Erklärung der „Europäischen Ärzte-Aktion“ und der Vereinigung kath. Ärzte der Schweiz zur „Pille danach“

GEMEINSAMES SCHREIBEN der beiden Dachverbände an Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe der katholischen Kirche:

Mit grosser Besorgnis haben die beiden Ärzteverbände, die Europäische Ärzteaktion und die Vereinigung der katholischen Ärzte der Schweiz die Diskussionen um die „Pille danach“ verfolgt.

Die Erklärung von S.E. Kardinal Joachim Meisner und die Erläuterungen der Pressestelle des Erzbistums Köln zur „Pille danach“ haben zu grosser Verunsicherung und Unruhe innerhalb und ausserhalb der Kirche geführt.

Die wissenschaftliche Datenlage zur Wirkungsweise der „Pille danach“ ist nicht gesichert und wird in Wissenschaftskreisen kontrovers bewertet. Insbesondere eine ausschliessliche ovulationshemmende Wirkung darf als nicht bestätigt angenommen werden.

Die frühabtreibende Wirkung der „Pille danach“ kann weiterhin nicht ausgeschlossen werden. images (2)

Um mit Laun zu sprechen: »Auch die Möglichkeit einer solchen Wirkung führt bereits zu einem kategorischen Nein auf der Ebene der Moral«… »Wenn das [die Nidationshemmung] aber auch nur möglicherweise so ist, dann müsste jeder, der die Verhütung als Mittel im Kampf gegen die Abtreibung propagiert, mindestens mit gleicher Intensität gegen alle abortiven ›Verhütungs‹-Mittel auftreten«.

In der Literatur bestehen hinreichende Anhaltspunkte für die Wahrscheinlichkeit auch einer nidationshemmenden Wirkungsweise beider zur Zeit verfügbaren „Pillen danach“, allein schon aus pharmakokinetischer und -dynamischer Sicht.

PiDiNa®: Levonorgestrel 1,5 mg (LNG):

LNG muss bis spätestens 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden, je früher, desto besser. LNG kann die Ovulation hemmen, wenn es 3 Tage vor dem LH-Anstieg eingenommen wird. Vom LH-Anstieg bis zur Ovulation dauert es ca. 18 Stunden.

Als Beispiel zwei Zitate zu Levonorgestrel, das in der LNG-haltigen „Pille danach“ in einer 50-fachen Dosis einer Minipille enthalten ist:

„Levonorgestrel … wirkt auf vielen Ebenen kontrazeptiv. […] Die kontrazeptive Wirkung von Levonorgestrel wird auch dadurch bestätigt, dass es eine Schwangerschaft durch Beeinflussung von Endometrium/Blastozysten unterbrechen kann.“

„Die fertilitätshemmenden Wirkungen von Levonorgestrel werden weiterhin durch seine Fähigkeit, durch Störung des Endometriums/der Blastozyste eine bestehende Schwangerschaft zu unterbrechen, bestätigt.“

Das sind Feststellungen, die durch neuere Studien noch widerlegt werden müssten!

Gemäss Rella spielen insbesondere Störungen der Eileitermotilität mit verzögertem Embryotransport in die Gebärmutterhöhle und eine „gestörte Zeitabstimmung zwischen der Keimes- und Endometriumsentwicklung“ eine wichtige Rolle, „die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Einnistung sind (fehlende Phasenkonkordanz)“.

Rella nimmt in mindestens 51% der Fälle eine frühabtreibende Wirkung an.

ellaOne®: Ulipristalacetat 30 mg (UPA):

UPA ist ein Progesteron-Rezeptor-Modulator, verwandt mit Mifepriston (Mifegyne® /RU 486), der Abtreibungspille. Man kann es bis 120 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr einnehmen. Es soll aber auch baldmöglichst nach erfolgtem Verkehr genommen werden.

UPA soll den Eisprung noch hemmen, wenn es kurz vor der Ovulation eingenommen wird. Dies ist aber nur noch zu 8% der Fall, wenn es nach dem LH-Gipfel eingenommen wird4. Bei Einnahme nach dem Eisprung hat es einen Einfluss auf das Endometrium im Sinne einer Abnahme der Schleimhautdicke und der progesteronabhängigen Entwicklung desselben, was einer nidationshemmenden Einwirkung entspricht.

