Die „Malachias-Prophezeiungen“ und der Mythos um einen künftigen Papst „Petrus Romanus“

Derzeit wird nicht nur in traditionellen oder erscheinungsbewegten Kreisen über die rätselhaft erscheinenden „Papst-Weissagungen“ des Bischofs Malachias diskutiert; selbst das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ nahm sich jetzt des Themas an und titelte: „Der Nächste soll der Letzte sein“.

Der „Kölner Stadtanzeiger“ ließ seine Leser sogar wissen: „Einer Prophezeiung zufolge steht das Ende des Papsttums unmittelbar bevor  –  und damit auch der Untergang der Welt”.

Bereits im vorigen Jahr sorgte der heidnische „Maya-Kalender“ für Schlagzeilen auch im weltlichen Blätterwald, soll jene Weissagung doch für Ende 2012 den Weltuntergang angekündigt haben (in Wirklichkeit ging es bei jenem Maya-Text lediglich um das Ende einer Epoche).

Nun kommt mancherorts erneut Endzeitstimmung auf, allerdings bezogen auf jene „Malachias-Prophezeiungen“, denen zufolge nun der letzte Papst gewählt würde, der dort als „Petrus, der Römer“ bezeichnet wird, mitunter auch „Petrus II.“ genannt.   qqKLfd77n55SDamit würde der letzte Papst den Namen des ersten tragen und sich somit gleichsam der „Kreis schließen“, was durchaus interessant und „überzeugend“ wirkt.

Jenem Mythos zufolge seien dem hl. Malachias in einer Vision alle zukünftigen Päpste erschienen, wobei Papst Benedikt der 266. Pontifex wäre   –   beim nächsten Papst wäre die „Reihe“ (und die Welt) schlichtweg zu Ende.

Jene alte Weissagung, die allerdings zu Unrecht dem 1148 verstorbenen, irischen Erzbischof Malachias zugeschrieben wird, schließt mit folgenden lateinischen Worten (siehe auch nebenstehende Abbildung):

„In persecutione extrema S. R. Ecclesiae sedebit Petrus Romanus, qui pascet oves in multis tribulationibus, quibus transactis civitas septicollis diruetur et judex tremendus judicabit populum suum. Finis.”

Der Text lautet übersetzt:

“Während der äußersten Verfolgung der heiligen römischen Kirche wird Petrus, ein Römer, regieren. Er wird die Schafe unter vielen Bedrängnissen weiden. Dann wird die Sieben-Hügel-Stadt zerstört werden  –  und der furchtbare Richter wird sein Volk richten.Ende.“

Die Malachias-Prognosen bestehen aus 111 kurzen, mehrdeutigen Sprüchen, die sich nacheinander auf Päpste (beginnend im 12. Jahrhundert) beziehen, wobei aber keine Namen genannt werden, sondern jedem Pontifex gleichsam ein Leitwort zugedichtet wird.

Diese „Prophezeiungen“ sind ähnlich orakelhaft und vieldeutig wie jene des französischen Astrologen Nostradamus. Manchmal werden sie statt dem hl. Malachias auch dem hl. Philipp Neri zugeschrieben, was freilich ebenfalls unsinnig ist.

Papst Benedikt wird in der Malachias-Weissagung als zweitletzter Pontifex vor dem Weltende angesehen und mit den Worten “Gloria olivae” (Herrlichkeit der Olive bzw. Ruhm des Ölbaums) umschrieben, was freilich alles mögliche heißen kann. Der Ölbaum gilt sowohl ein Symbol des Friedens ist wie auch des Judentums oder kann einfach nur die Mittelmeer-Region bezeichnen.

Die angebliche Papstprophetie kann allerdings gar nicht aus dem 12. Jahrhundert  und damit auch nicht vom heiligen Malachias stammen, da sie erstmals 1595 auftauchte. Der Verfasser schrieb sie Erzbischof Malachias zu, um dadurch ihre Bedeutung und „Glaubwürdigkeit“ zu erhöhen. Dies weiß die wissenschaftliche Forschung schon seit dem 17. Jahrhundert.

