierin mit der TV-Reihe „Lost“ (114 Folgen), die von Überlebenden eines Flugzeugabsturzes auf einer Pazifikinsel handelt. Lilly spielt den Charakter Kate Austen, eine Frau, die ins Gefängnis hätte geflogen werden sollen. Kate klettert gerne auf Bäume  –  wie Lilly im richtigen Leben.

Als Mädchen sei sie burschikos gewesen, sagt Evangeline Lilly  – mit Sommersprossen und Zahnlücken. Die Pubertät kam erst mit 16 und überrumpelte sie über Nacht. Die Jungen sahen sie plötzlich mit völlig neuen Augen, die Mädchen feindeten die nun neue Konkurrentin an, Männer warfen ihr gierige Blicke nach.

„Nachts lag ich wach, weinte und wünschte mir, hässlich zu sein. Schönheit war für mich wie ein Fluch.“  – Schockiert war sie überdies, als sie für eine Dating-Agentur einen Spot drehte. Als sie diesen zum ersten Mal sah, weinte sie bitter, weil sie als Reizobjekt dargestellt war.

Die christlich aufgewachsene Evangeline wollte sich später sozial engagieren, studierte auf der British-Columbia-Universität Sozialwissenschaft und modelte zur Finanzierung für die renommierte Agentur „Ford“. Sie arbeitete zwischenzeitlich auf dem christlichen „Green Bay Bible Camp“ sowie als Flugbegleiterin für „Royal Airlines“.

Erste TV-Rollen stellten sich ein. Lilly, die neben kanadischen auch französische und bosnische Wurzeln hat, zeigte sich zurückhaltend. Dann aber sagte ihr ein Freund, sie brauche keine Angst zu haben, als zu schön wahrgenommen zu werden: „Gott hat dich schön gemacht und dir die Begabung gegeben!“ –  Für die junge Schauspielerin ein Schlüsselerlebnis, das sie zur Freiheit führte.

In einem Interview sagte sie: „Hollywood wurde nicht mit einem Mal anders. Aber mein Glaube gibt mir Kraft und Weisheit, die Aufgaben zu bestehen, die täglich vor mir liegen. Mal schaffe ich es besser, mal schlechter, aber ich weiss, dass ich nicht perfekt sein muss. Gott liebt mich einfach so, wie ich bin.“


Autor: Miriam Hinrichs / Daniel Gerber
Quelle (Text/Foto): http://www.Jesus.ch


Weltverfolgungsindex: Thema im Europaparlament – MdEP Kastler fordert: Christenverfolgung muß in der EU endlich Chefsache werden

Am vergangenen Mittwoch stellte das christliche Hilfswerk „Open Doors“ seinen Weltverfolgungsindex vor EU-Parlamentariern in Straßburg vor. Der christsoziale Abgeordnete (MdEP) Martin Kastler fordert, daß das Thema Christenverfolgung zur Chefsache wird.

Die Veranstaltung in Straßburg findet auf Einladung eines französischen Abgeordneten statt, teilte das überkonfessionelle Hilfswerk „Open Doors“ dem christlichen Medienmagazin PRO mit.

Im Europäischen Parlament setzt sich der deutsche CSU-Abgeordnete Martin Kastler (Mitglied der CDL) schon länger entschieden für eine Verbesserung der Situation verfolgter Christen ein:  

Foto: Evita Gründler

Foto: Evita Gründler

„Christenverfolgung darf nicht bloß ein Thema für Christen und Kirchen sein. Die Politik in Deutschland und Europa muss die Bekämpfung der Christenverfolgung und jeder Einschränkung der Religionsfreiheit stärker als bisher zu ihrem Thema machen“, findet der CSU-Politiker.

Die Entwicklungspolitik der Europäischen Union auf dem afrikanischen Kontinent, wo Christen besonders häufig bedroht werden, sei vergebens, weil kein Frieden entstehen könne, wo Menschen aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden:

„Religionsfreiheit, nicht nur auf dem Papier, sondern der Realität nach, muss ein hartes Kriterium für unsere Entwicklungspolitik werden  –  und darüber hinaus auch für unsere Außen- und Handelspolitik.“

Kastler, der auch entwicklungspolitischer Sprecher der CSU-Gruppe im EU-Parlament ist, fordert zudem einen stärkeren Einsatz der EU-Kommission:

„Catherine Ashton (EU-Außenbeauftragte) hat es über Jahre versäumt, sich um die verfolgten Christen zu kümmern. Das muss Chefsache werden – Manuel Barroso (EU-Kommissionspräsident) ist gefragt.“

Das Bekenntnis der Politiker zu Menschenrechten sei nur glaubwürdig, wenn es konkrete politische Folgen nach sich ziehe.

