Belgien: Verhängnisvoller Abschied vom Lebensschutz – aktive Euthanasie auf Wunsch nimmt zu

Im Jahre 2011 gab es amtlich 1133 Euthanasie-Tote in Belgien

Mitte Dezember 2012 haben sich zwei taube 45-jährige Zwillingsbrüder in Belgien Gift spritzen lassen, weil ihnen die Erblindung drohte. Die Regierung in Brüssel will aktive „Sterbehilfe“ bzw. Euthanasie jetzt auch Minderjährigen gestatten.

Die Schuhmacher Marc und Eddy Verbessem aus Putte bei Mechelen, eineiige, von Geburt an taube Zwillinge, drohten durch Grünen Star allmählich zu erblinden. Den beiden, die ihr ganzes Leben zusammen verbracht hatten, wurde klar: Sie würden sich nicht mehr sehen und so kommunizieren können.  logo_gemalt_gr

„Sie wären in eine Anstalt gekommen“, sagte ihr Bruder Dirk dem Daily Telegraph. Marc und Eddy wünschten zu sterben. Nach zweijähriger Suche fanden sie im Universitätsspital in Brüssel Mediziner, die ihnen am 14. Dezember die Giftspritze setzten, obwohl sie nicht an einer tödlichen Krankheit litten. Dirk und die Eltern hatten die Brüder umzustimmen versucht; sie begleiteten sie ins Spital.

Der Arzt Wim Distelmans sagte laut Medienberichten, der Fall sei insofern einzigartig, als nie zuvor in Belgien ein Bruderpaar um aktive „Sterbehilfe“ gebeten habe. Doch der Fall bewege sich „völlig“ im Rahmen des Gesetzes:

Die Aussicht, nach der Taubheit zu erblinden und dann nicht mehr miteinander kommunizieren zu können, habe bei den beiden „unerträgliches psychisches Leiden“ verursacht. Wird solches Leiden vom Arzt anerkannt, kann in Belgien aktive Euthanasie in Anspruch genommen werden. Die Ärzte im Regionalspital, an die Marc und Eddy zuerst gelangten, hatten ihre Perspektive nicht als unerträglich bewertet.

Euthanasie auch für Kinder und Jugendliche

Wenige Tage nach den Giftspritzen brachte die sozialistische belgische Regierung eine Gesetzesvorlage ins Parlament, die aktive „Sterbehilfe“ auch urteilsfähigen Minderjährigen mit unheilbaren Krankheiten und Alzheimer-Patienten zugesteht.

Für 2011 hat Belgien 1.133 Euthanasie-Tote aufzuweisen, der Großteil schwer Krebskranke. Aufgrund einer Studie ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, schreibt der international bekannte Kämpfer gegen Euthanasie Alex Schadenberg. 2011 wurde laut dem Daily Telegraph auch bekannt, dass Organe von totgespritzten Patienten verpflanzt werden.

Der Medizinethiker Chris Gastmans von der Universität Löwen kritisierte den Entscheid Distelmans‘. Er gab nach dem Tod der Verbessem-Brüder zu bedenken, daß eine reiche Gesellschaft „einen anderen, fürsorglichen Weg für den Umgang mit menschlicher Gebrechlichkeit finden muss“.

Alex Schadenberg warnt vor einer Rutschbahn in die Unmenschlichkeit: „Wenn es annehmbar ist, eine Gruppe von Menschen in der Gesellschaft durch Euthanasie zu töten, wird es bald annehmbar werden, auch mit anderen Gruppen ebenso zu verfahren.“

Autor: Peter Schmid  /  Quelle: http://www.jesus.ch


One Comment on “Belgien: Verhängnisvoller Abschied vom Lebensschutz – aktive Euthanasie auf Wunsch nimmt zu”

  1. strau yada sagt:

    Hallo,

    das „Problem“ ist die technische Machbarkeit von Depressionen. Es ist heute leicht, den reichen Erbonkel moralisch in die Krise zu bringen, dass der nur noch sterben will.

    Das die beiden Männer sterben wollten, weil sie blind werden, ist zumindest ein Indiz, dass ihnen das Leben schon vorher verbittert wurde, wo es geht. Es gibt eine Menge Blinde, die mit Sicherheit nicht sterben wollen, weil sie wissen, dass sie als Mensch geachtet und wert sind.

    Euthansie, das Erbe der deutschen, und heute der europäischen Faschisten, geht aber nur von „Verwertbarkeit“ des Menschen aus, bis zum Auschlachten für Organbanken. Unter dem Deckmantel vorgeblicher „Menschlichkeit“ und „Selbstbestimmung“ wird Mord staatlich sanktioniert, und die Reste der Opfer werden meistbietend verkloppt.

    Tolle Aussichten!

    Beste Grüße

    dstrauss

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