Prof. Lutz von Padberg: Das Mittelalter war nicht „finsterer“ als andere Epochen

War das Mittelalter eine besonders „finstere“ Epoche, wie es heute oft dargestellt wird?  –  Dieser Frage ging der evangelische Kirchenhistoriker Prof. Lutz E. von Padberg in seiner Abschiedsvorlesung an der Freien Theologischen Hochschule (FTH) in Gießen nach. Der 63-Jährige war dort 27 Jahre Dozent, leitete die Abteilung für Historische Theologie und war zuletzt auch Forschungsdekan. imm003_1

Nach seinen Worten ist die Sicht auf das Mittelalter heute widersprüchlich: Einerseits diene diese Epoche als Begriff, um konservative Einstellungen zu diffamieren und erscheine daher für die Gegenwart als unbrauchbar. Andererseits staune man über diese Zeit und nutze sie gerne als lukrativen Wirtschaftszweig, etwa auf dem Büchermarkt, in der Filmbranche oder für Kultur- und Freizeitangebote.

Das „wahre Mittelalter“ komme in der historischen Betrachtung kaum zu Wort.

Warum erscheint dem modernen Menschen diese Zeit als finster? Laut von Padberg liegt das vor allem an der damaligen „alltäglichen Vergegenwärtigung des Teufels“ und der Anwendung sog. „Gottesurteile“ bei Gerichtsverfahren. Sein Fazit: Das Mittelalter sei eine genauso finstere Zeit gewesen wie jede andere Epoche auch.

Aber dieser Phase hatte, so der Kirchenhistoriker, auch eine andere Seite: „Sie versuchte Wertvorstellungen zu folgen, die wenn auch oft verändert, ihren Ursprung in der Bibel haben.“  –  Es sei aller Mühe wert und lohnend, heute solche Werte neu zu entdecken. Die Gegenwart sei vom Fortschrittsdenken mit dem Glauben an eine „ständige Höherentwicklung“ geprägt. Gleichzeitig würden jedoch Schattenseiten übersehen, wie sie in den Weltkriegen und im Holocaust offenbar geworden seien.

Quelle: http://www.idea.de

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


„Zartbitter“ beklagt: Die Politik läßt aktuelle Mißbrauchs-Betroffene „restlos“ im Stich – „Medien schweigen darüber“

Pressemitteilung von „Zartbitter“, der bekannten Kölner Beratungsstelle für Mißbrauchsopfer:

Während in der Öffentlichkeit berechtigterweise diskutiert wird, dass sich die katholische Kirche bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen keineswegs immer mit Ruhm bekleckert hat, schweigen die Medien darüber, dass die Politik die aktuell von sexuellem Missbrauch betroffenen Mädchen und Jungen restlos im Stich lässt. 

KÖLN  -  Foto: Dr. Bernd F. Pelz

KÖLN – Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Besonders enttäuscht ist Ursula Enders, Leiterin und Mitbegründerin von „Zartbitter“ Köln, von der Bundeskanzlerin:

„Während ihrer Zeit als Familienministerin Anfang der 1990er Jahre entwickelte Frau Merkel ein überzeugendes Engagement für kindliche und jugendliche Opfer sexueller Gewalt. Sie führte eine Kampagne durch und veranstaltete z. B. eine große Konferenz auf der sie sogar „heiße Eisen“ anpackte wie die Thematik der organisierten sexuellen Ausbeutung von Mädchen und Jungen im Rahmen von Pornoproduktionen und rituellem Missbrauch.“

Nach der Aufdeckungswelle zahlreicher Missbrauchsfälle im Jahre 2010 erklärte die Bundeskanzlerin auf Anfrage, dass sie erst einmal die Ergebnisse des „Runden Tisches sexueller Missbrauch“ abwarten wolle ehe sie sich in die politische Diskussion einschalte.

Nun schlummern die fachlich mit wissenschaftlichen Erkenntnissen differenziert begründeten Empfehlungen des Runden Tisches schon ein Jahr auf den Schreibtischen der Politik, ohne dass Bund und Länder entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung der Hilfen für aktuell betroffene Kinder und Jugendliche umgesetzt hätten  –  und die Bundeskanzlerin schweigt immer noch.

