Ägypten: Präsident Mursi und seine Beteuerungen – der Schein trügt!

Unter Mursi mehr Anklagen wegen „Präsidentenbeleidigung“ als in 30 Jahren Mubarak-Regime

Um Ägypten ist es oberflächlich ruhig geworden. Die neue, islam-orientierte Verfassung ist in Kraft getreten und ihre Gegner gönnen sich jetzt eine Ruhepause nach dem vergeblichen Kampf gegen dieses Grundgesetz der Muslimbrüder.

Staatspräsident Mursi nützt die Erschöpfunsphase seiner Widersacher zu einer grossen Beschönigungsaktion seiner islamistischen Herrschaft im Ausland. Sogar die FAZ  gab Mursis Beteuerungen unkritisch wieder: Er behauptete, daß auch in einem von der Muslimbruderschaft regierten Ägypten die Christen frei und gleichberechtigt wären.

Tatsächlich gehen Angriffe auf koptische Kirchen und Gemeinde-Einrichtungen unvermindert weiter, ebenso die Gefängnisstrafen für Muslimas und Muslime, die zum Christentum konvertieren.

Mursis irreführendes Interview vor seinem Staatsbesuch in Berlin gipfelt in der Behauptung: „Die Zeit der Diktatur ist vorbei!“   

Tatsache ist jedoch – wie der Kairoer Anwalt Eid nachweist –  daß in den 200 Tagen von Mursis Herrschaft schon mehr Anklagen wegen „Präsidentenbeleidigung“ erhoben wurden, als in den 30 Jahren unter Mubarak.

Auch die Islamisierung des öffentlichen Lebens geht munter weiter. TV-Sprecherinnen und Flugbegleiterinnen der Egypt Air werden Schleier aufgezwungen, die Schulbücher von Bildern unverschleierter Frauen „gereinigt“. Sogar das Foto der großen ägyptischen Frauenrechtlerin Durriya Shafiq (1908-1975) muss sich seine Schwärzung gefallen lassen.

Die früher oft konkurrierenden Kirchen Ägyptens schliessen sich nun auf die Parlamentswahlen im April zu gemeinsamer Kampagne für eine Verfassungsrevision zusammen: Orthodoxe, evangelische und katholische Kopten sowie die kleineren christlichen Gemeinschaften.

Bisher waren die Erdrutsch-Wahlerfolge der Muslimbrüder nach dem Sturz von Mubarak vor zwei Jahren in erster Linie auf die Vereinnahmung der gesamten islamischen Strukturen für ihre politischen Ziele zurückzuführen. Alle anderen Parteien, die aus dem Nichts anfangen mußten, sind dadurch von Anfang an ins Hintertreffen geraten. Das muß jetzt für die Parlamentswahlen verhindert werden. 

Autor: Heinz Gstrein
Quelle: http://www.jesus.ch



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