Damals: Schavans Schadenfreude über Minister v. Guttenbergs Fall – heute eine eigene Doktortitel-Affäre am Hals

Von Hans Martin Schmidt

Als Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg wegen seiner Plagiats-Affäre vom Amt des Bundesverteidigungsministers zurücktrat, wurde die Kanzlerin per SMS davon unterrichtet.

Mit sichtlicher Genugtuung reichte sie das Handy an Bundesbildungsministerin Schavan weiter, die gerade neben ihr stand – damit auch diese die Nachricht lesen konnte. Auch Frau Schavan schien ihre klammheimliche Freude nicht verbergen zu können (und auch nicht verbergen zu wollen). Ein selbstzufriedenes (vielleicht passt auch das Wort ‚höhnisch‘) Schmunzeln stand in ihrem Gesicht.

Keine überraschende Reaktion, hatte sie doch in der „Süddeutschen“ jegliche Solidarität mit ihrem Kabinettskollegen brüsk vermissen lassen: „Ich schäme mich nicht nur heimlich“ klagte sie über den jungen Adeligen.

Jetzt, wo Frau Schavan selbst eine Plagiatsaffäre an der Backe hat, macht sie energisch auf kämpferisch, man sieht sie gelegentlich mit grimmigem Gesicht, wenn es um „ihre Sache“ geht: Sie habe nicht getürkt. Sie habe „vielleicht“ ein paar Flüchtigkeitsfehler gemacht. Die Uni Düsseldorf sieht das wohl anders.

Dass es plötzlich harsche Kritik an der Verfahrensweise der Uni hagelt, die sich allerdings streng an rechtstaatliche Vorgaben hält (was auch Frau Schavan berücksichtigen sollte), kommt wohl nicht von ungefähr. Und auch ein merkwürdiges Gegengutachten zugunsten Schavans wirft mehr Fragen auf, als es Antworten gibt.

Das ist nicht gerade förderlich, um Rückhalt in der öffentlichen Meinung für die Ministerin zu schaffen: 62 Prozent, so eine Repräsentativumfrage, sind dafür, dass Frau Schavan zurücktritt, wenn sie ihren Doktortitel verliert (TNS-Emnid für „Focus“).

Quelle: http://www.ffmdirekt.de/

„Deutsche Schlampe!“ – der verschwiegene Alltags-Sexismus in Deutschland

Eine Stadt in Hessen. Schöne, alte Fachwerkhäuser. Deutsche Idylle, deutsche Gemütlichkeit. Durch eine der schmucken Fachwerkgassen marschieren breitbeinig vier junge Männer; sie nehmen fast die gesamte Straße ein.

Zwei Mädchen, vielleicht 13, 14 oder 15, werden an den Rand gedrängt. Plötzlich sagt einer der Männer einen schlimmen Satz. Wir wollen ihn hier nicht wiederholen. Er ist zu krass.

Die Mädchen wirken, als wären sie von einem Peitschenhieb getroffen worden. Verängstigt drücken sie sich gegen eine Hauswand, gucken zu Boden. Die Männer lachen.

Einer sagt: „Deutsche Schlampen.“  – Dann fallen noch mehr Schimpfworte: Der alltägliche Sexismus in Deutschland, über den wir in „Emma“ oder im „Stern“ sicher nie etwas lesen werden.

Autor: Hans Martin Schmidt
Quelle: http://www.ffmdirekt.de/

Frankreich: Harter Schlagabtausch im Parlament zur „Homo-Ehe“ – Die Opposition fordert eine Volksabstimmung

Die Lager sind gespalten, denn zwei unterschiedliche Vorstellungen dessen, was Familie und Ehe bedeutet, prallen in der Pariser Assemblée Nationale aufeinander. Justizministerin Christiane Taubira verteidigte zu Beginn des Debatten-Marathons im Parlament den Gesetzesentwurf im Auftrag der sozialistischen Regierung.

