Volksaufklärung durch die „Bild“-Zeitung mit Halbwahrheiten zur „Pille danach“

Wenn das Massenblatt BILD   –   siehe hier   –   zur selbstgestrickten Volksaufklärung über das heiße Thema „Pille“ ansetzt, sollte man besser nicht mit faktengetreuer Information rechnen.

Der BILD-Artikel beginnt sensationsträchtig mit Seitenhieben gegen den ach so „sturen“ katholischen Publizisten Martin Lohmann,  der es sich nicht nehmen läßt, auch in Talkshows den christlichen Standpunkt für das Lebensrecht aller Menschen  –  auch der ungeborenen  –  konsequent zu vertreten.

Sodann folgt Schleichwerbung für den abtreibungsfreundlichen, in einigen Ambulanzen selber abtreibenden Verband mit dem täuschenden Vereinsnamen „Pro Familia“.  baby

Die Organisation vertrete das „Anliegen“, die Pille danach „rezeptfrei in Apotheken abzugeben“, teilt die Bildzeitung mit. 

Zudem habe Pro Familia die „Unwissenheit der katholischen Kirche“ in bezug auf die „Wirkungsweise“ der Pille danach kritisiert. 

Nun weiß „Bild“ darüber zu berichten: „Bei dem Medikament handelt es sich um keine Abtreibungspille!“

Allein schon der Ausdruck „Medikament“   –  der Begriff wird ansonsten für Heilmittel verwendet  –  läßt tief blicken.

Doch „Bild“ bestreitet, daß es sich bei der Pille danach um ein potentiell tödlich wirkendes Mittel handelt.

Auf die selbstgestellte Frage „Wie lauten die Wirkstoffe?“ heißt es bei der Volksaufklärung des Straßenblatts:

„Die klassische Pille danach enthält ausschließlich den Wirkstoff Levonorgestrel  –  das ist eine synthetische Form des Hormons Gestagen (weibliches Geschlechtshormon). Je nachdem, wann die Frau Levonorgestrel im Laufe ihres Zyklus einnimmt, verzögert oder unterdrückt Levonorgestrel den Eisprung und verhindert so die Befruchtung.“

Das ist nur halbrichtig, da es sehr wohl trotz Levonorgestrel zu Befruchtungen kommen kann  –  und dann wirkt der frühabtreibende Faktor, nämlich die Nidationshemmung: der Embryo, die kleinste Erscheinungsform des Menschen, kann sich nicht in die Gebärtmutterschleimhaut einnisten, stirbt also in den ersten ein bis zwei Wochen seines Lebens ab.

Dieser tödliche Wirkungsmechanismus kommt zudem auch dann zum Tragen, falls die „Pille danach“ erst eingenommen ist, wenn die Empfängnis bereits vollzogen ist.

Etwas ehrlicher geht es dann bei der zweiten Variante der Pille danach zu; „Bild“ schreibt hierzu:

„Seit Oktober 2009 gibt es eine neue Pille danach. Sie enthält den Wirkstoff Ulipristal. Er verhindert oder verzögert ebenfalls den Eisprung und wahrscheinlich auch das Einnisten einer befruchteten Eizelle.“

Eben  – und genau diese Einnistungsverhindung ist nichts anderes als Frühabtreibug, ob „Bild“ und Pro Familia dies nun wahrhaben wollen oder nicht.

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der medienkritischen JOURNALISTENWATCH:
http://journalistenwatch.com/cms/2013/02/07/volksaufklarung-durch-bild-mit-halbwahrheiten-zur-pille-danach/


6 Kommentare on “Volksaufklärung durch die „Bild“-Zeitung mit Halbwahrheiten zur „Pille danach“”

  1. gesundheit sagt:

    Dies ist bei Wikepedia über die Bildzeitung zu lesen. Weitere Kommentare überflüssig zu diesem Käseblättchen:
    Das Boulevardblatt druckt vor allem Artikel, die grammatisch und inhaltlich extrem verkürzt sind. Wenn nicht menschliche Belange an sich das Thema sind, werden abstrakte Ereignisse personifiziert und stark zugespitzt. Typisch ist unter anderem die direkte Ansprache des Lesers, zum Beispiel durch das gemeinschaftsbildende „wir“. So verkündete Bild die Wahl des aus Deutschland stammenden katholischen Kirchenoberhaupts Benedikt XVI. auf der Titelseite mit der euphorischen Überschrift „Wir sind Papst!“

    Innerhalb der Polizei- und Gerichtsberichterstattung werden die Leser durch das Erzeugen von Furcht und Entsetzen unmittelbar angesprochen. Besonders bei Berichten über schwere Verbrechen werden Worte wie „Bestie“ und „abscheulich“ benutzt. In den dazugehörigen Prozessen findet durch solche Begriffe nach Ansicht des Presserates auch eine Vorverurteilung des Angeklagten durch die „Bild“-Zeitung statt, ohne dass die Schuld des Angeklagten erwiesen ist.[7] Wegen des Rechtes am eigenen Bild werden häufig einzelne Beteiligte auf Bildern durch Balken unkenntlich gemacht, andere Fotos mit denselben, erkennbaren Personen werden aber dennoch gedruckt.