Als Progesteron-Rezeptor-Modulator besetzt UPA die Progesteron-Rezeptoren, beispielsweise im Eierstock, den Eileitern und der Gebärmutterschleimhaut, sodass das natürliche Progesteron dort nicht mehr andocken kann. Dies kommt einem Entzug dieses für die Einnistung und den Schwangerschaftserhalt unerlässlichen Hormons gleich.

Somit kann auch für UPA eine nidationshemmende Wirkung absolut nicht ausgeschlossen werden.

Allein schon die Zeitachse der Wirksamkeit von UPA mit der ‚erfolgreichen’ Einnahme bis 120 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr kann nicht nur auf der Ovulationshemmung beruhen. Auch die noch höhere Sicherheit von UPA spricht dafür, da unter UPA nur 2,1% Schwangerschaften auftreten, ohne UPA wären es 5,5%.

Aufgrund der nur rudimentär geschilderten Wirkmechanismen von LNG und UPA darf nicht auf eine ausschliessliche Ovulationshemmung der beiden Substanzen geschlossen werden, sondern muss auch die Nidationshemmung ernsthaft in Betracht gezogen werden.

„Eine Inkaufnahme der Tötung ist ethisch nicht vertretbar“

Für christlich eingestellte Ärzte kann daher die Applikation dieser Pharmaka nicht in Frage kommen.

Die lehramtlichen Äusserungen der römisch-katholischen Glaubenskongregation sind demnach weiterhin gültig und massgebend.

Eine Abwägung zwischen den ovulationshemmenden und frühabtreibenden Wirkungen mit Inkaufnahme der Tötung des Fötus bzw. Embryos ist ethisch nicht vertretbar.

Die ACTIO CUM DUPLICI EFFECTU, also das Prinzip der doppelten Wirkung, wurde von Kardinal Meisner im Zusammenhang mit der Freigabe der „Pille danach“ ebenfalls angeführt.

Gemäss der katholischen Morallehre ist hierfür Voraussetzung, dass nichts in sich Schlechtes im Spiel ist, wie dies beispielsweise im ‚Bioethics Summer Course 2008’ von Prof. Joseph Tham, LC, in Rom, am Päpstlichen Athenaeum Regina Apostolorum, erläutert wurde.

Prof. Tham hat die Verabreichung der „Pille danach“ auch im Falle einer Vergewaltigung ausdrücklich abgelehnt, da die Nidationshemmung in sich schlecht sei!

Er sagt hierzu: „It is not permissible, however, to initiate or to recommend treatments that have as their purpose or direct effect the removal, destruction, or interference with the implantation of a fertilized ovum.”

Erlaubt hingegen seien Medikationen, welche die Ovulation, die Spermienkapazitation oder die Befruchtung verhindern. Da dies bei LNG und UPA nicht ausschließlich der Fall ist, sind sie nicht im Sinne der doppelten Wirkung anwendbar!

Man muss sich bewusst sein, dass jede „Pille danach“ vom Grundkonzept her so beschaffen ist, dass die Geburt eines Kindes verhindert werden soll. Somit wäre es illusorisch zu glauben, dass nur die Ovulationshemmung intendiert sei, zumal Vergewaltigungen  –  und natürlich auch sonstiger unvorhergesehener Geschlechtsverkehr   –   nicht nur vor der Ovulation stattfinden, sondern zu jedem Zeitpunkt im Verlaufe eines Zyklus.

Der Zeitraum nach erfolgter Ovulation mit allfälliger Befruchtungsmöglichkeit muss dementsprechend zwangsläufig ebenfalls ‚abgesichert’ sein! Und dies kann bis heute ‚zuverlässig’ praktisch nur durch die Nidationshemmung geschehen.

Die Zukunft der ‚emergency contraception’ sieht diesbezüglich nicht besser aus, wie folgender Ausblick zeigt: „Taken together, there is still a need to develop more effective EC methods. To ensure the highest efficacy and to cover the entire window of fertility, the ideal agents for EC also need to target the endometrium and should be possible to use on demand pre- or postcoitally.“

Hier wird das Endometrium explizit als Zielorgan der Forschung für prä- und postkonzeptionelle Methoden benannt, was wiederum auf die Nidationshemmung hinweist.

Wir bedauern sehr, dass sich durch die aus unserer Sicht übereilte Übernahme ungesicherter wissenschaftlicher Daten eine weitere Aufweichung moralischer Prinzipien und eine fortschreitende innerkirchliche Spaltung abzeichnet.