Bis heute gibt es einen eklatanten Mangel an Beratungsangeboten für betroffene Jungen, das Angebot für Mädchen ist unzureichend. Die bestehenden Fachberatungsstellen gegen sexuellen Missbrauch sind z. T. chronisch unterfinanziert. Insbesondere in ländlichen Gebieten und in den neuen Bundesländern bleiben kindliche und jugendliche Opfer sexuellen Missbrauchs auch heute noch fast gänzlich ohne fachlich qualifizierte Hilfen.

Es fehlt durchgängig an Beratungsangeboten für Mädchen und Jungen mit Beeinträchtigungen und Migrationshintergrund. Dringend notwendige gesetzliche Verbesserungen für eine opfer- und zeugenschonende Praxis im Strafprozess wurden zwar vom Bundestag verabschiedet, werden jedoch vom Bundesrat seit Monaten auf Kosten der Opfer verschleppt.

Was ist die Ursache für die gesamtgesellschaftliche Ignoranz gegenüber dem Leid kindlicher und jugendlicher Opfer?  – Zum einen liegt dies sicherlich daran, dass die Medien im Rahmen ihrer ständigen Suche nach O-Tönen von Opfern, zahlreiche Berichte über die Situation von heute erwachsenen Betroffenen veröffentlicht haben.

Da man Kinder nicht vor die Kamera zerren kann, wurde die Situation der heutigen Opfer in der medialen Berichterstattung grob vernachlässigt. Dabei scheint die öffentlich bekundete Anteilnahme der Politik an den Langzeitfolgen von heute erwachsenen Betroffenen noch nicht einmal glaubwürdig: Bis heute warten die erwachsenen Betroffenen z. B. auf Entschädigungszahlungen und eine Verbesserung therapeutischer Unterstützungsangebote. (…)

Bundesweit haben sich Fachberatungsstellen gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen zusammengetan und eine Petition zur Verbesserung der Hilfen für kindliche und jugendliche Opfer sexuellen Missbrauchs gestartet. Sie finden die Petition auf den Webseiten von Fachstellen wie Zartbitter Köln, Wildwasser-Berlin oder Taúwetter Berlin oder direkt über den Link:
https://www.openpetition.de/petition/online/hilfen-fuer-sexuell-missbrauchte-maedchen-und-jungen-verbessern

 


„Kath.net“ warnt vor den Botschaften „Die Warnung“ und verkauft sie zugleich per „Kath.shop“ in sieben Bänden

Seit fast zwei Jahren kursieren Visionen einer „verborgenen Seherin“

Am 15. Februar dieses Jahres veröffentlichte die private katholische Nachrichtenseite „Kath.net“ eine klare Abrechnungmit jenen irrgeistigen Privatoffenbarungen, die unter dem Titel „Die Warnung“ seit fast zwei Jahren die erscheinungsbewegte Kreise in Erregung, zum Teil gar in Endzeit- und Alarmstimmung versetzen.

Der begrüßenswerte Beitrag von Johannes Graf hindert das charismatisch geprägte „Kath.net“ gleichwohl nicht daran, genau jene absonderlichen Botschaften „Die Warnung“ gleichsam in seiner Nebenabteilung, dem Internetbuchhandel „Kath.shop“ zu vertreiben  –  und dies geschäftstüchtig in sieben Bänden, ergänzt um einen Extrateil jener Kreuzzugsgebete“, die ebenfalls aus den Warnungs-Visionen stammen, die eine anonyme Seherin angeblich seit Jahr und Tag von Jesus und Maria erhält  – und vor deren Unsinns-„Prophetien“ wir von Anfang an gewarnt haben.  media-377708-2

Wir haben mit der Veröffentlichung dieses Artikels zunächst eine Woche zugewartet, um zu sehen, ob diese Botschafts-Bände aus dem Vertrieb verschwinden, nachdem auf „Kath.net“ ausführlich davor gewarnt wurde, zumal dieser kritische Artikel sich dort derzeit auf Platz 1 der meistkommentierten Beiträge befindet, also offenbar großes Interesse unter den Kathnet-Lesern hervorrief.

Doch allem Anschein nach nimmt „Kath.net“ auch weiterhin Defizite in puncto eigener Konsequenz und Glaubwürdigkeit in Kauf, damit das Verkaufsgeschäft mit den Botschaftsbänden weiter floriert.