Wahrscheinlicher Autor der orakelhaften Verse ist Alfonso Ceccarello, Sekretär von Kardinal Simoncelli, der beim Konklave 1590 als „papabile“ galt, aber nicht zum Papst gewählt wurde, obwohl die „Malachias-Weissagungen“ genau dies bezwecken sollten. Der Sekretär wollte also seinen Gönner also auf diese „prophetische“ Weise unterstützen. Die Wahl fiel allerdings auf einen anderen, nämlich Nikolaus Sfondrato, der sich Gregor XIV. nannte.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


20 Kommentare on “Die „Malachias-Prophezeiungen“ und der Mythos um einen künftigen Papst „Petrus Romanus“”

  1. derichbin sagt:

    Laut
    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/manfred-boeckl/der-neue-papst-ist-petrus-romanus-die-papstprophezeiungen-des-malachias-bestaetigen-sich-auch-in-.html
    hat sich die Prophezeiung in vollem Maße erfüllt, da der heilige Franziskus mit vollem Namen „San Francesco d’ Assisi, nato Francesco Giovanni di [b]Pietro[/b] Bernardone“ heißt.

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    • Guten Tag,
      diese Auslegung ist doch an den Haaren herbeigezogen; zudem verschweigt dieser Kopp-Artikel, daß diese „Weissagungen“ nicht vom hl. Bischof Malachias stammen, sondern ihm viel später erst zugeschrieben wurden, wie wir hier genau erläutert haben – und dieses Faktum der Autoren-Fälschung ist schon seit drei Jahrhunderten bekannt!
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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  2. Armin sagt:

    Also das mit den „Römer“ würde ich nicht so schnell verwerfen, den hat sich seine Heiligkeit Franziskus, schon einmal selber Papst genannt? Bisher hat er sich immer nur als „Bischof von Rom“ bezeichnet, Und leider war ja auch eine seiner ersten Aktionen den „Sperrholztisch“ wieder in der Sixtinischen Kapelle aufzustellen. Der Papst ist der Stellvertreter Gottes unseres Herrn hier auf Erden und somit der Hirte von uns allen und nicht nur der der „Römer“, und wohin die „Brüderlichkeit“ zum Papst unter den Episkopat führte, mussten wir ja alle schmerzhaft erfahren.

    Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen.

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  3. Ester sagt:

    Man kann nicht umhin festzustellen, dass sie sich nun wohl erledigt hat, die Weissagung des Malachias!

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    • Guten Tag,
      ja richtig – aber wir haben uns schon v o r h e r mit einem klaren NEIN zu diesem Unfug festgelegt, als die Erfüllung der Malachias-„Weissagungen“ noch in der Schwebe war.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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    • hucky sagt:

      Hallo,

      die Weissagung des heiligen Malachias hat sich in VOLLEM Umfang erfüllt. Es sind nämlich immer diejenigen die an der Wahrheit rütteln und dann behaupten es wäre eine Fälschung.

      Das können wir doch ernsthaft gar nicht beurteilen was da vor mehreren 100 Jahren in einer Vision prophezeit wurde. Wir leben in einer Zeit von so vielen Fälschungen und Manipulationen, das die Unterscheidungskraft zwangsläufig getrübt ist.

      DIESER PAPST Franziskus der I. ist der FALSCHE PROPHET und wird somit nach dem göttlichen Willen nicht als Papst geführt. Die Seher Kinder von Garabandal haben dies gesagt, vertreten durch die Hauptseherin Conchita Conzalez und es steht mehrfach auch in den Botschaften der Warnung.

      http://www.diewarnung.net

      Man muss sich allerdings schon einige Mühe geben das herauszufinden, bzw, zu lesen, da es schon über 700 authentische Botschaften sind, auch wenn nicht alles so eingetroffen ist, das wäre ja auch noch schöner, denn dann hätte ja die Gebetskraft keine Wirkung mehr.