Die beiden unterzeichnenden Ärztevereinigungen bitten Sie, die unterschiedlichen ärztlichen Bewertungen und Sichtweisen zur „Pille danach“ in Ihre weiteren Erwägungen einzubeziehen.

Mit vorzüglicher Hochachtung und verbunden im Bemühen um eine wissenschaftlich fundierte Klärung der Faktenlage zu dieser Thematik

Dr. med. Rahel Gürber
Präsidentin der Vereinigung der
katholischen Ärzte d. Schweiz VKAS
____________________________
Dr. med. Bernhard Gappmaier
Erster Vorsitzender der
Europäischen Ärzteaktion e.V.


Dankes-Brief des israelischen Ministerpräsidenten an den Papst

Benjamin Netanyahu sendet Brief an Benedikt XVI.

Ministerpräsident Netanyahu hat anläßlich des Rücktritts von Papst Benedikt XVI. einen Brief an den Papst gesandt. Darin heißt es:

„Im Namen des israelischen Volkes möchte ich Ihnen für all das danken, was Sie als Papst getan haben, um die Beziehungen zwischen Christen und Juden und dem Vatikan und dem jüdischen Staat zu vertiefen.

Ich danke Ihnen auch dafür, dass Sie in ihrer Zeit als Papst so mutig die jüdisch-christlichen Werte verteidigt haben, ebenso wie die Wurzeln unserer gemeinsamen Zivilisation. Ich habe keinen Zweifel, dass diese Werte, die so wichtig waren, um die moderne Welt zu errichten, nicht weniger wichtig sind, um eine Zukunft der Sicherheit, des Wohlstands und des Friedens zu gewährleisten.


Ministerpräsident Netanyahu und Papst Benedikt XVI. beim
Besuch des Papstes im Heiligen Land im Mai 2009
(Foto: GPO)

Ihr historischer Besuch in Israel 2009 hat eine seltene Gelegenheit eröffnet, den neuen Beziehungen zwischen unseren Staaten Ausdruck zu verleihen. Ich erinnere mich gerne an unser Treffen, in dem Sie das Judentum als den älteren Bruder des Christentums bezeichnet haben, und in dem Sie Ihre Verpflichtung zu einer kooperativen Zukunft zwischen Christen und Juden bekräftigt haben.“

Quelle: Amt des israelischen Ministerpräsidenten / Israelische Botschaft in Berlin


CDU/CSU-Fraktion: Doppelte Staats-angehörigkeit muß die Ausnahme bleiben

Die Diskussion zum Staatsangehörigkeitsrecht wird derzeit wieder einmal intensiv geführt. Dabei gibt es auch Forderungen, die doppelte Staatsangehörigkeit generell zuzulassen und das Optionsmodell abzuschaffen.

Dazu erklärten der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Hans-Peter Uhl, und der zuständige Berichterstatter Stephan Mayer, in einer Pressemitteilung:

Hans-Peter Uhl: „Die Union hält am Grundsatz der Vermeidung der doppelten Staatsangehörigkeit fest. Ausnahmen, vor allem für EU-Bürger, sind vor dem Hintergrund der fortgeschrittenen Integration innerhalb der Europäischen Union und der Unionsbürgerschaft gerechtfertigt. Für die CDU/CSU gilt nach wie vor, dass der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit am Ende eines erfolgreichen Integrationsprozesses stehen muss.

Die Opposition will zuerst einbürgern und dann integrieren. Das ist der falsche Weg.  Staatsbürgerschaft setzt ein Band der Loyalität und ein klares Bekenntnis zum Staat voraus.“

Stephan Mayer: „Der Bericht der Bundesregierung vom Sommer letzten Jahres und die beeindruckenden Zahlen zeigen: Es war richtig, dass die Union bei der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts 1999 den rot-grünen Irrweg des Multi-Kulti gestoppt hat. Dass sich die jungen Menschen mit großer Mehrheit bereits weit vor ihrem 23. Geburtstag entschieden und nahezu alle die deutsche Staatsangehörigkeit gewählt haben, beweist, wie gut die jetzige Regelung wirkt. Das Optionsmodell ist deshalb ein Kompromiss, der sich in der Praxis bewährt hat.