Nun zum erwähnten Verriß mit dem Titel:  „Absurde ‚Warnung’ vor dem nächsten Papst“.   – Der Text beginnt mit den Worten: 

„Die Botschaften der ‚Warnung’ fordern dazu auf, den Nachfolger Benedikts XVI. nicht anzuerkennen. Dieser sei ‚falscher Prophet’ und mit dem Antichrist im Bunde. Ein Kommentar über diese und andere nicht ernst zu nehmende Botschaften von Johannes Graf.“

Geradzu drollig erscheint der nächste Satz:

„Seit März 2011 kursieren im Internet und mittlerweile auch in Buchform angebliche Privatoffenbarungen einer anonymen Seherin, die sich „Verborgene Prophetin“ nennt.“

Die „Buchform“ gibt es nicht erst „mittlerweile“, sondern schon seit über eineinhalb Jahren, noch dazu direkt vertrieben von der eigenen Nebenabteilung!

Über diese „Privatoffenbarung“ heißt es weiter: „Die Botschaften handeln meist von einer sogenannten „Warnung“, einem Moment, in dem alle Menschen durch einen gnadenhaften Akt Gottes den Heilszustand ihrer Seele sehen können. Dieses Ereignis soll in naher Zukunft stattfinden.“

Das „Ereignis“ wurde in Wirklichkeit für spätestens Dezember 2012 angekündigt, weil bis dahin bereits die „Trübsalszeit“ stattfinden solle, die nach der „Warnung“ eintreffe.

Die „Warnung“ behauptet: Papst-Nachfolger ist ein Betrüger

Nun schreibt der Autor, der bevorstehende Amtsverzicht des Papstes sei ein aktueller Anlaß, sich erneut zu diesen Visionen zu äußern:

„In den Botschaften der Warnung wird behauptet, Papst Benedikt XVI. sei der letzte „echte“ Papst, sein Nachfolger aber ein Betrüger, der mit dem Antichrist im Bunde sein werde. Die Botschaften fordern zum Schisma auf, sobald der Nachfolger Benedikts XVI. feststeht.“

Wahrlich herbe Kost für fromme Seelen, wobei dieser Aspekt im CHRISTLICHEN FORUM bereits seit Monaten von zahlreichen Kommentaren kritisch beleuchtet wird.

Sodann nimmt der Verfasser auch jene Prophezeiung aus der „Warnung“ auseinander, wonach dunkle Kräfte im Vatikan „planen, den Heiligen Stellvertreter Christi, Papst Benedikt XVI. durch einen „Diktator der Lügen“ zu ersetzen. Er wird im Bunde mit dem Antichristen und seiner Gruppe eine neue Kirche erschaffen, um die Welt in die Irre zu führen.“ (Botschaft vom 18. Januar 2012)“

Wie man sieht, wurde diese absonderliche „Mitteilung“ bereits vor über einem Jahr von der „verborgenen Seherin“ zum Besten bzw. Schlechten gegeben, was „Kath.net“ allerdings nicht hindert, diesen offensichtlichen Unfug weiter per Kath.shop zu verbreiten.

Zudem stellt Johannes Graf fest, was aufmerksame Leserkommentare hier im CHRISTLICHEN FORUM bereits vorher erkannten:

„Die Umstände des Rücktritts Benedikts XVI. stimmen nicht mit den Botschaften der „Warnung“ überein. Dort wird behauptet, Benedikt XVI. würde „vom Heiligen Stuhl in Rom vertrieben werden.“ (11. Februar 2012). Ebenso wird vorausgesagt: „Er wird zerdrückt werden, als Haupt Meiner Kirche, und ihm wird keine Gnade gezeigt werden. Der Widerstand wird schnell zunehmen, wobei er für nicht mehr zuständig erklärt werden wird.“ (13. November 2012)“

In Wirklichkeit betonte der Papst mehrfach die Freiwilligkeit seiner Entscheidung zum Amtsverzicht – einmal abgesehen davon, daß er einen Rücktritt im Seewald-Buch „Licht der Welt“ indirekt ankündigte für den Fall, daß er gesundheitlich nicht mehr in der Lage sei, das Petrusamt angemessen auszuführen.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Nachträglicher HINWEIS: Wie uns ein Leser am heutigen 10. März mitteilte, hat „kath.shop“ die Botschaftsbände „Die Warnung“ inzwischen aus seinem Sortiment genommen  –  späte Einsicht, aber immerhin!


