Hilfsaktion Märtyrerkirche: Dossier informiert über Christenverfolgung weltweit

In welchen Ländern werden Christen gegenwärtig wegen ihres Glaubens systematisch unterdrückt?  – Darüber informiert 43-seitiges Dossier, das die Hilfsaktion Märtyrerkirche mit Sitz in Uhldingen  am Bodensee veröffentlicht hat.

Aufgelistet sind 55 Länder. Das größte Ausmaß an Verfolgung erleben Christen demnach zur Zeit in Nigeria, dem Iran, Ägypten und Eritrea.

Im westafrikanischen Nigeria hätten Bombenanschläge auf Kirchen, gezielte Morde an Christen und andere Verbrechen seit 1999 über 50.000 Menschenleben gekostet. Die Gewalt geht vor allem von der extrem-islamischen Gruppe Boko Haram aus.

Foto: Evita Gründler

Foto: Evita Gründler

Im Iran gingen die Behörden immer rigoroser gegen die christliche Minderheit vor. So gebe es Razzien in Hauskirchen. Gottesdienstbesucher würden verhaftet und Kirchenmitglieder bedroht. In Ägypten nähmen die offenen Angriffe sowohl auf koptische als auch auf evangelikale Christen zu. Im nordostafrikanischen Eritrea seien mindestens 3.000 Christen inhaftiert. In vielen Fällen seien sie in Containern oder Bunkern eingesperrt.

Wo sich die Lage der Christen verschlechtert hat

Das Dossier nennt ferner Länder, in denen sich die Lage der Christen seit kurzem verschlechtert habe. So erhalte die HMK aus Kenia (Ostafrika) zunehmend Berichte von Angriffen auf Christen in Lagern für somalische Flüchtlinge sowie auf Kirchen nahe der somalischen Grenze.

Schlechter geworden sei auch die Lage für Christen in Bosnien-Herzegowina, Venezuela sowie den afrikanischen Staaten Dschibuti, Elfenbeinküste, Liberia, Senegal, Sierra Leone und Tansania.

Dem Dossier zufolge wächst in zahlreichen Ländern trotz Diskriminierung oder Verfolgung die Zahl der Christen.

Die Dokumentation gibt Infos zum jeweiligen Land, die religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung, die Situation der Christen und nennt Gebetsanliegen.

Die HMK beschreibt ferner, wie sie in den genannten Ländern hilft. Das will Veränderungen der Lage bedrängter Christen auf der Internetseite http://www.verfolgte-christen.org laufend erfassen.

Die überkonfessionell tätige Organisation finanziert sich ausschließlich durch Spenden. Missionsleiter ist Manfred Müller. Als Vorsitzender amtiert der evangelische Kirchenrat i.R. Rolf Sauerzapf  aus Kassel.

Hier gehts zur informativen WEBSEITE der HMK: http://www.verfolgte-christen.org/

Quelle: http://www.idea.de


CDU/CSU-Fraktion: radikal-islamische Hisbollah auf die Terrorliste der EU setzen

Nach Erkenntnissen des bulgarischen Innenministeriums ist die radikal-islamische Hisbollah für das Attentat auf israelische Touristen am 18. Juli 2012 verantwortlich. Die Attentäter hatten sich im bulgarischen Burgas am Schwarzen Meer in einem Bus mit israelischen Touristen in die Luft gesprengt.

Dazu erklärt der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Philipp Mißfelder, in einer heutigen Pressemitteilung:

„Terroristische Angriffe gehören zum Kern der Strategie der Hisbollah. Seit ihrer Gründung 1982 ist es ihr erklärtes Ziel, den Staat Israel zu vernichten. Der Tod fünf israelischer Touristen und eines bulgarischen Busfahrers stellen gleichwohl eine neue Qualität im bewaffneten Kampf der radikalen Schiitenmiliz Hisbollah dar.

