Münster: Stellungnahme der „Ärzte für das Leben“ zur Debatte um „Pille danach“ und Frühabtreibung

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussion um die Wirkungsweise und Abgabe der „Pille danach“ hat der Verein „Ärzte für das Leben e.V.“ in einer Pressemeldung wie folgt kritisch Stellung bezogen:

„Die in unserer Kultur geforderte und im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland gesetzlich verankerte Achtung der Würde eines jeden Menschen und des Verbots seiner Tötung wird in der medizinischen Praxis vor allem in sog. Grenzsituationen des Lebens nicht konsequent durchgehalten und immer wieder relativiert“, erklärte der 1. Vorsitzende der Ärzte für das Leben, Prof. Dr. med. Paul Cullen in Münster. baby

„Paradigmatisch für eine solche medizinische Grenzsituation ist der Zustand von Menschen, die gerade ins Leben getreten sind, den Embryonen unmittelbar nach der Befruchtung.

Zu diesem Zeitpunkt ist bereits der Mensch als Ganzheit angelegt, die sich unter günstigen Umweltbedingungen aus sich heraus weiter in die verschiedenen Phasen des Menschen entfalten wird, ohne dass neue Veranlagungselemente von außen hinzukommen. Klare biologische Einschnitte, die das Bereits-Menschsein vom Noch-nicht-Menschsein trennen, sind in diesem Entwicklungskontinuum nicht nachweisbar“, so Prof. Cullen.

In diesen Kontext falle die mediale Debatte um die „Pille danach“. Dabei wurden „neuere wissenschaftliche Erkenntnisse“ erwähnt, die zeigen sollen, dass die derzeit in Deutschland zu diesem Zweck zugelassenen Medikamente (1) ihre Wirkung ausschließlich über eine Hemmung der Befruchtung  –  im wesentlichen durch Verhinderung des Eisprungs  –  ausüben, und nicht durch Hemmung der Einnistung der befruchteten Eizelle (2).

„Aus Sicht der Ärzte für das Leben gibt diese Annahme nicht den wissenschaftlichen Kenntnisstand wieder: zwar wirkt die „Pille danach“ auch über eine Verhinderung des Eisprungs, doch wird je nach Zyklusstand der Frau nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand auch die Einnistung des Embryos verhindert.

Medikamente, die die Einnistung von Embryonen verhindern, sind keine „Notfallkontrazeptiva“, sondern Mittel zur Abtreibung. Denn durch diese wird nicht die Entstehung eines Menschen unterbunden, sondern ein bereits existierender Mensch getötet, der unseren Schutz verlangt.

Die stillschweigende Akzeptanz seiner Tötung  –  in welchem Kontext auch immer   –   höhlt unweigerlich die Prinzipien des Tötungsverbots und der Menschenwürde auf breiter Front aus“, erläuterte Prof. Cullen.

Fußnoten:
(1) Derzeit sind hierfür zwei Präparate zugelassen: das Gelbkörperhormon Levonorgestrel in einer hohen Dosierung von 1,5 mg sowie Uliprisalacetat, ein Modulator des Rezeptors für das Hormon Progesteron, in einer Dosierung von 30 mg.
(2) Beispielsweise Presserklärung des Berufsverbands der Frauenärzte e.V. vom 24.01.13: „Beide Medikamente greifen deshalb nicht in das Werden eines bereits gezeugten Menschen ein. Sie sind als Verhütungsmittel einzustufen, nicht als Mittel für einen Schwangerschaftsabbruch.“

Der Verein Ärzte für das Leben ist eine seit 1991 bestehende nicht-konfessionelle und unabhängige Gemeinschaft von Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen, die sich für das Leben von der Befruchtung bis zum natürlichen Tod einsetzt und für die bedrohte Freiheit des Arztberufs, damit Ärzte sich unbeeinflusst von den Interessen Dritter für das Heil ihrer Patienten in hippokratischer Tradition einsetzen können.

