GAMBIA: Islamischer Staat verhaftet Imam Baba Leigh, weil er die Todesstrafe ablehnt

Verfolgter Islamgelehrter setzte sich zudem für den Schutz der Mädchen vor Genitalverstümmelung ein

Im kleinen westafrikanischen Staat Gambia wird der Imam (islamischer Religionslehrer) Baba Leigh ohne Kontakt zur Außenwelt und ohne Anklage inhaftiert. 90% der Bürger Gambias sind Muslime, danach folgen Christen und Naturreligiöse.

Augenzeugen zufolge erschienen am 3. Dezember 2012 zwei Beamte des Geheimdienstes NIA (National Intelligence Agency) am Haus des Imams. Sie teilten ihm mit, sie würden ihn zu einer Vernehmung in ihre Zentrale bringen. Weitere Informationen erhielt er nicht, wie „Amnesty International“ berichtet.

Seitdem ist der Imam nicht mehr gesehen worden. Seine Familie glaubt, daß Baba Leigh in der Zentrale des NIA inhaftiert ist. Der NIA gibt an, keine Kenntnis über seinen Aufenthaltsort zu haben. Weder seine Familie noch ein Rechtsbeistand konnte Baba Leigh besuchen.

Die Inhaftierung des Imam widerspricht Artikel 19,3 der gambischen Verfassung, welcher das Recht garantiert, innerhalb von 72 Stunden einem Haftrichter vorgeführt zu werden. Zudem verstößt ein derartiges Vorgehen gegen internationale Menschenrechtsverträge.

Die Festnahme steht offenbar mit der öffentlichen Kritik des Bürgerrechtlers an der Todesstrafe im Zusammenhang.

Im August 2012 wurden in Gambia acht Männer und eine Frau hingerichtet, nachdem die Todesstrafe 27 Jahre lang nicht mehr vollstreckt wurde. Man hat den Familien weder die Leichen überbracht noch ihnen mitgeteilt, wo diese begraben worden sind. Nach massiver internationaler Kritik erklärte der Präsident, auf weitere Hinrichtungen zu verzichten, sofern die Kriminalitätsrate nicht weiter ansteige.

Imam Leigh hält seine Predigt jeden Freitag in der Moschee in der Ortschaft Kanifing, nahe der Hauptstadt Banjul. Im September 2012 hatte er die Wiederaufnahme der Hinrichtungen verurteilt und sie als „unislamisch“ bezeichnet. Er forderte von der Regierung, die Leichen der Hingerichteten an deren Familien zu überstellen. Der Islamgelehrte hat seine Kritik an der Regierung in den darauffolgenden Monaten in seinen Predigten fortgesetzt.

Leigh ist Mitglied des Menschenrechtsvereins GAMCOTRAP (Gambisches Komitee gegen traditionelle Praktiken, die die Gesundheit von Frauen und Kindern beeinträchtigen), deren Aktivisten wiederholt schikaniert wurden. So setzt er sich für den Schutz von Mädchen vor der fürchterlichen Genitalverstümmelung ein, die jedoch vom Staatspräsident befürwortet wird.

Quelle: www.akm-online.info 


ISRAEL: Jeden Tag ein arabisches Wort lernen; Sprache als Brücke zur Verständigung

Chanin Majadle (23 J.), ursprünglich aus Baqa al-Gharbiya, heute wohnhaft in Tel Aviv, reichte es: Ständig fragten sie ihre jüdischen Freunde, wie man dieses oder jenes Wort auf Arabisch ausspricht.
Warum, dachte sie sich, sollte man das Ganze nicht ein wenig systematischer gestalten  – und eröffnete kurzerhand die Facebook-Seite „Kalima – Ein Wort am Tag“, die ihren Fans jeden Tag ein neues arabisches Wort beibringt.

Amal (Hoffnung), dschadid (neu) und Racha (Ruhe) waren einige der Ausdrücke, die man dort bereits lernen konnte.

Majadle ist B.A.-Studentin für Nahost-Studien an der Universität Tel Aviv und hilft ihren Kommilitonen gerne beim Arabisch-Lernen. Die Webseite sieht sie aber nicht nur als Zusammenfassung dieser Nachhilfestunden, sondern auch als Mittel der Annäherung zwischen Juden und Arabern.