Neuer Kino-Spot ruft zur strengeren Kontrolle des Waffenexports auf – IGFM startet Petition

Die Fa. „Serviceplan“ hat für die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) einen neuen Kinospot realisiert, der die tödlichen Auswirkungen eines ungebremsten Rüstungsexports thematisiert und  –  in der deutschen Fassung  –  zum Unterzeichnen einer Petition für strengere Kontrollen des Waffenexports aufruft. Deutschland war 2011 der fünftgrößte Rüstungsexporteur der Welt.

Rund 12 Milliarden Patronen werden jährlich produziert und etwa 875 Millionen „Kleinwaffen“ sind weltweit im Umlauf. Faust- und Handfeuerwaffen wie Pistolen, Revolver, (Sturm-)Gewehre, Schrotflinten oder Maschinenpistolen zählen ebenso dazu wie Handgranaten, Mörser, Minen oder tragbare Raketenwerfer.

80 Prozent aller Todesopfer in derzeitigen Konflikten sind Zivilisten; die meisten davon sterben durch den Einsatz von Kleinwaffen.  IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

Die Diskussion über schärfere Waffengesetze und strengere Exportkontrollen ist dieser Tage aktueller denn je –  auch die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), für die Serviceplan seit 2009 tätig ist, positioniert sich klar dazu:

„Waffen dürfen nicht an Schurkenstaaten oder in Regionen geliefert werden, in denen Menschenrechte eklatant verletzt werden. Deshalb haben wir eine Petition gestartet, in der wir Unterschriften für strengere Kontrollen bei der Lizenzherstellung und dem Export von Waffen sammeln“, erklärt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.

Um diese Petition bekannt zu machen und für Unterschriften zu werben, hat „Serviceplan“ einen neuen Spot für die 1972 gegründete Menschenrechtsorganisation realisiert, der ab sofort online zu sehen ist und in ausgewählten Kinos als Trailer gezeigt wird – erschreckend passend zum Thema direkt vor Quentin Tarantinos „Django Unchained“.

Deutschland belegte im Jahr 2011 mit 1,21 Milliarden US-Dollar den fünften Platz der zehn größten Rüstungsexporteure der Welt  –  nach den USA, Russland, Frankreich und China. Deutschlands Anteil macht dabei neun Prozent aller Rüstungsexporte aus: „Das zeigt, dass Waffen noch immer ein ‚Exportschlager‘ sind, obwohl sie der Menschheit so viel Leid bereiten. Die Diskrepanz zwischen dieser erstklassigen Verarbeitungsqualität und ihrer tödlichen Folgen bringt unser Spot auf den Punkt“, so Christoph Everke, Kreativgeschäftsführer von „Serviceplan Campaign“, der den Film mit seinem Team entwickelt hat.

In dem Spot mit dem Titel „Beautiful Beast“ ist zunächst der Schauspieler Gabriel Walsh zu sehen, der in der Rolle eines prophetischen Vertriebsmanagers über die „perfekte Verbindung zeitloser Materialien“ und die „unübertroffene Power und Effizienz“ eines Produktes spricht; über Faszination, Leidenschaft und Begeisterung. Dazwischen sind Nah- und Detailaufnahmen verschiedener Materialien und mechanischer Teiler zu sehen, die aber nicht Aufschluss geben, um was für ein Produkt es sich handeln könnte  –  ein Auto? Eine Uhr? Erst im Nachhinein wird deutlich, dass es sich um die Bauteile eines des weltweit meistverkauften und eingesetzten Sturmgewehrs handelt.

Bevor der Spot Archivmaterial aus verschiedenen Konfliktherden aus allen Teilen der Welt zeigt und zum Unterschreiben der Petition auf www.menschenrechte.de aufruft, schließt der Schauspieler mit dem Satz: „Ich persönlich glaube, es liegt an der Beschleunigung. Beschleunigung, die einem wirklich den Atem raubt. Eines steht fest: unsere Produkte haben die Welt verändert.“

Spot-Daten:  „Beautiful Beast“
Agentur: Serviceplan Campaign
Produktion: Mr. Bob Films
Kamera: Jann Döppert
Musik und Ton: Mona Davis
Regie: Oliver Würffell

Facebook-Seite der IGFM: https://www.facebook.com/igfmdeutschland

 


Rettung in letzter Minute: Cordula Mohr berichtet über ein ungeborenes Kind, das leben darf

Unsere katholische Autorin, Familienmutter und engagierte Lebensrechtlerin Cordula Mohr ist Vorsitzende der „Aktion Lebensrecht für Alle“ (ALFA) in Rheine und Mitglied der CDL (Christdemokraten für das Leben). 