Der Themenkreis umfasst dabei die Embryologie, Schwangerschaft („Spätschwangerschaft“), die sogenannte Präimplantationsdiagnostik, Pränataldiagnostik, eugenische Selektion, gefällige Genmanipulation i. S. von „enhancement“, adulte Stammzelltherapie gegen Embryonenverbrauch, Hilfen bei Behinderung sowie Hirntod und Organspende.

Ärzte für das Leben e.V. sind für Sterbebegleitung, Palliativmedizin und Hospizarbeit, jedoch gegen assistierten Suizid und Sterbehilfe im Sinne von Euthanasie. Zu allen Themen ist ein Austausch mit anderen Fachdisziplinen (Philosophie, Psychologie, Soziologie, Jura, Theologie) erwünscht.

Kontakt:  Ärzte für das Leben e. V.
Dr. med. Dr. theol. h.c. Maria Overdick-Gulden
Markusberg 24e
54293 Trier

Tel.: 0651 / 8200724
E-Mail: m.overdick-gulden@aerzte-fuer-das-leben.de
Internet: http://www.aerzte-fuer-das-leben.de


Kardinal Meisners Interview mit der „Frankfurter Rundschau“ wirft eine Menge Fragen auf

Der Kölner Erzbischof plauderte am Tag der päpstlichen Rücktrittsankündigung aus seinem Nähkästchen

Am 11. Februar 2013 veröffentlichte die linksorientierte „Frankfurter Rundschau“ (FR-online) ein Exklusiv-Interview ihres Chef-Korrespondenten Joachim Frank mit Kardinal Joachim Meisner unter dem Titel:  „Wie soll das gehen?  Ein Papst im Ruhestand!“

Das Gespräch fand offenbar kurz nach der Rücktritts-Entscheidung von Papst Benedikt statt und wurde noch an jenem Montag online veröffentlicht. Der Kölner Erzbischof gab sich „regelrecht schockiert“ von der Nachricht, die er erst für einen Rosenmontagsscherz gehalten habe.

Foto: Radio Vatikan

Foto: Radio Vatikan

Daraufhin fragt FR-Reporter Frank   – vermutlich etwas überrascht  –  zurück: „Schockiert?“  –  Diese Nachfrage scheint durchaus berechtigt; immerhin hatte Papst Benedikt bereits im Jahr 2010 im Seewald-Buch angedeutet, daß er bei stark geschwächter Gesundheit zurücktreten wolle; unklar war insofern lediglich der Zeitpunkt.

(Im Interview-Buch „Licht der Welt“ mit dem Journalisten Peter Seewald erläuterte der Pontifex: „Wenn ein Papst zur klaren Erkenntnis kommt, dass er physisch, psychisch und geistig den Auftrag seines Amtes nicht mehr bewältigen kann, dann hat er ein Recht und unter Umständen auch eine Pflicht, zurückzutreten.“)

Hierzu nun die Antwort des Kardinals:

„Solch ein Schritt lag außerhalb meiner Vorstellungen. Früher traten nicht einmal Priester und Bischöfe zurück. Das hat einen durchaus tiefen Sinn: Das geistliche Amt ist ja eine Art Vaterschaft. Und Vater bleibt man doch Zeit seines Lebens. Als dann die Altersgrenze für Bischöfe und Priester eingeführt wurde, habe ich lange Zeit gedacht: Ein Glück, dass wenigstens der Papst auf Lebenszeit amtiert. Dann ist die Kontinuität dieser Vaterschaft gesichert.“

Angesichts dieser Auskunft wüßte man gerne, warum vor einigen Jahren mehrere Pfarrer in der Stadt Köln von  Erzbischof Meisner bzw. seinem Personalschef in den Ruhestand gedrängt werden sollten, obwohl sie die kirchenrechtlich vorgegebene Altersgrenze von 75 Jahren noch gar nicht erreicht hatten. Bestand etwa kein Interesse daran, die hier im Interview so hervorgehobene „Kontinuität dieser Vaterschaft“ bei den betreffenden Pastoren zu wahren bzw. wenigstens gemäß dem Kirchenrecht (CIC) noch ein paar Jahre bis zur vorgesehenen Ruhestandsgrenze abzuwarten?