      Liebe Grüße sendet

      Hucky

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      • marienverehrer sagt:

        Welchen Papst mit dem Namen „Franziskus I.“ meinen Sie? Einen Papst mit diesem Namen gibt es nicht und hat es bisher auch nie geben? Ich glaube, dass Sie und ihre über 700 falschen Propheten mit ihren „authentischen Botschaften“, denen Sie folgen, in einer Traumwelt leben!

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  4. Uli sagt:

    Habe eben gelesen, dass der Kardinal aus Ghana in diese Malachias-Prophezeihungen passen würde.

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    • Nur weil er mit Vornamen Peter heißt – als ob er sich mit Papstnamen dann automatisch auch Petrus nennen würde – an den Haaren herbeigezogen!
      Zudem sind diese „Weissagungen“ sowieso schlichtweg Unfug, wie hier ausführlich belegt wird.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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  5. […] Original: https://charismatismus.wordpress.com/2013/03/07/die-malachias-prophezeiungen-und-der-mythos-um-einen-… […]

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  6. johann sagt:

    399. Der nächste Papst mag von Mitgliedern innerhalb der katholischen Kirche gewählt werden, aber er wird der Falsche Prophet sein
    Donnerstag, 12. April 2012, 11:27 Uhr

    Meine liebste Tochter, in der Welt lehnen Mich viele Menschen noch ab und das hat etwas mit der öffentlichen Meinung zu tun.

    So viel Finsternis ist auf alle Kinder Gottes herabgekommen, dass sehr wenige den Mut haben, Mein Wort öffentlich zu verkünden.

    Die Gläubigen haben vor den verbalen Beleidigungen und dem bösartigen Spott Angst, die sie zu erleiden hätten, wenn sie offen von Meinem Heiligen Wort sprechen würden.

    Sogar gläubigen Anhängern fehlt es an Mut aufzustehen und gegen die bösen Gesetze, die in ihren Ländern eingeführt wurden und die sich über das Wort Meines Vaters hinwegsetzen, zu kämpfen.

    Priester schämen sich dafür, dabei gesehen zu werden, wie sie für die Wahrheit Meiner Lehren eintreten, aus Angst davor, geächtet zu werden.

    Heute halten sie es — mehr als jemals zuvor — für unmöglich, dass ihre Stimmen gehört werden … und zwar aufgrund der Schande, die sie wegen der schlimmen Sünden einiger ihrer eigenen Mitbrüder (wörtlich: Mitgeweihten) ertragen müssen.

    Wenn sich ein tapferer, gottgeweihter Diener dafür entscheidet, aufzustehen und die Wahrheit Meiner Lehren zu verteidigen, dann hat dieser schwer zu leiden. Man wirft solchen Dienern mangelnde Toleranz, einen Mangel an Mitgefühl, einen Mangel an Liebe und fehlende Achtung vor den Menschenrechten vor.

    Ihr seht, Kinder, dass die Wahrheit Meiner Lehren, ausgesprochen von Meinen gottgeweihten Dienern, wie eine Lüge behandelt wird.

    Lügen — also jene verdrehten Versionen der Wahrheit, die in der Heiligen Schrift enthalten ist — werden stattdessen als die Wahrheit dargestellt.

    Satan hat so viele Seelen bezwungen — einschließlich Führern innerhalb Meiner eigenen Kirche —, was es mit sich gebracht hat, dass viele unschuldige Menschen es nunmehr schwer finden, Meinem Heiligen Willen ihre Treue zu geloben.

    Wie Ich doch verlassen und ins Abseits geschoben worden bin, um es zu ermöglichen, dass die Lügen, welche in die Köpfe Meiner gottgeweihten Diener eingepflanzt wurden, von der Mehrheit akzeptiert werden.