Der Angriff auf Zivilisten auf dem Gebiet der Europäischen Union erfordert deshalb erneut eine intensive Diskussion darüber, ob die Hisbollah auf die EU-Liste terroristischer Vereinigungen gesetzt werden sollte. Dies würde die Miliz an ihrer empfindlichsten Stelle treffen, da damit gleichzeitig Vermögenswerte eingefroren und Geldflüsse in Europa unterbunden würden. Der Hisbollah würde so die finanzielle Basis für weitere Terrorakte genommen.

Eine Aufnahme auf die EU-Terrorliste würde zudem ein eindeutiges Zeichen setzen, dass unsere freiheitlichen Gesellschaften keine Toleranz gegenüber denjenigen kennen, die Hass sähen sowie Leib und Leben von Unschuldigen bedrohen.

Die Hisbollah hat weltweit mehr als 1.000 Zivilisten oder UN-Friedenssoldaten durch Selbstmord- und Bombenattentate ermordet. Auch bei dem tödlichen Anschlag auf den libanesischen Ministerpräsidenten Rafiq Al-Hariri im Februar 2005 wurden hochrangige Hisbollah-Mitglieder als Verantwortliche angeklagt.

Die Europäische Union muss nun handeln und ihre Instrumente zur Einstufung der Hisbollah als Terrororganisation nutzen. Dazu gehört auch, sämtliche personellen und logistischen Netzwerke innerhalb der Europäischen Union offenzulegen und zu unterbinden.“

CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
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Kommunistisches Vietnam: Kritischer Blogger und Bürgerrechtler mehrfach in Zwangspsychiatrie verhaftet

IGFM: Solidaritätsaktion erreicht Freilassung

Der vietnamesische Übersetzer und Blogger Lê Anh Hung ist frei. Am 5. Februar 2013 wurde er aus einer psychiatrischen Anstalt entlassen, nachdem seine Verhaftung weltweite Proteste ausgelöst hat. Er war am 24. Januar festgenommen und  –  obwohl geistig völlig gesund  – willkürlich in die Psychiatrie zwangseingewiesen worden.

Hungs „Vergehen“ bestand darin, ranghohe kommunistische Kader und Regierungs-mitglieder wegen Rauschgifthandels, Mord und Geheimnisverrat angezeigt zu haben. Insgesamt verfaßte der Blogger siebzig Beschwerden an vietnamesische Behörden, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

Der in Frankfurt am Main ansässige Menschenrechtsverband fordert Vietnam auf, Inhaftierungen nur mit Gerichtsbeschluß und nach rechtsstaatlichen Maßstäben durchzuführen.  IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

Der 40-jährige Ökonom Le Anh Hung hat zwei Sachbücher aus dem Englischen übersetzt und schrieb in seiner Internetseite zu wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Themen. Er nahm regelmäßig an Demonstrationen in Hanoi gegen die chinesische Aggression im Südchinesischen Meer und für die Freigabe der von Rot-China okkupierten vietnamesischen Inseln teil.

Nachdem die städtischen Behörden weitere Demonstrationen verboten hatten, spielte er in dem Fußballclub FC No-U.  –  Das „U“ ist die Anspielung auf den chinesischen territorialen Anspruch auf alle Inselgruppen in Form eines U im südchinesischen Meer.

Unter dem Vorwand, seine Aufenthaltsgenehmigung überprüfen zu wollen, führte die Polizei ihn am 24. Januar 2013 von der Arbeit aus ab. Freunde und Bekannte fanden noch am gleichen Tag heraus, daß er im „Zentrum für Soziale Betreuung“ (Psychiatrische Anstalt) interniert worden war. Besuche wurden untersagt.

Laut Behauptung des Direktors dieser Einrichtung der Stadt Hanoi wäre Hung auf Wunsch seiner Mutter und des Büros für Invaliden und Soziales aufgenommen worden. Doch vietnamesische Blogger fanden heraus, daß seine Mutter von der Polizei unter Druck gesetzt worden war, das Einweisungsgesuch für ihren Sohn zu unterschreiben. Am 30. Januar zog sie das von ihr erpreßte Gesuch zurück und bat das „Zentrum für Soziale Betreuung“, ihren Sohn freizulassen.