Zweimal erwähnt der Kölner Erzbischof im oben zitierten Abschnitt Priester und Bischöfe“, die „früher“ nicht zurückgetreten seien bzw. benennt die Altersgrenze für „Bischöfe und Priester

Dazu ist aber festzuhalten, daß das Priestertum durchaus nicht zeitlich begrenzt werden kann (sehr im Unterschied zum Amt des Papstes!), denn die Priesterweihe verleiht dem Geistlichen ein unauslöschliches sakramentales Merkmal.  foto 31.5.2010a - Kopie

Daher kann ein Priester als „Priester“ nicht zurücktreten, sondern nur als „Pfarrer“: sein Pfarramt kennt eine Altersgrenze, aber nicht sein Priestersein. Der Kardinal hat sich daher seltsam unpräzise ausgedrückt.

Danach äußert Meisner allerdings doch noch Verständnis für die päpstliche Entscheidung:

„Allerdings merke ich es an mir selbst, wie ich mit den Jahren doch mehr und mehr in den Seilen hänge. Und insofern ist es schon sinnvoll, dass man auch zurücktreten kann. Nicht weil man nichts mehr tun will. Aber man ist befreit vom „du musst“ und darf stattdessen sagen: „ich kann.“ (…) Man muss ein paar Jahrhunderte zurückblicken, um einen vergleichbar dramatischen Schritt zu entdecken – auch das mag belegen, wie sehr die Kirche dem hektischen Taktschlag des Internet-Zeitalters eine Art Zeitlosigkeit entgegensetzt.

Besteht denn die „Zeitlosigkeit“ der Kirche wirklich darin, daß der Papst auch in einem äußerst geschwächten Zustand sein Amt unbedingt weiter ausführt?

Besteht die Zeitlosigkeit der Kirche nicht vielmehr in ihren zeitlosen göttlichen Geboten, in den Sakramenten des Ewigen und in den unveränderlichen Dogmen des Glaubens?

Sodann stellt der Reporter dem Kardinal die heiße Frage: „Wusste der Papst eigentlich von der Revision Ihrer Position zur „Pille danach“, die Sie nach einer Vergewaltigung nun für ethisch vertretbar erklärt haben?“   Embryo (2)

Hierauf folgt diese Antwort:

„Meine Erklärung war mit der Glaubenskongregation und der Päpstlichen Akademie für das Leben abgestimmt. Ich habe auch mit dem Sekretär des Papstes, Erzbischof Gänswein, darüber gesprochen. Er hat mir gesagt: „Der Papst weiß Bescheid. Es ist alles in Ordnung.“

Wir haben bereits darüber berichtet, daß diese Behauptung durch Meisners eigene Pressestelle dementiert bzw. korrigiert werden mußte: Papst Benedikt kannte vorher weder Meisners Pillen-Erklärung noch hat er sie gebilligt.

Sodann fragt die „Frankfurter Rundschau“: „Sie haben 2005 sehr für die Wahl Joseph Ratzingers geworben. Hat er Ihre Erwartungen erfüllt?“

Der Kardinal erklärt merkwürdigerweise: „Was mich überrascht hat, war seine Fähigkeit, in das neue Amt hineinzuwachsen. Schüchtern wie er von Natur aus ist.“

Der Priester Joseph Ratzinger war in den 60er Jahren einer der jüngsten Theologie-Professoren Deutschlands, er lehrte zB. in Münster, Tübingen und Regensburg und faszinierte seine Studenten, die auch aus anderen  –  etwa naturwissenschaftlichen  –  Fächern in großer Zahl zu ihm in die Vorlesungen strömten. Schüchternheit?  – Wohl kaum, eher bewußte Bescheidenheit und Zurückhaltung.