Die bürgerliche Opposition im Parlament betont hingegen, daß eine Gleichstellung von Ehe und gleichgeschlechtlicher Partnerschaft sowie die Adoption von Kindern bei solchen Paaren gegen die Natur sei. 1_0_661004

Seit Monaten äußern Kirchenvertreter Kritik am geplanten Gesetz; Massendemonstrationen (siehe Foto), die verschiedenste gesellschaftliche Gruppen zusammenbrachten, zogen durch die Hauptstadt.

Kein Thema spaltet derzeit in ähnlicher Weise die französische Öffentlichkeit, die Präsident Hollande doch  – wie er gerne im Wahlkampf betonte  –  zusammenführen wollte.

Der konservative Abgeordnete Henri Guaino, Berater des früheren Präsidenten Sarkozy, verteidigte die Massenproteste, die in den letzten Wochen nicht nur in Paris stattfanden. Im Parlament erklärte Guaino:

„Man sagte voraus, dass diese Proteste eskalieren würden. Das ist aber nicht geschehen! Diesen bescheidenen und würdigen Franzosen, die nur Respekt verlangen und die Achtung der Demokratie, antworten wir hier im Parlament mit zwei furchtbaren Worten: Seid still!  – Wer kann sowas glauben?“

Präsident Hollande ließ seine Linie von Justizministerin Taubira verteidigen; sie setzt sich dafür ein, daß gleichgeschlechtliche Paare nicht nur heiraten und Kinder adoptieren, sondern auch künstliche Befruchtung nutzen dürfen.

Entsprechende Gesetzesentwürfe, die im Ehe-für-alle-Gesetzespaket noch nicht enthalten sind, will sie in den nächsten Monaten nachreichen:

„Ich bleibe dabei, dass man durchaus klare Worte wie „Seid still!“ in Richtung Opposition sagen darf, um eigene Gefühle auszudrücken.“

Oppositionspolitiker Guaino ist ein strikter Gegner der sog. Homo-Ehe. Er hat u.a. eine Streitschrift dagegen verfaßt, in der er eine Volksabstimmung über dieses Thema fordert. Für ein Referendum hat sich unlängst auch Kardinal Barbarin von Lyon eingesetzt.

Die bürgerliche Oppositionspartei UMP findet jetzt erstmals wieder zu politischer Schlagkraft. Guaino sagte bei der Parlamentsdebatte:

„Frankreich ist eine parlamentarische Demokratie. Doch bei wichtigen Themen ist eine Volksbefragung durch ein Referendum politisch und moralisch unumgänglich. Wir vertreten das Volk, und zwar das gesamte!“

Quelle (Text/Foto): Radio Vatikan


Gentests an Embryonen: Bundesrat stimmt PID-Verordnung zu – Kirchenvertreter protestieren

Nach jahrelangen Debatten ist der Weg für die umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID) in Deutschland frei. Der Bundesrat stimmte am 1. Februar in Berlin einer entsprechenden Rechtsverordnung von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zu.

Die Länderkammer verlangte zwar mit Mehrheit einige Änderungen. Dabei geht es etwa darum, dass die Zentren zur Durchführung der PID erst einzeln genehmigt werden müssen und somit begrenzt werden sollen. Von der ursprünglichen Forderung nach bestimmten hohen Hürden für die PID rückte die Mehrheit der Länder aber wieder ab. baby

Bahr kündigte an, er werde die Änderungen akzeptieren und dem Bundeskabinett eine entsprechend überarbeitete Rechtsverordnung vorlegen, die nach Beschluss des Kabinetts in Kraft treten kann.

Die PID-Tests sollen Paare durchführen lassen können, die sich ihren Kinderwunsch nur mit Hilfe einer künstlichen Befruchtung erfüllen können, deren Gen-Anlagen aber eine Tot- oder Fehlgeburt bzw. eine schwere Krankheit des Kindes wahrscheinlich machen.

Bei der Präimplantationsdiagnostik werden die Embryonen vor der Einpflanzung in den Mutterleib auf mögliche genetische Defekte untersucht. Lebensrechtler befürchten, dass kranke Embryonen „aussortiert“ werden und so der Weg zum „Designer-Baby“ gebahnt wird.