Mit Blick auf den bevorstehenden Besuch des Ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi in Berlin und die schwierige Situation in Ägypten teilte Kastler mit:

„Immer wieder kommt es zu Hetze und gewaltsamen Übergriffen gegen die koptischen Christen im Land. Diese religiöse Apartheid muss Bundeskanzlerin Merkel zum Thema der Gespräche mit Mursi machen.“

Quelle: Medienmagazin PRO


Das Wasser-knappe Israel ist heilfroh: Der Wasserspiegel des „Toten Meeres“ steigt endlich an

Der Wasserspiegel des Toten Meeres ist seit zehn Jahren erstmalig um zehn Zentimeter angestiegen  –  dank der enormen Niederschläge in den ersten Januarwochen, die auch den Pegel des Sees Genezareth um mehr als einen Meter auf nun – 210.97 Meter unter dem Meeresspiegel anwachsen ließen.

Der Grund für den Anstieg des seit Jahren austrocknenden Salzmeeres: Wegen der heftigen Regenstürme waren die Syrer gezwungen, ihren Jarmuch-Damm zu öffnen. Via Jordanien floß nun das Wasser in Strömen in den Jordanfluß, der wiederum ins Tote Meer mündet.

Hinzu kommt Wasser aus den Flüssen zu beiden Seiten des Gewässers am tiefsten Ort der Welt. Sollte der See Genezareth zu voll werden  –  dazu fehlen noch rund zwei Meter  –  würde dort die Degania-Schleuse geöffnet werden und dieses Wasser über den Jordan auch ins Tote Meer fließen.

Quelle: http://www.israelheute.com


Warum läßt der Kölner Kardinal das entscheidende Thema Frühabtreibung (Pille danach) völlig unerwähnt?

Klare Stellungnahme aus dem Bistum Regensburg

Das erzbischöfliche Ordinariat Köln  – geleitet von Kardinal Joachim Meisner  –  hat gestern (17.1.) eine offizielle Stellungnahme auf seiner Internetpräsenzt veröffentlicht,  die sich  – so wörtlich  –   „zu Berichten über die Behandlung von Vergewaltigungsopfern in katholischen Krankenhäusern“ äußert.

Hier folgt der volle Wortlaut der Erklärung:  embryofoto

„Wir bedauern sehr, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden ist, dass Opfer einer Vergewaltigung in katholischen Krankenhäusern nicht mehr behandelt werden dürfen. Dies ist falsch. Auch in katholischen Krankenhäusern erhalten die betroffenen Frauen die notwendige Heilbehandlung; dazu gehört gegebenenfalls auch eine volle Kooperation mit der Anonymen Spurensicherung.

Wir haben das feste Vertrauen, dass der Träger der Krankenhäuser, in denen nach Medienberichten eine solche Heilbehandlung abgelehnt worden sein soll, die Gesamtsituation vollständig aufklären und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen wird, um eine Wiederholung eines solchen sehr bedauerlichen Einzelfalls auszuschließen.“

(Quelle: http://www.erzbistum-koeln.de/modules/news/news_0330.html?uri=/index.html)

Das Merkwürdige dieser Stellungnahme ist nicht der Inhalt, sondern das „Fehlende“:

Mit keinem Wort geht die Erklärung auf das Problem der Frühabtreibung (Pille danach) ein, was ja überhaupt erst zum Abweisen des  mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers (die Straftat ist bislang nicht bewiesen) geführt hat.

Selbst wenn die beiden katholischen Krankenhäuser in Köln   – unabhängig von der rechtmäßigen Verweigerung der „Pille danach“  – nicht sonderlich geschickt agiert hätten, was erst geklärt werden muß, wäre dies kein Grund, diesen entscheidenden Faktor der  Frühabtreibung in einer kirchlichen Note völlig unter den Tisch zu kehren.

Immerhin hatten die betreffenden katholischen Krankenhäuser schon einen Tag vor der Kölner Stellungnahme eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der die Problematik der „Pille danach“ angesprochen wurde, wenngleich in etwas umständlichen und verquasten Formulierungen.

Diese Erklärung dürfte dem Erzbischöflichen Ordinariat wohl bekannt gewesen sein, wie anzunehmen ist.   –  Warum wird dieser wesentliche Aspekt in der aktuellen Bistums-Stellungnahme dennoch komplett ausgegrenzt?