Sodann erzählt Meisner aus dem Nähkästchen:

„Ich habe bei seiner ersten großen Reise hierher nach Köln zum Weltjugendtag auf dem Schiff immer wieder zu ihm gesagt: „Heiliger Vater, Sie müssen jetzt den Jugendlichen zuwinken! Und zwar nicht nur nach rechts, sondern auch nach links, zu allen Seiten!“   – Bis er mal geantwortet hat: „Dauernd kritisierst du an mir herum!“ – „Ja“, habe ich gesagt, „bis du es gelernt hast, Papst zu sein“. Solche lockeren Töne verträgt der Papst. Er ist wirklich ganz natürlich geblieben.“

Daß der Papst solche Sprüche privat verträgt, spricht sicher für ihn und seinen Humor.  Aber ob es wohl „verträglich“ ist, der Öffentlichkeit – noch dazu ausgerechnet am Tag der verkündeten Rücktritts-Entscheidung des Papstes  –   solche Storys zu servieren?  – Dies dürfte fraglich sein, zumal der Eindruck entsteht, als habe der Kardinal dem Papst damals gleichsam „auf die Sprünge geholfen“.

In dem Interview geht es danach um die sich ergänzenden Eigenschaften des Vorgänger-Papstes (Joh. Paul II.) und des damaligen Glaubenspräfekten Joseph Ratzinger.   –  Hierzu fragt der FR-Reporter: „Hat Benedikt XVI. im Vatikan das Pendant gefehlt, das er selbst für seinen Vorgänger war?“

Kardinal Meisner Antwort in bezug auf Kardinal Tarcisio Bertone erscheint wiederum äußerst seltsam:

„Der Kardinalstaatssekretär hatte diese Rolle sicher nicht. In der Williamson-Affäre bin ich sogar einmal im Auftrag einer ganzen Reihe von Kardinälen zum Papst gegangen und habe gesagt: „Heiliger Vater, Sie müssen Kardinal Bertone entlassen! Er ist der Verantwortliche  –  ähnlich wie der zuständige Minister in einer weltlichen Regierung.“  –  Da hat er mich angesehen und gesagt: „Hör mir gut zu! Bertone bleibt! Basta! Basta! Basta!“  – Danach habe ich das Thema nie wieder angesprochen.“

Erstens ist es unangemessen, zumal für einen Erzbischof, derlei interne Vorgänge an die Öffentlichkeit zu zerren.  Zweitens ist es völlig untypisch für den zurückhaltenden, von Meisner doch sogar als „schüchtern“ bezeichneten Papst Benedikt, dreimal hintereinander „Basta!“ zu sagen, als würde er gleichsam verbal auf den Putz hauen.

Drittens ist diese Interview-Attacke gegen Bertone zum jetzigen Zeitpunkt aus mehreren Gründen besonders fehl am Platze, nicht zuletzt auch deshalb, weil der Papst-Vertraute Bertone die hauptsächliche Zielscheibe der „Vatileaks“-Intriganten war, die den Kardinalstaatssekretär (nach dem Papst der zweite Mann in der kath. Weltkirche) mit ihren hinterhältigen Machenschaften „erledigen“ und abservieren wollten. Offenbar war Bertone gewissen Seilschaften innerhalb des Vatikan ein Dorn im Auge.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Johann G. Herder: Du Morgenstern, Du Licht vom Licht – Du Lebensquell, wir danken Dir!

Du Morgenstern, du Licht vom Licht,

das durch die Finsternisse bricht,

du gingst vor aller Zeiten Lauf

in unerschaffner Klarheit auf.

 Du Lebensquell, wir danken dir,

auf dich, Lebend’ger, hoffen wir;

denn du durchdrangst des Todes Nacht,

hast Sieg und Leben uns gebracht.

Du ewge Wahrheit, Gottes Bild,

der du den Vater uns enthüllt,

du kamst herab ins Erdental

mit deiner Gotterkenntnis Strahl.

Bleib bei uns, HERR, verlaß uns nicht,

führ uns durch Finsternis zum Licht,

bleib auch am Abend dieser Welt

als Hilf und Hort uns zugesellt.