Nach unserer Einschätzung werden auch die Sachverständigen in der Anhörung im März zu dem Schluss kommen, dass die Optionsregelung eine gute Lösung ist. Von unseren jungen Mitbürgern bis zum 23. Geburtstag eine Entscheidung zu verlangen, halten wir für zumutbar.

Unser Ziel bleibt es, dass sich so viele junge Doppelstaatler wie möglich für Deutschland entscheiden. Das vermeidet gespaltene Loyalitäten in der nachwachsenden Generation. So werden auch zahlreiche konkrete praktische und rechtliche Probleme der generellen doppelten Staatsangehörigkeit, etwa bei den Themen Auslieferung, Abschiebung von Straftätern, Wehrpflicht, aber auch beim Wahlrecht und bei der Berechtigung zu Sozialleistungen, vermieden.“

CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
fraktion@cducsu.de
http://www.cducsu.de


Brutale Flüchtlingsdramen auf der Sinai-Halbinsel – Der Dt. Bundestag befaßt sich morgen damit – Ordensfrau A. Kidane hilft Verzweifelten

Auszeichnung als „Heldin im Kampf gegen Menschenhandel“

Sie suchen Arbeit und einen Job in Israel, doch stattdessen werden auf dem Weg dorthin Frauen vergewaltigt und Männer malträtiert  – das ist die Realität vieler eritreischer Flüchtlinge im Sinai.

Comboni-Schwester Azezet Kidane kennt diese Schicksale, denn sie steht schon seit Jahren an der Seite dieser Menschen.

In einer israelischen Klinik in Jaffa kümmert sie sich um die afrikanischen Flüchtlinge, von denen die meisten Christen sind. Für ihren Einsatz wurde die Comboni-Schwester, die selbst aus Eritrea stammt, im Jahr 2012 sogar vom Außenministerium der Vereinigten Staaten als „Heldin im Kampf gegen Menschenhandel“ ausgezeichnet. Im Gespräch mit dem „Franciscan Media Center“ berichtet sie: 1_0_648212

„Es sind etwa 45.000 Christen unter den Flüchtlingen, wenige sind Muslime aus Darfur, die anderen sind alle Christen. Ich gehe drei Mal pro Woche in das Flüchtlingslager für Frauen und telefoniere jeden Tag mit ihnen  –  tagsüber genauso wie nachts.“

Was sie der Schwester anvertrauen, sind Geschichten voller Gewalt und Leid: Im Sinai werden Flüchtlinge von Menschenhändlern gefoltert, entführt, vergewaltigt und teilweise sogar ermordet, wie Menschrechtsorganisationen berichten. Werden die Entführten nicht frei gekauft, drohen die oft aus Ägypten stammenden Beduinen mit der Entnahme von Organen, die sie dann weiterverkaufen.

Vergewaltigte Flüchtlingsfrau nahm ihr Baby an

In der Klinik versorgt Schwester Azezet die Flüchtlinge. Eine Lebensgeschichte hat sie dabei besonders berührt:

„Eine Frau, die vergewaltigt wurde, sie heißt Gennet, kam zu uns. Sie hat das Kind bekommen und es Emanuele getauft. Dazu erklärte sie: ‚Dieses Kind ist ein Geschenk Gottes.’  – Gennet war nicht wütend auf das Kind, sondern nahm es als Geschenk Gottes an. Das ist für mich ein Weg des Glaubens.“

Oft bleibt es übrigens nicht nur bei der Drohung, den Flüchtlingen Organe zu entnehmen. Menschenrechtler hatten in einer Leichenhalle des Hospitals von Al Arish, der Provinzhauptstadt im Norden des Sinais, Verstorbene aufgefunden, deren Körper in der Mitte oder an der Seite aufgeschnitten und mit großen Stichen wieder zugenäht worden waren  –  alle verwertbaren Organe, sogar die Augenlinsen, waren entfernt worden.

Ägypten scheint nach Kenntnissen der Weltgesundheitsorganisation WHO die regionale Drehscheibe dieses makabren Geschäfts zu sein, von dem die Schwächsten betroffen sind. Der Menschrechenrechtsausschuß des Deutschen Bundestag will sich nun am morgigen 20. Februar mit dem Thema beschäftigen.

