DSCHIBUTI: Freiheit für Mohamed Ahmed – er wurde verhaftet, weil er eine schwangere Frau vor Vergewaltigung schützen wollte

Nach Angaben der Weltorganisation gegen die Folter (OMCT) wird Mohamed Ahmed seit dem 30. Juni 2010 in der Hauptstadt von Dschibuti (Ostafrika) im Zentralgefängnis „Gabode“ festgehalten, das für seine harten Haftbedingungen berüchtigt ist.

Der etwa 41-Jährige  –  er ist von Beruf Hirte bzw. Schäfer   –  wurde am 1. Mai 2010 verhaftet, weil er versucht hatte, eine schwangere Frau vor einer drohenden Vergewaltigung durch Soldaten der Dschibutischen Nationalarmee (AND) zu schützen. 

Foto: E. Gründler

Foto: E. Gründler

Obwohl Ahmed seit fast drei Jahren in Gefangenschaft ist, wurde er bisher noch keinem Richter vorgeführt. Auch der Zugang zu einem Rechtsanwalt bleibt ihm verwehrt. Seit dem 28. Dezember 2012 befindet er sich in vollständiger Isolation. Er hat weder Kontakt zu seiner Familie noch zu Mitgefangenen oder Freunden.

Trotz seines höchst kritischen Gesundheitszustands werden ihm Medikamente vorenthalten. Im Gefängnis ist er weiterhin Einschüchterungen und Mißhandlungen ausgesetzt.

Mohamed Ahmed war nach seiner Festnahme 2010 zunächst in einer Kaserne in geheimer Haft gehalten worden. Anschließend wurde er von verschiedenen Sicherheitsdiensten gefoltert und zwischenzeitlich 10 Tage lang ohne Nahrung belassen.

Im Verlauf seiner Gefangenschaft wurde der Hirte u.a. mit Stockschlägen gefoltert. An ihm wurden Prügel auf die Fußsohlen und Scheinhinrichtungen vollzogen. Aufgrund der Folter hat er ein geplatztes Trommelfell und Rippenbrüche zurückbehalten.

Bitte helfen Sie diesem mutigen Mann, indem Sie Beschwerdebriefe an die genannten Stellen schicken (siehe hier und unten):

Monsieur Ismael Omar Guelleh
Président de la République 
c/o Botschaft der Republik Dschibuti
Kurfürstenstraße 84  / 10787 Berlin
Fax: 030-26934165   –  oder per E-Mail: info@djibouti-embassy.de  
oder per
 Kontaktformular: http://www.djibouti-embassy.de
 

MUSTERSCHREIBEN an den Präsident von Dschibuti (die Briefe können auch kürzer ausfallen):

Exzellenz,

Nachrichten über die fortdauernde Gefangenschaft von Mohamed Ahmed erfüllen mich mit großer Besorgnis. Berichten zufolge wurde der Hirte am 1. Mai 2010 von Angehörigen der Dschibutischen Nationalarmee (AND) verhaftet.

Die Festnahme ereignete sich, als Herr Mohamed Ahmed unbewaffnet versucht haben soll, eine schwangere Frau vor einer drohenden Vergewaltigung durch die Soldaten zu schützen.

In den ersten Wochen seiner geheimen Haft wurde er gefoltert. Seit dem 30. Juni 2010 wird er ohne Gerichtsurteil im Zentralgefängnis „Gabode“ in der dschibutischen Hauptstadt festgehalten. Er soll auch dort Opfer von Misshandlungen geworden sein.

Exzellenz, hiermit ersuche ich Sie,

>  die körperliche und psychische Integrität des Gefangenen sicherzustellen und ihm die notwendige medizinische Versorgung zu gewähren;

> Mohamed Ahmed permanenten Kontakt zu Rechtsanwälten und Familienangehörigen zu ermöglichen;

> seine Festnahme und die während seiner Haft erlittene Gewalt zum Gegenstand einer unabhängigen Untersuchung zu machen.

Sofern der Gefangene nicht unverzüglich in einem fairen Gerichtsverfahren gemäß internationalen Standards angeklagt wird, bitte ich Sie, seine sofortige Freilassung anzuordnen. Gerne würde ich erfahren, wie die dschibutische Regierung in diesem Fall weiter vorgehen wird.