Im Unterschied dazu berichtet die „Mittelbayerische Zeitung“ mit Berufung auf Clemens Neck, den Leiter der bischöflichen Pressestelle in Regensburg, der sich auch in dieser heißdiskutierten Causa klar zum Lebensrechts-Standpunkt der Kirche bekennt:

„In der Diözese Regensburg werde an Krankenhäusern mit katholischer Trägerschaft keine „Pille danach“ ausgehändigt  –  auch nicht an Vergewaltigungsopfer. „Dem Opfer gilt unser ganzes Mitgefühl, dennoch ist die Haltung der katholischen Kirche, dass jeder Mensch ein Lebensrecht hat. Wir unterscheiden nicht, wie das Leben entstanden ist.“  –  Jedwede Heilbehandlung werde aber angeboten  –  auch die Untersuchungen zur Spurensicherung, betont Neck.“

(Quelle: http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/panorama/artikel/kliniken-weisen-vergewaltigungsopfer-ab/870391/kliniken-weisen-vergewaltigungsopfer-ab.html#870391)

Anmerkung vom 22. Januar:  

Inzwischen (eine Woche danach) hat Kardinal Meisner eine weitere Erklärung herausgebracht, in der das Thema Frühabtreibung im Sinne der Kirche zur Sprache kommt:  http://www.erzbistum-koeln.de/modules/news/news_1096.html

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

HINWEIS: das klassisch-liberale, medienkritische Portal JOURNALISTENWATCH äußert sich in dieser heißen Causa fair und sachlich  –  und kritisiert deutlich antikirchliche Rundumschläge, etwa auch jene in der linksgerichteten „Frankfurter Rundschau“: http://journalistenwatch.com/cms/2013/01/18/frankfurter-rundschau-wir-hassen-alle-katholiken/

Aber auch der FOCUS hat sich hier nicht mit Ruhm bekleckert: http://journalistenwatch.com/cms/2013/01/17/focus-sind-aller-katholiken-frauenschander/


Saudi-Arabien: Bringt Reform-Prinz Talal etwas Bewegung in das starre islamische System?

In Saudi-Arabien regt sich Widerspruch zur absoluten und radikal-islamischen Monarchie und massiven Menschenrechts-Defiziten. Dahinter steckt besonders Prinz Talal, Sohn einer christlichen Mutter.

In Saudi-Arabien dürfen Frauen zwar weiter nicht autofahren, doch wird ihnen erstmals eine öffentliche Rolle eingeräumt: König Abdullah ernannte unter den 150 Mitgliedern des neuen Schura-Rates 30 weibliche Abgeordnete. Beobachter in der saudischen Hauptstadt Riad sehen in diesem Schritt ein Entgegenkommen an den politischen Aufbruch des sog. „arabischen Frühlings“. wertverfolgungsindex_2013
Bisher hat der unumschränkte Herrscher Abdullah jedes Aufbegehren im Keim erstickt. Neuestens mehren sich aber die Hinweise, dass es auch in Saudi-Arabien hinter den Fassaden von Ruhe und Ordnung gefährlich gärt.

Abdullahs Reformschlager „Frauen in die Politik“ erweist sich bei näherem Hinsehen als Schlag ins Wasser: Die Volksvertreterinnen müssen tief verschleiert zu den Sitzungen kommen und in einer Art „Parlaments-Harem“ abgesondert von ihren männlichen Kollegen sitzen.

Überdies hat der Schura-Rat keinerlei politische Bedeutung. Er ist nur ein Beratungsorgan des absolutistisch regierenden Königs. Er muss seine Machtfülle nur mit dem „Familienrat“ teilen. Dieser besteht aus den 19 noch lebenden Söhnen von Staatsgründer König Abdul Aziz  – also eine recht betagte Runde.

Genau aus ihrer Mitte regt sich aber jetzt ernsthafter Widerspruch zum autoritären Herrschaftsstil von Abdullah. Sein Halbbruder Talal fordert echte Reformen. Sie sollen von Gewaltenteilung in einer künftig konstitutionellen Monarchie bis zur Erteilung von Freiheiten für Christen in Saudi-Arabien reichen. Sie dürfen bisher weder Kirchen noch Bibeln ihr Eigen nennen, nicht einmal in Privathäusern zusammen beten.

Der Prinz war schon immer ein eigenwilliger Aussenseiter. Talals Gegner führen das auf seine christliche Mutter Munayar zurück. Sie wurde im Alter von 12 Jahren von Abdul Aziz ihren armenischen Eltern entrissen. Der König machte sie zur Sexsklavin, die ihm zwei Söhne gebar. Talal war bald der Liebling des alternden Herrschers. Um ihn zu legitimieren, heiratete der König in den vierziger Jahren seine christliche Zwangskonkubine.

Ihr schon 1930 geborener Sohn wurde zum „Reform-Prinzen“, der seit langem für eine Demokratisierung Saudi-Arabiens eintritt. So legte er schon 1958 einen Verfassungsentwurf vor, der freie Parlamentswahlen, volle Gleichberechtigung der Frauen und Religionsfreiheit vorsah. Mit diesen Reformvorschlägen konnte er sich nicht durchsetzen. Jetzt aber erhebt Talal kräftig wie noch nie seine Stimme, um „Saudi-Arabien vor dem drohenden Untergang zu bewahren“.

Autor: Heinz Gstrein
Quelle: http://www.jesus.ch