Johann Gottfried Herder (1744 – 1803)

 


Münster: Bischof Genns Fastenhirtenbrief enthält keinen Hinweis auf die Beichte

Erfreulich: Die Bischöfe von Passau und Eichstätt thematisieren das Bußsakrament

Am heutigen 1. Fastensonntag wurde in den hl. Messen des Bistums Münster der Fasten-Hirtenbrief von Bischof Felix Genn verlesen, der an die „lieben Schwestern und Brüder im Glauben“ gerichtet ist.

Erfreulicherweise erinnert der Oberhirte von Münster an das vom Papst ausgerufene „Jahr des Glaubens“, das sonst in deutschen Landen eher wenig Widerhall findet.

In seinem früheren Fastenhirtenbrief von 2011 befaßte sich Bischof Genn besonders mit dem „Jahr der Taufe“, das die evangelische Kirche damals beging   –  und er bezeichnete dies als „schönes Zeichen der ökumenischen Verbundenheit“. borMedia1742201

Es wäre nun ein schönes Zeichen für eine klare katholische Verkündigung, wenn der diesjährige Fastenhirtenbrief auf ein weitgehend vergessenes Sakrament hingewiesen hätten, nämlich auf die Beichte. Dieses Sakrament wurde von den Christen in der frühen Kirche auch als „zweite Taufe“ bezeichnet, weil die Beichte der Seele das göttliche Gnadenleben, die Freundschaft mit Christus wiederschenkt, wenn der Gläubige in schwere Schuld gefallen ist.

Der Hinweis auf die Beichte paßt auch deshalb gut in die Fastenzeit als Vorbereitung auf Ostern, weil dieses Sakrament das Ostergeschenk unseres HERRN ist, denn der Auferstandene sprach zu seinen Aposteln:

„Friede sei mit Euch! Empfangt den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlaßt, denen sind sie erlassen  – und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.“ (Joh 20,23)

Zudem zählt die Aufforderung, jährlich mindestens einmal (möglichst zur österlichen Zeit) zur Beichte zu gehen, zu den fünf Kirchengeboten.

Also Grund genug, an dieses weitgehend vernachlässigte Sakrament zu erinnern und es den Gläubigen neu ans Herz zu legen.

Es ist zwar schön und gut, daß der Bischof von Münster sein Kirchenvolk abschließend dazu anregt, täglich mit einem Bibelwort in den Tag zu starten und den Katechismus zu lesen, um den  –  wie er schreibt  –  „Schatz des Glaubens tiefer zu entdecken“.

Doch damit allein ist es nicht getan, denn es geht auch um die  – im wahrsten Sinn des Wortes  –   heilsame Begegnung mit Christus im „Sakrament der Versöhnung“  –  und dies ist zum Thema „Oster-Vorbereitung“ für katholische Christen der wichtigste Punkt.

Umso erfreulicher, daß Bischof Schraml von Passau in seinem aktuellen Fastenhirtenbrief ausführlich auf das Bußsakrament eingeht und seinen Sinn verständlich und fundiert erläutert  hat.

Die Beichte ist nach Worten des Bischofs „wahrhaft ein Weg zur Freude“. Wenn die Sünden vergeben seien, beginne Friede mit Gott und den Menschen: „Das bewirkt innere Freude“.  Dadurch begegnen wir handgreiflich der Barmherzigkeit Gottes, erklärt der Passauer Bischof.

Auch der Eichstätter Bischof Gregor M. Hanke befaßte sich in seinem aktuellen  Fastenhirtenbrief eingehend mit dem Sakrament der Buße unter dem Titel: „Gottes liebende Barmherzigkeit in der Beichte erfahren“, wobei er in seinem Schreiben auch auf den Zusammenhang von Eucharistie und Beichte eingeht, was gerade in der heutigen Zeit äußerst wichtig ist.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Kirchliche Rechtsvorschriften für „Heilungsgebete“, charismatische Heilungsgottesdienste etc.

