Frauenquote in Betrieben: Männer-Unmut bei Daimler-Benz losgebrochen

Von Birgit Kelle (Leiterin von Frau 2000plus)

Lange war es still an der Männerfront in Sachen Frauenquote und fast kann man sagen, seltsam lange. Andererseits auch wieder nicht. Schließlich gehört es heutzutage für den Mann zum guten Ton, für Frauenförderung zu sein. Wer will sich schon offen als Hüter des Patriarchats beschimpfen lassen?

Birgit Kelle

Birgit Kelle

Im Zuge der Diskussionen rund um Frauenquote Ja oder Nein im vergangenen Jahr, aber auch schon davor, haben nahezu alle größeren Unternehmen in Deutschland inzwischen Frauenförderung auf ihre Fahnen geschrieben.

Kaum ein Unternehmen, das es sich leisten kann, heute nicht Mentoren-Programme, hausinterne Zielmarken in Bezug auf den Frauenanteil in Führungspositionen und Ähnliches einzuführen.

Die Männer haben das bislang widerstandslos hingenommen in den Betrieben, auch wenn ab und zu durchaus  –  aber eher anonym und hinter vorgehaltener Hand – bemängelt wurde, dass derzeit an allen Orten Frauen befördert werden, die für die ein oder andere Position nicht die Leistungen und Stationen vorweisen musste, die ein Mann für die gleiche Position benötigt hätte.

Nun ist bei Daimler-Benz in Stuttgart im internen Kommunikationsnetz erstmals ein Sturm der Entrüstung losgebrochen. Reihenweise haben Mitarbeiter ihrem Unmut freien Lauf gelassen. Erstmals nicht anonym, sondern ganz offen. Wie sich das auf die Karrieren dieser Männer auswirken wird, ist noch offen.

Doch lesen Sie selbst den Bericht in der FAZ mit dem sinnigen Titel „Macho“  – Hier folgt ein Ausschnitt:

Der Anlass kam ganz harmlos daher: Eine weibliche Nachwuchskraft von Daimler schreibt im internen Blog einen Erlebnisbericht unter dem Titel „Chef oder Chefin? Ist doch egal“. Darin erzählt sie von der schönen Diversity-Welt, und wie es vorangeht mit den Frauen auf dem Weg nach oben.

Das hätte sie lieber lassen sollen. Das Echo auf den Blog war vernichtend – und rekordverdächtig zugleich: Mehr als 100 Wortmeldungen gingen binnen kürzester Zeit ein, eine hämischer, böser oder zynischer als die andere: ein einziger Aufschrei der Männer!  – Der Tenor lautete durchweg: Hilfe, wir Männer werden unterdrückt. Schluss mit dem Gender-Gehabe!“

Den ganzen Artikel finden Sie hier:  http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/wut-auf-frauenfoerderung-macho-12117438.html



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