Hochachtungsvoll

KOPIEN an:
> Auswärtiges Amt, Berlin, Fax: 03018-17-3402, E-Mail: poststelle@auswaertiges-amt.de
> Deutscher Bundestag, Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, Fax: 030-227-36051, E-Mail: menschenrechtsausschuss@bundestag.de

Info-QUELLE: www.akm-online.info

 


Kritik am Konklave: Die „Süddeutsche Zeitung“ verteilt wieder Seitenhiebe

Von Felizitas Küble

Die linksliberale „Süddeutsche Zeitung“ will auf ihre traditionellen Sticheleien gegen die katholische Kirche auch jetzt ungern verzichten; ihr Redakteur Matthias Dobrinski gab sie am 1. März online unter dem Titel „Geheimnistuerei als Instrument der Macht“  zum Besten. 

Foto: Kopten ohne GrenzenDie vorwurfsvolle Überschrift gibt bereits den Ton an und beweist zugleich das theologische Unverständnis des Autors, denn daß die Wahl eines neuen Papstes nicht unter den Augen und dem Getöse der Weltöffentlichkeit stattfindet, hat nachvollziehbare religiöse Gründe:

Die Kardinäle sollen in Ruhe und Besonnenheit  – und vor allem durch Gebet in aller Stille  –  dem Willen Gottes nahekommen und den Heiligen Geist herabflehen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche soll frei von Intrigen, Lobbygruppen und Druck von außen gewählt werden.  Selbst die Vorschläge und Ansichten der „Süddeutschen Zeitung“ spielen im Konklave einfach keine Rolle.

Das mag eine herbe Enttäuschung für SZ-Redakteure und all jene sein, die zwar selten ein Gotteshaus von innen sehen, aber umso lieber von außen in die katholische Kirche hineinregieren würden, um sie flugs nach ihren linksgestrickten Vorstellungen umzugestalten.

Das Münchner Blatt schreibt gleich einleitend: „Die katholische Kirche setzt immer noch bewusst auf geheimnisvolle Riten. Dabei sollte sie lieber mehr Offenheit pflegen.“

Die schlichte Tatsache, daß sich Kardinäle zwecks Papstwahl zu Gebet und Stille zurückziehen, wird von Dobrinski wie folgt kommentiert:

„In wenigen Tagen wird das Mittelalter in die Moderne zurückkehren. Mehr als hundert Männer, 53 bis 80 Jahre alt, ziehen in die Sixtinische Kapelle ein, sie singen „Komm Schöpfer Geist“ – veni creator spiritu.“

Immerhin kommt dem SZ-Redakteur ein psychologischer, wenngleich eher oberflächlicher Aspekt in den Sinn: „Manchem wird die Zeit der Abgeschiedenheit eine willkommene Auszeit vom Stress des Alltags sein.“    –  Zudem räumt er ein: „Das ist eine der Stärken der katholischen Kirche: Ihr stehen Riten zur Verfügung, die das Alltägliche vom nicht Alltäglichen scheiden.“

Daß jedoch die Pressewelt mit ihren Debatten und Zwischenrufen nicht mitmischen kann, gefällt Dobrinski keineswegs:

„Problematisch ist nicht das Konklave, problematisch ist die Geheimnistuerei rund um die Versammlung. Nichts soll im Vorfeld offen diskutiert werden, alles soll vor der bösen und missgünstigen Welt verborgen bleiben. Warum sollten die Kardinalsdebatten vor dem Konklave nicht öffentlich sein, nicht der Untersuchungsbericht zur Vatileaks-Affäre?  Die katholische Kirche könnte die Zeit zwischen den Päpsten zur offenen Debatte über ihre Zukunft nutzen. Denn die Wahl, die die Männer in Purpur in den kommenden Tagen da treffen müssen, wird eine Richtungswahl sein“.

Eben  –  und für eine gute „Richtungswahl“ benötigt die katholische Kirche den Heiligen Geist und nicht den Ratschlag der „Süddeutschen Zeitung“.