„Sprache ist eine Brücke“, so Majadle, die die Worte nach aktuellen Anlässen aus Politik und Gesellschaft auswählt und in einem kurzen Text erläutert, warum sie sich für einen bestimmten Begriff entschieden hat.

Selbstverständlich braucht es zum Sprechen mehr als nur „Ein Wort am Tag“, aber Majadles Hauptanliegen ist es, die Nutzer miteinander ins Gespräch zu bringen – und das scheint ihr zu gelingen: 3.618 Likes hatte die Seite, die erst vor fünf Tagen gegründet wurde, am Montag bereits – und zu ihren Fans zählen sowohl Juden wie Araber.

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin


CSU-Politiker Peter Gauweiler: Nicht der Euro, sondern das Kreuz ist das Einheitszeichen für Europa

Nicht der Euro, sondern das Kreuz ist das einigende Zeichen des christlichen Abendlandes. Diese Ansicht vertritt der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler in einem Interview mit der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA.

Nach den Worten des evangelischen Politikers aus München hängt Europas Zukunft nicht am Euro: „Europa wird es auch dann noch geben, wenn es den Euro nicht mehr gibt.“

Er widersprach damit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die geäußert hatte: „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa.“

Laut Gauweiler ist der Euro wie eine falsch eingeknöpfte Jacke. Mit der Einführung der Gemeinschaftswährung seien viele Fehlkonstruktionen und Irrtümer einhergegangen. So würden die Stabilitätskriterien des Maastricht-Vertrages bis in die Gegenwart gebrochen. Die Vorgaben zur Staatsverschuldung und zum jährlichen Haushaltsdefizit der Mitgliedstaaten seien nicht eingehalten worden.

Gauweiler wurde unter anderem bekannt durch seine Klagen gegen die EU-Verfassung, den Lissabon-Vertrag und die Euro-Rettung. Er ist auch Partner einer auf Straf- und Wirtschaftsrecht spezialisierten Kanzlei.

Gegen „Vereinigte Staaten von Europa“

Gauweiler nannte es gegenüber IDEA bezeichnend, dass der Bezug auf Gott bereits im Entwurf zur Europäischen Verfassung keinen Platz hatte. Er sei zudem skeptisch gegenüber neuen supranationalen Organisationen wie einer Verschmelzung der europäischen Nationalstaaten zu „Vereinigten Staaten von Europa“.

Dies könne zu einer „Verameisung des Einzelnen“ führen.  – Gauweiler: „Eine solche Mammut-Organisation steht erneut in der Gefahr, die Bürger von ihren Grundrechten abzuschneiden.“  –   Schon das jetzige System der Europäischen Union (EU) sei nicht ausreichend demokratisch legitimiert. Die Zukunft Europas sehe er nicht in einem „bürokratischen Moloch“, sondern in kleinen, selbstbestimmten demokratischen Staatswesen.

Griechenland-Hilfe ist „wie Schokolade für Zuckerkranke“

Zur Griechenland-Krise sagte Gauweiler, die derzeitige „Hilfe“ sei „wie Schokolade für Zuckerkranke“. Griechenland sollte sich nicht an den Vorgaben aus Brüssel orientieren, sondern lieber schauen wie der Nachbarstaat Türkei in den neunziger Jahren seine Schuldenkrise gelöst habe. Er empfiehlt, dass Griechenland den Euro freiwillig verlässt: „Der Euro war als Wohltat gemeint. Er ist aber für die Griechen zur Plage geworden.“

Wenn Griechenland zu einer eigenen Währung zurückkehre und diese radikal abwerte, werde das Land dadurch preiswerter. Nötig seien zudem eine Reform des Bankensektors und der Kampf gegen Korruption. Gauweiler setzt sich ferner dafür ein, dass ein Staat auch dann in der EU bleiben kann, wenn er den Euro aufgibt. Dies sei im Moment nicht möglich.