In einer Instruktion der päpstlichen Glaubenskongegration vom 14.9.2000 wurden abschließend verbindliche Bestimmungen erlassen, die sog. „Heilungsgebete“ und entsprechende Versammlungen bzw. „Heilungsgottesdienste“ etc. regeln.  Charismatische Großveranstaltung

Nach eingehenden theologischen Ausführungen enthält das vom damaligen Glaubenspräfekten Joseph Ratzinger und seinem Sekretär Tarcisio Bertone unterzeichnete Dokument präzise kirchenrechtliche (disziplinäre) Bestimmungen zu diesem Themenspektrum, die wir hier vollständig zitieren:

II. DISZIPLINÄRE BESTIMMUNGEN

Art. 1  –  Es ist jedem Gläubigen gestattet, in Gebeten Gott um Heilung zu bitten. Wenn solche Gebete in einer Kirche oder an einem anderen heiligen Ort stattfinden, ist es angemessen, dass ein geweihter Amtsträger sie leitet.

Art. 2  –  Heilungsgebete gelten als liturgische Gebete, wenn sie in den liturgischen Büchern enthalten sind, die von der zuständigen kirchlichen Autorität approbiert sind; andernfalls handelt es sich um nicht liturgische Gebete.

Art. 3  –  § 1. Liturgische Heilungsgebete werden nach dem vorgeschriebe nen Ritus und mit den liturgischen Gewändern gefeiert, die im Ordo benedictionis infirmorum des Rituale Romanum angegeben sind.

§ 2.  Gemäß den Praenotanda desselben Rituale Romanum können die Bischofskonferenzen im Ritus der Krankensegnungen nach vorausge hender Prüfung durch den Heiligen Stuhl die Anpassungen vornehmen, die sie für pastoral angemessen oder eventuell notwendig halten.

Art. 4  –  § 1. Der Diözesanbischof hat das Recht, für die eigene Teilkirche gemäß can. 34 CIC Normen für liturgische Heilungsgottesdienste zu erlassen.

§ 2.  Jene, die für die Vorbereitung solcher liturgischer Feiern zuständig sind, haben sich bei ihrer Durchführung an die genannten Normen zu halten.

§ 3.  Die Erlaubnis für diese Gottesdienste muss ausdrücklich gegeben sein, auch wenn Bischöfe oder Kardinäle sie organisieren oder daran teilnehmen. Wenn ein gerechter und entsprechender Grund vorliegt, hat der Diözesanbischof das Recht, einem anderen Bischof gegenüber ein Verbot auszusprechen.

Art. 5  –  § 1.  Nicht liturgische Heilungsgebete, die auf Grund ihrer Eigenart von liturgischen Feiern unterschieden werden müssen, sind Zusammenkünfte zum Gebet und zur Lesung des Wortes Gottes, über die der Ortsordinarius gemäß can. 839 § 2 CIC wacht.

§ 2.  Es ist sorgfältig zu vermeiden, diese freien, nicht liturgischen Gebete mit liturgischen Gottesdiensten im eigentlichen Sinn zu verwechseln.

§ 3.  Es ist darüber hinaus notwendig, darauf zu achten, dass beim Ablauf solcher Feiern – vor allem von Seiten jener, die sie leiten – nicht auf Formen zurückgegriffen wird, die dem Hysterischen, Künstlichen, Theatralischen oder Sensationellen Raum geben.

Art. 6  –  Über den Gebrauch der sozialen Kommunikationsmittel, vor allem des Fernsehens, während der liturgischen oder nicht liturgischen Heilungsgebete wacht der Diözesanbischof gemäß can. 823 CIC und den Richtlinien, die von der Kongregation für die Glaubenslehre in der Instruktion vom 30. März 1992 erlassen wurden.

Art. 7  –  § 1.  Unter Beibehaltung der oben angeführten Bestimmungen von Art. 3 und mit Ausnahme der Gottesdienste für die Kranken, die in den liturgischen Büchern vorgesehen sind, dürfen in die Feier der heiligen Eucharistie, der Sakramente und des Stundengebetes keine liturgischen oder nicht liturgischen Heilungsgebete eingefügt werden.