Das FOTO zeigt Cordula als Helferin an unserem Infostand beim Kongreß „Freude am Glauben“. imm036_34A

Hier folgt ihr Erlebnisbericht über die Rettung eines ungeborenen Babys durch ehrenamtliche Schwangerenberatung im Internet:

Liebes CHRISTLICHES FORUM,

nun habe ich Zeit, die spannende und gottlob gut ausgegangene Geschichte von einer Frau aus dem Internetforum zu schildern:

Ende Januar war in einem Schwangerenforum des Internets wieder ein Thread eingestellt, der auf Antwort wartete. Die Überschrift hieß „schwanger mit 21“ und stammte von einer Frau mit dem Nicknamen „Kirschbaum789“.

Die Schwangere schrieb immer nur kurze Sätze, da sie nur ein I-Phone hatte, wodurch das Schreiben sehr viel länger dauert als vor einem Computerbildschirm.

Ihr Freund war 34 und hatte schon eine gescheiterte Ehe mit einem Sohn zu versorgen. Sie haben dennoch keine finanziellen Sorgen, da die Schwangere als Fliesenlegerin arbeitet. Sie schrieb sogar, daß sich das ganze Umfeld um sie herum über ihre Schwangerschaft freut, besonders ihr Freund, wobei sie sicher ist, daß er einen prima Vater abgeben würde.   

Nur ihr selber ging es nicht gut bei dem Gedanken, ein Kind zu bekommen; sie war oft hin und her gerissen, da sie sehr freiheitsliebend ist.

Ich antwortete ihr dann, wie es kinderliebenden Männern ergehen kann, wenn Frauen gegen den Willen des Vaters abtreiben. Ich schrieb von der Ohnmacht, die sie empfinden  –  und von der tiefen Trauer um das vernichtete Baby, das sie gezeugt haben.

Dann erwähnte ich, daß viele Männer es in solchen Fällen seelisch nicht mehr schaffen, weiterhin mit dieser Frau zusammen zu bleiben.

Eine andere Lebensrechtlerin schrieb ähnlich und betonte, wie immer die Schwangere sich auch entscheide: so oder so werde nichts einfach so bleiben, wie es vorher war.  Sie bezog sich damit auf den starken Freiheitsdrang der unschlüssigen Frau; diese ging jedoch auf unsere Hinweise und Argumente wenig ein und meldete sich auch nur mit kurzen Reaktionen, was eben auch an ihrem I-Phone lag.

Nach einiger Zeit schrieb sie dann, sie gehe nun zum Abtreibungstermin und wenn sie dort eingetroffen sei, werde sie sich für oder gegen das Kind entscheiden und gegebenenfalls aus der Praxis laufen.

Ich riet ihr dringend davon ab, alles bis auf den letzten Drücker aufzuschieben  – es war inzwischen Ende Januar dieses Jahres. Ich befürchtete schon, das Kind sei verloren.

Am 14. Februar ließ sie um 10.35 Uhr wieder von sich hören mit folgenden Posting: „Ich bin gerade aus der Frauenarztpraxis gelaufen. Es war die Hölle.“ 

Sie mußte mit einem Zäpfchen in ihrer Vagina noch eine Stunde im Wartezimmer verbringen. Dort saßen mehrere Frauen zur Abtreibung. Als unsere schwangere Internet-Bekannte dort an Ort und Stelle die Abtreibung nicht mehr wollte, mußte sie noch einmal zum Arzt zur Untersuchung, der sehr unfreundlich mit ihr umging,

Dieser hat sie ziemlich brutal untersucht und versucht, die Zäpfchenreste aus ihrem Unterleib herauszubekommen. Sie hätte dabei geschrieen vor Schmerzen, wie sie uns berichtete. Eine Nachuntersuchung am selben Nachmittag ergab aber gottlob, daß es ihrem ungeborenen Baby gut geht.

In einem der letzten Postings von ihr stand dann, sie könne sich nach diesem fürchterlichen Erlebnis nur noch vorstellen, ihr Kind zu bekommen. Der Abtreibungsarzt kam ihr vor wie ein Metzger.

„Ich glaube, ich werde mich schon noch auf das Kind richtig freuen“, schrieb sie. Dies hat sie inzwischen mehrfach wiederholt. Außerdem hat sie ihre körperlich anstrengende Stelle als Fliesenlegerin vertauscht mit einer  Stelle in der Versandabteilung innerhalb derselben Firma. So geht es ihr auch in dieser Hinsicht recht gut und sie freut sich zusammen mit ihrem Freund riesig auf ihr Baby.

