„Was kommt, wenn Familie geht?“ – Staatliche Ersatzlösungen statt Förderung der Originalfamilie

Von Birgit Kelle (Leiterin von Frau 2000plus)

Die für 25. Mai geplante Tagung des Familiennetzwerkes in Frankfurt „Was kommt, wenn Familie geht?“ hat mich mit ihrem Titel dazu inspiriert, darüber nachzudenken, was eigentlich geschieht, wenn Familie nicht mehr da ist?

Dazu der Bericht, den mir eine Leserin zusandte, wonach in Bremer Schulen jetzt Babys auf Besuch in die Schulklassen kommen, damit die Kinder anhand eines kleinen Menschenkindes Mitgefühl lernen. Wie traurig ist das doch!

Birgit Kelle

Birgit Kelle

Es ist ja nichts dagegen einzuwenden, solche Projekte durchzuführen, aber es ist doch schlimm, dass wir anscheinend inzwischen so etwas brauchen, weil Familie zunehmend nicht mehr da ist, Geschwister zunehmend nicht mehr da sind und die Erfahrungen, die Generationen vor uns noch zu Hause machen durften, heute in der Schule professionell vermittelt werden müssen.

Es stellt sich allerdings die Frage, wieso schaffen wir Surrogate und Ersatzfamilien, anstatt die Original-Familie zu unterstützen?

Hier ein Ausschnitt aus meiner Kolumne beim Kulturportal The European:

„Die Mutter soll heute nicht mehr zu Hause sein, sondern berufstätig, dafür haben wir jetzt Tagesmütter, die wir bezahlen. Die Väter fehlen zunehmend in den Familien, es gibt immer weniger männliche Vorbilder, dafür haben wir jetzt das Programm „Mehr Männer in die Kitas“.

Die Kinder haben keine Geschwister mehr, dafür sollen sie jetzt Sozialkompetenzen in der Krippe und in Spielgruppen aller Art lernen. Familien essen immer weniger gemeinsam an einem Tisch, dafür wird das jetzt in kleinen Tischgruppen in der Ganztagsschule vollbracht. Kinder lernen nichts mehr über Lebensmittel und ihre Zubereitung, weil zu Hause keiner mehr Zeit zum Kochen hat, dafür machen wir jetzt Ernährungs- und Kochkurse in der Schule.

Die Kinder kennen immer weniger die Großfamilie, dafür bauen wir jetzt Mehrgenerationenhäuser. Die Kinder kennen keine Großeltern mehr, dafür gibt es jetzt Leihopas und Leihomas, die man engagieren kann. Die Kinder haben zu Hause keine Vorbilder mehr bei berufstätigen Eltern, dafür gibt es jetzt Benimm-Unterricht in der Schule.

So lagern wir Stück für Stück bisherige familiäre Erziehung und soziales Lernen und damit eine gesellschaftliche Selbstverständlichkeit in die Kindergärten und Schulen und somit an den Staat aus.“

Den ganzen Text finden Sie hier:
http://www.theeuropean.de/birgit-kelle/6693-auslagerung-der-kindererziehung-aus-der-familie


One Comment on “„Was kommt, wenn Familie geht?“ – Staatliche Ersatzlösungen statt Förderung der Originalfamilie”

  1. Bernd L.Mueller sagt:

    Hallo Frau Birgit Kelle,

    Ihr Kommentar hat uns berührt, trifft es doch den Kern unserer gesellschaftlichen Kompetenz die Stück für Stück verloren geht.

    Unübersehbar in Familie, Freundes- und Bekanntenkreis, im Unternehmen werden wir mit Problemen sogen. “ Alleinerziehende “ , Homosexuelle und Lesben konfrontiert, Gender-Mainstreaming- hinzu kommen Immigranten mit diametralen Auffassungen unserer seitherigen Lebensart und Kultur, bis in den Beruf und Schule/Uni hinein.

    Was uns eigentlich in und bei der Vielfalt bereichern könnte, empfinden wir unbewusst und zunehmend als Bedrohung, und die Vielzahl der erschreckenden Problemfälle vor Gericht bestärken uns in den Vorbehalten, wenn auch gerade augenscheinliche dieses heikle Thema vehement als “ immanent vorhanden “ bestritten wird.

    Selbst bei größter Toleranz ist es uns bei konventioneller – bösartig konservativer – Einstellung nicht eingängig, warum so werbewirksam publiziert wird, dass Familie bestehend aus Vater / Mutter mit Kindern als rückständig und ohne Sozialkompetenz abgestempelt wird.

    Gleichwohl erleben wir täglich im o.g. Umfeld, dass die “ moderne Art “ des Zusammenlebens voller Probleme ist, mit permanent wechselnden Partnern, Existenzsorgen ohne Partner, in der Erziehung, gerade hier sehen wir verhaltensauffällige Kinder, nicht diskriminierend als dumme Kinder.

    Und im Einzelgespräch spüren wir die tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit, intakter Familie, möglichst mit Haus, Kind und wo möglich Hund, wie es die verkaufsfördernde Werbung so trefflich zeigt.

    Glückliche junge gut aussehende Eltern mit 2 Kindern, Junge und Mädchen natürlich und eben v.g. besagten Hund, was für eine Verlogenheit in der Werbung, befriedigt aber die Seele.

    Wie glücklich und zufrieden sind wir als Eltern, wenn unsere Kinder wieder in konventioneller Art weiterleben, wie angenehm ist es, im Unternehmen Kollegen/innen, Mitarbeiter zu haben, die gleich wie wir ticken, die wir ohne Zögern fragen dürfen wie es denn zuhause so läuft, was macht Mann / Frau, Kinder, wie gehts , was macht ihr , wie war der Urlaub ?

    Es scheint unabänderlich, Grüne Erzieher / Politiker und Sozialisten wollen in unseren Kindern den “ Neuen Menschen “ losgelöst von vermeintlicher Bevormundung durch Eltern schaffen, rational und cool denkend, immer mit berühmten Sozialkompetenz ausgestattet.

    Das funktioniert aber immer weniger, man bleibt eher allein, lebt sich aus, Sozialkompetenz weicht einem erschreckenden Egoismus, der in einer intakten Familie völlig fremd ist, da wird jedes Kind so geliebt wie es eben ist, ohne Umerziehung.

    Ein Problem der aktuellen und zukünftigen Erziehung unserer Kinder ist, dass die Kinder in der Grundschule fast ohne männlichen Erzieher aufwachsen.

    Die Kinder lernen und sehen nicht mehr, dass es ein natürliches Spannungsverhältnis in den Geschlechtern gibt, erfahren keine normalen divergierenden Auffassungen.

    So ziehe ich ein resignierendes Fazit und Prognose für die Zukunft der Familie, vielleicht ändert sich das wieder in dem Augenblick, wo allein die Familie exotisches Beispiel einer positiven Lebensart ist.

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