Seit 2008 beschuldigt Le Anh Hung den ehem. Generalsekretär der Kommunistischen Partei Vietnams, Nong Duc Manh, Premierminister Nguyen Tan Dung und Vizepremier Hoang Trung Hai wiederholt des Rauschgifthandels, Mordes und Geheimnisverrats.

Hung behauptete, daß mehrere Mitglieder des Politbüros der KP Vietnams sowie der Polizeiminister und ein Parlamentarier sich mit seiner Anzeige beschäftigt haben. Daraufhin wurde er 2009 schon einmal verhaftet und war drei Monate lang in eine psychiatrische Anstalt gesperrt worden.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Vietnam:
http://www.igfm.de/Vietnam.543.0.html


Haßstimmung gegen engagierte Katholiken hat Folgen: Martin Lohmann verlor Hochschul-Dozentenstelle in Köln

Der bekannte kath. Publizist und frühere TV-Moderator Martin Lohmann (siehe Foto) ist Vorsitzender des Bundesverbands Lebensrecht (BVL) und Sprecher des AEK (Arbeitskreis engagierter Katholiken in der CDU). Hauptamtlich ist er als Chefredakteur des kath. Privatsenders K-TV tätig.

Seit Jahren setzt Lohmann sich überzeugend und unerschütterlich für die Würde der Ehe, den Schutz der Familie und das Lebensrecht aller Menschen ein, auch der ungeborenen Kinder.

Dieser klare Standpunkt führt immer wieder zu intoleranten Anfeindungen und Medienangriffen gegen den unbeirrbaren Katholiken.Lohmann5

Der „Kölner Express“ bezeichnete ihn unlängst als Dozenten der privaten Münchner „Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation“ (MHMK).

Daraufhin sandte ein Sprecher der Hochschule am heutigen Mittwoch, den 6. Februar 2013, folgende Stellungnahme an die Tageszeitung, woraus hervorgeht, daß Lohmanns Kritik an einem Adoptionsrecht für Homosexuelle bereits im Dezember vorigen Jahres intolerante Konsequenzen zur Folge hatte:

“Martin Lohmann ist nicht mehr Dozent an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation in Köln. Nach seinen Äußerungen bei „Hart aber fair“ in der Sendung vom 3.12.2012 hat die Studiengangleitung Medienmanagement entschieden, ihn nicht mehr weiter in der Lehre einzusetzen. Die Hochschule vertritt in ihren Grundwerten ein Menschenbild, in dem verschiedene sexuelle Orientierungen respektiert werden. Sie lehnt jegliche Art von Diskriminierung ab. Der Verbleib von Herrn Lohmann im ehrenamtlichen Beirat der Hochschule wird derzeit geprüft.“

Lohmann plädierte in dieser Talksendung    –  gemeinsam mit der christlichen Journalistin und Familienmutter Birgit Kelle  –   für die Würde der Ehe von Mann und Frau; die beiden Zeitgeistkritiker verteidigten die klassische Familie sowie christliche Grundsätze und Ideale. Doch was früher selbstverständlich war, gerät heute immer mehr zum Spießrutenlauf gegen die veröffentlichte Meinung   – mit handfesten Folgen, wie die jüngste Ausgrenzungsaktion gegen Lohmann dokumentiert.

„Witzigerweise“ schreibt besagte MHMK Folgendes in ihrer homepage-eigenen Selbstdarstellung:  „Die MHMK ist die Hochschule, um die mediale Gesellschaft von morgen schon heute zu reflektieren.“  –   Oho, das kann ja „morgen“ noch heiter werden, bedenkt man, wie trostlos es jetzt schon um die Meinungsfreiheit für Konservative bestellt ist.

Soviel zur vielgelobten „Freiheit“ in unserer Medienrepublik  –  genauer: Mediendiktatur Deutschland. 

