Stützt sich Kardinal Meisner betreff „Pille danach“ auf interessengeleitete „Forschungsergebnisse“ von Abtreibungsbefürwortern?

Pressemitteilung der „Initiative Nie wieder!“ vom 9. Februar 2013:

Von der Kehrtwende Kardinal Meisners bei der Beurteilung der „Pille danach“ wurden viele Katholiken überrascht. Hatte er noch bis vor kurzem das Präparat als Mittel zur Frühabtreibung eingestuft, will er das so nicht mehr behaupten.

Bei seiner Entscheidung beruft er sich auf „neueste, wissenschaftliche Forschungsergebnisse“, die ausgerechnet von der Präsidentin des Internationalen Vereins der Abtreibungsärzte „FIAPAC“ (International Federation of Professional Abortion and Contraception Associates) stammen. 

Die Kirche dürfe sich wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht verschließen, so Kardinal Meisner  –  und die hätten ergeben, dass es neue Präparate mit unterschiedlichen Wirkprinzipien gäbe:

Es gäbe Präparate, welche die Einnistung des befruchteten Eies in die Gebärmutter keineswegs verhindern, sondern nur den Eisprung so lange verzögern, bis es nicht mehr zu einer Zeugung kommen könne. Damit seien diese  „Pillen danach“ nach einer Vergewaltigung vertretbar.

Doch sei zu beachten, dass die Kirche mit ihrer sog. „Pillen-Enzyklika“ Humanae Vitae von 1968 zwar auch die künstliche Verhütung verboten habe, dabei aber von der ehelichen Sexualität ausgehe. Davon sei aber keine „verbrecherische Befruchtung“ abgedeckt, von der man bei einer Vergewaltigung sprechen müsse, wie es in der Erklärung seiner Pressestelle heißt.

Die angeblich so revolutionären, neuesten wissenschaftlichen Ergebnisse, die alle früheren Forschungen über den Haufen werfen sollen, wurden in einer gemeinsamen Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin publiziert und bilden offenbar die Grundlage der Entscheidung Kardinal Meisners.

In diesem Papier wird in der entscheidenden Frage nach der nidationshemmenden und damit abtreibenden Wirkung der „Pille danach“ eine Studie der Schwedin Kristina Gemzell Danielsson zitiert, die am Karolinska Institut in Stockholm forscht.

Frau Prof. Dr. Gemzell Danielsson wurde vor vier Jahren Präsidentin des Internationalen Verbands der Abtreibungsärzte „FIAPAC“, nachdem der bekannte  Wiener Abtreiber Dr. Christian Fiala vom Präsidentenamt zurückgetreten war.

Zudem ist Frau Prof. Gemzell Danielsson eng verbunden mit „Pro Familia“, der Deutschen Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung. In den Einrichtungen von „Pro Familia“  hält sie und andere Abtreiberkollegen immer wieder Vorträge und sie werden auch in eigenen Publikationen erwähnt. „Pro Familia“ betreibt mindestens vier „medizinische Zentren“ in Deutschland, in denen Kinder im Mutterleib getötet werden. (…)

Was veranlasst nun Kardinal Meisner zu dieser unsäglichen „Pillen-Erklärung“, die zwar auf den ersten Blick keine falschen Aussagen macht, aber beim genaueren Hinschauen zumindest einige Fragen aufwirft. 

Unverständlich ist besonders,  warum man die Studie der Präsidentin des weltweit arbeitenden Abtreibervereins FIAPAC als Beweis dafür heranzieht, daß die neue „Pille danach“ angeblich nur eine Ovulationshemmung und nicht auch eine Nidationshemmung  verursacht.

War es der Druck der Massenmedien, die möglicherweise die Abweisung eines „Vergewaltigungsopfers“ an kath. Krankenhäusern in Köln konstruiert hatten?  – Oder der Einfluss des Katholikenausschusses, einer Vereinigung kath. Laien im Erzbistum Köln, welche die Liberalisierung der Kirche betreiben?  (…)

Oder hatte der Kardinal einen Berater, wohlmöglich den Bestsellerautor und ärztlichen Direktor am kath. Alexianer-Krankenhaus in Köln-Porz, Herrn  Manfred Lütz?

In Kölner Kreisen munkelt man, Lütz  habe Kardinal Meisner den Rat erteilt, sich bei seiner Entscheidung auf neueste wissenschaftliche Studien der FIAPAC-Präsidentin zu stützen, die eine abtreibende Wirkung der „Pille danach“ leugnet.

Doch hätte Kardinal Meisner wissen müssen, daß sein Berater schon im Jahre 2011 in einem Interview mit Radio Vatikan das wissenschaftlich nachgewiesene Post-Abortion-Syndrom  –   also die posttraumatische Belastungsstörung der Frau nach der Abtreibung eines Kindes  –  als Wunschdenken der Lebensschützer und als „letztlich naiv“ bezeichnet hat, was ihn als kirchlichen Berater hätte disqualifizieren müssen.

Kardinal Meisner wollte sicher ein Problem lösen, doch merkte er nicht, daß er vielleicht in die Falle ging?

PS: Wir haben die Erzdiözese Köln bzw. S.E. Joachim Kardinal Meisner gebeten, uns jene Präparate (Pillen danach) namentlich zu benennen, die angeblich keine nidationshemmende Wirkung haben  –  und baten darum, uns ebenfalls entsprechenden Studien auszuhändigen

Weinheim, den 9. Februar 2013

Initiative Nie Wieder
Cestarostraße 2,  D-69469 Weinheim                  
Telefon: 06201/2909929  Fax: 06201/2909928
E-Mail: info@babycaust.de


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