Die Berufung des Apostels Johannes zum „Seher von Patmos“

Aus der heutigen Sonntagslesung der kath. Kirche: Offenbarung 1,9-11a.12-13.17-19:

Ich, euer Bruder Johannes, der wie ihr bedrängt ist, der mit euch an der Königsherrschaft teilhat und mit euch in Jesus standhaft ausharrt, ich war auf der Insel Patmos um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses für Jesus.

Am Tag des HERRN wurde ich vom Geist ergriffen und hörte hinter mir eine Stimme, laut wie eine Posaune. Sie sprach:

Schreib das, was du siehst, in ein Buch, und schick es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus, nach Smyrna, nach Pergamon, nach Thyatira, nach Sardes, nach Philadelphia und nach Laodizea.

Da wandte ich mich um, weil ich sehen wollte, wer zu mir sprach. Ich sah sieben goldene Leuchter und mitten unter den Leuchtern einen, der wie ein Mensch aussah; er war bekleidet mit einem Gewand, das bis auf die Füße reichte, und um die Brust trug er einen Gürtel aus Gold.

Als ich ihn sah, fiel ich wie tot vor seinen Füßen nieder. Er aber legte seine rechte Hand auf mich und sagte:

Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, doch nun lebe ich in alle Ewigkeit, und ich habe die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt. Schreib auf, was du gesehen hast: was ist und was danach geschehen wird.


4 Kommentare on “Die Berufung des Apostels Johannes zum „Seher von Patmos“”

  1. Sehr geehrte Frau Küble,
    auch die Berufung auf die Äußerungen Benedikts XVI. zur Verfasserfrage der Geheimen Offenbarung löst das Problem nicht. In der Einleitung zur Offenbarung heißt es in der Einheitsübersetzung: „Der uns nicht näher bekannte Verfasser nennt sich schlicht ‚Knecht Johannes'“.
    Mit freundlichen Grüßen
    Albert Bähr

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    • Guten Tag,
      vorrangiger als ein Einleitungs-Kommentar in der Einheitsübersetzung (von manchen Priestern auch als „Einheizübersetzung“ bezeichnet) ist aus meiner Sicht die gesamtkirchliche Tradition und die Auffassung des biblisch und exegetisch gut bewanderten Papst Benedikt, dem sicherlich auch die „Einleitungswissenschaft“ geläufig ist.
      Es bleibt Ihnen unbenommen, die Autorenfrage betr. Offb. anders zu sehen. Ich schließe mich Ihrer Sichtweise nicht an.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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  2. Albert Bähr, Azaleenweg 1, 64653 Lorsch sagt:

    Sehr geehrte Frau Küble,
    der Apostel Johannes ist nicht Autor des Buches der Geheimen Offenbarung.
    Mit freunlichen Grüßen

    Albert Bähr

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    • Sehr geehrter Herr Bähr,
      vermutlich wußten bedeutende Kirchenväter des Altertums (z.B. Irenäus, Hippolyt, Klemens v. Alexandrien) hierüber besser Bescheid als Sie oder Theologen des 20. bzw. 21. Jahrhunderts.
      Die kirchliche Überlieferung geht bis heute davon aus, daß die Geheime Offenbarung vom Apostel und Evangelisten Johannes verfaßt wurde. Papst Benedikt hat bei der Generalaudienz am 23. August 2006 erneut erklärt, daß das letzte Buch des NT dem Evangelisten Johannes geoffenbart wurde. Solange also kein Gegenbeweis vorliegt, sondern lediglich Zweifel und Spekulationen, wird bei uns der kirchlichen Tradition durchaus der Vorzug gegeben.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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