Zu erwähnen wäre freilich noch, daß sogar der linkslastige „Kölner Express“, ein erwiesener Gegner Lohmanns, in seinem heutigen Rundumschlag einräumt:

„In den regelmäßig durchgeführten Studentenbewertungen war der 55-Jährige laut Hochschule allerdings noch nicht negativ aufgefallen.“

Doch auf fachliche Leistung, auf Können und Ansehen bei den Studenten kommt es bekanntlich nicht an; entscheidend ist offenbar vielmehr die „politisch korrekte“, die zeitgeistkombatible Meinung, die keineswegs von christlichen Prinzipien „angekränkelt“ sein darf.

Quellen: Kölner Express, Kölner Stadtanzeiger, Gloria-TV

Näheres hier: http://www.ksta.de/koeln/sexismus-hochschule-will-lohmann-nicht-mehr,15187530,21667416.html

DIESER ARTIKEL wurde auch auf folgenden Webseiten veröffentlicht:

http://journalistenwatch.com/cms/2013/02/06/hasstimmung-gegen-engagierte-katholiken-hat-folgen-martin-lohmann-verlor-hochschul-dozentenstelle-in-koln/
http://kultur-und-medien-online.blogspot.de/2013/02/martin-lohman-verliert-dozentensetelle.html


Hedwig von Beverfoerde zur umstrittenen Familienstudie: „Krieg gegen die Familie“

Pressemitteilung der Initiative Familienschutz: 

Ungenannte „Experten“ arbeiten derzeit im Auftrag des Finanzministeriums sowie des Familienministeriums an einer Studie zur Bewertung der Wirksamkeit familienpolitischer Leistungen.

Vor wenigen Tagen hat das Magazin DER SPIEGEL einen „internen Zwischenbericht“  der Studie veröffentlicht. Aus der sicheren Deckung vermeintlicher Wissenschaftlichkeit heraus wird darin die finanzielle Basis der Familien in Deutschland unter Beschuß genommen.

Die Studie basiert allerdings auf Grundlagen, die so grob fehlerhaft sind, daß man sowohl bezüglich des Inhalts als auch des Prozederes ihrer Veröffentlichung von einem interessegeleiteten Propagandamanöver sprechen muß.

H. von  Beverfoerde

H. von Beverfoerde

Das Fazit der „Studie“ überrascht deshalb nicht. Es ist ebenso simpel wie durchsichtig: Gelder, die den Familien direkt zukommen zur eigenverantwortlichen Verwendung, werden im Bericht fast durchgängig als „unwirksam“ beurteilt, während die Subventionierung außerhäuslicher Betreuung positive Bewertung erfährt.

Dazu die Sprecherin der Initiative Familienschutz, Hedwig von Beverfoerde (siehe Foto): „Das hat mit seriöser Evaluation nichts mehr zu tun. Hier wird Krieg geführt gegen die Familie.“

Drastischster Beleg für die mangelnde Seriosität der Studie ist die Tatsache, daß sie nach wie vor an der erwiesenermaßen falschen Zahl von 200 Milliarden Euro Familienleistungen festhält. Diese seit Jahren in der Debatte umherirrende Zahl hatte das Familienministerium erst vor wenigen Wochen im Familienreport 2012 auf 55 Milliarden als „Familienförderung im engeren Sinne“ korrigiert.

Hedwig von Beverfoerde stellt dazu klar: „Die Autoren dieser Studie haben offenbar erneut Leistungen zur Familienförderung gezählt, die überhaupt nicht dazu gehören. Das Kindergeld ist zu zwei Dritteln eine Rückzahlung des Staates von zu viel bezahlten Steuern der Familien mit Kindern. Die Mitversicherung von Familienangehörigen in der Krankenkasse wird über die Krankenversicherungsbeiträge vom Versicherten selbst finanziert, nicht vom Staat. Es ist eine Frechheit, nach der jüngst endlich erfolgten Richtigstellung des Familienministeriums hier nach wie vor etwas anderes zu behaupten.“