Quelle (Text/Foto): Radio Vatikan


Israel: Ministerpräsident Netanjahu warnt vor iranischem Atomprogramm und verweist auf Nordkorea

Am gestrigen Montag hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu davor gewarnt, daß der Iran  –  wie zuvor Nordkorea  –   in den Besitz von Atomwaffen kommen wird, wenn man das Atomprogram des Landes nicht besser überwacht.

Diese Warnung wurde kurz nach der Bekanntgabe ausgesprochen, daß Beobachter der Internationalen Atombehörde (IAEA) erneut keine Erlaubnis für eine Inspektion der iranischen Atomanlagen erhalten haben.

Foto: K. Ruprecht

Foto: K. Ruprecht

Der einzige Weg, den Iran von seinem Vorhaben abzubringen ist, sei laut Netanjahu „eine robuste und glaubhafte militärische Bedrohung“.

Das einzige Land, das solch eine Bedrohung darstellen könnte, die USA, scheint jedoch in die entgegengesetzte Richtung zu blicken. Vor kurzem erst wurden zwei Männer als Verteidigungs- und Außenminister berufen, die ausgesprochene Gegner einer Militärkampagne gegen den Iran sind.

Netanjahu sagte, wenn US-Präsident Obama im nächsten Monat nach Israel komme, werde er ihn erinnern, daß der „Iran seinen Plan, Israel zu zerstören und eine Bedrohung für die gesamte Welt zu werden, nicht verbirgt.“

Quelle: http://www.israelheute.com


Evangelische Kritik an jüngsten Äußerungen von EKD-Präses Schneider zur Familie

Von Siegfried F. Storbeck (Hamburg)

Die Meinungsvielfalt des Ratsvorsitzenden der EKD, Präses Schneider, zum Thema Familie und Ehe ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie meine evangelische Kirche auf ganzer Breite daran arbeitet, der öffentlichen und politischen Meinung  zu entsprechen. Zu einer Thematik, die nicht nur bestimmend ist für den Fortbestand unseres Volkes, sondern auch für dessen Kultur und Ethik. 

Ob sich mit dieser besonderen Auslegung von Luthers „dem Volke aufs Maul schauen“ die verbleibenden evangelischen Kirchen wieder füllen lassen, bezweifle ich.

Patchwork-„Familie“ und Alleinerziehung können nicht ersetzen, was die Familie mit ihrer verpflichtenden sozialen, rechtlichen und moralischen Bindung der heranwachsenden Generation an Vorbild für die Zukunft bietet  –  auch dann, wenn „die Ehe eine enorme Anstrengung “ ist.

Der Trend zum Individualismus, zum egoistischen Ich-Ausleben und maßstabsgerechten Partner, gekoppelt mit Anspruchsdenken und Verantwortungsscheu vor dem „durch dick und dünn“ sollte vom Sprachrohr der evangelischen Kirche nicht  unterstützt werden.

Ein Blick zurück in unsere Geschichte beweist die Stärke der Familie in einer Zeit, wo Mütter unter schwierigsten, lebensbedrohenden Umständen ihre Familien retteten und durchbrachten, wartend auf die ungewisse Rückkehr ihrer Männer und Väter.

Mein Berliner Konfirmationspfarrer (1946) würde Herrn Schneiders Thesen mit einem klaren „So nicht“ beantworten, dem ich mich anschließe.

 


Nahe ist der HERR den zerbrochenen Herzen

Aus der heutigen liturgischen Lesung der kath. Kirche: Psalm 34(33),4-5.6-7.16-17.18-19:

Verherrlicht mit mir den HERRN
laßt uns gemeinsam seinen Namen rühmen.
Ich suchte den HERRN und ER hat mich erhört,           
Foto: Evita Gründler
Foto: Evita Gründler
ER hat mich all meinen Ängsten entrissen.
Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten,
und ihr braucht nicht zu erröten.
Da ist ein Armer; er rief und der HERR erhörte ihn.
ER half ihm aus all seinen Nöten.
 
Die Augen des HERRN blicken auf die Gerechten,
seine Ohren hören ihr Rufen.
Das Antlitz des HERRN richtet sich gegen die Bösen,
um ihr Andenken von der Erde zu tilgen.
Rufen die Gerechten, so hört sie der HERR;
ER entreißt sie all ihren Ängsten.
Nahe ist der HERR den zerbrochenen Herzen,
ER hilft denen auf, die zerknirscht sind.