 Foto: Koptisch.wordpress.com


Kardinal Ratzinger kurz vor seiner Wahl zum Papst: „Mir wurde ganz schwindelig zumute…“

„Wir sind nicht für die Bequemlichkeit, sondern für das Große, für das Gute geschaffen.“

Es begann mit einem „Fallbeil“  –  so formulierte es der neue Papst vor 8 Jahren kurz nach seiner Wahl bei einer ersten Audienz für deutsche Pilger:

„Als langsam der Gang der Abstimmungen mich erkennen ließ, dass sozusagen das Fallbeil auf mich herabfallen würde, war mir ganz schwindelig zumute. Ich hatte geglaubt, mein Lebenswerk getan zu haben und nun auf einen ruhigen Ausklang meiner Tage hoffen zu dürfen. 1_0_668126

Ich habe mit tiefer Überzeugung zum HERRN gesagt: Tu mir dies nicht an! Du hast Jüngere und Bessere, die mit ganz anderem Elan und mit ganz anderer Kraft an diese große Aufgabe herantreten können.“

Doch ein Mit-Kardinal habe ihm in diesem Moment einen kleinen Brief zugeschoben, der dem Zögernden ins Gewissen redete:

„Der Mitbruder schrieb mir: Wenn der HERR nun zu Dir sagen sollte „Folge mir“, dann erinnere Dich, was Du gepredigt hast. Verweigere Dich nicht!  Sei gehorsam, wie Du es vom großen heimgegangenen Papst gesagt hast.  –  Das fiel mir ins Herz. Bequem sind die Wege des HERRN nicht, aber wir sind ja auch nicht für die Bequemlichkeit, sondern für das Große, für das Gute geschaffen.“

Quelle (Text/Foto): Radio Vatikan


Aufruf von EuroProLife: „1000 Kreuze für das Leben“ am 9. März 2013 in Münster:

Gebetszug am Samstag, den 9. März 2013 in Münster 
Beginn um 14,30 Uhr auf dem St.-Ägidii-Kirchplatz
(Innenstadt, Nähe Ludgeri-Kirche)

Beim diesjährigen Gebetszug wollen wir wieder Zeugnis geben für eine „Kultur des Lebens“.

Foto: EuroProLifeDie Welt liegt im Wandel; aber wohin soll all das führen?  – Immer deutlicher werden die Ausmaße sichtbar, welche durch den Zeitgeist und die Vorboten einer „Zivilisation des Todes“ auf subtile Weise im Abendland etabliert wurden.

Unser christlicher Auftrag ist die Nächstenliebe. Daher versammeln wir uns und richten unser Gebet an Gott für das Lebensrecht der Ungeborenen, aber auch um Einsicht und zur Umkehr all jener, die glauben, dass Tötung menschlichen Lebens in ihrer Entscheidungsbefugnis liege.

Bringen wir den Mut auf, einmal aus unserer vertrauten Bequemlichkeit herauszutreten und uns für die Schwächsten und am meisten Hilfsbedürftigen einzusetzen.

Wie recht hatte Clemens August Kardinal von Galen, als er gegen den Rassenwahn und die Willkürherrschaft des NS-Regimes öffentlich Stellung bezog. Sein mutiger Einsatz für Menschenwürde und Gottesgebote sollte auch uns Christen im 21. Jahrhundert als Vorbild dienen.

Heute erleben wir einen massiven Angriff auf das Christentum und damit auf Gott selbst. Mittlerweise hat sich dieses Gedankengut nahezu in alle Schichten, in vielen Medien, aber auch in staatlichen Institutionen ausgebreitet und festgesetzt.

Umso mehr ist jetzt die Solidarität aller Christen für eine „Kultur des Lebens und der Liebe“ gefragt. Bitte helfen Sie mit: Geben wir ein gemeinsames und starkes Zeugnis für die Wahrheit und damit für das Leben. Daher ist es gerade jetzt wichtig, mutig zu bekennen, dass Jesus Christus der HERR ist und wir an den Gott glauben, der ein Gott des Lebens ist.