Auch die Diskreditierung des Ehegattensplittings als „Förderung der traditionellen Versorger-Ehe“, in der ein Hauptverdiener (meist der Mann) den Rest der Familie versorge, ist unredlich, da sachlich falsch. Das Splittingverfahren dient vielmehr der Vermeidung von Überbesteuerung von Ehegatten im Verhältnis zu Singles, da Ehegatten in einer Wirtschafts- und Erwerbsgemeinschaft leben, die ihnen auch vielfältige finanzwirksame gegenseitige Verpflichtungen auferlegt. Das Ehegattensplitting erfüllt, anders als in der Studie behauptet, genau seinen steuerlichen Gleichbehandlungs-Zweck.

Hedwig von Beverfoerde hierzu: „Ein Staatsziel zur Erzwingung gleichmäßiger Voll-Erwerbstätigkeit von Müttern und Väter bei maximaler staatlicher Kindesbetreuung, zu dessen Erreichen staatliche Familienleistungen in ihrer Wirksamkeit zu messen wären, existiert nicht. Ein solches Ziel wäre mit unserer Verfassung auch nicht vereinbar. Diese Studie ist daher das Papier nicht wert, auf dem sie steht.“

Initiative Familienschutz
Hedwig von Beverfoerde
H.: 0172 88 80 198
Zionskirchstr. 3
10119 Berlin

Unions-Fraktionschef Volker Kauder reist besorgt nach Ägypten: „Mein Interesse gilt besonders den Christen“

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder,  ist am heutigen Mittwoch zu einer dreitägigen Reise nach Ägypten aufgebrochen. In Kairo wird er sich u.a. mit den Repräsentanten der christlichen Kirchen, der Regierungspartei und der Opposition treffen.

Zu der Reise erklärt der Fraktionsvorsitzende in einer Pressemitteilung:

„Die Entwicklung in Ägypten nach der friedlichen Revolution erfüllt die CDU/CSU-Bundestagsfraktion in letzter Zeit zunehmend mit Sorge. Die Gewaltausbrüche in dem Land zeigen, dass die Demokratie noch nicht gefestigt ist und die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen sich noch nicht auf einen Grundkonsens verständigt haben. 

In den nächsten beiden Tagen möchte ich mir in Kairo persönlich ein Bild von der Situation verschaffen: Dabei gilt mein Interesse vor allem der Lage der Christen in Ägypten, denen wir uns als CDU/CSU-Bundestagsfraktion besonders verbunden fühlen. Sie dürfen nicht zu den Verlierern der friedlichen Revolution werden. 

Wie die Bundesregierung hat auch die CDU/CSU-Bundestagsfraktion ein hohes Interesse daran, dass der Wandel in Ägypten letztlich allen Menschen nutzt. Dazu darf die Regierung von Präsident Mursi den Gesprächsfaden zu allen politischen und gesellschaftlichen Kräften nicht abreißen lassen. Dazu gehören insbesondere die koptischen Christen.

Die Ankündigung von Präsident Mursi auf seinem jüngsten Deutschlandbesuch, dass sich Ägypten zu einem zivilen Rechtsstaat und gerade nicht zu einer Theokratie entwickeln solle, hat gerade in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung.“

Hintergrund: Der Fraktionsvorsitzende reist nach zwei Aufenthalten im Jahr 2011 zum dritten Mal in dieser Legislaturperiode nach Ägypten. Auf dieser Reise wird er vom stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Johannes Singhammer begleitet.

In Kairo ist unter anderem ein Treffen mit dem neuen Papst der koptischen Kirche Tawadros II. geplant. Weiterhin sind unter anderem Begegnungen mit Vertretern der Regierung, der Muslimbruderschaft und der Opposition vorgesehen. 

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Historiker Heinz Schilling kritisiert EKD wegen unwissenschaftlicher Luther-Darstellung

Scharfe Kritik an den Vorbereitungen zum 500-jährigen Reformationsjubiläum 2017 hat der Historiker Prof. Heinz Schilling (Berlin) geübt. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sei an den wissenschaftlichen Ergebnissen der Reformationsforschung „denkbar wenig interessiert“, sagte er in einem Interview mit der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA.