Hüppe: Ermessensspielraum für Länder

Der Behinderten-Beauftragte der Bundesregierung, der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe, erklärte, dem Bundesrat sei es immerhin gelungen, dass nicht unbegrenzt PID-Zentren aus dem Boden schießen, die gemäß dem ursprünglichen Verordnungsentwurf hätten zugelassen werden müssen, sobald sie die formalen Anforderungen erfüllen: „Jetzt haben die Länder einen Ermessensspielraum, der es ihnen erlaubt, Zulassungen zu verweigern, etwa wenn der Bedarf schon erfüllt ist.“

Hüppe bedauerte jedoch, dass die durch das PID-Gesetz durchaus gegebene Chance nicht genutzt wurde, die Anzahl der Zentren auf eine exakte Zahl zu begrenzen: „Damit ist die von den PID-Befürworten versprochene tatsächliche Begrenzbarkeit der Selektion nicht gegeben.“

Eltern geraten in Zugzwang

Besorgt äußerten sich Medienberichten zufolge auch Kirchenvertreter. Der frühere Thüringer evangelische Landesbischof Christoph Kähler warnte vor einer Freigabe der Auslese von Embryonen. Dann gehe es nur noch um „Selektionen, was ist lebenswert und was ist nicht mehr lebenswert“.

Der kath. Moraltheologe Johannes Reiter sagte, es sei zu befürchten, dass mit einer Zulassung der PID der Rechtfertigungsdruck auf behinderte Menschen und deren Eltern weiter wachse. Der Ethikprofessor kritisierte ein Denken, das im Grunde nur noch gesundes, leistungsfähiges Leben akzeptiere. Damit gerieten viele werdende Eltern in Zugzwang.

Quelle: http://www.idea.de


Auch Männer werden sexuell belästigt – von Frauen!

Fast jeder dritte Mann hat im Berufsleben schon selbst Sexismus erlebt. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov gaben 28% der männlichen Befragten an, sie seien „einmal“ oder „gelegentlich“ mit Anzüglichkeiten konfrontiert gewesen. Bei 3% war das demnach „schon oft“ der Fall. Bei den befragten Frauen waren die Zahlen mit 48 bzw. 7% allerdings deutlich höher.

Das Umfrage-Institut YouGov hatte Ende Januar 2013 mehr als 1000 Bundesbürger befragt.

Knapp die Hälfte der Männer empfand die „Anmache“ als nicht so schlimm, denn 49 % erklärten: „Die Anzüglichkeit hat mir nicht viel ausgemacht.“  –  Frauen reagierten empfindlicher: Nur 14% von ihnen meinten, eine solche Bemerkung oder Berührung sei nicht so schlimm gewesen.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: http://www.gmx.at/themen/beruf/karriere/28a67a0-umfrage-maenner-fuehlen-opfer-anzueglichkeiten


LANDLUST heute: Unsere Sehnsucht nach der Einfachheit des Lebens

Von Birgit Kelle (Leiterin von Frau 2000plus)

Großstädter sind modern, innovativ und schon viel weiter? Genau. Wahrscheinlich fallen deshalb Horden von Großstädtern am Wochenende auf dem Land ein.  558387_344678045621010_604335282_a

Nein, ich wollte niemals auf dem Land leben und vielleicht ist das Zwei-mal-zwei-Meter-New-York-Foto über dem Esstisch der Mittelweg zwischen der Sehnsucht nach der Großstadt und den Schafen, die mich morgens auf dem Weg zum Auto freundlich anblöken. Sie blöken eigentlich immer, auch nachts. Im Sommer bei geöffnetem Fenster kann man ihnen zuhören, wie sie sich unterhalten.
Die Gänse sind seit St. Martin weniger geworden, was auch an den Kindern nicht spurlos vorbei ging. Wie niedlich waren doch die hundert Küken auf der Weide neben unserem Garten. Jetzt sind sie tot. So ist das Leben auf dem Land. Dafür gibt es demnächst wieder dutzendweise Lämmchen vor dem Haus. Jedenfalls bis Ostern …