 EuroProLife e.V., Westendstr. 78, D-80339 München

Tel. 089 / 51999851, Fax: 089 / 51999852

http://www.europrolife.com – E-mail: europrolife@yahoo.de




Alfred Adlers Thesen zur Homosexualität: Angst vor der Herausforderung

Von Felizitas Küble

Der berühmte Arzt und Psychologe Alfred Adler ist der führende Vertreter der zweiten „Wiener Richtung der Psychologie“, die sich von Sigmund Freud und dessen Psychoanalyse trennte und einen anderen Weg einschlug: den der sog. Individual-Psychologie.

Der 1870 als Sohn jüdischer Eltern in Wien geborene Mediziner vollzog 1911 den endgültigen Bruch mit Freud, als er aus dessen „Psychoanalytischen Vereinigung“ austrat und 1913 den „Verein für Individualpsychologie“ gründete. Wegen seiner Gefährdung durch den Nationalsozialismus emigrierte er 1935 in die USA.

Während Freud die „Libido“ bzw. den Sexualtrieb als bestimmenden Faktor im menschlichen Leben ansah, steht für Dr. Adler das „Gemeinschaftsgefühl“ im Vordergrund, das im Menschen naturhaft angelegt sei, aber durch pädagogische Bemühungen im Elternhaus und durch eigene Selbsterziehung   –   er nannte es „Selbsttraining“  –  bestärkt werden müsse.

Er räumte der Willensfreiheit einen weitaus höheren Stellenwert ein, als Freuds Theorie vom „psychischen Apparat“ dies vorsah. Aus Adlers Sicht sind schwerwiegende seelische Persönlichkeitsmängel bzw. Neurosen weniger sexuell verursacht als vielmehr eine Folge von Minderwertigkeitsgefühlen, die dann durch übertriebenes Geltungsstreben scheinbar ausgeglichen bzw „kompensiert“ werden.  So entstehen tiefsitzende Minderwertigkeitskomplexe, die zu Störungen im Gemeinschaftsleben führen.

In diesen Zusammenhang betrachtete er auch „Das Problem der Homosexualität“ (so sein Buchtitel).

Für Dr. Adler beginnt dieses „Problem“ mit Minderwertigkeitsgefühlen in der Kindheit, die durch eine fehlgeleitete Erziehung (zB. durch Vernachlässigung oder das andere Extrem der Verwöhnung) begünstigt würden, ebenso durch eine dominante (beherrschende) Mutter, ein fehlendes Vater-Vorbild oder enttäuschende Erfahrungen mit Gleichaltrigen desselben Geschlechts.

Diese Faktoren führen nach Adler aber keineswegs automatisch zu einer homosexuellen Ausrichtung. Ob diese entsteht, hängt aus seiner Sicht davon ab, wie der Mensch auf Niederlagen und Zurückweisungen reagiert  –  und hier kommt nun die Willensfreiheit ins Spiel:

Gelingt es dem „Frustrierten“, dennoch die Herausforderungen des Alltags und der eigenen Geschlechtsidentität“ lebensbejahend aufzugreifen und sich zur Gemeinschaftsfähigkeit durchzuringen  –  oder zieht er sich in seine innere“ Emigration“, gewissermaßen ins seelische Schneckenhaus zurück und verrennt sich so in Selbstmitleid, Überempfindlichkeit und unterschwellige Feindseligkeit gegenüber den anderen  –  im homosexuellen Fall: vor allem gegenüber dem weiblichen Geschlecht.

Hieraus ergibt sich der logische Schluß, daß der Individualpsychologe Adler das homosexuelle Empfinden als eine erworbene Eigenschaft ansah und nicht als genetische Veranlagung. Die These von der „angeborenen Homosexualität“ bezeichnete er in seinem Buch „Das Problem der Homosexualität“ wörtlich als „wissenschaftlichen Aberglauben“ (S. 89).

Er hielt diese damals weitverbreitete Anschauung für unvertretbar, zumal sie die Betroffenen in dem fatalen Irrglauben bestärke, ihre Ausrichtung sei unabänderlich.

Adler bezeichnet die gegenseitige Anziehung von Mann und Frau als das „tragende Prinzip von der Erhaltung der Gesellschaft.“  – Demgegenüber sei Homosexualität durch ein „Ausweichen vor normalen Beziehungen gekennzeichnet, in denen der Homosexuelle eine sichere Niederlage voraussieht“, vor allem gegenüber dem anderen Geschlecht.