Vertreter der EKD machten sich mit ihren Stellungnahmen zur Reformationszeit „unter Sachkennern lächerlich“. Man vergebe die Chance, die evangelische Position seriös in die öffentliche Diskussion einzubringen.

Prof. Schilling hierzu: „Ich habe den Eindruck, dass die EKD schon glücklich ist, wenn im Jahr 2017 die Elbwiesen vor Wittenberg mit Tausenden von Menschen bevölkert sind und ein großes ‚Event’ stattfindet. Für mich wäre ein Reformationsjubiläum aber nur dann erfolgreich, wenn man Luther aus seiner Zeit heraus für unsere Zeit neu interpretiert. Sonst backen wir uns nur den Luther, den wir gerade haben wollen.“

Der Geschichtswissenschaftler ist Autor der 2012 im C. H. Beck Verlag erschienenen Biographie „Martin Luther. Rebell in einer Zeit des Umbruchs“. Zudem gehört er dem Wissenschaftlichen Beirat für die Lutherdekade an.

Kritik an Luther-Botschafterin Margot Käßmann 

Schilling bezeichnete es als problematisch, gegenwärtige Interessen aus Luthers Reformprogramm abzuleiten. Dies gelte etwa für die EKD-Botschafterin für das Reformationsjubiläum, Margot Käßmann. Sie hatte geäußert, an Luther sei zu feiern, dass es heute Bischöfinnen gebe. Dazu Schilling: „Die Ordination von Frauen hatte Luther bei der Reformation ganz sicher nicht vor Augen.“

Dies gelte auch für das EKD-Reformprogramm „Kirche der Freiheit“. Luther habe ein ganz anderes Freiheitsverständnis vertreten als die Christen heute. Auch beim Jahresthema 2013 „Reformation und Toleranz“ der Lutherdekade könne sich die Kirche mit ihrem heutigen Toleranzverständnis nicht auf Luther berufen. Luther sei „alles andere als tolerant“ gewesen, so Schilling.

Religions- und Meinungsfreiheit hätten sich durchgesetzt, ohne dass Luther dies zum Ziel gehabt hätte. Schilling kritisierte, dass die EKD ein vom Wissenschaftlichen Beirat für die Lutherdekade verfasstes Papier zum Toleranz-Verständnis des Reformators nicht veröffentlichte. Schilling: „Stattdessen wurde in der Broschüre ‚Schatten der Reformation. Der lange Weg zur Toleranz’ ein Toleranzpapier in zigtausend Exemplaren verteilt, das in keiner Weise den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Geschichte der Toleranz und der Rolle der Reformatoren darin gerecht wird.“

EKD weist Einwände zurück

„Verwundert“ über die Kritik äußerte sich der Vizepräsident im EKD-Kirchenamt, Thies Gundlach, in einer Stellungnahme. Man habe „ein hohes Interesse an der wissenschaftlich exakten Aufarbeitung der Geschichte der Reformation und speziell der Person Martin Luthers“.  – Aber es sei ebenfalls wichtig, die Erzählungen vom Reformationsjubiläum so zu aktualisieren, dass sie auf der Basis der wissenschaftlichen Einsichten in ihrer Relevanz für Gegenwart und Zukunft deutlich werden könnten.

Gundlach weist auch die Kritik an Luther-Botschafterin Käßmann zurück. Ihr Arbeit werde von der EKD „sehr geschätzt“.   –  Niemand vertrete in der EKD die These, Luther habe die Frauenordination erfunden. Gundlach: „Aber es ist doch evident, dass sich die Frauenordination erstmals in reformatorischen Kirchen hat durchsetzen können und dass dies mit der Annahme und lebendigen Fortentwicklung grundlegender theologischer Erkenntnisse der Reformation zu tun hat.“ 

Quelle: evangelische Nachrichtenagentur http://www.idea.de