Deutschlands Situation wie bei „Hans im Glück“

Die Situation Deutschlands vergleicht der Politiker mit der vom „Hans im Glück“ in Grimms Märchen:

„Unser fleißiges Land hat erst die harte D-Mark gegen eine weichere Währung eingetauscht, dann zugesehen, wie unsere Banken mit dem Geld so viele Anleihen von leider zahlungsunfähigen Staaten einkauften, bis sie schließlich immer gewaltigere Schirme zur Rettung der Banken, der bankrotten Nationen und ganz Europas finanzieren mussten. Deutschland hat seinen Goldklumpen gegen zwei Schleifsteine eingetauscht.“

Quelle: http://www.idea.de

 


Ehem. israelischer Ministerpräsident liegt seit 2006 im Koma: Gehirn-Reaktionen auch heute noch

Ein Team von Gehirnspezialisten hat im Zuge eines Tests beim ehem. Premierminister Ariel Sharon Gehirnaktivität feststellen können. Dem seit 2006 nach einer Gehirnblutung im Koma liegenden 84-Jährigen wurden bei dem Test u.a. Bilder seiner Familie gezeigt und die Stimme seines Sohnes vorgespielt. Das Gehirn zeigte in den jeweils spezifischen Regionen durchaus  Reaktionen auf die Stimulation.

Weitere Untersuchungen zum Bewußtseinsstand ergaben weniger klare Ergebnisse. Die Ärzte sind sich deshalb nicht sicher, ob er die Informationen bewußt wahrnehmen kann oder nicht. Alles in allem sei der positiv verlaufende Stimulationstest allerdings ein riesiger Hoffnungsschimmer, so die Ärzte.

Quelle: http://www.israelheute.com


Ägypten: Unter Präsident Mubarak gab es mehr Pressefreiheit als heute unter Mursi

Übergriffe auf ägyptischen Journalisten und Knebelung der Presse

„Der ägyptische Präsident Mohamed Mursi stranguliert planmäßig die neu gewonnene Pressefreiheit und geht inzwischen rigoroser gegen kritische Journalisten vor als sein Vorgänger, der gestürzte Diktator General Mubarak“.   –  Das kritisiert die Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) anläßlich des am kommenden Mittwoch beginnenden Staatsbesuch Mursis in Deutschland. IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

Die Bedrohung von Journalisten und die Gleichschaltung der staatlichen Medien dürfen gerade jetzt nicht aus dem Blick geraten.

Mursi verstehe es nach Einschätzung der IGFM virtuos, sich den Erwartungen seiner Gesprächspartner anzupassen und stillschweigend das Gegenteil seiner Ankündigungen zu tun. Die landesweiten Demonstrationen in Ägypten seien auch eine Folge dieser Strategie.

Mursi habe seit seinem Amtsantritt beständig Freiheit, Reformen und Modernisierung versprochen, tatsächlich aber den Staat mehr und mehr seiner Person und den Muslimbrüdern unterworfen. Die Frustration darüber, sei eine wichtig Triebfeder für die seit Tagen anhaltenden enormen Proteste.

Journalisten: bedroht, verklagt, entlassen oder konform

Wie die IGFM berichtet, hat Präsident Mursi bereits kurz nach seiner Amtsübernahme damit begonnen, Schlüsselposition in ägyptischen Medien mit Vertretern der Muslimbruderschaft zu besetzten und kritische Journalisten aus den staatlichen Medien zu verdrängen, mit Entlassungsdrohungen gefügig zu machen und schließlich auch „brachial“ einzuschüchtern.

Unter Berufung auf ägyptische Menschenrechtler wies die IGFM darauf hin, daß in der Amtszeit Mursis mehr Journalisten wegen „Beleidigung“ des Präsidenten verklagt wurden als unter allen ägyptischen Herrschern seit 1892 zusammen.

Einer von ihnen, der Kolumnist Gamal Fahmy der unabhängigen Tageszeitung „Al-Tahrir“ ließ sich durch die  –  inzwischen von der Muslimbruderschaft dominierte Staatsanwaltschaft  –  nicht zum Schweigen bringen. Er wurde vor dem Präsidentenpalast erschossen, als er am 4. Dezember 2012 über die dortigen Proteste berichten wollte.

Islamische „Tugendwächter“ bedrohen kritische Journalisten

Auch von nichtstaatlicher Seite droht kritischen Journalisten und Internet-Bloggern körperliche Gewalt und sogar der Tod.

Nach Einschätzung der IGFM hat sich die radikal-islamische “Vereinigung zur Erhaltung der Tugend und Bekämpfung des Lasters” in Ägypten zu einer schwerwiegenden Bedrohung der Pressefreiheit ausgewachsen.