Diese „mangelhafte Vorbereitung auf die Geschlechterrolle“ bedeute einen Fehlschlag in der Erziehung zum Mitmenschen“ (S. 87), so Dr. Adler, denn der Betroffene „weicht der normalen Lösung der Liebesfrage aus“. 

„Die Logik des Lebens“ läßt sich nicht verdrängen

Allerdings schlage die „Logik des Lebens“ unterschwellig auch bei ihm durch, wenn er seiner „fixen Idee, seiner Aufwallung nachgeht“, denn letztlich sei er unglücklich mit seiner Orientierung: „Darin bekundet sich die Stimme der Gemeinschaft, die unter allen Umständen der Homosexualität abhold sein muß.“Der „homosexuelle Fehlschlag“ führt nach Adler häufig zu Defiziten bei den sozialen Tugenden:

„Der Homosexuelle zeigt wenig Gemeinsinn und kaum jenes Wohlwollen für andere, wodurch das Band der Einigkeit unter den Mitmenschen geknüpft werden kann; er sucht auch nicht die friedliche Einfügung und Harmonie, sondern eine vorsichtige, aber übertriebene Expansionstendenz führt ihn auf den Weg des fortwährenden, feindlichen Messens und Kämpfens, in dessen Dienst er auch seinen Sexualtrieb stellt. Mit einem Wort: er hat sich nicht zum Mitspieler der Gesellschaft entwickelt.“ (S. 34)

Außerdem schreibt Adler, daß „verdrängte Minderwertigkeitskomplexe bei gleichzeitigem kompensatorischem Überlegenheitsgefühl zu Entwertungstendenzen“ gegenüber den Mitmenschen führen, das bedeutet: Der Komplexbeladene fühlt sich in seinem Ich-Gefühl auf unreife Weise gestärkt, wenn er andere verachtet und mit Mißtrauen behandelt.  –  So dreht sich der Kreis in seinem innerseelischen Gefängnis.

Menschen mit Sexualstörungen zeigen nach Adler auch „Züge verstärkter Überempfindlichkeit, überstiegenen Ehrgeizes und Trotzes“. (S. 28).  – Dies gelte nicht allein für Homosexuelle, sondern allgemein für den „nervösen Charakter“ (der eine Vorstufe zur Neurose darstellt), insbesondere für Angstneurotiker, Zwangsneurotiker oder chronisch Depressive.

Dr. Adler betrachtet Homosexualität grundsätzlich als „heilbar“,wenngleich der Weg dorthin sehr schwierig sei, denn dies erfordere ein „außergewöhnliches Selbsttraining“ der „schwer entmutigten Nervösen“, wie er Homosexuelle auch nennt.  Daher sei es wichtig, ihn zum Gemeinschaftsgefühl zu ermutigen, damit er so sein Selbstmitleid überwindet (vgl. S. 36).

Für Adler besteht das Leben des Menschen  –  auch des heterosexuellen  –  darin, ein „Training für die Liebe“ zu absolvieren, diese Herausforderung tapfer anzupacken und ihr nicht auszuweichen; das gelte vor allem für die Annahme des anderen Geschlechts.

In seinem Buch „Neurosen  –  Zur Diagnose und Behandlung“ schreibt er auf S. 61:

„Liebe ist eine notwendige Lebensaufgabe, die eine frühe Vorbereitung erfordert  –  und Training für die Liebe ist ein integraler Bestandteil der Erziehung zum Leben.“

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks eV. in Münster

 


Evangelischer EAK im „Ländle“ pocht auf den besonderen Schutz von Ehe und Familie

Der Evangelische Arbeitskreis (EAK) der CDU Baden-Württemberg pocht auf den besonderen Schutz von Ehe und Familie, wie er im Grundgesetz vorgesehen ist. Er verlangt, diesen Schutz infolge des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zur Sukzessionsadoption nicht auszuhöhlen.

Foto: L. BörgerDas Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu nutzen, um gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften „durch die Hintertür“ mit der Ehe gleich zu stellen, entspräche nicht der Meinung des EAK Baden-Württemberg, so die EAK-Landesvorsitzende und CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Kurtz.