    Bild arbeitet bevorzugt mit Schlagwörtern und Metaphern. Schlagwörter kommen unter anderem durch Komposition mit Bindestrich zustande, oft auch unter Verzicht auf Adjektive wie bei „Schamlos-Prinz“ statt „schamloser Prinz“. Dabei werden auch ungewöhnliche Kombinationen gebildet wie „Sonnenbrand-Hitze“, „Kostenlos-Parkplätze“, „Maulkorb-Urteil“ oder „Brutalo-Schläger“. Andere Schlagwörter sind Neologismen wie „Blitzeis“ oder „Ramba-Zamba“. Einige davon sind in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen. Oft kommen Ausrufe, Imperative, besonders hohe oder niedrige Zahlen zur Anwendung. Schlagzeilen werden durch Ellipsen so weit reduziert, dass sie aus möglichst wenigen Wörtern bestehen. Auf abgeleitete und flektierte Formen wird zugunsten von Schlagworteffekten verzichtet, wie bei „Krabbe doch Doping?“ statt „Krabbe doch gedopt?“ Durch den Gebrauch von Superlativen wird versucht, eine Meldung interessanter zu gestalten. Beispiele sind „Hamburgs dümmster …“, „Berlins faulster …“, „Deutschlands verlogenster…“. Oft werden Personen mit einer Aktion oder einem Subjekt textlich verbunden wie „Messeropa“, „Axtmann“ oder „Vergewaltigungsmädchen“, wobei dieser Stil häufig bei Artikeln auftaucht, die eine Fortsetzung darstellen.

    Die Redaktion arbeitet außerdem häufig mit dem Mittel der Verballhornung von Namen bekannter Persönlichkeiten. So wurde die britische Sängerin Amy Winehouse in unterschiedlichen Zusammenhängen schon als „Amy Weinhouse“ und „Amy Müllhouse“ bezeichnet. In anderen Fällen vergibt Bild Spitznamen an Prominente (z. B. „Dr. Tod“ für den umstrittenen Hamburger Ex-Senator Roger Kusch sowie den Anatomen Gunther von Hagens). Schlagzeilen werden mit Emotionen verbunden, um beim Leser ein bestimmtes Gefühl hervorzurufen wie „Benzin-/Strom-/Preis-/Grand-Prix-Wut“, es wird in Großbuchstaben ein Gefühl von Entsetzen erzeugt wie bei „KREBS-ANGST wegen Handystrahlung“ oder Fragen gestellt wie „Muss unsere arme Erde sterben?“ oder „Sterben die Deutschen?“ Es werden reißerische Schlagzeilen wie „Komet rast auf die Erde zu!“ geschrieben, was im Artikel dann wieder relativiert wird.

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    • Uli sagt:

      Ist ja kein Komet sondern nur ein Asterioid und der rast hoffentlich nicht direkt auf die Erde zu, sondern wohl doch sehr knapp an der Erde vorbei.

      Nächste Woche können wir den Asterioiden wohl dann sehen.

      Für mich sind das kleinere oder doch schon größere (?) Warnungen an die Menschheit.

      Normalerweise müßten die Menschen doch wesentlich demütiger werden und mehr zusammenrücken, egal welcher Religionsgruppe sie angehören.

      Es wird wohl wieder gutgehen und ich habe keine Ahnung, ob tatsächlich Satelitten zerstört werden.

      DANKE muß man Gott sagen, wenn er Asterioiden oder Kometen an der Erde vorbeilenkt;
      denn eine Selbstverständlichkeit ist das auch wieder nicht.

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      • gesundheit sagt:

        Dieser Kommentar von Uli ist wahrscheinlich in die falsche Rubrik gerutscht, steht nichts von in obigem Artikel

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      • Guten Tag,
        das dachte ich erst auch, aber im letzten Satz des von Ihnen per Leserkommentar zitierten Wiki-Artikels steht das, worauf Frau Uli bezugnimmt.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

        Frau Uli: bitte zukünftig klarstellen, worauf Sie sich beziehen – auch ich mußte erst den ganzen Wiki-Text lesen, bevor ich wußte, wie Sie überhaupt auf dies Thema kommen!

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      • gesundheit sagt:

        Es handelt sich im letzten Abschnitt nur um Beispiele. Das mit dem Asteroiden oder Kometen ist bekannt.
        Bitte nicht an Kleinigkeiten HOCHZIEHEN. Die unteren Schlagzeilen hätte ich besser bei der Kopie weglassen müssen.

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  2. Bruder im Geiste sagt:

    Pharmakologisches Wissen aus der BLÖD-Zeitung ist genau so gefährlich, wie pharmakologisches Wissen von Theologen.
    Warum sucht man sich nicht vernünftige Quellen? Ist es zu gefährlich sich einmal im New England Journal of Medicine kundig zu machen oder in The Lancet?

    Alles weiss haargenau über hormonelle Kontrazeptiva Bescheid und kein einziger hat eine Ahnung. Wenns um Gott, Jesus oder die Apostel geht schlägt man doch auch nicht im Baedeker nach oder bei Erich von Däniken, sondern in der Bibel und bei den wirklichen Fachleuten. Und bei Medizin wird keine einzige Fachschrift konsultiert?
    Das macht die Diskussionsbeiträge so glaubwürdig wie eine Predigt, die nicht die Bibel als Beleg zitiert, sondern einen Roman von Dan Brown.

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