    Diese bösen Lügen erstrecken sich weit darüber hinaus.

    Die Wahrheit Meiner Heiligen Schrift, die im Buch der Offenbarung des Johannes enthalten ist, ist von vielen Meiner Kirchen ausgelegt worden. Es gibt davon so viele Varianten, die alle auf menschlicher Interpretation beruhen.

    Mein geliebter Papst Benedikt XVI. ist der letzte wahre Papst auf dieser Erde.

    Petrus, der Römer, ist Mein Petrus, der ursprüngliche Apostel, der vom Himmel herab — unter der Führung Meines Ewigen Vaters — über Meine Kirche regieren wird. Dann, wenn Ich komme, um zu regieren, beim Zweiten Kommen, wird er über alle Kinder Gottes gebieten, wenn alle Religionen zu einer Heiligen Katholischen und Apostolischen Kirche werden.

    Ich spreche nur die Wahrheit, Meine Tochter.(…) Quelle: http://www.diewarnung.net

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    • Uli sagt:

      Lieber Johann,

      Jesus würde eine Tochter eventuell mit „meine liebe Tochter“ ansprechen,
      aber nicht mit „meine liebste Tochter“.

      Jesus würde niemals „hinter dem Rücken“ mit einem seiner vielen „Brüdern und
      Schwestern“ negativ über einen Papst sprechen. Wenn er seinem Stellvertreter etwas zu sagen hat, dann macht er dies „direkt“ und nicht „hintenherum“.

      Der Rest des Textes mit der Angst, dem fehlenden Mut, dem Schämen, den Mitgeweihten,
      dem „ins Abseits geschoben“ usw. entspricht ja der Wahrheit und könnte rein inhaltlich auch
      von Deinem Namensvetter – (dem mit dem „es“ hinten) stammen.

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      • Anonymous sagt:

        Ich denke, wie Jesus seine Tochter anspricht, dürfen wir ihm getrost selbst überlassen. Und – wieso negaiv sprechen: Wenn ich jemanden warnen will, in diesem Fall die Menschheit, ist das kein „Hintenrum sprechen“.
        Wer Probleme mit den Botschaften hat, soll sie halt nicht lesen…
        Betet halt anstatt dessen für den gesamten Klerus (und der hat es wahrlich nötig…) und macht weiter, wie gehabt.
        Aber immer dieses „das würde Jesus nie …und das und das auch nicht“!
        Lasst doch den Leuten die Botschaften und lebt, wenn ihr wollt ohne sie! Keiner muss – Jeder darf!

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      • Gelobt sei Jesus Christus! sagt:

        „Schwarmgeister kennen den „gesamten Klerus“.

        Zitat anonym
        Betet halt anstatt dessen für den gesamten Klerus (und der hat es wahrlich nötig…) und macht weiter, wie gehabt.
        Zitat Ende

        Vielen Dank für dieses Zeugnis. Er zeigt auf eindrucksvolle Weise, welch Geistes Kind Sie sind.

        Wer so hochmütig und erhaben erklärt, dass es der „gesamte !!! Klerus wahrlich nötig hat“, zeigt sich hier öffentlich als ein besonderes keckes und albernes Schwarmgeistchen.

        Beten Sie um die rechte Selbsterkenntnis. Wenn der liebe GOTT Ihre Bitte erhört, werden Sie erst einmal von Ihrem hohem Ross heruntersteigen müssen, Sie hochmütiger und über alles erhabener Möchtegern.

        Nebenbei gehört auch der emeritierte Papst Benedikt XVI zum „gesamten Klerus“…

        mfg

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  7. gesundheit sagt:

    Dem Kommentar von Uli stimme ich zu

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  8. Uli sagt:

    Papst Benedikt XVII wäre der 266 Papst – Papst Johannes Paul III aber auch.

    Nur der Vater im Himmel kennt den letzten Stellvertreter seines Sohnes auf Erden.

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