Die islamistische Gruppe sei zwar keine Gründung der Muslimbruderschaft. Der Regierung scheine ihr Treiben aber nützlich zu sein. Nur in einem einzigen spektakulären Mordfall auf offener Straße, der ägyptenweit für Aufsehen sorgte, hätten die Behörden bisher Ermittlungen aufgenommen, so die IGFM.

Morgen: Pressekonferenz
Düsseldorf am 29. Januar: „Ägypten auf dem Weg zur autoritären islamischen Republik – Forderungen an die Politik“:
http://www.igfm.de/IGFM-Pressekonferenz-AEgypten-auf-dem-Weg-zur-autoritaeren-isla.3457.0.html

Weitere Ins zur Menschenrechtslage in Ägypten unter:
http://www.igfm.de/Menschenrechte-in-AEgypten.575.0.html

Facebook-Seite der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte:
https://www.facebook.com/igfmdeutschland


Israel: War die ausgegrabene alte Synagoge bei Genezareth judenchristlich geprägt?

Ein Team von Archäologen der israelischen Altertumsbehörde hat in einem kleinen Dorf am See Genezareth eine antike Synagoge mit ungewöhnlichen Merkmalen ausgegraben, die anscheinend von Jesus und seinen Jüngern besucht wurde.

Die Synagoge wurde in Migdal entdeckt (im NT als „Magdala“ bezeichnet), das neben Tiberias im Norden am See Genezareth liegt.

Zur Zeit Christi war Magdala ein blühendes Fischerdorf und Heimat vieler seiner Anhänger, auch von Maria Magdalena (wörtlich: Maria von Magdala).    davidstern (2)

Die ausgegrabene Synagoge ist erstaunlich gut erhalten und besonders reich verziert im Vergleich zu anderen Synagogen aus dem ersten Jahrhundert, die in dieser Gegend gefunden wurden.

Die Archäologien Dina Gorni sagte zur Zeitung The Global Mail, daß der Fund „eine Art Wunder war … wir haben hier nur als Vorsichtsmaßnahme gegraben, weil hier gebaut werden sollte.“

Als die Synagoge im Jahre 2009 enteckt wurde, fanden Gorni und ihr Team einen großen Steintisch oder Altar, der besondere Schnitzereien aufwies. Seither wurde die gesamte Synagoge freigelegt. Was das jüdische Gotteshaus so einzigartig macht ist ihre Position, Größe und Ausstattung. Die Synagoge lag einst am Stadtrand von Magdala.

Andere Forscher füten hinzu, daß sie sehr klein war und nur etwa 120 Leuten Platz bieten konnte, die Einwohnerzahl von Magdala jedoch mehrere tausend Menschen betrug. Es gab auch wertvolle Verzierungen wie den Altar. All dies deutet darauf hin, daß die Synagoge einer kleinen „Außenseiter“-Gruppe gehört haben könnte.

Obwohl Gorni und andere israelische Archäologen davon ausgehen, daß das Gebäude während der Zeit des Zweiten Tempels in Gebrauch war, legen die oben aufgeführten Punkte nahe, daß die Synagoge eine der ersten, wenn nicht die erste Synagoge für den judenchristlichen Gottesdienst war; sicher ist dies freilich nicht. Gorni und andere Forscher sind sich jedoch so gut wie sicher, daß Christus in dieser Synagoge gelehrt hat.

Quelle: http://www.israelheute.com


Zwangspsychiatrisierung: „Der Bundestag mißachtet die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts“

Pressemitteilung des „Bundesverbands Psychiatrie-Erfahrener“ zur Zwangsbehandlung:

Das Bundesverfassungsgericht hatte 2011 mit zwei Beschlüssen der Zwangsbehandlung in der Psychiatrie die gesetzliche Grundlage entzogen. Im Juni 2012 schloss sich das zweithöchste deutsche Gericht, der Bundesgerichtshof, dieser Rechtsprechung an. Endlich galt für als psychisch krank verleumdete Bürger das Recht auf körperliche Unversehrtheit (Art 2 GG) wie für alle anderen.  0023

Diese Rechtssicherheit für alle Psychiatrie-Erfahrenen, wie sich Psychiatriepatient/inn/en selber nennen, entzog Psychiatrie und Pharmaindustrie die Geschäftsgrundlage. Niemand würde Psychopharmaka nehmen, die das Leben durchschnittlich um 20 bis 32 Jahre verkürzen, wenn er nicht muss. Mit einer Medienkampagne beschworen sie die angeblichen Schäden, die eine Nichtbehandlung der armen psychisch Kranken zur Folge haben könne.