„Das Wohl der Kinder steht auf dem Spiel“

Der EAK Baden-Württemberg verwahre sich gegen entsprechende Bestrebungen. Sabine Kurtz erwartet vom Bundesgesetzgeber eine sorgfältige und ernsthafte Befassung mit den möglichen Konsequenzen des Urteils. Rechtliche Änderungen infolge des Richterspruches dürften nicht mit „heißer Nadel gestrickt“ werden: „Hier steht zu viel auf dem Spiel, nicht zuletzt auch das Wohl der betroffenen Kinder.“

Nach Ansicht des EAK Baden-Württemberg gelte es, das gesamte Adoptionsrecht inklusive Einzel-, Stiefkind- und Sukzessions-Adoptionen daraufhin auszuleuchten, wie der Schutz von Ehe und Familie und das Wohl der Kinder am besten gewährleistet werden können.

In einer Zeit, in der in Kindergärten und Schulen Erziehende verschiedenen Geschlechts gefordert würden, sei es nicht geboten, bei den engsten Bezugspersonen etwas Anderes vorzusehen. Die volle Ausweitung des Adoptionsrechts auf Lebenspartner sei im Übrigen nicht erforderlich.

Dr. Winfried Klein, Rechtsanwalt und EAK-Kreisvorsitzender in Heidelberg, sieht mehrere Möglichkeiten einer verfassungskonformen Regelung. Er hält es für denkbar, künftig nur noch das gemeinschaftliche Adoptionsrecht von Ehepaaren vorzusehen. Dies würde ungewollt kinderlosen Ehepaaren eine Adoption erleichtern und Kindern die Chance auf Vater und Mutter erhalten.

Aus dem aktuellen Urteil des Bundesverfassungsgerichts eine Folgerung hinsichtlich des Ehegattensplittings abzuleiten, hält der EAK Baden-Württemberg ebenfalls für voreilig.

Erst im vergangenen Dezember habe die CDU Deutschlands auf ihrem Bundesparteitag in Hannover eine steuerliche Gleichstellung von eingetragenen gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern im Ehegattensplitting abgelehnt. Dieser Beschluss sei drei Monate später nicht veraltet, so die EAK-Landesvorsitzende in Baden- Württemberg.

Gleichzeitig verweist sie auf die Forderung des EAK und anderer CDU-Gremien nach einem Familiensplitting, das das Ehegattensplitting um eine Kinderkomponente ergänzt.


Moses und der Auftrag des Ewigen durch den brennenden Dornbusch

Aus der heutigen Sonntags-Lesung der kath. Kirche: Buch Exodus 3,1-8a.13-15:

Moses weidete die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Eines Tages trieb er das Vieh über die Steppe hinaus und kam zum Gottesberg Horeb.

Dort erschien ihm der Engel des HERRN in einer Flamme, die aus einem Dornbusch emporschlug. Er schaute hin: Da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht. Moses sagte: Ich will dorthin gehen und mir die außergewöhnliche Erscheinung ansehen. Warum verbrennt denn der Dornbusch nicht? 

Foto: KOMM-MiT-Verlag

 

Als der HERR sah, daß Moses näher kam, um sich das anzusehen, rief Gott ihm aus dem Dornbusch zu: Moses, Moses!  –  Er antwortete: Hier bin ich.

Der HERR sprach: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.

Dann fuhr ER fort: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.   –  Da verhüllte Moses sein Gesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.

Der HERR sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen, und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich kenne ihr Leid. Ich bin herabgestiegen, um sie der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinaufzuführen in ein schönes, weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen, in das Gebiet der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter.

Da sagte Moses zu Gott: Gut, ich werde also zu den Israeliten kommen und ihnen sagen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt. Da werden sie mich fragen: Wie heißt er? Was soll ich ihnen darauf sagen?

Da antwortete Gott dem Moses: Ich bin der „Ich-bin-da“. Und er fuhr fort: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der „Ich-bin-da“ hat mich zu euch gesandt.

Weiter sprach Gott zu Moses: So sag zu den Israeliten: Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name für immer  –  und so wird man mich nennen in allen Generationen.