Am Wochenende brechen Horden von Großstädtern auf dem Landgut ein, an dessen Einfahrt wir wohnen. Ich glaube, sie beneiden uns ein bisschen um die Bank vor unserem Haus, manchmal finden wir ein paar von ihnen darauf sitzend, wenn sie glauben, es sei keiner zu Hause. Ihre dicken SUVs stellen uns die Einfahrt zu und ihre Insassen pilgern in den Öko-Laden die Straße runter, um zu teuren Preisen Eierlikör aus eigener Herstellung, Eintopfsuppe und Eingemachtes nach Omas Rezepten zu kaufen.

Landlust reloaded. Inzwischen liebe ich das Leben auf dem Land. Nichts ist herrlicher, als keine Nachbarn zu haben. Abends auf der Bank vor dem Haus sitzen und auf Ziegen schauen. Entschleunigung pur. Einer der drei Pfauenvögel, die mit uns die Stille teilen, hat versucht, unser Haus zu entern, wir konnten es verhindern.

0002„Landlust“, „Landliebe“, „Landidee“, „Mein schönes Land“  –  die Magazine zur neuen Lust aufs Landleben sprießen aus dem Boden und befüttern offenbar diese Sehnsucht nach der Einfachheit des Lebens. Back to the roots  –  zurück zu den Wurzeln.

Mit selbst gemachter Marmelade, selbst gestrickten Pullovern, Bastelarbeiten mit Fundstücken aus dem Wald, Öko, Bio, das ganze Programm. Allein das Magazin „LandLust“ verkauft mehr als eine Million Exemplare pro Ausgabe und hat damit sogar den „Spiegel“ überholt, der die Millionengrenze nicht mehr schafft.

Es ist eine Verabschiedung in die Einfachheit, weil man die Hektik satt hat. Weil ein Brot mit selbst geschleuderter Butter manchmal besser schmeckt als die neue Kreation des Italieners um die Ecke, bei dem man schon hundertmal war.

Weil Gartenarbeit Ruhe ausstrahlt und man im besten Sinne des Wortes geerdet wird. Weil es den Kopf frei macht, einmal nichts zu hören außer Vogelgezwitscher.

Die besten Texte schreib ich in Gedanken im Garten, mit den Händen in der Erde, beim Laubfegen und Holzsammeln. Anschließend stürze ich ins Haus und mache hektisch Notizen, damit all die herrlichen Gedanken nicht wegfliegen, die mir zwischen Unkraut und Rasenmäher einfielen.

Weil es ein erhebendes Gefühl ist, die erste eigene gezogene Tomate vom Strauch zu pflücken, wenn sie denn endlich rot ist, oder die Erdbeeren, die man monatelang vor Schnecken gerettet hat, endlich ernten kann. Nachts ist es so dunkel, dass man wirklich Sterne sieht. Die Straße hat Löcher, bei Regen ist es matschig. Gummistiefelparadies für Kinder.

Quelle und Fortsetzung des Artikels hier: http://www.theeuropean.de/birgit-kelle/5786-grossstaedter-entdecken-das-leben-auf-dem-land


ER wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird

Wir feiern heute das FEST der Darstellung des HERRN: Lk 2,22-40:

Dann kam für sie der Tag der vom Gesetz des Moses vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem HERRN zu weihen gemäß dem Gesetz des HERRN, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem HERRN geweiht sein. 

Foto: Paul Badde

Foto: Paul Badde

Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des HERRN vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.

In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des HERRN gesehen habe.

Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten:

Nun läßt du, HERR, deinen Knecht, wie du gesagt hast,
in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
das du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für dein Volk Israel.

Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden.
Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, der Mutter Jesu:

Dieser ist dazu bestimmt,
daß in Israel viele durch ihn zu Fall kommen
und viele aufgerichtet werden,
und ER wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird.
Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden.
Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.

Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.

Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des HERRN vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück.
Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm.