Die Engel, die Frauen, die Männerwelt – und Christi Sieg über den Tod

Von Erhard Eutebach

Na, das passt jetzt aber ganz genau: In diesem Jahr wurden ausgerechnet in der Nacht zu Ostern die Uhren umgestellt!  –  Klar, dass wir sowas nicht vergessen. Wer will schon zu spät kommen?

Aber haben Sie sich selbst eigentlich auch auf Ostern umgestellt?  –  Vor allem sollten wir genau hinhören, was das Evangelium uns verrät: Viele Jünger hatten sich damals schon enttäuscht zurückgezogen, nachdem sie den Kreuzestod Jesu miterleben mussten. Alle ihre Hoffnungen hatten sie mit Jesus zu Grabe getragen. 

Foto: Dr. Bernd F. PelzAuch jene, die noch tapfer in Jerusalem aushielten, waren nach dem schrecklichen Leiden und Sterben Jesu verstört, verängstigt und ohne Perspektive, wie es mit ihnen weitergehen könnte. 

Frauen waren es, die sich nach Ablauf der strengen Sabbatruhe in aller Herrgottsfrühe aufmachten, um nach dem Grab zu sehen und wohlriechende Salben auf den eingewickelten Leichnam zu träufeln. Sicher wollten sie auch am Grab beten, wie wir das auch tun.

Frauen waren es, die sich in ihrer Trauer nicht verkrochen. Was sie jetzt noch tun konnten, wollten sie tun: dem Toten die letzte Ehre erweisen.

Doch dann erlebten diese Frauen, was Gott unter Zeitumstellung versteht. Bei seiner Zeitumstellung geht es nicht um ein Stündchen vor oder ein Stündchen zurück. Gott hat für eine Radikalkur gesorgt: der Zeit der Finsternis, der Zeit des Todes wurde von Gott von einer Stunde auf die andere ein definitives Ende gesetzt. Jesus ist von den Toten auferstanden! Gottes unfassbar große Liebe hat den Tod besiegt – halleluja!

„Ein schönes Beispiel für Gottes Humor“

Frauen waren es, die die ersten Zeugen der Auferstehung sein durften. Das ist mal wieder ein schönes Beispiel für Gottes Humor, denn damals war es so, dass die Aussagen von Frauen z.B. vor Gericht nicht so viel galten wie die Aussagen von Männern. Doch offenbar ist Gott absolut nicht bereit, auf unseren menschlichen Firlefanz Rücksicht zu nehmen, wenn er etwas beschlossen hat. Was für ein Glück für uns…!

Zwei Engel als Boten Gottes wenden sich sofort an die Frauen: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war: Der Menschensohn muß den Sündern ausgeliefert und gekreuzigt werdenund am dritten Tag auferstehen.“ 

So sind sie eben, die Engel: kurz und verbindlich im Ton. Sie sagen geradeheraus, was zu sagen ist, und das war’s dann auch schon. Eine Kurzunterweisung und Erinnerung, mehr ist nicht drin. Die Engel wissen sehr genau: Die Einzelheiten der Auferstehung würden wir ohnehin nicht verstehen  –  und bloß für ein bißchen Small-Talk sind sie nicht zu haben.

Der Auftritt der beiden Engel zeigt aber auch, dass das Entscheidende nicht von uns Menschen ausgeht. Gott selbst wird tätig, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Durch seine Boten greift er ein, wenn es darauf ankommt, also dann, wenn er es für richtig und nötig hält.  Was wir aber trotzdem wie die Frauen im Evangelium tun können: Genau hinhören, was Gott uns mitteilen will.

Die Männerwelt hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Die Bibel scheut sich auch nicht, diesen peinlichen Fehler zuzugeben: Als die Frauen den Aposteln von ihrem Erlebnis am Grab erzählt haben, ist deren erste Reaktion schon fast beleidigend für die Frauen. Die Apostel „hielten das alles für Geschwätz und glaubten ihnen nicht“, heißt es.

Erst die spontane Reaktion von Petrus und Johannes macht seine Kollegen munter, denn sie stehen sofort auf und laufen  zum Grab, so schnell sie können. Die beiden Apostel haben es kapiert:  Gott hat auf seine eindringliche Art JA und AMEN gesagt zu allem, was Jesus uns gelehrt hat. Und wir hier und heute  haben wirklich allen Grund zum Jubeln  –  halleluja und frohe Osterzeit!  

Quelle: http://www.predigtgarten.blogspot.de



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