 

 


Kritik am regierungsamtlichen Gutachten zu Lasten der Familien – eine „unheilige Allianz“?

Von Birgit Kelle (Leiterin von „Frau 2000plus„)  

Birgit Kelle

Birgit Kelle

Keine Frage, die Familien- und auch die Frauenpolitik wird uns noch bis zum Erbrechen beschäftigen im anstehenden Bundestagswahlkampf. Gerade wird das Thema wieder einmal angefeuert durch ein neues Gutachten zur Effektivität unserer familienpolitischen Leistungen.

Man kann es schon fast eine „unheilige Allianz“ nennen, wenn Familienministerium und Wirtschaftsministerium gemeinsam eine AG als Gutachter beauftragen, die sich gemeinhin um Profitmaximierung bei Unternehmen spezialisiert hat, um jetzt zu bewerten, was bei den Familienleistungen nützlich ist und was nicht.

Es fordert die Frage heraus: Wem soll das alles nützen  –  den Familien oder der Wirtschaft?

Grund genug für eine Kolumne:  „Zieht euch schon mal warm an!“  –  Hierzu ein Ausschnitt:

„Ob staatliche Gelder wirken, weiß man nur, wenn man dafür ein Ziel definiert hat. Denn ob eine familienpolitische Maßnahmen zielführend ist, hängt davon ab, was man sich und vor allem für wen davon verspricht. Es ist reine Definitionssache.

Genauso gut könnte man etwa den Etat des Verteidigungsministeriums auf seine Wirksamkeit in der Familienpolitik hin untersuchen. Wäre sinnlos und hätte verheerende Ergebnisse. Denn der Verteidigungsetat soll der Verteidigung unseres Landes dienen und nicht das Bruttosozialprodukt erhöhen. Auch soll es die Geburtenrate nicht erhöhen, es dezimiert allerhöchstens im Kriegsfall die Zahl unserer Söhne und inzwischen auch Töchter. Also völlig kontraproduktiv für die Familie. Es erscheint also aberwitzig, den Verteidigungsetat nicht einzig und allein auf seine Verteidigungsleistung hin zu überprüfen.

Warum also überprüft man jetzt neuerdings den Familienetat auf seine Wirtschaftstauglichkeit anstatt auf seine Familienfreundlichkeit hin?“

Den ganzen Text finden Sie hier  –  wie immer mit der Chance, per Leserkommentar zu reagieren:
http://www.theeuropean.de/birgit-kelle/5902-die-oekonomisierung-der-familienpolitik–2

Mit Gottes Hilfe rettet Königin Ester ihr Volk vor der Vernichtung

Aus der heutigen liturgischen Lesung der kath. Kirche: Buch Ester 14,1.3-5.12-14:

Auch die Königin Ester wurde von Todesangst ergriffen
und suchte Zuflucht beim HERRN.
Sie legte ihre prächtigen Gewänder ab
und zog die Kleider der Notzeit und Trauer an.
Statt kostbarer Salben tat sie Asche und Staub auf ihr Haupt
und vernachlässigte ihren Körper,                                                                                               
TochterZion
und wo sie sonst ihren prunkvollen Schmuck trug,
hingen jetzt ihre Haare in Strähnen herab.
 
Und sie betete zum HERRN, dem Gott Israels:
HERR, unser König, du bist der Einzige. Hilf mir!
Denn ich bin allein und habe keinen Helfer außer dir;
die Gefahr steht greifbar vor mir.
 
Von Kindheit an
habe ich in meiner Familie und meinem Stamm gehört,
dass du, HERR, Israel aus allen Völkern erwählt hast;
du hast dir unsere Väter aus all ihren Vorfahren
als deinen ewigen Erbbesitz ausgesucht
und hast an ihnen gehandelt, wie du es versprochen hattest.
 
Denk an uns, Herr! Offenbare dich in der Zeit unserer Not,
und gib mir Mut, König der Götter und Herrscher über alle Mächte!
Leg mir in Gegenwart des Löwen die passenden Worte in den Mund,
und stimm sein Herz um, damit er unseren Feind verabscheut
und ihn und seine Gesinnungsgenossen vernichtet.
Uns aber rette mit deiner Hand!
Hilf mir, denn ich bin allein und habe niemand außer dir, o HERR!