Obwohl bis heute kein/e einzige/r derartig geschädigte/r Patient/in namentlich bekannt ist, stimmten die Abgeordneten von CDU/CSU, FDP und SPD für die erneute Legalisierung der Zwangsbehandlung „psychisch Kranker“ via Betreuungsrecht…

Wir halten dieses Gesetz für verfassungswidrig weil:
a) Es handelt sich um ein diskriminierendes Sondergesetz gegen „psychisch Kranke“ und „geistig Behinderte“. Auch für viele alte Menschen, die gnadenlos mit Psychopharmaka zugedröhnt werden, stellt eine Legalisierung der Zwangsbehandlung eine massive Verschlechterung nicht nur ihrer Rechte, sondern auch ihrer gesamten Lebenssituation dar.

b) Die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts, wann es dem Gesetzgeber überhaupt noch möglich sei, Zwangsbehandlung zu legalisieren, werden im vorliegenden Gesetzentwurf missachtet: Unbestimmte Rechtsbegriffe werden weiterhin verwendet, das Gesetz ist nicht klar und präzise. Es gibt weiterhin keinen der vom Bundesverfassungsgericht geforderten Standards, weder diagnostisch noch therapeutisch, unter welchen Umständen Zwangsbehandlung sinnvoll und notwendig sein könnte.

Dass der mögliche Nutzen der Zwangsbehandlung den möglichen Schaden überwiegen solle, steht als Forderung im Gesetz ist aber genauso ein unbestimmter Rechtsbegriff. Es wird nicht näher ausgeführt, wann dies der Fall ist; Rechtfertigt z.B. die Beendigung einer „Psychose“ eine Nierenschädigung? Falls ja, wie schwer darf die Niere geschädigt werden?

c) Sollte es tatsächlich einmal um Leben und Tod gehen und das Leben eines Patienten nur durch Missachtung seines aktuellen Willens gerettet werden können, so gibt der § 34 StGB (rechtfertigender Notstand) hier ausreichende Handhabe. Wir schätzen, dass dies bei maximal einem von Tausend zwangsbehandelten Menschen in der Vergangenheit zutraf.

Besonders enttäuschend fanden wir, dass die Psychiatrie die ihr gebotene Chance gewaltfrei und damit eine echte medizinische Disziplin zu werden, nicht genutzt hat. Eine rühmliche Ausnahme war Chefarzt Dr. Zinkler aus Heidenheim, der zu seiner eigenen Überraschung öffentlich fest stellte, dass er 12 Monate lang auch ohne Zwangsbehandlung auskam. Aber auch wer nicht das Glück hat, auf einen solch seltenen gutwilligen Psychiater zu stoßen, kann sich vor Zwangspsychiatrie mit einer Patientenverfügung schützen!

Unter dem Motto: Geisteskrank –  Ihre eigene Entscheidung! schließt die PatVerfü, eine spezielle Patientenverfügung mit eingebauter Vorsorgevollmacht, jede psychiatrische Diagnostizierung – und somit auch jegliche psychiatrische Behandlung – rechtswirksam aus.

Auch wer für sich eine psychiatrische Behandlung nicht grundsätzlich ausschliessen will, sollte sich durch eine präzise formulierte Vorausverfügung absichern. Nur mit einer Patientenverfügung entgeht man noch der Gefahr, mithilfe fragwürdiger psychiatrischer Diagnosen die Grundund Bürgerrechte entzogen zu bekommen!  Wer allerdings keine Patientenverfügung unterschrieben hat, sieht sich mit dem neuen Gesetz psychiatrischer Willkür ausgeliefert.

Für den geschäftsführenden Vorstand des BPE eV
Matthias Seibt
44 789 Bochum, Wittener Str. 87,
Tel: 0234 / 640 510-2  /  Fax: 0234 / 640 510-3
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