§ 2.  Bei den in § 1 erwähnten Feiern besteht die Möglichkeit, in den Fürbitten besondere Gebetsintentionen für die Heilung von Kranken einzufügen, wenn dies vorgesehen ist.

Art. 8  –  § 1.  Der Dienst des Exorzismus muss gemäß can. 1172 CIC, dem Schreiben der Kongregation für die Glaubenslehre vom 29. September 1985 und dem Rituale Romanum(32) unter Weisung des Diözesanbischofs ausgeübt werden.

§ 2.  Die im Rituale Romanum enthaltenen Exorzismusgebete müssen von den liturgischen und nicht liturgischen Heilungsgottesdiensten unterschieden bleiben.

§ 3.  Es ist streng verboten, solche Exorzismusgebete in der Feier der heiligen Messe, der Sakramente oder des Stundengebetes einzufügen.

Art. 9  –  Jene, die liturgische oder nicht liturgische Heilungsgottesdienste leiten, müssen sich bemühen, in der Versammlung ein Klima echter Andacht zu bewahren, und die notwendige Klugheit walten lassen, wenn unter den Anwesenden Heilungen erfolgen; nach Beendigung der Feier sollen sie etwaige Zeugnisse mit Einfachheit und Sorgfalt sammeln und der zuständigen kirchlichen Autorität vorlegen.

Art. 10  –  Der Diözesanbischof hat pflichtgemäß einzugreifen, wenn bei liturgischen oder nicht liturgischen Heilungsgottesdiensten Missbräuche vorkommen und ein offensichtliches Ärgernis für die Gemeinschaft der Gläubigen vorliegt oder wenn schwerwiegend gegen die liturgischen oder disziplinären Normen verstoßen wird.

Papst Johannes Paul II. hat in einer dem unterzeichneten Präfekten gewährten Audienz die vorliegende Instruktion, die in der Ordentlichen Versammlung dieser Kongregation beschlossen worden war, gebilligt und ihre Veröffentlichung angeordnet.

Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre, am 14. September 2000, dem Fest Kreuzerhöhung.

+ Joseph Kardinal Ratzinger,
Präfekt

+ Tarcisio Bertone S.D.B.,
Erzbischof em. von Vercelli,
Sekretär


Gottes befreiende Wunder für die Israeliten: „Der HERR hörte unser Rufen und ER sah unsere Rechtlosigkeit“

Aus der heutigen Sonntagslesung der kath. Kirche: AT, Deuteronomium 26,4-10:

Dann soll der Priester den Korb aus deiner Hand entgegennehmen
und ihn vor den Altar des HERRN, deines Gottes, stellen.
Du aber sollst vor dem HERRN, deinem Gott,
folgendes Bekenntnis ablegen:
 
Mein Vater war ein heimatloser Aramäer. Er zog nach Ägypten,
lebte dort als Fremder mit wenigen Leuten
und wurde dort zu einem großen, mächtigen und zahlreichen Volk.
Die Ägypter behandelten uns schlecht, machten uns rechtlos
und legten uns harte Fronarbeit auf.
 
Wir schrien zum HERRN, dem Gott unserer Väter,
und der HERR hörte unser Schreien und sah unsere Rechtlosigkeit,
unsere Arbeitslast und unsere Bedrängnis.
Der HERR führte uns mit starker Hand und hoch erhobenem Arm,
unter großem Schrecken, unter Zeichen und Wundern aus Ägypten,
ER brachte uns an diese Stätte und gab uns dieses Land,
ein Land, in dem Milch und Honig fließen.
 
Und siehe, nun bringe ich hier die ersten Erträge
von den Früchten des Landes, das du mir gegeben hast, HERR.
Wenn du den Korb vor den HERRN, deinen Gott, gestellt hast,
sollst du dich vor dem HERRN, deinem Gott, niederwerfen.